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arbeitsmarkt und sozialpropaganda

Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 04.10.2005    um 21:48 Uhr   
steven schrieb unter siehe Beitrag

(zitat)Mir leuchtet nur nicht ein, wie man sagen kann, dass sich diese Kampagne vorallem an Arbeitslose richtet und vorallem leuchten mir die irrwitzigen Interpretationen in Bezug auf Arbeitslose nicht ein.(/zitat)

und regte an, dies in einem neuen thread zu eruieren. dem will ich versuchen, nachzukommen.

also zäumen wir mal das pferd von hinten auf :
wer steckt nun hinter dieser kampagne ? das ist die familie mohn.

und wenn der name schröder fällt in verbindung mit dem internationalen verlags- und medienkonzern bertelsmann, dem größten medienkonzern europas , dann wissen doch alle, worum es geht, oder ? bertelsmann ist eine bedeutende größe der medienlandschaft und deshalb wird darüber nicht soviel berichtet. der konzern ist seit jahren ein politikum und hat sich einen legendären ruf erworben.

die kampagne geht von bertelsmann aus, also von familie mohn. die stiftung hat vom alten mohn die mehrheit der bertelsmann AG übertragen bekommen und ist eindeutig als neoliberal einzuordnen. mehr ist zur verlautbarten überparteilichkeit und unabhängigkeit nicht zu sagen. und wenn dies behauptet wird, dann kann der rest auch nicht so ganz der wahrheit entsprechen.

auch die als gemeinnützig getarnte kampagne erfolgt nicht wirklich auf eigene kosten, - die beteiligten medienunternehmen können die kosten als spende absetzen von der steuer, somit zahlt der bürger die kampagne.

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 04.10.2005    um 21:53 Uhr   
und wofür steht heute die bertelsmannstiftung, in deren kuratorium nestle, post, schering, nestle und bertelsmann sitzen ? für die torpedierung der löhne mit dem ziel der senkung des lohnniveaus. an und für sich kein falscher gedanke, aber im einzelnen :
die stiftung bekämpft schon seit jahren das sozialsystem und vertreibt damit den arzt vom krankenbett des fiebernden kapitalismus.
die schlacht verteilt sich auf mehrere fronten, - zuletzt publiziert als ratschläge für die ersten hundert tage regierung im capital, - ganz schön frech...
- sozialversicherung, - die stiftung fordert, binnen zehn jahren, die arbeitslosenversicherung abzuschaffen und sozialhilfe weiter einzuschränken. sozialhilfe stellt nämlich eine art mindestlohn dar. natürlich dient dies nur der bekämpfung von arbeitslosigkeit, weil ja jeder, der arbeiten will, auch eine findet, *wenn* die löhne entsprechend gesunken sind. sehen wir ja am einteurijob. das wäre gewiß ein akzeptabler mindestlohn ..*g
- zum kampf gegen die arbeitslosigkeit gehört natürlich auch, die löhne um fünfzehn prozent zu senken. dann könnten unternehmer eben mehr leute einstellen. daß kündigungsschutz ohnehin störend ist, versteht sich natürlich ganz von selbst. laut arbeitgeberbund könnte bei lohnkürzung von einem drittel die arbeitslosigkeit halbiert werden. onkelchen stoiber glaubt, das mit einem viertel lohnverzicht hinzubekommen. bis jetzt hat das leider nicht geklappt mit der halbierung, - versprach schröder nicht mal, vertrauend auf bertelsmann, dies zu bewerkstelligen ?
- projizieren wir diese eigentlich recht durchsichtigen aussagen des bertelsmann-thinktanks auf ALG II und die zumutbarkeit der arbeit, so sehen wir hier übrigens eine eklatante bedrohung der tarifautonomie des öffentlichen dienstes. natürlich dient beides nicht der vorgeschürzten sanierung von staatsfinanzen sondern allein dem lohnabbau.
- natürlich geht es auch um die berühmtberüchtigten lohnnebenkosten, speziell der staatsquote um zehn auf vierzig prozent, welche clement in angriff nahm. indirekt ergeben sich abstriche bei gesundheitsleistungen und rente um ein fünftel. ziel ist die befreiung des unternehmers von diesen kosten, welche ganz auf den arbeitnehmer zu übertragen seien.
die stiftung agiert inzwischen nicht nur national sondern international. die politik ersucht die stiftung um rat. das ist recht spannend in fischlers buch beschrieben.

