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buecher // books // libri // livres

Nutzer: Lilias
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geschrieben am: 15.06.2002    um 20:53 Uhr   
ich liebe baudelaire und die "lyrik zum die-pulsadern-aufschneiden" f.g.lorcas [poeta in nueva york], dessen "bluthochzeit" hingegen gar nicht, ich mochte das bildnis des dorian gray, fand wildes "teleny" aber ekelhaft, ich liebe rodins skulpturen + van goghs "raben ueber dem kornfeld", und mag kein einziges bild von picasso. walter serners "tigerin" gefiel mir, fontanes "unwiederbringlich" ebenfalls, gerald axelrods "fotografien ueber schoenheit und tod" sind mir zu sehr romantisch-verklaert . die ersten 100seiten yaloms "when nietzsche wept" habe ich verschlungen [ der rest war lesbar..], saemtliche tragoedien shakespeares ebenfalls, wobei mir dessen komoedien zuwider sind. photographien von howard schatz + artbooks david mack's [kabuki], poe, terry brooks + die drei fragezeichen liebe ich ebenso, wie den unendlichen "rosenroman" von jean de meun & guillaume de morris.

was ich sagen will - ich suche buecher.
biographien, romane, kinderbuecher, fremdsprachig [englisch/franzoesisch/italienisch], photobaende [am liebsten s/w], alles, was gefaellt & ihr empfehlen koennt - und am liebsten mit kurzbeschreibung, was ihr daran moegt.
ich lese fast alles, mein geschmack hingegen ist manchmal etwas obskur, aber das tut nichts zur sache :-)

also bitte, her mit allem, was ihr fuer lesenswert erachtet - ausgenommen der uebliche fantasykram. weder der herr der ringe, noch hohlbein, noch pratchett treffen meinen geschmack - diese erfahrung habe ich bereits gemacht ;-)
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 15.06.2002    um 21:00 Uhr   
martin walser .. die verteidigung der kindheit ..

V.
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
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Nutzer: OrioN
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geschrieben am: 15.06.2002    um 21:01 Uhr   
ich empfehle den playboy! *gg nur joke..also: bestes buch: der medicus von noha gordon!! eine tolle historische Schilderung von England un Arabien in der zeit des mittelalters! Und für den Science/fiction oder alternativfan in dir empfehle ich: alle Shadowrun romane, das sind dire bücher zum gleichnamigen Rollenspiel! Davon die ersten 3, also die "geheimnisse der macht"-triologie.
lass ab von drachen, Wähle deine Feinde mit Bedacht und Such deine eigene warheit, sind die Titel dieser triologie, geschrieben von Robert N. Charrette! Les die!!

[KdO]derOri


Geändert am 15.06.2002 um 21:01 Uhr von Orion
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Nutzer: Oo.Leon.oO
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geschrieben am: 15.06.2002    um 21:08 Uhr   
empfiehlt: "Alles was Du wirklich wissen musst, hast Du schon als Kind gelernt!" von Robert Fulghum



DoD
Geändert am 15.06.2002 um 21:08 Uhr von Oo.Leon.oO
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Nutzer: shinju
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geschrieben am: 15.06.2002    um 21:51 Uhr   
Alles von Gabriel Garcia Marquez... Keiner (und ich kenne einige Schriftsteller) kann Prosa so lyrisch klingen lassen... keiner spielt mit Worten und Schicksalen so wie er... keiner kann eine tragische Szene so komisch darstellen und niemand kann bei glücklichen Szenen beim Leser so die Tränen hervorrufen wie er... nicht umsonst ein Literaturnobelpreisträger.... absolut verdient!!!


Empfehlen für den Anfangt würd ich dir "Liebe in Zeiten der Cholera".. der Titel klingt absichtlich kitschig, aber wartet, wenn ihr wisst warum es so heißt :)


"Liebe ist ewig, so lange sie dauert" G.G. Marquez



DieShin engel028.gif">
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Nutzer: crazymiss
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geschrieben am: 15.06.2002    um 22:17 Uhr   
öftatata

"Der Kuss meiner Schwester" den autor weiß ich grad nischt.... und das buch ist nit schlecht und und und
"Dich krieg ich auch noch rum" Autor weiß ichauch ncht weil ich das buch irgendwie an wem verliehen hab...

missy
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Nutzer: Gast_klabüster
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geschrieben am: 15.06.2002    um 22:30 Uhr   
...also ich muss vulcania recht geben, die verteidigung der kindheit von martin walser ist wirklich klasse,........und sonst,.....ich werd mal in meinem regal kramen
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 16.06.2002    um 13:17 Uhr   
ich kann shinju ruhigen gewissens zustimmen. ich habe neulich von gabriel garcia marquez "zwölf Geschichten aus
der Fremde" gelesen und fand es sehr schön.
ansonsten lese ich noch sehr gerne die sog. "pop-Literaten" wie stuckrad-barre, kracht oder nick hornby.

