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geschrieben am: 20.05.2002 um 15:24 Uhr
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Am 3.Juli 1981 war ein Konzert in Southall angekündigt. Southall, ein Westlondoner Vorort, fest in asiatischer Hand, in dem es schon zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern und Rechten gekommen war. Auch wenn die auftretenden Bands nicht an eine Provokation der Bevölkerung dachten, so wurde es dennoch genauso verstanden. Ein Skinheadkonzert in Southall...... Nach wie vor waren Punks, linke, unpolitische und rechte Skinheads Fans der gleichen Bands. Deshalb mobilisierte natürlich auch die NF ihre Gefolgschaft. Schon vor dem Konzert kam es zu kleinen Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und einigen rechten Skinheads. Zum grossen Knall kam es aber, als das zunächst friedliche Konzert von asiatischen Jugendlichen gestürmt wurde, und zu einer Saalschlacht mit vielen Schwerverletzten eskalierte. Die Southall Hambrough Tavern brannte bis auf die Grundmauern nieder. Ein Ereignis, von dem sich OI! in den achtziger Jahren nur langsam erholte und eine Niederlage für den Skinheadkult. Natürlich wurde das Album "Strength thru OI!" zunächst zurückgezogen.Inzwischen ist es aber wieder zu haben.
Seit Mitte der 80er Jahre
ist die Spaltung der Skinheadszene vollzogen. In Groß Britannien, sowie in vielen anderen europäischen Ländern, in den USA und wohl inzwischen überall auf der Welt, gibt es auch heute noch eine recht lebendige Ska Szene, die nicht nur den alten Skinhead Reggae hört oder zu Two Tone tanzt, sondern es gibt auch viele neue Ska Gruppen, die den Sound "traditionell" spielen, ihn weiterentwickeln und ihn auch im Jahr 2001 immer wieder neu interpretieren. Ebenso gibt es eine unpolitische OI! Szene, die ebenfalls den Kult um die OI! Klassiker pflegt.Geichzeitig entstehen auch hier in vielen Ländern immer wieder neue OI!Bands, die gute Musik machen und für die nach wie vor gilt, daß Skinhead zu sein, ein "Way of Life" ein "Lebensstil" ist, und nichts mit Politik zu tun hat. Viele Skinheads fühlen sich in beiden Szenen zu Hause.
Und es gibt die rechten Skinheads, von vielen als Boneheads bezeichnet, weil sie auf dem Kopf eine Naßrasur, sozusagen Glatze "bis auf den Schädel-Knochen" haben, was ja bei den traditionellen Skinheads nicht der Fall ist. Die Bones, die sich gefallen lassen müssen, darauf aufmerksam gemacht zu werden, daß der Skinheadkult nicht mit Skrewdriver begann, sondern seine Wurzeln in schwarzer Musik hat. Sie haben ihre eigenen Bands, ihre eigene Musikszene und ihr eigenes Weltbild, das sich vom eigentlichen Kult weit entfernt hat.
Die Politische Besetzung des Kults
begann 1969, als Enoch Powell, Minister im konservativen Schattenkabinett in England, den latent vorhandenen Rassismus in der Gesellschaft mit anheizenden Reden gegen Einwanderung zu einer britischen "Massenbewegung"machte. Für viele Skinheads war er Vorbild. Er war der erste rechte Politiker, der den Skinheadkult benutzte und Skins zu seinen Gefolgsleuten machte. Ende der 70er Jahre interessierte sich die "National Front" in England für die Skinheads. Zu einer Zeit, als Margaret Thatcher mit extremen "Anti-Immigrationsparolen" in den Wahlkampf 1977 / 78 ging, hatte die "National Front" mit militant-rechten Parolen ein relativ leichtes Spiel, nicht nur Skinheads sondern auch Punks, Teds und Langhaarige auf ihre Seite zu ziehen. Waren doch die etablierten, bürgerlichen Parteien ihr Wegbereiter. Außerdem konnte man mit seiner Zugehörigkeit zur NF die liberale Mittelschicht schockieren. So war es für viele Skinheads auch einfach "cool" dabeizusein. Andererseits wurden die Skinheads, die ja inzwischen überall verachtet wurden, bei der NF oder bei "Blood and Honour" zu Helden. Sie waren "wer" und bald hatte die NF eine große Anhängerschar.
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