| "Autor" |
ANGST FRISST DIE SEELE AUF... |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 17:23 Uhr
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Bestimmt kennen einige von Euch den Spruch: "Angst frisst die Seele auf".
Wie denkt ihr darüber???
xeena |
| Warum richtest Du über mich, wenn Du doch keine Ahnung hast, wovon ich spreche, wie ich lebe, wie ich liebe? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 17:53 Uhr
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ach xeena,
was hast du dir für einen floh ins ohr setzen lassen???
angst lässt dich nur die dinge mit vorsicht geniessen, die du noch nicht kennst...
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 18:06 Uhr
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Viele Menschen haben hin und wieder Ängste, ich selbst auch; das sind jedoch Ängste in Verbindung mit punktuellen Ereignissen.
Wenn die Angst aber für jemanden zum alltäglichen Leben gehört, wenn derjenige ohne Ängste gar nicht vor die Tür gehen kann, dann kann ich mir schon vorstellen, dass dieser Ballast namens Angst auf die Seele drückt und sie sehr stark in Mitleidenschaft zieht. Ob er sie aber "auffrisst", ist in meinen Augen doch eher strittig.
Da müsste man mal studierte Psychologen fragen.#mal in die Runde schaut
Genauso fatal ist es in meinen Augen, dauerhaft Hass- bzw. Rachegefühle gegenüber etwas oder jemandem zu entwickeln, denn Hass- und Rachegefühle erzielen denselben Effekt wie Angst: die eigene Seele leidet darunter.
Zusätzlich bewirken Hass- und Rachegefühle, dass man letztendlich nur sich selbst schadet und nicht dem anderen, da man von ihnen regelrecht besessen ist und an nichts anderes mehr denkt.
Ich denke, fast jeder von euch hat das schon mal erlebt?!
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 19:55 Uhr
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| ja, ich weiß aus eigener Erfahrung daß Angstzustände sehr schlimm sein können. Hinter dieser Angst verbirgt sich jedoch meistens ein wie man meint unlösbares seelisches Problem, das wieder zur Folge hat daß man arge körperliche Beschwerden bekommt. Nachdem organisch nichts festgestellt wird, bekommt man irgend welche Nervenpillen verschrieben und schon beginnt der Teufelskreis. Man bekommt die Angstzustände schon wenn man unterwegs ist und meint, diesen Mist nicht in der Tasche zu haben. Letztendlich kann man sich nur von diesen Angstzuständen befreien wenn man das Übel beim Schopf packt und sich mit vielen Dingen beschäftigt, so dass man einfach keine Zeit zum Nachdenken hat und zum Warten ob die Angstattacken wieder auftreten. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 20:42 Uhr
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[b]«Angst fressen Seele auf»[/b] ist ein Film der 80/90er-Jahre
Angst als Regulativ im täglichen Leben sollte weisend wirken und Unberechenbarkeiten (ex. übersteigerte Risikofreudigkeit) eindämmen.
Frisst Angst die Seele auf, geht der/die Betroffene durch die Hölle.
vero |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 20:48 Uhr
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Also, find ich nicht!
Liebeskummer frisst die Seele auf!
Floppi |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 21:39 Uhr
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hallo xeena,
"angst essen seelen auf" war ein film von fassbinder in den 70er jahren. leider ist er ja viel zu früh gestorben, denn er hat auch darunter gelitten.
verkürzt bedeutet es, dass mein selbstbild zerbricht an den ängsten, unverständnissen, verletzungen und intoleranzen in dieser welt. jedoch ist es neben der auseinandersetzung mit der welt auch ein selbstzerstörerischer prozess. und ich kenn das nur zu gut.
sich selbst lieben zu lernen ist schon eine schwierige sache, wenn man glaubt, den erfordernissen und erwartungen anderer nicht zu entsprechen. aber in der auseinandersetzung lernen wir uns nicht auffressen zu lassen. dies wünsche ich allen, die bisher hier geschrieben haben....und die es nicht gemacht haben, wünsche ich es natürlich auch
liebe grüsse
auryn |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 22:35 Uhr
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Gelöscht.......