und wo kommt das alles, - es ist lange nicht alles -, zum ausdruck ? in der agenda 2010 von unserem neoliberalen sozialdemokraten, dem die richtigstellung von fragen der haarfärbung wichtiger sind als die klarstellung dessen, was ansteht ..

die stiftung ist das treibende moment hinter der agenda und hartz.

somit ist das, was bertelsmann zur zeit veranstaltet, eine schallende ohrfeige für diejenigen, welche zu den tausend freigesetzten am tag zählen und welche jetzt auch noch wagen, zu "nörgeln" .. über die von der stiftung selbst inszenierten zustände.

aber zurück zur agenda : warum 2010 ? leute wie der ehemalige präsident von BDMI und VDMA, rogowski behaupten, daß sich die situation ab diesem jahr voraussichtlich zunehmend verschärft. es ist damit zu rechnen, daß der staat nicht mehr dazu in der lage ist, für renten, krankenkosten oder arbeitslose aufzukommen. und da soll das volk also noch gute laune haben ? wie war das doch bei der titanic oder am ende von kriegen ? die kapellen spielten bis zum schluß ..

nicht, daß keine reformen nötig wären oder daß die neue perspektive auch bereichernd sein kann für die betroffenen. doch hätte dem bürger klipp und klar gesagt werden müssen, was auf ihn zukommt. die schwammige agenda sagt auf den ersten blick nichts aus, die einschneidenden umstellungen erfolgten ohne größere ankündigung, - es hätte ja auch bei den wahlen eventuell verluste einbringen können.
darüber dürfen die betroffenen sehr wohl nörgeln, die wenigsten jedoch jammern und geben sich unflexibel, das läßt sich nachweisen. siehe hierzu die aktuelle zeit. daß hierbei immer mehr an den rand der gesellschaft gedrückt werden und gar als schmarotzer bezeichnet, halte ich für untragbar.
auch daß die betroffenen auf sich selbst zurückgeworfen werden halte ich für falsch. die aktuelle situation ist darauf zurückzuführen, daß brandt die wirtschaft auf ihre belastungsfähigkeit testete, so wurde es unverhohlen von der SPD propagiert, und jene dabei jeglicher volkswirtschaftlicher ratio zum trotz zum teil auch überforderte. der damalige finanzminister sah einsparungen im rahmen von knapp drei mrd mark vor, konnte sie nicht durchsetzen und verließ freiwillig seinen posten. keine regierung seit der ära brandt, sei es nun bund oder länder, hat sich wirklich bislang daran gemacht, unnötige ausgaben zu streichen, das lesen wir in den entsprechenden schwarzbüchern. den michel auch noch selbst für die fehler verantwortlich zu machen, ist wohl die neue ehrlichkeit, welche schröder gar so gern anführt.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 04.10.2005    um 22:11 Uhr   
anmerkung :

die schon unter brandt anvisierte gleichheit ist jedoch undenkbar. es wird immer gute, bessere und weniger gute geben. oder schwache und starke, - das ist auch gut so und von der natur vorgegeben.
freiheit hat seit der abschaffung der stände nichts mit gleichheit zu tun, welche gern in form von sozialneid zum ausdruck kommt. denn aus der forderung nach gleichheit erwuchs ein unermessliches anspruchdenken, welches von vielen gepflegt wurde, welche zwar nicht leistungsfähig waren aber eben genauso gut gestellt werden wollten, wie spitzenverdiener (ich rede nun nicht von ackermann und co).

und genau diese illusorische und unselige gleichheit wird in dieser kampagne mal wieder zum ausdruck gebracht : auch DU kannst es schaffen.

