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Das Quadrat

Nutzer: Gast_Hawklan
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geschrieben am: 01.08.2002    um 03:42 Uhr   
<Das Quadrat>
Es war einmal ein Land, da lebten seltsame Wesen, Zebus genannt, die auch Buckelrinder heißen. Sie lebten in den Mondbergen und blökten den ganzen Tag; sehr zum Leidwesen des Quadrates, das auf die mitunter nicht sehr zurückhaltenden Wortmeldungen der Zebus äußerst ungehalten reagierte. Und so ersann es einen Plan, mit dem es die nervigen Buckelwesen ein für alle Mal zum Schweigen zu bringen gedachte: Es würde den alten und geheimnisvollen Meister Crullniwurf befragen, der weit weg in seinem Schloss über die monotone und unfruchtbare Dimension X herrschte. Doch dazu musste er, was immer noch einfacher war als alle Zebus von Hand zum Schweigen zu bringen, den legendenumwobenen Alten der Mondberge finden! Zunächst ging er umher und fragte die Zebus. "Blök! Der Alte der Mondberge? Nie davon gehört. Ich glaube nicht, dass du ihn je finden wirst..." Frustriert gab das Quadrat dem Zebu einen so heftige Tritt, dass es eine ganze Meile weit flog. Dann stieg das Quadrat mühsam den Berg hinab, auf dem es stand. Drei Stunden darauf begann es dann, den nächsten Berg zu erklimmen. Wunder über Wunder, nach einem mühsamen Aufstieg, der einen halben Tag dauerte, kam er oben auf der Spitze an, nur um nach einem raschen Rundumblick festzustellen, dass in seiner Sichtweite keine Zebus mehr zu sehen waren. Die Berggipfel waren alle leer. Einsam und verzweifelt begann das Quadrat mit dem Abstieg. Die Welt schien ihm mit einem Male furchtbar öde und leer, was auch den Tatsachen entsprach. Sodann überlegte das Quadrat, was als nächstes zu Tun sei. In diesem Augenblicke wurde es mit nahezu religiöser, ja ekstatischer Intensität einer seit Ewigkeiten unbekannten Empfindung bewusst: Stille! Das Quadrat, das infolge des Endorphinrausches ohnehin nicht mehr ganz es selbst war, fiel auf der Stell zu Boden und begann, sich an der Stille zu erfreuen. Da der Schock im Körper Unmengen von Adrenalin freigesetzt hatte, kam zu den Endorphinen noch eine gehörige Ladung Adrenochrom. Auf diese Weise konnte das Quadrat die erste Stille in seinem langen Leben mit maximaler Intensität erleben, und das "ganz ohne Drogen"!

