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geschrieben am: 17.02.2003 um 13:55 Uhr
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Es war noch dunkel als der junge Mann vor seine Haustür trat. So mag es wohl kurz vor Sonnenaufgang gewesen sein, denn als er den Tannenwald verlies, zogen sich schon erste Flammen am Rande des Horizonts entlang. Nicht mehr lange und die Sonne würde ihren vollen Schein über die Landschaft ergießen. Bekleidet in seinen weiten Hosen, dem weiten Hemd und dem zerschlissenen Mantel ging er den schmalen Weg entlang. Bis er sich an jener Lichtung befand, die Treffpunkt aller Wesen dieser Landen schien. Er zog sich die Kapuze über das krause, braune Haar. Er zog sie tief, sodass man wohl nur den Mund erkannt hätte, wäre es nicht sowieso noch viel zu früh am Morgen gewesen und sich zu dieser Stunde noch keiner auf der Lichtung befand um ihn zu sehen. Der Nebel, der sich wohl aufgrund der feuchten Luft des Sees wie jeden Morgen über den Waldboden legte, verzog sich mit jedem wärmeren Schein der Sonnenstrahlen. Bald war er vollkommen verschwunden und gab den Blick auf das grüne, satte Gras frei. Es war noch kühl, sodass der Mann sichtlich die warme Luft in kleinen Atemwölkchen ausstieß. Die Hände zuerst in den Manteltaschen vergraben, zog er nun langsam hervor. In der einen hielt er eine Pergamentrolle, die andere hatte nichts außer einem kleinen schwarzen, runden Gegestand. Dieser hatte gerademal den Durchmesser seines kleinen Fingernagels. Mit einer schnellen Handbewegung steckte sich der Mann jene Kugel in den Mund und begann ein wenig darauf herumzukauen. In der zwischenzeit rollte er das Pergament auseinander und las sie sich noch einmal durch. Die Überschrift
"Einladung zur Tanzgala"
war in großen, schwarzen Lettern geschrieben und verziert mit einer dünnen roten Umrandung. Der weitere Text war in einer schönen Handschrift verfasst, die Lettern waren ebenfalls schwarz und manche der Buchstaben waren ebenfalls mit jener roten Umrandung verziert. Weiter las er in Gedanken, doch überzog seine Miene, je weiter er kam, ein schelmisches Schmunzeln.
Hört her Ihr Damen der Waldlande!
Auch in diesem Jahr war die Ernte in meinem Reich gut und ausreichend. Kein Krieg durchzog das schöne Melwen und kein Kind musste sich um seine Eltern sorgen. So ist es tradition und eine Art Pflicht für jeglich weibliches Wesen, den Göttern dafür zu danken.
Ihr sollt singen, tanzen, lachen und sie lobpreisen. Für euer leibliches Wohl ist dank Lanvia, der Göttin der Speisen und der Feste, reichlich gesorgt.
Erscheint in euren besten Gewändern, tragt die hübschesten Schuhe und lasst euer Gesicht durch ein strahlendes Lächeln erhellen.
Doch stelle ich noch einige Bedingungen:
Die Götter sind reine Wesen und ihre Macht ist grenzenlos, so sollt auch ihr, die Damen dieses Festes, die reinsten unter den "menschlichen" Wesen sein.
Kein Mann darf je seinem Begehren an euch Auslass gefunden haben. Auch nicht die Magie, ob schlecht oder nicht, durfte euch je berühren und nie solltet ihr je Blut vergossen haben.
Es ist Pflicht ein Tuch über seinem Gesicht zu tragen, nur die Augen jener reinen Wesen dürfen Sichtbar sein.
Am Ende des Festes jedoch wird euer Geheimnis gelüftet und die Tücher abgenommen. Erfreuen werden sich die Götter an dem wunderschönen Anblick der sich ihnen bietet und mit einem letzten Ritual wird der Abend dann verklingen. Jenes ist nicht schwer und keinesfalls einer Dame unwürdig und ebenso den Göttern ausreichend gerecht. Doch werden meine Hofdamen euch jenes Ritual erst zeigen können, wenn es soweit ist. Eine Schande wäre es, die Götter durch ein frühzeitiges Ritual zu erzürnen.
So hoffe ich euch zahlreich begrüßen zu dürfen.
Noch zwei Mondläufe bis zum großen Fest. Trefft euch hier ein, wenn die Sonne unter geht. Es werden euch Wegweiser zum festlich geschmückten Platz begleiten, scheut euch nicht ihnen zu folgen. Und denkt an die Götter, deren Gunst wir nicht auf die Probe stellen sollten, denn die Bedingungen sind einzuhalten!
Ehrvolle Grüße und die besten Wünsche
Graf Arn von Melwen
noch immer hatte er sein schmunzelndes Lächeln auf das Pergament gerichtet. An der rauhen Baumrinde von jener Eiche, vor welche er sich stellte, rieb er nun das Blatt entlang, sodass es langsam gerader werden würde. Nach wenigen Augenblicken griff er sich nun an den Mund. Die schwarze Kugel, auf welcher er lange kaute, war mittlerweile weich geworden. Ein wenig drückte er sie in den Fingern bis sie eine kleine, flache, schwarze Fläche darstellte. Jene drückte er an die Eiche und sie hielt klebrig fest. Ebenso pinnte er nun das Blatt mit jener "Einladung" daran. Er richtete es so aus, dass die großen Lettern auf die Lichtung zeigten. Geändert am 17.02.2003 um 14:08 Uhr von JuvenimResun |
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