[Diese Nachricht wurde geändert von: teatime (geändert am: 14-10-99).] |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.1999 um 23:33 Uhr
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ich versuchs mal...
ich geh mit angst wie folgt um: ich stell mir das schrecklichste, was passieren kann, in allen denkbaren einzelheiten und varianten vor.. und schau es mir in ruhe an...
schoen wirds davon nicht, aber ertraeglich, irgendwie - da ich es ja schon ertrage, in gedanken
und dann kann ich anfangen zu denken, welcher spielraum mir bleibt, was ich vorher nicht konnte, weil die angst meine seele auffrass und meinen verstand laehmte...
aber dann geht es - irgendwie - weiter
liebe gruesse
tjane |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 08.10.1999 um 12:03 Uhr
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[i]stimmt Floppi mal zu, daß Liebeskummer die Seele auffressen kann... [/i]
Angst zwar auch, aber ich glaube nicht, daß beides gleichzusetzen ist. Wenn's höllisch weh tut, muß das nicht zwangsläufig angstbesetzt sein. Im besten Fall kann man den Schmerz in eine positive Energie verwandeln. Ohne Angst.
Shibata
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| "Autor" |
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geschrieben am: 08.10.1999 um 14:03 Uhr
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[i]teatime[/i]: A ja ! Danke für die konkrete Information, sorry für meinen Fehler.
[i]kingdave[/i]: Ich meine, dass diejenigen, deren Seele von der Angst aufgefressen wird, die Kontrolle über die Angst verloren haben. Angst-Quantum + -Qualität sind nicht mehr steuerbar. Ob xeena diese Angst meint, weiss ich nicht.
Angst + Liebeskummer: Könnte es sich dabei nicht um eine Art Verlust-Angst handeln? Aus der übermässigen Angst heraus, einen geliebten Menschen zu verlieren, hat der Betroffene die tiefste Empfindung, die ganze Welt entgleite ihm?
vero |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 08.10.1999 um 20:07 Uhr
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Hoi Xeena
Also _Angst_ ist im endeffekt nichts weiter als ein Gefühl. Doch Angst ist ein mächtiges Gefühl, es macht Vorsichtig und aufmerksam, aber es ist auch gefährlich. Denn zuviel von der *Droge* Angst kann einen Menschen töten.
Ich weiß wovon ich spreche, denn mit Angst habe ich schon ganz besondere Erfahrung gemacht.
Lofwyr |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 09.10.1999 um 15:46 Uhr
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[b]xeena[/b]!
- Kann es zutreffen, dass Du das Forum gezielt auf Deinen o.a. Beitrag durchsuchst?
- Wie kommst Du zum Schluss, dass Ängste sich verändern oder in Frust umwaldeln?
- Welche Studien treibst Du ?
- Schreibt tjane eine Arbeit für die UNI?
Würde mich ernsthaft interessieren. vero
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| "Autor" |
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geschrieben am: 09.10.1999 um 18:20 Uhr
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xeenschen, danke für die Antwort! In Panik bin ich nicht geraten, unter Paranoia leide ich auch nicht, hat mich bloss interessiert. Ich könnte mir eine solche Thematik für einen Soziologen, Psychologen(?), Linguisten etc. vorstellen.
Könnte eigentlich ein neuer + interessanter Thread werden, Dein Hinweis.
Grüsschen vero
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| "Autor" |
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geschrieben am: 09.10.1999 um 19:18 Uhr
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wuzi mal weitgehend zustimmt, jedoch ist das Fatale, daß die Angst ja gerade verhindert,
daß man 'das Übel beim Schopfe packt'. Mitunter gibt es auch nichts Konkretes 'zu packen'
da Angst irrational sein kann.
[i]Angst frisst die Seele auf...[/i]
Tage in denen man nichts schafft, nicht mehr klar denken kann, und nur noch auf die Nacht
wartet um in einigen Stunden Schlaf die einzig mögliche Ruhe finden zu können.
Nächte in denen man dann nicht oder nur halb schläft, gegen morgen etwas vor sich hindämmert,
mit Tränen aufwacht und nicht weiß warum man weint. Angst vor jedem neuen Tag, jeder Atemzug
kostet mehr Kraft als man zu haben glaubt. Angst vor jedem Menschen, der auf einen zukommt,
weil er etwas fordern könnte, was man nicht schafft - und wenn es nur ein Morgengruß ist.
Ein Rest von Verstand kämpft auf verlorenem Posten und kann sich nicht mehr von sich selber
distanzieren, geschweige denn über sich lachen.
Sich mit vielen Dingen beschäftigen, sprich ablenken zu wollen und in jedem Ding wieder
Grund für neue Angst zu finden. Den halben Arbeitstag auf der Toilette zu verbringen, weil man
dort für einen Moment die 'alles ok' Maske nicht zu tragen braucht. Das Gefühl, keine Luft
mehr zu bekommen, an Angst zu ersticken. Am Schreibtisch zu sitzen und plötzlich zu registrieren,
daß man schon lange geweint hat ohne es überhaupt gemerkt zu haben.
