Auf den Beitrag: (ID: 22443) sind "58" Antworten eingegangen (Gelesen: 5789 Mal).
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 27.10.2005    um 13:17 Uhr   
Zu ETA, PLO, IRA, etc.
Sicher hatten diese drei Gruppen-jedenfalls in längeren Phasen ihrer Existenz- auch emanzipatorischen Charakter,mindestens in Ansätzen. Davon haben sich aber alle drei -soweit ich das mitbekommen hab- weitestgehend verabschiedet.
Und damit rutschen sie von "links" nach "rechts",um es sehr verkürzt darzustellen.
Denn das unterscheidet doch im Grundsatz die linke von der rechten: Der emanzipatorische Ansatz macht den Unterschied.
Die einen (links) wollen die wirtschaftlichen -und damit die Macht-verhältnisse grundsätzlich verändern, die anderen(rechts)sie erhalten, aber zu ihren Gunsten benutzen.
Ich weiss dass ist eine sher vereinfachende Darstellung, aber ich denk mal im Kern trifft sie zu.
Im übrigen ist dieser Wandel von "unabhängigkeitsbewegungen" durchaus öfter zu beobachten.Ich möchte stellvertretend nur das südliche Afrika und seine Gruppen anführen.
Was lernt der Mensch daraus?
Genau hinsehen und niemandem einen Bonus geben (Der war früher gut, also muss er es heute ja auch noch sein etc...),genauer auf die Handlungen schauen und weniger auf die Wortgewaltigen Sonntagsreden.
Weil an den Handlungen erkennt man, mit wem man es zu tun hat!
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 16.11.2005    um 17:53 Uhr   
Also, ich finde die Demokratie bietet dennoch eine Menge Mittel, um etwas zu bewegen und grundlegend zu verändern. Demokratie hat leider auch den Hintergrund, daß sie gerne einschläft.
Ein Beispiel ist die Prohibition in Amerika. Da stimmten mehr als zwei Drittel (!) der Wähler in einer Volksbefragung für die Einführung des Verbotes des Ausschanks von Allohol. Soll übrigens ursprünglich vom Klu Klux Klan initiiert worden sein. Gekippt wurde die ganze Geschichte nach einigen Jahren durch ein paar Politiker (die sich auch zur Nichteinhaltung bekannten) mit recht zweifelhaften Begründungen (wurden inzwischen alle wissenschaftlich widerlegt). Woran das liegt ? Vergessen wir nicht, wieviele wegen Alkoholkonsums früh aus dem Leben scheiden und damit keine Belastung der Rentenkasse mehr darstellen. Wirtschaftswissenschaftler liefern das nötige kalte Kalkül.
Ob es nun um Alkohol, Wirtschaft, Außenpolitik (Kriege, Bundeswehr!), Drogen, Prostitution, ALG, Umverteilung, Tierversuche, Atomenergie, Terrorismus, Gesetzesvorhaben, Institutionen, Wirtschaftsform usw. geht, - die Demokratie bietet die Mittel dazu. Befragungen / Wahlen könnten auch durch das Internet weitaus billiger und effizienter durchgeführt werden. Klar - die direkten Wege zur Mitbestimmung sind sehr erschwert durch inzwischen inakzeptable Argumentationen (weil ja da mal die Weimarer Republik war ...). Daran will jedoch die aktuelle Regierung etwas ändern. Wir werden sehen ..

Schädigungen wiederum betreffen nur die Betroffenen selbst. Das sehen wir an der Situation in Frankreich. Hier vernichten sie *ihre* Schulen, die Autos des ebenfalls verarmten Nachbarns und als sich die Gewalt ausbreitete in die "besseren" Viertel, flammte die Diskussion auf, das Heer einzusetzen. Also Soldaten mit scharfer Munition auf die eigene, wehrlose Bevölkerung loszulassen und damit "Recht und Ordnung" wiederherzustellen. An der - zu Recht - angeprangerten Situation wird sich jedoch auch mittelfristig nichts ändern, - solange die Betroffenen Fremde im eigenen Land sein werden und von Leuten wie Sarkozy ungestraft öffentlich ausgegrenzt werden. Sarkozy stammt übrigens selbst aus einer Immigrantenfamilie, steht jedoch als Bürgermeister für ein "besseres" Viertel.
Rühmliche Ausnahme scheint nur die ALF aus Oxford zu sein, welche die Nation derart in Schrecken versetzte, daß Tierversuche auf Dauer nicht abzusehen sind. Sie werden trotzdem stattfinden, weil eine EU-Richtlinie die Wiederholung aller Tests älter als 1980 vorschreibt. Außer es ergibt sich eine neue politische Diskussion zu diesem Thema. Doch dies war ein Pyrrhussieg : England wendet nun auf Tierschützer erfolgreich ein neues Gesetz gegen Haßprediger an und erteilt ihnen Reise- und Redeverbote. Ohne Redefreiheit kann ich jedoch keine Mehrheit mit Argumenten überzeugen und werde nach kurzer Zeit ausgetrocknet wie ein Sumpf. So what ?
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 16.11.2005    um 17:57 Uhr   
(zitat)Genau hinsehen und niemandem einen Bonus geben(/zitat)
das gilt auch für demokratische institutionen. leider wird das prinzip, etwas zu hinterfragen, schon lange nicht mehr angewendet ..
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Nutzer: Out
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geschrieben am: 18.11.2005    um 20:41 Uhr   
Rassenstreit...wie soll ich etwas hören bzw. sehen, was es ja gar nicht gibt (laut gutmenschen und poltikern)... ;-)
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 19.11.2005    um 22:36 Uhr   
rassenstreit ? wer hat davon gesprochen ?

