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geschrieben am: 10.06.2004 um 19:19 Uhr
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Ja, Tiroxx, ich setze sowohl amerikanische mit irakischen Soldaten, als auch Hussein mit Bush gleich. Das sind Leute, die einen Job zu machen haben / hatten (wobei ich Staatschefs da ein wenig differenzierter betrachte). Manchmal aber schießen einige dieser Jungs und Mädels beträchtlich über's erklärte Ziel hinaus. Das ist falsch, keine Frage, aber ich sage noch einmal, dass man die Verhältnisse betrachten muss!
Besagter Sgt. McNab des SAS durfte unter anderem während seiner Gefangenschaft die eigene Scheisse fressen, da sie weder ein Klo in ihrer Zelle hatten, noch zum Kacken irgendwo hin geführt wurden. Nun schissen sie in die Zelle, die Wärter kamen und sagten, dass die Muslime ein reinliches Volk seien und er gefälligst die Sauerei wegmachen sollte. Er schob den Dreck auf eine Schaufel, bevor er zum krönenden Abschluss die Hände ablecken durfte, bis sie wieder "sauber" waren. Anderes Beispiel gefällig?
Man hatte McNab mit einem Gewehrkolben mehrmals ins Gesicht geschlagen (von regelmäßigen Prügelorgien abgesehen), wobei ihm zwei Backenzähne abgebrochen sind. Während einer der mehrmals täglich stattfindenden Verhöre fragte man den Briten schließlich, ob man sich um seine abgebrochenen Zähne kümmern solle. McNab sagte natürlich ja, in der Hoffnung, dass tatsächlich der versprochene Zahnarzt behandeln würde, der in England studierte. Das Ende des Liedes war, dass man mit einer Zange an den kaputten Zähnen riss und ihn mit den Worten abspeiste, ob er wirklich daran glaubte, dass sie ihn auch nur einen Dreck kümmerten.
Ich könnte noch ein paar weitere Beispiele anbringen, um die Verhältnisse noch ein Stück deutlicher zu machen, aber ich denke, dass klar ist, was ich meine. Andy McNab hat während seiner zweimonatigen Gefangenschaft die Hölle durchlebt, physische und psychische Schmerzen jenseits der Vorstellungskraft ertragen. Heute lebt er mehr oder minder gefestigt in England und ist Autor. Sicher, er gehörte einer Spezialeinheit an und da dienen bekanntlich wirklich "harte" Kerle, aber er ist auch nur ein Mensch. Trotz all dem Mist, den er erlebt hat, lebt er weiter und ist damit fertig geworden.
Wenn ich aber jetzt diese weinerlichen Kerle sehe, die mit tränenerstickter Stimme den sensationsgeilen Reportern berichten, wie sehr man sie doch erniedrigte, in ihrer Männlichkeit beleidigte, würde ich am liebsten kotzen. Jedoch nicht, weil die Männer darüber klagen (Gott, ich will nicht mitmachen, was sie erlebten), sondern weil die Medien es ausschlachten, als wäre die Inquisition wieder auf den Plan getreten. Tagtäglich muss ich mir diese Scheisse in den Nachrichten anhören - in der letzten Zeit zugegeben nicht mehr so oft -, muss mir diese unterschwellige Amerikafeindlichkeit antun. Denn was diese Berichterstattung suggeriert, ist nicht das Fehlverhalten einzelner Soldaten, sondern das große, böse Amerika, die Wurzel allen Übels. Und genau das geht mir so dermaßen auf den Sack, dass ich regelmäßig mit dicken Hals diese sogenannten Politdiskussionen verfolge und mich frage, wie elend dümmlich dieses Land noch werden kann. Freie Meinungsbildung, ja klar. Sehr frei, wenn man es von den Medien und der allgemeinen Grundstimmung diktiert bekommt.
Nochmal für die Langsamen hier: jeder Soldat hat einen Auftrag zu erledigen. Die einen machen es gewissenhaft, ohne größere Ausschweifungen, die anderen sind ein bisschen übereifrig und begehen völkerrechstwidrige Vergehen. Trotzdem ist es ein verschwindend kleiner Anteil von Soldaten, die so handeln. Sowohl bei den amerikanischen Streitkräften, als auch damals die irakischen, oder israelischen, oder britischen, oder was weiß ich wo noch.
Man bekommt nur immer diese Scheissaktionen zu Gesicht, weil darüber berichtet wird. Es bringt ja höhere Quoten, wenn man über "Greueltaten" berichtet, statt über den Wiederaufbau eines Ortes. |
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