Lama
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 16.06.2002    um 15:31 Uhr   
finde ich auch, desti, mir gefiel aber high fidelity und about a boy noch besser.

Lama
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 16.06.2002    um 15:36 Uhr   
adam zagajewski .. mystik für anfänger ..
antonia s. byatt .. erzählungen um matisse ..

V.


Geändert am 16.06.2002 um 15:44 Uhr von vulcania
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
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Nutzer: Lilias
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geschrieben am: 16.06.2002    um 16:32 Uhr   
dank' schoen, erst einmal :-) ich werd' in den naechsten tagen mal bei amazon durchschauen, was davon [fuer mich] interessant&ansprechend klingt.

~
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Nutzer: magic_maus
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geschrieben am: 16.06.2002    um 16:58 Uhr   
will auch ma schnell ein supa buch empfehlen!
hab es zur hand genommen und nicht mehr weggelegt ist echt der hammer!

also nun mal ne kurzbeschreibung obwohl man es eigentlich nicht beschreiben kann!
alsoEdgler Foreman Vess, so heißt der Killer, lebt ein Leben am Rande des Wahnsinns, irgendwo in der Bergeinsamkeit von Oregon. Die Begegnung mit ihm konfrontiert die junge Frau Chyna Shepherd mit ihren tiefsten Ängsten und veranlasst sie zu vorher undenkbaren Taten.

Chyna Shepherd – "china" bedeutet Porzellan, "shepherd" Hirte, Hüter -- hat eine harte Kindheit hinter sich, die sie die Regeln des Überlebens gelehrt hat, z.B. sich niemals in fremde Angelegenheiten einzumischen. Nur als ihre Freundin Laura sie zu ihren Eltern aufs Land einlädt, kann sie nicht nein sagen. Doch selbst nach einem schönen Abend, geborgen im Schoß von Lauras Familie, findet sie keine Ruhe -- ihre Rettung.

Vess, der Killer, dringt in das Haus ein und tötet fast alle Bewohner außer Chyna, die sich versteckt, und Laura, die er zunächst mißbraucht. Chyna findet Laura auf dem Bett, angekettet, doch kann sie ihr nicht helfen, denn der Killer kehrt zurück und tötet Laura. Sie hat Todesangst und denkt nur an Flucht.

Als sie durch Zufall erfährt, wer das nächste Opfer des Mörders sein soll -- ein kleines Mädchen, so unschuldig wie Laura --, begibt sie sich auf die Verfolgung und in ein tödliches Spiel zwischen Jäger und Opfer, als Vess sie entdeckt.

Nur 24 Stunden umfasst die Handlung des Romans, doch in dieser kurzen Zeitspanne erreicht sie Höhepunkte von unerträglicher "Intensität" -- ein Fall für Fingernagelbeisser. Daher soll hier auch nicht verraten werden, ob es Chyna gelingt, Vess zu entkommen und das nächste Opfer zu retten. Das sollte man unbedingt selbst lesen

Geändert am 16.06.2002 um 16:59 Uhr von magic_maus

Geändert am 16.06.2002 um 17:02 Uhr von magic_maus

Geändert am 16.06.2002 um 17:02 Uhr von magic_maus
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Nutzer: sheila.
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geschrieben am: 16.06.2002    um 18:59 Uhr   
die sünderin.
petra hammesfahr.


xsx
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Nutzer: BoehserOnkel84
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geschrieben am: 22.06.2002    um 17:37 Uhr   
ich schlag mal das kamasutra-buch vor....den autor kann ich net sagen, weil meine mudder das vor mir versteckt hat..*ggg*...aber is schon lesenswert...und gut bebildert ;-) ..steht auch viel zur geschichte des kamasutra mit drin...
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 24.06.2002    um 23:19 Uhr   
<<Die Reise der Anna Grom>>
von Maria Rybakova


Kleiner Textauszug:
(zitat)3.Tag danach

Lieber Willamowitz!