also beteilige dich doch an den besprochenen themen ! ;-)
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geschrieben am: 19.11.2005    um 23:58 Uhr   
lesen, lesen mein lieber...
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 20.11.2005    um 21:01 Uhr   
@ Starchaser: Gerade an den Unruhen der letzten Zeit in Frankreich kannst du doch die "Ohnmacht" oder auch den "Unwillen" der Politik in der demokratischen Gesellschaft feststellen.
Es ist doch wohl unstrittig, dass die Ghettoisierung der Franzosen maghrebinischen und schwarzafrikanischen Ursprungs hinreichend bekannt und lange thematisiert wurde.
Ähnlich der Situation der aus dem gesammten Commonwealth stammenden, in Grossbritannien lebenden Einwanderer. Gleichfalls haben sich Generationen von Sozialwissenschaftlern mit den folgen von Ausgrenzung und "Verslumung" der Vorstädte beschäftigt.
Also das Problem ist weder neu (unbekannt) noch kurzfristig,sondern genau im Gegenteil lange bekannt und ständig präsent.
Was passiert nun in den parlamentarischen Demokratien?
Wird auf dieses den Frieden der Gesellschaft ernsthaft bedrohenden Zustand in irgendeiner Art und Weise reagiert?
NEIN ! Erst wenn es knallt, wird so getan als ob sich ein neues Phänomen vollkommen aus dem Nichts heraus entwickelt hätte ! Nur durch die Gewalt auf den Strassen der Vororte ist diese Thema in den Blickpunkt der Politik geraten.
Und weil sich die Politik der Brisanz des ganzen bewusst sind-obwohl sie immer abwertend von jugendlichen Gangs reden- wird mal eben ganz demokratisch und sicherlich allen Regeln entsprechend der Notstand ausgerufen und das Militär eingesetzt.
Soviel zu den Möglichkeiten die dir unser (und andere) demokratische Statten bieten.
Du hast die Wahl entweder wirst du ignoriert,oder du wirst mit militärischer Gewalt in Schach gehalten.
Mich jedenfalls befriedigt diese Perspektive ungemein,kann ich mir doch sicher sein, dass wenn mein (unser) Staat mich ernstnimmt, er sich um mich kümmert. Sei es durch ne Gewehrkugel oder sei es nur durch 'ne Zelle im Knast. Solange ich seine (des Staates,oder besser der mächtigen in diesem Staate)vorwiegend wirtschaftlichen Interessen nicht gefährde kann ich natürlich alles tun was ich mag. ......Tolle Freiheit.......ich darf sagen was ich will, es sei denn ich greife die Mächtigen oder ihre Srtukturen an.(siehe aktive Tierversuchsgegner etc.etc.)
Erinnert mich fatal an Orwellsche Dimensionen, aber wahrscheinlich ist auch nur meine Optik verkrümmt und die Welt ist dermassen schön wie du es beschreibst.

Geändert am 20.11.2005 um 21:02 Uhr von DerUnhold
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 21.11.2005    um 23:35 Uhr   
damit beisst sich aber die katze selbst in den schwanz : weil eben die mehrheit der wähler sich vorteile erhofft von einer bestimmten politik, wählt sie eben diese politiker. jeder kann sich informieren über den, den er wählt.
also wählt die mehrheit diese leute, diese politiker sind also ausdruck dieser mehrheit. und das ist demokratie ! es kann doch keiner behaupten, er wüßte nicht, für wen oder was er gestimmt hat ! ( und hätte nicht gewußt, was renommierte wissenschaftler an binsenweisheiten schon seit jahrzehnten prophezeit haben..)
und da wären wir wieder beim thema überzeugung. genau jene arbeit ist zu leisten - und gewalt schreckt eher ab (solange man sich ihrer nicht bewußt ist oder sie nicht eingesteht). nur durch verständliche aufklärung ist dem allem beizukommen !
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