|
|
|
geschrieben am: 09.12.2002 um 15:04 Uhr
|
|
Wer das sagt, BlueLama? Jeder, der sich ernsthaft mit dem Thema befasst. Zuletzt, vor einer Woche in der WELT, der namhafte Terrorismusexperte Berndt Georg Thamm. Was ich im Internet dazu fand, ist zugegeben dürftig:
Link
Vor kurzem gab es einen gut recherchierten ARD-Bericht dazu, der ausgebig Informationen sammelte und sowohl direkt betroffene Katastrophen-Einsatzkräfte als auch unabhängige Experten befragte. Er kam zu dem Schluss, dass Deutschland gefährlich unvorbereitet ist und durch eine Katastrophe völlig überrollt werden würde. Hier sind nur eine wenige Interview-Stimmen:
Link
Aber das ist ja wieder nur das, was "die Massenmedien verbreiten" (Alles russische Propaganda, nicht wahr, verovero?). Ich brauche mich überhaupt nicht auf Autoritäten zu berufen, um meinen Punkt drutlich zu machen:
In vielen Antworten (insbesondere in denen xeenas) lässt sich die schiere Unwilligkeit herauslesen, sich mit der Möglichkeit von Terror auseinanderzusetzen. Wir leugnen, dass es uns genauso hart treffen könnte wie zum Beispiel Bali und Djerba. Daher sind wir auch nicht bereit, uns auf Methoden zur Selbstverteidigung einzustellen, die gezwungenermaßen brutal sein müssten. Und genau das ist es, was uns so angreifbar macht.
Auch Terroristen sind global players. Sie können sich ganz gezielt diese Länder als Opfer auswählen, die sich am wenigsten wehren können.
Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum ausgerechnet Bali und Djerba so unmenschlich getroffen wurden? Ausgerechnet dort, wo die Menschen so außergewöhnlich harmlos zusammenlebten, wo man so optimistisch in die Zukunft sah, wo man nur den Frieden im Blick hatte, ausgerechnet dort kam es zu solchen Blutbädern?
Genau deswegen! Weil Bali und Djerba nicht an Terror dachten, waren sie völlig schutzlos gegen ihn, waren sie ihm ausgeliefert, und wurden sie wehrlos von ihm überrollt.
Und so geht es uns auch. Wir sind wehrlos, weil wir ahnungslos sind. Wir sind nicht auf eventuelle Angriffe vorbereitet, weil wir nicht über deren Möglichkeit nachdenken wollen.
Verovero, du hast sehr Recht mit deinen Präzisierungen. Es stimmt, dass die Armee die Rettungskräfte nicht so auf die Rettung vorbereitet hat, wie es ihre Pflicht gewesen war. Zudem stimmt es, dass das Gas überdosiert war. Das sind schwere, ja verheerende Fehler.
Aber hier geht es ja nicht darum, das russische Vorgehen exakt zu kopieren. Die Moskauer Fehler dürften selbstverständlich in Deutschland nicht vorkommen, das ist klar. Doch es geht darum, dass es nicht grundsätzlich "Massenmord" wäre, ein Betäubungsgas (in richtiger Dosierung, mit richtigen Vorsichtsmaßnahmen und unter richtiger Ausrüstung der Rettungskräfte) zur Rettung von todgeweihten Geiseln einzusetzen, auch wenn einige der Geiseln dabei sterben, sondern eine schlichte Notwendigkeit.
Vulkania, natürlich ist die Zahl der Opfer nicht bedeutungslos. Ich bitte euch nur, zur Kenntnis zu nehmen, dass in gewissen Situationen Todesopfer unvermeidlich sind, wenn Menschenleben aus den Händen von Todesvernatikern gerettet werden müssen. Wenn nun jemand vorschlägt, ein Gas anzuschaffen, das viele Menschen rettet, aber einige Menschen tötet, dann finde ich das weitaus vernünftiger, als auf solche Situationen völlig unvorbereitet zu sein.
Und erneut die Frage: Wie hätte man diese Katastrophe denn sonst beenden können?
Fanatische Terroristen tun alles, um Unschuldige zu töten. Es wäre traumtänzerisch, anzunehmen, dass so etwas in Deutschland unmöglich sei. Die Vorbereitung auf diese Möglichkeit ist keineswegs eine "Aufforderung zum Massenmord", sondern ein Gebot des gesunden Menschenverstandes. |
|
|
|
|