Du lebst- ich bin tot .Du widmest Deine Zeit dem Studium der toten Sprachen, vielleicht bin ich auch nun, da ich nicht länger lebe, von Interesse für Dich. Deine Aufmerksamkeit gilt Büchern, die vor zweitausend Jahren geschrieben wurden .Ihre Verfasser sind schon vor langer Zeit gestorben, ich bin erst seit kurzem tot, doch immerhin kannten wir uns zu Lebzeiten, und so wirst Du mir diese kurze Frist wohl nachsehen und meine Briefe lesen. Unser letztes Gespräch brach mitten im Satz ab, weil ich gehen mußte. Ich möchte aber noch ausreden, zumal wir nie wieder Gelegenheit haben werden, uns zu sehen .Deshalb habe ich beschlossen, Dir zu schreiben. Du kannst mir nicht antworten, aber du wirst es auch gar nicht wollen.
Du glaubst wahrscheinlich, dass ich nach Amerika gefahren bin, wie ich es ursprünglich vor- hatte .Bin ich aber nicht. Hättest Du Dich für mein Schicksal interessiert, wärst du schon längst darauf gekommen. Doch Du bist nicht neugierig (und ist das Interesse am Leben anderer nicht bloße Neugier?).Darum will ich dir von mir erzählen. Am Tag vor meiner geplanten Abreise( und einen Tag nach unserem letzten Gespräch) habe ich mich in meinem Zimmer erhängt. Zuvor schrieb ich einen (wie ich jetzt einsehe, etwas missglückten) Zettel: “Wegfahren ist kein Ausweg“ und legte ihn an einen gut sichtbaren Ort. In meinem jetzigen körperlosen Zustand kann ich weder diesen Zettel neu schreiben noch überhaupt an dem, was ich getan habe, etwas ändern. Dabei wäre das unbedingt nötig. Als ich mich vom ersten Mal von außen gesehen habe -mein Gott, was für ein Anblick! Ich hätte nie gedacht, daß ich mich einmal in so einem scheußlichen Zustand sehen müsste: Meine Augen quollen hervor, meine Zunge war geschwollen und hing heraus. Außerdem hatte ich vergessen, daß man beim Tod durch Erhängen unwillkürlich urinieren muß .Das ist ärgerlich: Da kommt Jemand, der findet deine Leiche, und
sie riecht.
-Dir ist bestimmt schon langweilig. “Was soll das?“wirst du sagen.
“Wozu Briefe von jemanden lesen, den man kaum kennt, den es vor allem gar nicht mehr gibt?“, und du wirst den Brief wegwerfen. Aber es hat mich gegeben! Und deshalb schreibe ich Dir. Du sollst wissen, dass es mich gegeben hat und wie ich war, und warum es mich jetzt nicht mehr gibt. Wenn ich Dich zu irgendetwas zwingen kann, dann dazu, mich kennenzulernen. Das ist nicht sehr schwierig, denn ich werde mich nicht mehr ändern, und es wird nichts Neues mehr geschehen.[……..]
Ich erinnerte mich an alles, was in dreiundzwanzig Jahren mit mir geschehen war. Ich war weder beunruhigt noch verwundert, anscheinend sterben auch die Gefühle, wenn der Körper stirbt. Wäre mir die Fähigkeit der Freude geblieben, hätte ich mich darüber gefreut, daß ich mich in diesem meinem neuen Zustand an Dich erinnern und dir Briefe schreiben kann, die du lesen wirst- wenn du es kannst, denn das Gespensterpapier wird dir zwischen den Fingern zerfallen wie eine alte Handschrift.(/zitat)


Geändert am 24.06.2002 um 23:22 Uhr von Almitra
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 24.06.2002    um 23:20 Uhr   
(zitat)4.Tag danach

Lieber Willamowitz!