Angst übenimmt die Mimik, die Gestik, die Handlungen, das 'Denken', die Kontrolle, mich. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.10.1999 um 03:42 Uhr
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Ich glaube das Angst dann die Seele zu fressen beginnt, wenn man wegen seinen Ängsten am Leben gehindert wird. alos wenn man vor allem Angst hat, und nichts mehr machen kann, nichtmehr leben kann. Es gibt so Leute, die einfach soviel Schlimmes in ihrem Leben erfahren musten, das sie nurnoch Angst haben, vor allem und jedem. Ich finde diese Leute können einem leit tun, sie verschliesen sich durch ihre Ängste allen Möglichkeiten für etwas neues, etwas neues kennen zu lernen, weil sie ja nur Angst haben, und sich von ihrer Angst leiten lassen.
Jeder Mensch hat vor irgentwas Angst, imgrunde ist es ja auch ok angst zu haben, sollange die Angst nicht überwiegt und alle anderen Gefühle unterdrückt.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 10.10.1999 um 21:08 Uhr
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[i]erstmal reknuddels@xeeny[/i]
und hmmmm... verrat doch nicht, dass wir uns auch ausserhalb des forums unterhalten... *g
und dann an vero:
neee, ich schreib keine arbeit anner uni - bin dieser zeit leider schon entwachsen :-(
und studiert hab ich da ma geschichte, keine pischolokie oder sowat ;-)
stimm dir aber ansonsten zu, dass ein schoenes thema fuern thread |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 11.10.1999 um 20:45 Uhr
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| das Schlimme daran ist ja, je länger diese Angstzustände dauern, um so mehr wird man zum Einzelgänger, weil man zu den Mitmenschen kein Vertrauen mehr hat und hinter jeder noch so gut gemeinten Frage schon wieder irgend eine Falle sieht. So kommt man immer tiefer in die Isolation und weiß letztendlich nicht mehr was der tatsächliche Auslöser dieser Angst war. Dadurch verändert sich die betroffene Person ohne dass es ihr bewußt wird total in ihrem Verhalten und auch im Aussehen. Denn wenn ich rundum glücklich und zufrieden bin, spiegelt sich das in meinem Auftreten, Verhalten, in meinen Bewegungen, man sieht es am Gesichtsausdruck und umgekehrt ist es genau so. Wenn man einmal so tief mit seiner Angst verwurzelt ist, ist man wahrscheinlich schon selbstmordgefährdet. Leider ist es oft die Gleichgültigkeit der engsten Umgebung die diese Veränderungen nicht wahrnehmen oder der Bequemlichkeit halber nicht wahrnehmen wollen. Denn es ist ja mühsam sich mit den Problemen seines Mitmenschen abzuquälen. Ist ja viel einfacher zu sagen "der oder die tickt ja nicht richtig". Für den Betroffenen selbst ist der Weg zurück ohne Hilfe sicher nicht zu schaffen. Und in diesem Sinne frißt die Angst sehr wohl die Seele auf, weil man in diesem Stadium nicht mehr die Person ist die man einmal war. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 11.10.1999 um 23:02 Uhr
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Wenn es nur die anderen wären, die da denken "der tickt nicht richtig". Schlimmer noch ist noch,
daß man selber das glaubt. Zu wissen, daß diese Angst und das daraus resultierende Verhalten
nicht normal sind; es als gerechtfertigt und richtig anzusehen, daß sich andere abwenden und
nichts mehr mit einem zu tun haben wollen. Hilfsangebote auszuschlagen, weil man zuviel Stolz
und/oder zuwenig Vertrauen hat. Mehr noch: andere so zurückzuweisen, daß sie die Hilfe nicht
wieder anbieten werden und sich damit immer weiter in die Isolation zu treiben. Der Überzeugung,
es nicht wert zu sein, daß sich andere mit einem beschäftigen weitere Nahrung zu liefern.
Die eigene Existenz nur noch als Zeitverschwendung im Leben anderer zu sehen und sich zu wehren
gegen das Einzige, was einem helfen kann: andere Menschen. Panik und Fluchtreflex bei jedem
Blick, jeder Berührung. Und bald bekommt die Angst einen ständigen Begleiter namens Depression.
Was Rettung sein könnte, wird zum Verstärkungsfaktor: das Wissen um die eigene Situation.