zudem hat motivation auch etwas damit zu tun, die ziele und den weg zu kennen, der gemeinsam beschritten werden soll. demokratie und transparenz sind untrennbar miteinander verbunden. dem anderen zu sagen : "mach was, hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner, auch ich hab es geschafft !" - ist keine hilfe, weil der andere den rahmen nicht kennt, in dem er agieren kann. somit kann er nicht planen.

auch dazu fällt mir bertelsmann ein. sehen wir uns die firmengeschichte an :

heinrich bertelsmann unterhielt im neunzehnten jahrhundert, also weit vor adenauer, eine allgemeine sozialversicherung in form einer invalidenkasse für seine mitarbeiter. nach seinem tod übernahm der schwiegersohn mohn.
dessen sohn, der inzwischen dreiundachtzigjährige reinhardt mohn, einst mit rommel in afrika und heute angehöriger des club of rome, ist ein mann mit einer erstaunlichen unternehmerischen biographie. er ist geprägt von einem enormen willen, sich durchzusetzen und entsprechenden erfahrungen mit konkurrenz, behörden, regierung und justiz. darauf ist wohl zurückzuführen, daß er sagt, das gegenwärtige demokratische system und soziale marktwirtschaft seien nicht mehr zeitgemäß. die liberale marktwirtschaft soll nicht mehr mit der verpflichtung zur solidarität belastet werden.
so steht es wenigstens schon seit dreißig jahren in der bertelsmann firmenverfassung, den corporate values. dennoch hat er bemerkenswerte freiwillige formen der mitbestimmung und sozialen absicherung für die mitarbeiter zugelassen und gar große anteile des profits an die mitarbeiter verteilt. das unternehmen ächzte unter der steuerlast und schonte die mitarbeiter durch steuererleichterungen. die unternehmenskultur entsprach dem, wovon viele träumen würden. 1999 legte er das zepter über inzwischen 80.000 angestellte in 50 Ländern ganz aus der hand.
die leute kannten den rahmen und befanden ihn als gut und richtig. der olle mohn hat selbst da, als er es nicht mehr nötig hatte, zu seinen prinzipien gestanden : profit machen, nützliche produkte vertreiben und arbeitsplätze auf lebenszeit zu sichern. in diesem rahmen, auf den sich alle mitarbeiter berufen konnten, schufen sie ein wirtschaftsimperium, - von dem alle profitierten.

seit 1999 weht ein völlig anderer wind. das zeigte sich schon ein jahr später. jeder mitarbeiter sollte 2000 einen pc samt peripherie geschenkt bekommen, was natürlich auch ein anreiz zur arbeit sein sollte. jeder mitarbeiter sollte zugang zum netz haben, - kennen wir nicht diese forderung schröders aus dieser zeit ? kein hartzer könnte sich heute so etwas leisten..
aufgrund der besteuerung solcher geschenke zu fünfzig prozent hatten die *deutschen* mitarbeitern das geschenk zum größten teil selbst zu tragen. nachdem middelhof unterging, schlug thielen einen gänzlich neuen kurs ein, den der einsparung. 2003 wurde die eingestzte verwaltungsgemeinschaft für den konzern in ihrer entscheidungskompetenz eingeengt auf die zwei vertreter der familie mohn. im selben jahr publizierte der alte übrigens ein buch, in welchem er diese zwei samt ihrer managergarde aufs schärfste angriff und seinem ärger freien lauf ließ.

diese von mohn erarbeiteten corporate values, - ohne die entsprechenden freiwilligkeiten -, finden sich inzwischen in allen parteiprogrammen von union und koalition wieder. ok, die csu hat sowas nicht. dies liegt daran, daß deutschlands angesehenster politberater, ein professor ??schlagmichtot, muß mich erst nachschlagen..??, führend an der stiftung beteiligt ist. daraus ergibt sich auch der heutige einheitsbrei, welcher von der neuen partei so empfindlich gestört wird.

ich hoffe, die historische und inzwischen höchst bedenkliche rolle von bertelsmann und die verquickungen, die über agenda und hartz zum ausdruck kommen, verständlich gemacht, - und damit steven erschöpfend geantwortet zu haben.

