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geschrieben am: 18.03.2004 um 13:58 Uhr
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Einen Trinken gehen mit Steven. Normale Freizeitbeschäftigung, gleichzusetzen mit- mit Cathy im Park rumhängen. Mit Jazz die 5th Avenue unsicher machen.
So war es nicht verwunderlich, dass Scab verwundert die leere Wohnung betrachtet. Stumm steht sie da, ihre Jjacke in der Hand, reglos, einzig der schnelle Atem, der aus ihrer Nase strömt, regt sich noch. Schließlich, als fürchte sie, auf Glassplittern zu laufen, tritt sie näher. Ihr Blick erfasst die fehlenden Kleidungsstücke. Das Geldbündel. Schließlich das zusammengeknüllte Stück Papier, das sie aufhebt und sorgfältig glattstreicht.
Und dann, mit einem Schlag, setzt die Realität wieder ein, die Welt beginnt sich in einem rasend schnellen Wirbel zu drehen, als sie auf dem Absatz kehrtmacht, sich nicht einmal die Mühe macht, ihre Jacke wieder anzuziehen- nur im Sweatshirt, hastet sie die ausgetretenen Stufen hinunter, jagt sie die Straße entlang, jedem Bekannten die gleiche Frage stellend: "Hast du Ryo gesehen?" Meist Nein, ab und an auch Ja, bis sie sich, den Richtungsangaben folgend, zum Busbahnhof durchgeschlagen hat.
Es beginnt zu regnen. Und sie bleibt stehen. Wo mochte er hingefahren sein? Ein Zusammenkneifen der Augen, als sie zum Himmel blickt, wo das Wasser mit immer größerer Wucht die Wolken verlässt, um am Boden aufzuschlagen. Tropfen auf ihrer Stirn, ihren Lippen. Ihre Haare durchnässend, sich den Saum ihrer Jeans hochfressend. Lieber Gott, mach, dass er zurückkommt. Bitte bitte mach, dass er zurückkommt... in die Regentropfen mischt sich anderes, salzigeres Nass.
Und sie steht nur da und starrt in die graue Ferne. Du hast gesagt, wir würden zusammenbleiben. Für immer. Du hast gesagt..... bedeutet das gar nichts? Auf einmal gehst du ohne ein Wort? Scab bemerkte auf einmal, wie es sich anfühlte, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Es war kein plötzlicher Fall, es war, als wenn man einen immer steiler werdenden Abhang hinunterschlitterte. Zuerst dachte man, es geht, man kommt wieder hoch, aber das tat man nicht.....
Ihre Hand umfasst ihren Bauch, verkrampft sich. Du hast gesagt, es ist dein Kind. Wie kannst du dein eigenes Kind verlassen? Mühsam schluckt sie, und wendet sich ab. Sag nicht, dass die Ewigkeit zu lang ist. Sag, dass du zurückkommst.... sag, dass du... das innere Druck staute sich an, da war Zorn, Trauer, Wut... Enttäuschung... merk es dir ein für allemal Scab, flüsterte jene innere Stimme wieder, verlieb dich nicht. Vertrau nicht.
Mit schleppenden Schritten wandte sie sich ab. In Detroit war er schon einmal gewesen, das wusste sie. Jene andere Stadt... es war eine Telefonzelle, die sie suchte, Münzen, die sie aus ihrer Hosentasche fummelte, und eine Nummer, die sich tief in ihr Gedächtnis eingebrannt hatte. Detroit. Die Heimatstadt. Und als sie zu reden beginnt, nach dem Freizeichen, ist ihre Stimme brüchig. Senna? Ich bins, Scabs. Sie wartet einige Momente, ehe sie weiterspricht. Kann sein, dass in den nächsten Tagen ein Typ namens Ryoko bei euch auftaucht... Senna... wenn er da ist... sagste ihm, er soll mich anrufen? Yeah... genau... grüner Iro... danke. Ja, man sieht sich. Genau. NY würde dir gefallen. Klar. Bis dann. mit einem schweren Klacken fällt der Hörer auf die Gabel zurück, ehe sie sich abwendet und wieder in den Regen tritt.
Und dann sitzt sie nur noch da, auf dem grauen Bordsteinam Busbahnhof, die Knie angezogen, die Arme darumgeschlungen, und lässt sich nassregnen. Wartend. Hoffend. Ryoko... |
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