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geschrieben am: 13.05.2002 um 19:56 Uhr
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Michael war so eine Art Typ, der Dich wirklich wahnsinnig machen konnte. Er war immer guter Laune und hatte immer was positives zu sagen. Wenn ihn jemand fragte, wie's ihm ginge, antwortete er: 'Wenn's mir besser gehen wuerde, waere ich zwei Mal vorhanden.' Er war der geborene Optimist. Hatte einer seiner Angestellten mal einen schlechten Tag, meinte Michael zu ihm, er solle die positive Seite der Situation sehen. Seine Art machte mich wirklich derart neugierig, dass ich eines Tages auf ihn zuging und zu ihm sagte: 'Das kann ich einfach nicht verstehen. Du kannst doch nicht staendig ein positiv denkender Mensch sein, wie machst Du denn das?'
Michael entgegnete: 'Wenn ich am Morgen aufwache, sage ich mir: 'Du hast zwei Moeglichkeiten. Du kannst waehlen, ob Du guter oder schlechter Laune sein willst. Und ich will eben guter Laune sein. Jedes Mal, wenn etwas passiert, kann ich selbst waehlen, ob ich der Leidtragende einer Situation sein oder ob ich etwas daraus lernen will. Jedes Mal, wenn jemand zu mir kommt, um sich zu beklagen, kann ich entweder sein Klagen akzeptieren oder ich kann auf die positive Seite des Lebens hinweisen. Ich habe die positive Seite gewaehlt.' 'Ja, gut, aber das ist nicht so einfach', war mein Einwand. 'Doch, es ist einfach', meinte Michael, 'das Leben besteht aus lauter Auswahlmoeglichkeiten. Du entscheidest, wie Du auf gewisse Situationen reagieren willst. Du kannst waehlen, wie die Leute Deine Laune beeinflussen. Dein Motto ist: Du kannst darueber entscheiden, wie Du Dein leben fuehren willst.'
Ich dachte darueber nach, was Michael gesagt hatte. Kurze Zeit spaeter verliess ich Tower Industry, um mich selbststaendig zu machen. Wir verloren uns aus den Augen, aber ich dachte oft an ihn, wenn ich mich fuer das Leben entschied, statt darauf zu reagieren. Einige Jahre spaeter erfuhr ich, dass Michael in einen schweren Unfall verwickelt war. Er stuerzte etwa 18 m von einem Fernmeldeturm. Nach 18 Stunden im Operationssaal und Wochen intensiver Pflege, wurde Michael mit Metallstuetzen in seinem Ruecken aus dem Krankenhaus entlassen. Als ich ihn fragte, wie es ihm ginge, erwiderte er: 'Wenn es mir besser ginge, waere ich zwei Mal vorhanden. Moechtest Du meine Operationsnarben sehen?' Ich verzichtete darauf, fragte ihn aber, was in ihm vorgegangen sei im Augenblick des Unfalls. 'Nun das erste, was mir durch den Kopf ging war, ob es meiner Tochter, die bald darauf zur Welt kommen sollte, gut ginge. Als ich dann so am Boden lag, erinnerte ich mich, dass ich zwei Moeglichkeiten hatte: Ich konnte waehlen, ob ich leben oder sterben wollte.' 'Hattest Du Angst? Hast Du das Bewusstsein verloren?' wollte ich wissen.
Michael fuhr fort: 'Die Sanitaeter haben wirklich gute Arbeit geleistet. Sie hoerten nicht auf, mir zu sagen, dass es mir gut ginge. Aber als sie mich in die Notaufnahme rollten, sah ich den Gesichtsausdruck der Aerzte und Schwestern, der sagte: ,Er ist ein toter Mann.' Und ich wusste, dass ich die Initiative ergreifen musste.' 'Was hast Du denn getan?' fragte ich ihn. 'Nun, als mich so ein Ungetuem von Aufnahmeschwester mit lauter Stimme befragte und wissen wollte, ob ich auf irgendetwas allergisch sei, bejahte ich. Die Aerzte und Schwestern hielten inne und warteten auf meine Antwort. Ich atmete tief durch and bruellte zurueck: ,Auf Schwerkraft!' Waehrend das ganze Team lachte, erklaerte ich ihm: Ich entscheide mich zu leben. Also operieren Sie mich, als waere ich lebendig und nicht tot.'
Michael ueberlebte dank der Faehigkeit seiner Aerzte, aber auch wegen seiner bewundernswerten Einstellung. Von ihm lernte ich, dass wir jeden Tag die Wahl haben, in vollen Zuegen zu leben. Die Einstellung ist schliesslich alles. Deshalb sorge Dich nicht um das, was morgen sein wird. Jeden Tag gibt es genug, um das man sich sorgen muss. Und das Heute ist das Morgen, ueber das Du Dir gestern Sorgen gemacht hast.
Nun kannst Du selbst zwischen zwei Moeglichkeiten waehlen:
1. Loesche diesen Text.
2. Sende diesen Text an jene Menschen, die Dir nahe stehen.
Ich hoffe, Du waehlst Punkt 2. Ich habe es gemacht.
GENIESSE DAS LEBEN, DENN ES IST DAS EINZIGE, DAS DU HAST! |
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