Geändert am 04.10.2005 um 22:16 Uhr von starchaser
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 07.10.2005    um 17:26 Uhr   
(zitat) sozialhilfe stellt nämlich eine art mindestlohn dar. natürlich dient dies nur der bekämpfung von arbeitslosigkeit, weil ja jeder, der arbeiten will, auch eine findet, *wenn* die löhne entsprechend gesunken sind.
(/zitat)

ist auch prinzipiell nicht falsch. die hartz 4 kohle ist sicherlich im einzelfall grausam und auch ungerecht weil sie alle über einen kamm schert aber ich denke, es gibt auch genügend gegenbeispiele. als ich vor etlichen jahren arbeitlos war bekam ich ein arbeitslosengeld von rund 900 mark (also 450 euro). davon hab ich miete gezahlt und gefuttert. hätte das amt mir damals die miete bezahlt, mir 300 euro (also 600 mark) überwiesen und mir gesagt, ich dürfe ohne abzüge zu haben 100 euro (nochmal 200 mark)dazuverdienen...ich hätte es sicher nicht so eilig gehabt mit der suche nach einer neuen arbeit.
denn mit mietfreiem wohnen und 400 euro cash wär ich hingekommen ohne mir sorgen machen zu müssen.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 13.10.2005    um 23:04 Uhr   
(zitat)die hartz 4 kohle ist sicherlich im einzelfall grausam und auch ungerecht (/zitat)

na dann.. siehst du wohl einen änderungsbedarf.

ansonsten klingt es fast so, als ob die betroffenen diesen zustand genießen und sich dem freiwillig aussetzen. das ist doch nicht dein ernst, oder ?

daß du 100 € pauschal drauflegst, trifft wohl auch nicht die realität. und wenn dir 300 € zum leben reichen, dann scheinst du ein sehr bescheidener mensch zu sein.

was ich oben sagen will, ist nur, daß *jeder* angestellte von diesen tarifminderungen betroffen sein wird. das scheint nur den allerwenigsten klar zu sein, - je weniger gehalt sie haben, umso schlimmer wird es sie kneifen. die kläffer von heute werden also auf dauer die jammerer von morgen sein.

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geschrieben am: 14.10.2005    um 12:42 Uhr   
wie schön er sich allein unterhalten kann :D
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 14.10.2005    um 21:14 Uhr   
vielen dank für deinen wertvollen beitrag ;-)
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Nutzer: CrocoDeal
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geschrieben am: 15.10.2005    um 14:12 Uhr   
*bitteschön*
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 15.10.2005    um 15:31 Uhr   
änderungsbedarf sehe ich bei denen, die viel eingezahlt haben. klassisches beispiel: der werftarbeiter, der mit 50 arbeitslos wird. er hat sich eine existenz aufgebaut, ein haus gebaut, eine altersvorsorge geschaffen etc... dass der nun erst alles verlieren und verkaufen muß um anspruch zu haben ist nicht in ordnung.
gegenbeispiel: der ewige sozialhilfempfänger, der jede stelle ablehnt und genau weiß wie er sich durchmogeln kann.

ich wage mal folgende prognose: streich allen gesunden und arbeitsfähigen sozialhilfeempfängern im alter von 20-30 jahren die kohle komplett bis auf essensmarken und ein bett in der obdachlosenunterkunft. die arbeitslosenquote in dieser gruppe geht SCHLAGARTIG gegen null.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 16.10.2005    um 17:20 Uhr   
übersetzt bedeutet das : wer was hat, der darf das behalten und sich bedienen. und wer nix hat, bzw. gar nicht die chance hat, etwas zu erwerben, - der soll darben. das scheint mir eine sehr eigentümliche vorstellung von gerechtigkeit.
was spricht dagegen, daß jemand erst seine mittel aufbraucht, bevor er die solidarität einfordert ?
gerade dein werftarbeiter wurde jahrzehnte von der gesellschaft subventioniert, damit er überhaupt seinen job hatte. aber das ist ihm natürlich wurscht. er hat "sich" ja "seine" existenz aufgebaut ..