Hawklan
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Nutzer: Gast_Hawklan
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geschrieben am: 01.08.2002    um 03:42 Uhr   
Als das Quadrat acht Stunden später wieder zu sich kam, wusste es zunächst nicht, wer es war, noch, wo es war. Aber das war auch nicht so wichtig. Denn da, wo es gerade herkam, spielten so nebensächliche und weltliche Dinge wie Namen, Zeit und Raum keine Rolle. Statt dessen versuchte es, sich zu erinnern, was in der Zeit, die es nicht da gewesen war, ereignet hatte. Bruchstückhafte Erinnerungen strömten über ihn herein, aber obwohl er alle Teile des Puzzles in den Händen hielt, konnte er sie dennoch nicht sinnvoll zusammensetzen. Doch dann zwang sich ihm ein Bild mit nahezu qualvoller Intensität auf: Ein unsagbar alter und unsagbar hässlicher Mann, in eine Robe gekleidet, stand auf einen Stock gestützt vor ihm und sah in mit Augen wie glühenden Lanzen an. Das Quadrat schloss angsterfüllt die Augen und fiel auf die Knie, aber die Vision wollte nicht weichen. Immer weiter bohrte sich die Augen aus glühendem Feuer in seine Seele, legten Schicht für Schicht bloß und, was am schlimmsten war, beurteilten ihn; sie waren nicht geringschätzig oder unfair. Aber diese kalte sachliche Logik, diese unsagbar neutralen und emotionslosen Kriterien, nach denen er beurteilt wurde, waren einfach zuviel für ihn: Schmerzerfüllt heulte er auf, verstummte jedoch augenblicklich wieder, als er seine Stimme hörte. Der Schock setzte wieder Endorphine und Adrenochrom in rauchen Mengen frei, und da Quadrate auf solche Rauschmittel ja besonders gut ansprechen, ging er abermals zu Boden und blieb für äußere Reize unempfänglich. Diesmal war sein Erwachen nicht von so unangenehmen Erfahrungen geprägt. Als sein Körper die Wirkung der Endorphine abgeschüttelt hatte, zirkulierte in seinen Adern noch eine Menge Adrenochrom. Mehr schwebend als stehend erhob sich das Quadrat und sah sich um. Alles schien viel bunter als sonst. Der Mond schien mit fast unerträglicher Intensität auf die Mondberge herab, während die Stille sich mit leisen Nadeln in seine Ohren zu bohren schien. Die Mondberge, die normalerweise ja schon atemberaubende Kolosse von über 1.000 Metern Höhe waren, schienen sich nunmehr bis zu den Sternen zu erheben. Das unbarmherzig grelle Mondlicht ließ die sanft gewellten Hügel in einem unwirklichen gespenstischen Licht scheinen, das ihre Krümmungen bizarre und ekle Formen annehmen ließ. Ein Kapaun flog vor der Mondscheibe vorbei, die nun fast so groß war wie der ganze Himmel, und obwohl es in gut und gerne 5.000 Metern Höhe flog, konnte das Quadrat jede noch so feine Einzelheit aufs Genaueste erkennen, jede einzelne Feder. Mühsam stand das Quadrat auf und sah sich um. Auf einmal stand wieder der hässliche alte Mann da, der das erste Erwachen zu einem so überaus unangenehmen Erlebnis hatte werden lassen. In einer Geste der Beschwichtigung hob er den Arm. Was dann mit ihm geschah, war so absolut bizarr und unglaublich, dass das Quadrat es selbst nicht glauben konnte: Der alte Mann ergoss sich nach hinten in die Berge und wurde eins mit ihnen, und als er den Mund öffnete, war es, als würden die Berge selbst zu ihm sprechen: "Sei mir gegrüßt, Quadrat. Es haben sich zwei einschneidende Ereignisse in deinem Leben infolge ganz und gar dummer kausaler Zusammenhänge überschnitten. Diese Kombination von Stille, die du ja nach einem Leben unter den Blökenden Zebus der Mondberge nicht gewohnt warst, und Drogen haben dich offenbar sehr verwirrt. Ich bin hier, um dir zu helfen. Also: Empfindest du die Stille als Geschenk des Himmels?" Das Quadrat war vollkommen außerstande, irgend etwas zu tun, geschweige denn zu überlegen. Also beschränkte es sich instinktiv auf ein Nicken. "Wenn die Zebus jetzt wieder hier wären, empfändest du die Abwesenheit der Stille als Verlust?" Wiederum brachte das Quadrat nur ein Nicken zustande, wiederum fiel seine Kinnlade angesichts der sprechenden Berge ein ganzes Stück weiter herunter. Seine Augen, die fast nur aus Pupillen bestanden, tränten angesichts des intensiven Glanzes, den die pulsierenden Berge verströmten. Insgesamt fühlte sich das Quadrat, als sei die Konstanz der Umwelt aufgehoben. Mit einem Male begann das Quadrat an seinem Erinnerungsvermögen zu zweifeln; hatten da eben wirklich die Berge zu ihm gesprochen? Mit einem Male wurde ihm unsagbar schlecht. Übelkeit von ungekannter Intensität durchflutete ihn und verbannte alles, was das Quadrat bis dahin als Übelkeit bezeichnet hätte, in die hinterste Ecke der Vergessenheit. Schmerzwellen brandeten über ihm zusammen und trieben ihn regelrecht aus seinem Körper heraus. Gerade noch rechtzeitig, denn kurz darauf begann sein Körper sich heftigst zu übergeben. Doch jetzt stand das Quadrat nur noch neben sich und sah sich beim Kotzen zu.
© 2002 Benjamin Walkenhorst

Diesen Text musste ich an die Menschheit weiterreichen...*leise summtz*

Hawklan
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Nutzer: Romeo7
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geschrieben am: 01.08.2002    um 11:54 Uhr   
Gibts davon auch `ne Kurzzusammenfassung in 3 Sätzen?
Ma Hawki dengels weil so Mördertexte ins Forum schreibt
Ich mag Signaturen nicht
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Nutzer: funkymonk
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geschrieben am: 01.08.2002    um 12:34 Uhr   

öhm...irgendwie steig ich da nicht so ganz durch...*gg*

ich glaube...ich les mir das heute abend nochmal durch... /smoke/ ...*g


funky
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Nutzer: deadgirl14
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geschrieben am: 01.08.2002    um 13:31 Uhr   
muss dat solang sein??? es gibt immer so ne kuhlen zusammfassungen von texten.. wieso da nich?
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Nutzer: Gast_Hawklan
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geschrieben am: 01.08.2002    um 22:38 Uhr   
Hallu ihr's*gg*.

@romeo:
aua....Wieso haussu mich dauernd?
Dem Schweiza Bergkäs die Zung' rausstreckt

@funky:
Lies es dir in Ruhe durch..*gg*.

@deadgirl:
Wenn es dir zu lang ist, oder dich literarische Langzeitwerke nicht interessieren dann liess sie doch nicht.
Kurzfassung gibt es hiervon nicht.

Greez Hawki
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