Mein letzter Brief hat dich sicherlich verwirrt .Ich weiß wenn du mir antworten würdest(was du nicht tun wirst), dann würdest du von mir verlangen, die Möglichkeit eines Briefwechsels zwischen Toten und Lebenden wissenschaftlich zu begründen, und wenn ich darauf keine Antwort gäbe, würdest du dich ärgern. Es ist sehr schwierig , gib mir Zeit [……..]
Immerhin hätte ja auch alles anders kommen können. Wäre ich nach Amerika gefahren, hätte ich Dich -in einem Jahr, vielleicht in zwei Jahren -allmählich vergessen, wie all die anderen. Wäre ich am Leben geblieben, wärst du für mich ein Geist geworden, wenn auch nicht gleich, so doch nach und nach. Ich wollte Dich auf keine Fall vernichten, also musste ich andere Mittel und Wege suchen. Da ist mir das in den Sinn gekommen, was ich dann getan habe (möglicherweise habe ich etwas überstürzt gehandelt, aber eine anderen Ausweg gab es nicht).Ich existiere nicht mehr, dafür bist du so existent wie niemand sonst. Jetzt kann ich mich aus meinem Nicht-Sein heraus an Deiner Wirklichkeit erfreuen: Dein Körper ist von straffer Haut umspannt, er hat ein Gewicht, einen Umfang und ich, die Körperlose, kann ihn nicht berühren (aber konnte ich das jemals?).Der Tod der mir alles nahm, gab mir im Gegenzug ein deutliches Erinnerungsvermögen, so daß selbst deine Vergangenheit (das, was ich davon weiß) nicht im geringsten vom Zerfall bedroht ist[……..]
Ich setze mich an den Tisch(ja, setzte! Nein, das ist nur ein Wort…).Ich nahm die Feder , tauchte sie in das Tintenfaß (das hatte ich vorher noch nie gemacht) und begann, einen Brief zu schreiben .Ich weiß Du wirst ihn lesen(schließlich weiß ich jetzt alles),und könnte ich Furcht empfinden, würde ich mich für Dich erschrecken, weil Du verbranntes Papier auseinanderfalten und einen Brief lesen musst, der mit längst eingetrockneter Tinte geschrieben wurde. Doch mit dem Tod werden wir offenbar gleichgültiger. Du mußt Dir ein Herz fassen.Ich will dich nicht quälen, aber es gibt eine Verbindung, die nicht abreißen darf und vielleicht auch nicht kann, weil sie über den Tod hinaus Bestand hat.[………]
-(/zitat)
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Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 24.06.2002    um 23:21 Uhr   
(zitat)[Â…Â…..]was findest du intressanter?Interessiert Dich mehr das Warum?
Aber man muß nicht erfahren warum, sondern wozu das alles geschah, schließlich war es nicht sinnlos, dass ich mich erhängt habe, auch wenn es dir vielleicht so vorkommt. Du bestreitest mein Recht auf Sinn, der außerhalb dieses Lebens liegt. Du fürchtest nämlich das dieser Sinn einen Bezug zu Dir hätte und damit unsrer beiden Lebens verbinden würde, mein gelebtes und Dein fortdauerndes Leben, eine solchen Bezug befürchtest du, wie man die Verstorbenen fürchtet (weil man Angst hat, sie könnten einen ins Jenseits mitnehmen).Du hast dein Leben wie Deinen Augapfel vor all den Übergriffen gehütet, die dir durch meine Einsamkeit verursacht schienen, für mich aber eine Notwendigkeit waren. Du brauchst keine Angst zu haben .Ja es ist selbst hier eine Notwendigkeit, Dich vor der Indifferenz zu bewahren, mit der die Welt Dich umgeben will. Du fragst, ob es hier eine Zeit gibt. Nein, hier gibt es nichts. Doch unser Nichts ist die Erinnerung daran, was mit uns war. Nie hätte ich gedacht, dass ich ohne Schmerz an dich denken könnte.So ist der Tod.
Der Tod, der uns (die wir nicht mehr sind) das absolute Gedächtnis genommen hat, nimmt uns dafür die Phantasie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dir irgendwann das gleiche zustößt wie mir. Ich erinner mich sehr gut an dein Gesicht, an deine Hände. Sollen die etwa in die Erde vergraben oder verbrannt werden? Kann die Natur, die Dich so vollkommen erschaffen hat, Dich zerstören? Für unsere gemeinsame Zukunft hatte ich mir Spaziergänge vorgestellt. Du gehst ohne Hast, damit die Leute Achtung vor dir haben. Ich wollte neben dir hergehen (ich hätte meine Schritte an deinen gemählichen Schritten anpassen können)und mich mit dir unterhalten. Ich dachte das Gespräch würde niemals aufhören. Es gab soviel, was ich dir erzählen wollte. Ich versuchte es in den Briefen nachzuholen. Du wirst mir nie mehr etwas erzählen. Als ich noch lebte, hast du dich immer unterbrochen, wenn du mit deiner Erzählung angefangen hattest .Dein Inhalt, wertvoll wie das Wasser des Lebens, durfte nicht überfließen (und ich wollte so gern, dass er überfließt, ich wollte mich daran betrinken.)Doch du hast dich geschützt wie sich eine Billardkugel mit ihrer glänzenden Oberfläche schützt.[…….]
-
„Denn unermüdlich streben wir von Wunsch zu Wunsch: So geht es denn entweder ins Unendliche, oder was seltener ist und schon eine gewisse Kraft des Charakters voraussetzt,
bis wir auf einen Wunsch treffen, der nicht erfüllt und doch nicht aufgegeben werden kann: dann haben wir gleichsam, was wir suchten, nämlich etwas , das wir jeden Augenblick, statt unseren eigenen Wesens, als die Quelle unseren Leidens anklagen können, und wodurch wir nun mit unserem Schicksal entzweit, dafür aber in unserer Existenz versöhnt werden., indem sich die Existenz wieder entfernt, dass dieser Existenz selbst das Leiden wesentlich und wahre Befriedigung möglich sei. Die Folge dieser letzten Entwicklungsart ist eine etwas melancholische Stimmung- folglich eine schon würdigere Erscheining, als das stete Haschen nach immer anderen Truggestalten, welches viel gewöhnlicher ist.“