nach dieser vorlage wundert es natürlich niemanden, wenn du die radikale bestrafung der "faulen" einforderst (wieviele "ewige sozialgeldbezieher" gibt es eigentlich ? ) :

(zitat)ich wage mal folgende prognose: streich allen gesunden und arbeitsfähigen sozialhilfeempfängern im alter von 20-30 jahren die kohle komplett bis auf essensmarken und ein bett in der obdachlosenunterkunft. die arbeitslosenquote in dieser gruppe geht SCHLAGARTIG gegen null.(/zitat)

natürlich gibt es nur brot auf die marken und wasser gibt es günstig im duschraum der obdachlosenunterkunft.
meines wissens arbeitet die agentur für arbeit nach dem motto, alles sei zumutbar. wenn es also die jobs gäbe, dann wären sie vergeben und wir hätten keine fünf bis zehn millionen arbeitslose.
eventuell würde ja deine idee die volkswirtschaft grundlegend ändern. dazu mußte uns aber erst mal erklären, wer die jobs anbieten würde ?
vielleicht sollten wir sie als söldner nach irak oder afghanistan schicken - da verdienen sie dann ihre 6.000 bis 15.000 teuris im monat.. . außerdem könnten die betroffenenen bei medizinischen tests und organspenden ihr gehalt aufbessern und natürlich werden sie später an institute für anatomie oder an körperwelten verkauft. die frauen schicken wir auf den strich und die kinder verkaufen wir an sextouristen, - sonst wäre das ja totes kapital..
auslandserfahrung, die wichtig ist für nen job, kommt auch dazu, beim minenräumdienst in afrika oder pakistan. hach, da gibt es viele möglichkeiten ..am besten wir bauen eine fremdenlegion auf und entsorgen auf diesem wege *g
zusätzlich wäre nur noch eine kleine änderung an der verfassung nötig, - dieses blöde wort "würde" wäre neu zu definieren, oder am besten ganz zu streichen. nein, wir ergänzen "für jeden steuerzahler". oder wir lesen es anders : jeder hat ein recht auf würde, - nur, wer heißt schon alles "jeder" mit familiennamen..

wo, liebes grmpf, ortest du die ganzen jobs ?

eigentlich ging es ja um bertelsmann, - also die senkung der löhne und die kampagne "du bist deutschland".

Geändert am 16.10.2005 um 17:23 Uhr von starchaser
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 16.10.2005    um 17:43 Uhr   
kurze frage: ist der staat eigentlich für alles verantwortlich?
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 16.10.2005    um 18:44 Uhr   
jobs gibt es massenhaft .. aber mal ehrlich, wer ist schon so dämlich und malocht mindestens 170 stunden im monat für 1.200 brutto (also etwa 800 netto, was hinten und vorne zum leben nicht reicht), wenn er von vadder staat unterm strich mehr bekommt? .. wenn er nicht gerade mietfrei im hotel mama wohnt, wäre derjenige ja total blöd ..

ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 16.10.2005    um 19:58 Uhr   
genau dieses denken kotzt mich an. derjenige bekommt sein geld nämlich nicht von vater staat sondern von leuten, die blöd (oder anständig) genug sind, auch solche jobs zu machen, damit andere sich die eier schaukeln können.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 16.10.2005    um 20:09 Uhr   
subtilität ist offensichtlich nicht die stärke hier. wo bleiben die antworten ? das sind doch mythen, die kaum der realität standhalten. also belegt eure antworten bitte ..zwar bin ich privat ein absoluter fan von den X-akten, doch klammer ich mich im realen leben an die nackten zahlen. deshalb scheinen mir eure aussagen wenig handfest.

