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Katze überfahren

Nutzer: Gast_anatol
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geschrieben am: 14.10.1999    um 23:29 Uhr   
Hi,
ich bin voll fertig.
Ich hab' grad 'ne Katze überfahren. Voll breit. Das blöde Vieh kam rechts aus nem Graben, lief dann ein paar Meter vor mir her und dann hat's dreimal gepoltert.
Ausweichen konnt ich nicht, weil grad in diesem Moment Gegenverkehr war.
Mir schlottern jetzt noch die Knie.
Was macht man eigentlich in dieser Situation außer auszusteigen, nachzugucken und ein Übergeben vermeiden.
Von der Straße wegziehen konnt ich die Katze nich. Very scheußlich.
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 14.10.1999    um 23:42 Uhr   
oje ... kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlst - habe vor ein paar jahren einmal ein kaninchen überfahren. aber ich konnte wie du auch nichts anderes tun als auszusteigen, nachzusehen, ob es noch lebt (aber es war tod) und dann mit weichen knieen und rasendem herzen weiterzufahren. kann aber auch nicht sagen, was ich getan hätte, hätte ich noch spuren von leben in dem tier entdeckt.
viel raten kann ich dir jetzt nicht - du wirst bald darüber hinwegkommen, dich nur noch ab und zu (wie ich in diesem moment) daran erinnern ...
*dir eine halbwegs angenehme nachtruhe wünscht* ABA
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Nutzer: Gast_anatol
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geschrieben am: 14.10.1999    um 23:48 Uhr   
danke ABA, das baut ein bißchen auf.
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Nutzer: Gast_anatol
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geschrieben am: 15.10.1999    um 10:34 Uhr   
oder ne Mütze voll Schlaf
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Nutzer: otelo
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geschrieben am: 15.10.1999    um 10:52 Uhr   
[i]hat vor jahren auch ne katze überfahren, war nen scheiß gefühl, als ich ausgestiegen bin und vor dem auto geguckt habe, war sie dort nicht mehr, als ich dann ums auto rum bin hatte sie sich wohl auf den bürgersteig geschleppt aber sie hat nicht mehr gelebt, ich wußte auch nicht was ich tun sollte, habe sie dann vom bürgersteig auf die seite gelegt... nur lebendig ist sie dadurch auch nicht mehr geworden. ich bremse nach wie vor immernoch für jedes tier, auch wenn dies ja mittlerweile von den versicherungen aus verboten ist[/i]
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Nutzer: vero50
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geschrieben am: 15.10.1999    um 11:26 Uhr   
Ist mir bis heute noch nicht passiert, war aber oft schon knapp...!
Du kannst nichts dafür!
Es gibt noch etwas sehr Hartes, das notfalls zu unternehmen ist (nur für starke Nerven...):
Gnadentötung des überfahrenen Tiers: Falls das Tier stärkstens verletzt ist, hingegen eindeutig noch lebt, mit Wagenheber erschlagen. Schlagen wie ein Wahnsinniger ...
Im Wagen stets Plastichandschuhe mitführen (auch für andere + belanglose Situationen.
[b]Zum Trost[/b]
Da die Katze sehr scheusslich aussah, dürfen wir annehmen, das Tier sei sofort tot gewesen und habe nicht lange gelitten.
Jede gravierende Veränderung eines «lebenden Körpers» (Mensch + Tier) löst in uns Menschen mehr oder eben weniger starke negative Empfindungen (Schock, Schockartiges) aus. Ist vielleicht im menschlichen Grundprogramm verankert als Motivation zur Hilfe ...
Das Vorhandensein von Blut lässt eine Sache immer schlimmer aussehen.
Du hast ganz normal reagiert und darfst Dich ohne Selbstbezichtigungen beruhigen.