* die Probleme herunterzuspielen / zu bestreiten, wenn man in den Augen der Menschen, denen man
  etwas bedeutet, sieht, daß sie um einen fürchten
* zu wissen, daß man nicht mehr ist, wer -oder vielmehr wie- man einmal war,
* zu wissen, daß man nicht sein will, wie man wird und es doch jeden Tag mehr zu werden
* das Ziel dieser Einbahnstraße zu sehen, aber trotzdem nicht dagegen ankämpfen zu können
Und dennoch nützt dieses Wissen nichts, weil das Gefühl alles beherrscht und keinen Raum für
Vernunft läßt. Alle verbleibende Kraft damit zu verbrauchen, eine oberflächliche, höfliche Maske
zu schaffen, die verbirgt, daß dahinter ein Mensch in selbst geschaffenen Mauern der Angst sitzt
und unhörbar schreit, unsichtbar um sich schlägt. Die Reste des einstigen Ichs, die verzweifelt
- und betäubt von den harmlosen Mitteln auf pflanzlicher Basis, die ein keine medizinischen Ursachen
finden könnenden Arzt verschrieb- dann immer kleiner und schwächer werden und irgendwann aufhören
zu sein. Was Selbstschutz sein sollte wird zum Ersatz-Ich und übrig bleibt nur die Maske. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.10.1999 um 12:36 Uhr
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| eshran.. so ist es nicht.. nicht ganz.. und ich denke du weisst.. wenn du magst, mail mir tjane@gmx.de |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.10.1999 um 21:41 Uhr
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ja, eshran, genau so ist es mir zweimal in meinem Leben ergangen. Das erste Mal nach der Geburt meines zweiten Kindes, meine Ehe kriselte damals schon heftigst und ich hoffte, dass ein Kind die Situation retten könnte. Weit gefehlt, denn dann begann erst meine Hölle. Ich musste meinen Beruf aufgeben, war dadurch völlig isoliert, hatte ausser meinen Kindern keine Ansprache und das Gefühl des "Ausgeliefert und Abhängig seins" steigerte sich von Tag zu Tag. Meiner damals vermeintlich besten Freundin vertraute ich mich an, bis ich dahinterkam, dass sie sich eigentlich mehr für meinen Mann interessierte als für mich....
Durch Zufall ergab sich für mich eine kleine Nebenbeschäftigung im Verkaufsbereich (Tupperware-Beraterin). Da hatte ich gute Erfolge, ich merkte,dass mich die Leute mochten und so wuchs von Tag zu Tag wieder mein Selbstvertrauen. Es waren eigentlich mir fremde Leute die ich eben bei diesen Verkaufspartys kennen lernte und die mir das Gefühl gaben, doch noch jemand zu sein. Durch diese Parties kam ich wieder aus meiner Isolation heraus, es hatte den Vorteil dass ich mir die Zeit einteilen konnte und sogar mein Kind zu manchen Parties mitbringen durfte. Ausserdem verdiente ich wieder selbst Geld, zumindest für meine persönlichen Bedürfnisse. Und so ging es mir eigentlich von Tag zu Tag seelisch besser, es kehrte wieder die Freude am Leben zurück und ich begann auch wieder mich für mein Äusseres zu interessieren und auf mein Gewicht zu achten. Ich bin nämlich ein Frustesser. Ja und als die Kleine zur Schule kam, konnte ich wieder eine Halbtagsbeschäftigung aufnehmen und so nahm die erst schlechte Geschichte doch ein gutes Ende. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 14.10.1999 um 21:58 Uhr
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Dem Herbst folgt der Winter, grausam und kalt
wird dieser kommen und töten alsbald
was Sonne und Wärme im Sommer geboren
vernichten, so ist's scheint's auf ewig verloren.
Und doch wird wieder ein Frühling kommen
der Glaube an Leben bricht unbenommen
neue Bahn sich wie Samen im Wald
formt Kälte und Dunkel zu neuer Gestalt.
Läßt was Leben vernichtet jenseits der Zeit
ist der Weg dorthin auch bisweilen sehr weit.
Tage voll Sonne, voller Wärme und Licht
in denen Hoffnung auf Leben aufbricht.
Doch kaum ward es Frühling, der Sommer ist nah
ein paar schöne Tage und schon wird gewahr
der nächste Herbst kommt und hinter ihm droht
wieder ein Winter mit Kälte und Tod.
Der Kreislauf des Jahres ist Teil der Natur
von zergangenen Zeiten bleibt stets eine Spur.
So kann auch der Menschen Sein und Empfinden
sich nie an nur ein Gefühl allein binden.
Nach Angst und Verzweiflung, Trauer und Leid
kommt Zeit voller Freude und Heiterkeit.
Wer den Tod sich gewünscht hat und das Leben gewählt
weiß, wieviel Freundschaft und Liebe zählt.
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