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geschrieben am: 23.11.2002 um 15:16 Uhr
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(zitat)Antisemitismus
Der Begriff Antisemitismus umreißt eine Geisteshaltung, die aus einem rassistischen Blickwinkel heraus pauschal Vorurteile gegen Juden artikuliert. Im Gegensatz zum religiös motivierten Antijudaismus werden die Juden dabei als Volksgruppe und nicht als Religionsgemeinschaft aufgefasst. Das Wort selbst ist eine Schöpfung aus dem 19. Jahrhundert und bezieht sich auf den biblischen Stammvater der Juden und Araber, Sem, einen der Söhne Noahs.
Bereits seit fast zwei Jahrtausenden leben Juden als Minderheiten in verschiedenen Ländern Europas. Seit der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. leben sie in ihrer Mehrheit in der Diaspora (Zerstreuung). Bereits früh hatten sie in ihren neuen Heimatländern mit antijüdischen Vorurteilen zu kämpfen, die nicht zuletzt auch von christlichen Gruppen angeheizt wurden. Die Juden wurden als angebliche „Mörder Christi“ gebrandmarkt.
Eine Folge dieser Ausgrenzungspolitik war die Ghettoisierung der Juden in den Städten. Immer wieder mussten sie sich auch optisch durch ihre Kleidung als Juden kennzeichnen, fast durchgängig unterlagen sie Sondergesetzen. Im Deutschen Reich des Mittelalters, dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, unterstanden sie dem Schutz des Kaisers, was sie jedoch nicht immer vor Pogromen schützte. Im Jahre 1096 verübte eine radikalisierte Gruppe aus einem Kreuzfahrerheer auf dem Weg ins Heilige Land systematisch Judenmorde. Als Gründe für die Verfolgungen wurden Vorurteile über Hostienfrevel und Ritualmorde an Kindern ins Feld geführt.
Die Judenverfolgungen des Mittelalters hatten jedoch auch wirtschaftliche Gründe. Da Christen das Geldverleihen gegen Zins verboten war und Juden auf der anderen Seite nicht Mitglieder in Handwerkszünften werden durften, waren Juden beruflich weitgehend auf Geldverleih und Handel festgelegt. Christen dagegen waren daher häufig bei ihnen verschuldet. Juden wurden häufig als Sündenböcke für Naturkatastrophen missbraucht. Zum Beispiel wurde der Ausbruch der Pest in Europa 1348 als Strafe Gottes dafür missdeutet, dass die Christen die Juden in ihrer Mitte duldeten.
Im Geiste des Liberalismus der Zeit erließen die europäischen Staaten im 19. Jahrhundert Gesetze zur Judenemanzipation, unter anderem mit Regelungen zur Berufsfreiheit. Antijüdische Vorurteile ließen sich damit jedoch nicht beseitigen, vielmehr wandelte sich mit dem Nationalismus des 19. Jahrhunderts das Gesicht des bisherigen Antijudaismus. Juden wurden im Geiste der Zeit nun in erster Linie als Volk gesehen, was zu der Wortneuschöpfung „Antisemitismus“ führte. Damit konnten sich Juden nun auch nicht mehr durch Übertritt zum Christentum vor Verfolgung schützen, da die Volkszugehörigkeit nach dieser Lesart nicht veränderbar war.
Wohnte noch dem religiösen Antijudaismus ein Rest von Toleranz gegenüber den Juden als Volk Gottes des Alten Testaments inne, so war der Nationalismus aggressiver und neigte zum Rassismus und zur Forderung nach unbedingter Einheit der Nation. Dieser Gedanke führte – vom Nationalsozialismus übersteigert – zum Versuch, das „jüdische Element“ völlig aus dem „Volkskörper“ zu entfernen. Den Thesen Sigmund Freuds zum Nationalsozialismus folgend hatte diese entsetzliche Geisteshaltung eben deswegen so großen Zulauf, weil jüdische Mitbürger in Deutschland besonders stark mit den übrigen gesellschaftlichen Gruppen verwoben waren und eine sehr wichtige Rolle im Geistesleben des Landes spielten.
Nach der Katastrophe des Holocaust waren im Nachkriegsdeutschland antisemitische Töne überdeckt, jedoch nicht völlig verschwunden. Sie wurden fast nur hinter verschlossenen Türen artikuliert. Nach einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 1998 sind rund 20 Prozent der Deutschen latent antisemitisch, Judenfeindschaft werde jedoch nur sehr selten nach außen getragen. Ressentiments gegen Juden äußern sich eher in Kritik am Staate Israel, wodurch sich Antisemitismus und (zum Teil berechtigte) Kritik an Israel zu vermischen drohen. Bisher waren diese kritischen Töne überwiegend im linken politischen Spektrum, aber auch in rechtsextremen Kreisen angesiedelt. In jüngster Zeit trat der FDP-Politiker Jürgen Möllemann mit missverständlichen Äußerungen an die Öffentlichkeit.(/zitat)
(Quelle: politikerscreen /Lexikon) |
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geschrieben am: 23.11.2002 um 16:12 Uhr
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überredet tinker, was erwartet ihr auch hochgeistiges von mir um kurz vor 9? (EST nicht MEZ)
nein was ich in dem zusammenhang meinte, von wegen möllemann, ist das antisemtismus auch das vermischen von kritik am judentum und kritik an israel in beleidigender weise bzw. beim gebrauch von alten vorurteilen...
war das verständlich...glaube nicht, naja ist ja auch erst 10
chaos |
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geschrieben am: 23.11.2002 um 18:07 Uhr
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das stimmt....obwohl ich das nicht unbedingt Antisemitismus nennen würde, wenn ein Politiker wie Mölli die latent vorhandenen Vorurteile instrumentarisiert, um Wahlkampf zu führen....ich nenne das ganz einfach Dummheit (aber ziemlich große)
tinker
PS: ich mag Friedmann auch nicht, bin aber kein Antisemit! :-) |
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geschrieben am: 23.11.2002 um 18:42 Uhr
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habe ich je gesagt dsas ich ihn mag?!
ich bewundere seine rhetorik aber ich mögen tue ich nicht umbedingt
chaos |
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geschrieben am: 23.11.2002 um 19:43 Uhr
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(zitat)habe ich je gesagt dsas ich ihn mag?!
ich bewundere seine rhetorik aber ich mögen tue ich nicht umbedingt
chaos(/zitat)
dann paß mal auf, daß Dich niemand als Antisemiten beschimpft ;-))
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geschrieben am: 23.11.2002 um 22:52 Uhr
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antisemit ist für mich, wer friedmann in einem atemzug mit sharon und anderen menschen jüdischen glaubens runterputzt, da dann das einzig verbindende zwischen diesen gescholtenen der gemeinsame glauben ist. friedmann nicht zu mögen, ist sicher nicht schwer grinst
allerdings ist er einer von ganz wenigen, die politikern tatsächlich richtige fragen zu stellen sich traut und sich nicht mit flachheiten abspeisen läßt (auch wenn er dabei manchmal ins penetrante abgleitet) |
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