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geschrieben am: 25.07.2002 um 13:43 Uhr
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"Und mein Auto?"
"Damit fahre ich in die andere Halle."
Sie geht durch den Gang in die andere Halle und stellt sich auf den
freien Platz. Der Prüfer kann durch eine Vollbremsung gerade noch
verhindern, daß er sie auf dem Weg auf die Bühne umfährt.
Sie springt erschrocken zu Seite, und hält sich an den
Betätigungsknöpfen der benachbarten Hebebühne fest, die sich sogleich
auf den anderen Prüfer und den Fahrer des gerade geprüften Autos herab
senkt. Nur durch einen beherzten Sprung des leichenblassen Prüfers von
*Sven* zum Notaus-Knopf wird Schlimmeres verhindert.
Mit leichtem Kopfschütteln krabbeln die beiden Männer unter der
benachbarten Bühne hervor, und setzen die Prüfung fort.
Unser Prüfer ist noch immer blass, als er *Sven* auf die jetzt freie
Bühne fährt. Er steigt aus und fährt *Sven* hoch.
Mit einer Lampe und dem Prüfbogen verschwindet der Prüfer unter *Sven*.
Die Prüfung der Vorderradaufhängung mittels der pneumatischen
Rütteleinrichtung wird abrupt durch einen markerschütternden Schrei
gestoppt. Irritierte Blicke der beiden Prüfer und des Herren vom Auto
nebenan. "Was tun Sie da? Sie machen mein Auto ja kaputt! Lassen Sie das
gefälligst!" "Aber ich muß doch die Achse prüfen, und das ist die dazu
vorgesehene Einrichtung!"
Ich bewundere schon die Geduld dieses Mannes, aber wahrscheinlich
ist er verheiratet oder wenigstens fest liiert. Oder schwul.
"Aber das sieht gefährlich aus."
"Frollein, wenn Sie das nicht sehen können, gehen Sie doch in die
Wartehalle und trinken einen Kaffee!"
"Und Sie reißen hier an meinem Sven herum, wie?"
"Ich mache nur meinen Job."
"Ich bleibe!"
"Gut, aber ich muß jetzt die Vorderachse prüfen."
"Seien Sie vorsichtig!"
"...."
Nachdem auch diese Prüfung bestanden ist, wird *Sven* wieder auf die
eigenen Räder gestellt.
"Jetzt fahren Sie bitte hier heraus, dann rechts um die Halle zur ASU."
"Wohin?"
"Zur ASU!"
"Links?"
"Nein, rechts herum bitte!"
"Nicht links?"
Prüfer geht schweigend zur ASU-Halle. Sie steigt in *Sven* ein, und dreht
den Zündschlüssel herum. Diesel haben einen bauartbedingt kräftigen Anlasser,
der ein Auto mit eingelegtem Gang zwar ruckelig, ab immerhin vorwärts bewegen
kann. Zum Glück ging der Prüfer seitlich versetzt, und zum weiteren Glück war
das Tor bereits hoch gefahren ... Sie tritt mit errötetem Gesicht die Kupplung
und lässt *Sven* an.
Nachdem der Dieselmotor drehzahlmäßig wieder unter die kritische Marke
gefallen war, hupte Sie kurz, ließ das Beifahrerfenster herunter und
fragte den Prüfer:
"Wohin noch mal? Links?"
"Rechts um die Halle zu ASU, an der Halle steht ein großes Schild mit
*ASU-Prüfung HIER* drauf, Sie werden es schon finden. Ich warte dort auf
Sie."
Ich fange an, die Geduld dieses Mannes aufrichtig zu bewundern.
Sie schaffte es tatsächlich, sich auf dem weitern Weg nur noch
einmal zu verfahren (sie landete erneut in der Halle für die Beleuchtungs-
und Bremsprüfung), um dann schließlich vor der ASU-Halle zum Stehen zu
kommen.
Lassen Sie den Motor bitte an, damit er warm wird!"
Vollgas im Leerlauf.
"Es reicht, wenn sie ihn einfach im Standgas laufen lassen!"
schreit der Prüfer gegen *Sven* im roten Drehzahlbereich an.
"WAS?"
"S-T-A-N-D-G-A-S!"
*Sven* beruhigt sich wieder.
"So, bitte vorfahren, Motor anlassen"
"Wieso, der Motor ist doch an?!?"
"Fahren Sie bitte vor...!"
Unter einem aus technischer Sicht extrem ungünstigen Verhältnis von
Drehzahl zu Geschwindigkeit bedingt durch schleifende Kupplung bewegt
*Sven* sich langsam in die angewiesene Position. Sie stellt den Motor aus.
"Ich bat Sie doch, den Motor laufen zu lassen!"
"'tschuldigung..."
Nachdem *Sven* sich wieder beruhigt hatte, tat der Prüfer, was der Job
von ihm verlangte.
Sie stand mit einer anteilig schwankenden Mischung aus Neugier, Furcht
und Argwohn daneben. Gerade überwog der Argwohn-Neugieranteil, und sie
drückte zeitgleich mit der Frage "Was ist denn das für ein Knopf?" auf den
Reset-Knopf des Prüfgerätes. Der Prüfer wurde jetzt etwas blass, denn die
Prüfung war fast am Ende, als dies passierte.
Jetzt musste er noch einmal von vorne beginnen. Ihn war anzusehen, dass
aufsteigende Mordlust seine Gesichtszüge formten. Schließlich gelang aber
auch diese Prüfung, und *Sven* bekam seine Plaketten.
Über das weitere Schicksal des Prüfers ist nichts Neues bekannt, zuletzt
meldete er sich aus der Karibik, wo er als Nachttopfreiniger einer lohnenden
Tätigkeit nachgeht.
*Sven* dieselt derweil wieder durch die Lande, am Steuer die Bekannte,
die immer links hupt, wenn rechts die Scheibe beschlagen ist, auf dem
Weg zu neuen Abenteuern.
Der kleine Unterschied. |
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