[Â…..]Doch es gab etwas was dich zu mehr gemacht hat als Du bist. Die Frage die mich die ganze Zeit umtrieb, lautete:
Dieses Etwas, das dich über alles erhob, was damals in Berlin passierte, war das für dich charakteristisch, oder ist es von mir ausgegangen, weil du mit meinem Schicksal verflochten warst, nicht aber mit dem Schicksal der Welt?
Als du auftauchtest bekam die bewegungslos verharrende Welt plötzlich eine Richtung; sie wurde zu einem Strom, der in dir mündete, wie in einem Trichter. Die Geschwindigkeit, mit der das geschah, nahm ständig zu, so dass mir ganz schwindelig wurde. Ich bewegte mich nicht in die gleiche Richtung, ich stand am Ufer .Der Fluß konnte mich nicht mitreißen, solange ich am Ufers stand, mich an einem Strauch festklammerte und wie verzaubert in den Trichter schaute. Um mich mit der Welt zu bewegen, hätte ich mich in den Strom werfen müssen.[……..]
(/zitat)

Ich liebe dieses Buch.
Habe es verschlungen, wieder ausgespiehen und wiedergekäut.
Unzählige Male.;-)

Grüßle.








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"Autor"  
Nutzer: sheila.
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geschrieben am: 24.06.2002    um 23:33 Uhr   
hast du das etwa alles abgetippselt, almi?
[ja- bist du denn des wahnsinns?]

;-) & busserl -


xsx
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"Autor"  
Nutzer: Almitra
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geschrieben am: 25.06.2002    um 00:07 Uhr   
Hab`s vor Ewigkeiten,-sprich vorletztem Monat(?)
- in Folge geistiger Umnachtung abgetippselt.-jawoll.
Aber zu meiner Verteidigung nicht gleich das ganze Buch.
Ich arbeite daran.
Das kommt davon wenn man zu sehr liest.

busserl return to sender,
Almitra

Empfehlen kann ich unter anderem auch noch

"Seelensprung"von Susanna Kaysen
"Worüber niemand spricht" von Camilla Gibbs
Das Gesamtwerk von Sylvia Plath
"Seit du fort bist"von Maggie O`Farrell
Und für den wiederbringlichen Seelenfrieden einen Jamaica-Bildband.

["Veronica beschließt zu sterben"hab ich auch angefangen,-hab es dann aber beiseite gelegt, hat mich weder von der Sprache noch von der eigentl. Geschichte angesprochen.Und das Ende fand ich dann doch zu "schön" um wahr zu sein.]
Geändert am 25.06.2002 um 00:09 Uhr von Almitra
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