Etwas in Eile, vero

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Nutzer: eshran
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geschrieben am: 15.10.1999    um 12:10 Uhr   
[i]anatol einen Stuhl und eine heiße Tasse Tee reicht.[/i]
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Nutzer: Gast_cateye
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geschrieben am: 15.10.1999    um 19:12 Uhr   
Hi....
ich kann dir sehr gut nachfühlen....das gleiche ist mir am Sonntag auch passiert...ich war genauso fertig wie du...hab den ganzen abend geheult und konnte auch bis jetzt nicht mehr ins Auto einsteigen...aber so langsam denke ich nicht mehr so oft daran.....es ist ein wirklich scheußliches Gefühl....vor allem wenn man Katzen so sehr mag wie ich es tue....
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Nutzer: Gast_anatol
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geschrieben am: 15.10.1999    um 20:16 Uhr   
Hallo allerseits und vielen Dank für den Beistand.
Mein Opa Leopold ist ganz schön heftich mit mir umgesprungen. Die jungen Kerle haben einfach nix mehr drauf usw. Man kennt das ja von der Doppel-WK-Generation.
Oma Kunigunde hingegen hat mir ein paar schauderhafte Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt. Sie ist auf dem Land aufgewachsen und zur gängigen Praxis gehörte es den gesamten Wurf der Hauskatze zu ersäufen. Die noch kleinen blinden Dinger wurden aufgespürt, in einen Kartoffelsack gesteckt und dann in einen Eimer Wasser gehängt. Der Vorteil dieser Methode bestand darin, daß man sich kein Miauen und Schreien anhören mußte.
Andere Bauern schlugen den Kartoffelsack gegen eine Mauer, bis sich nichts mehr rührte.
Auch wild laufende Katzen wurden schon mal mit der Mistgabel abgestochen.
Wenn ich das so höre, hab ich manchmal das Gefühl, daß wir uns eine watteweiche Welt geschaffen haben.
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Nutzer: vero50
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geschrieben am: 15.10.1999    um 21:10 Uhr   
Was OMA sagte, wird in ländlichen Gebieten immer noch praktiziert ... Diese Leute haben ein ganz anderes Verhältnis zu Tieren.
Was habt Ihr heute so gegessen? Hämbörger mit Teilen von kleinen niedlichen Schweinchen? vero
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Nutzer: Gast_anatol
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geschrieben am: 15.10.1999    um 21:34 Uhr   
was meinst du vero,
welche Generation hat ein vernünftigeres Verhältnis zu Tieren?
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Nutzer: suerte
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geschrieben am: 15.10.1999    um 21:59 Uhr   
anatol - es muss sicher ein sehr aufwühlendes gefühl sein, eine katze überfahren zu haben.
aber was ist wohl schlimmer für eine katze:
- ein kurzer und deshalb hoffentlich wenig schmerzvoller tod
- oder ein leben lang eingesperrt in einer stadtwohnung vor sich hin zu vegetieren?
ich denke oft dass unsere generation ein sehr abstrusses verhältnis zu tieren hat...
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Nutzer: vero50
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geschrieben am: 15.10.1999    um 22:01 Uhr   
anatol, bin gerade noch da.
Ich sprach nicht von einem «vernünftigen» sondern von einem «anderen» Verhältnis.
Dieses Anderssein kann ich wohl sehen und einigermassen begreiffen, aber niemals anerkennen.
Die von uns empfundene Brutalität im Umgang mit (solchen) Tieren ist - vielleicht der Gefühlskälte wegen - sogar vernünfig: Was nichts nützt, wird möglichst einfach entsorgt. Eine solche Haltung haben auch die Gesetze der sog. westlichen Zivilisation gefördert mit dem Grundsatz: Das Tier ist eine Sache.
Davon rücken erst in den letzten Jahren einige Staaten ab.
Es ist zu hoffen, dass die Menschen die Tiere auch als ganzheitliche Kreaturen begreifen lernen
Konkret zu Deiner Frage, anatol:
Ich weiss es nicht, wenn Du eine Differenzierung zwischen uns und der OMA-Generation meinst. Ich weiss es wirklich nicht. Hingegen meine ich, die Tiere «sorgfältig» zu behandeln, ist eine individuelle Sache.
Wenn sich Deine OMA an die greulichen Vorkommnisse erinnert, kann es sein, dass sie dadurch geschockt war, obwohl ihre Umwelt stetig verkündete, dies sei alles n o r m a l.
vero
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