@grmpf
für die erwähnten dinge schon. wo finden sich die jobs ? @ grmpf

@vulcania
und 800 raus sind nicht 800 bei der aktuellen steuerpolitik. aber thematisieren wir das thema, so stellt sich die frage, woran dieser niedriglohn liegt (der wiederum zu lasten des staates und nicht zuletzt von dessen einnahmen geht). und da sind wir endlich wieder beim thema, - bertelsmann.
und natürlich fängt jeder mal klein an, - der jugend allein trägheit vorzuwerfen erscheint mir jedoch zweischneidig. dann wären die rentner ja noch träger. aber sie bilden ja einen größeren wählerkreis.
"jobs gibt es massenhaft .. " - welche denn, vulcania ? wieviele ? kannst deine aussage bitte mit zahlen belegen und uns den volkswirtschaftlichen nutzen erläutern ? gerade jemand, der am ticker operiert und von dessen schwankungen lebt, traute ich mehr realitätssinn zu..
Geändert am 16.10.2005 um 20:11 Uhr von starchaser
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 16.10.2005    um 20:22 Uhr   
guck in die zeitung.... der stellenteil ist voll. aber oftmals können freie stellen mangels qualifikation nicht besetzt werden.
arbeitgeberpräsident hundt spricht sogar von 1,5 millionen freien arbeitsplätzen.
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 16.10.2005    um 20:44 Uhr   
nachtrag: selbiges problem beklagen auch viele kleine betriebe...lehrstellen sind da...aber die bewerber sind nicht zu gebrauchen.
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 16.10.2005    um 20:53 Uhr   
(zitat)guck in die zeitung.... der stellenteil ist voll. aber oftmals können freie stellen mangels qualifikation nicht besetzt werden.
arbeitgeberpräsident hundt spricht sogar von 1,5 millionen freien arbeitsplätzen.(/zitat)
würde jetzt lachen, wenn es nicht so traurig wär.
In dieser Woche wurde in einer Regionalen sendung des RBB über eine pharmazeutische firma hier in Berlin so nebenbei erwähnt, dass sie noch ein paar Mitarbeiter suchen (tel.Kundenbetreung soweit ich mich erinnere) Am nächsten Tag hatten sie 360 Stellenanfragen von Leuten die diese Sendung gesehen hatten, davon waren wohl ca. 50 ohne Voranmeldung direkt zu der Firma hingefahren.
Wahrscheinlich alles Leute die die Stellenanzeigen der Zeitungen nicht lesen???
Mann,Mann,Mann, ...auf welchem Planeten lebst du denn???
Wer Arbeit sucht der findet auch welche????
Ich hoffe du wirst nie das gesegnete Alter von 40 überschreiten,oder dein Beruf wird sich niemals ändern und deine einmal erworbene Qualifikation innerhalb weniger Jahre zur Makulatur werden lassen.
Koppschüttelnd
DerUnhold
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 16.10.2005    um 21:17 Uhr   
vielleicht liegt es an meinen zwei abgeschlossenen ausbildungen....oder es liegt daran daß ich immer zu firmen hingefahren bin und viele blindbewerbungen gestartet habe...oder es liegt daran daß ich in der jobauswahl auch mal abstriche gemacht habe aber bis auf sechs monate arbeitslosigkeit hatte ich IMMER ne stelle. mein vater (hab das im beitrag zum thema linkspartei schon erwähnt) hat sogar mit 65 noch neue arbeit gefunden.
aber ich bin auch einer von denen die in 4 jahren vielleicht einen tag krank sind während andere regelmässig jeden monat ihre wehwehchen haben. von solchen leuten trennt man sich irgendwann...logisch.
kurz gesagt: je schlechter die qualifikation umso schwerer ist es arbeit zu finden. und für seine qualifikation ist jeder selber verantwortlich.
glaubst du es es hat mir damals spass gemacht, mit meiner ersten ausbildung zum bürokaufmann (die ich mit note 2 abgeschlossen habe) für eine zeitarbeitsfirma sechs monate lang für einen witzlohn kisten im lager zu stapeln??? aber ich hab es gemacht. und diese einstellung hat mich dahin gebracht wo ich heute bin.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 16.10.2005    um 21:23 Uhr   
ach erzähl mehr - damit sagst du nur, daß du wenigstens eine ausbildung schlecht abgeschlossen hast und eine zweite chance bekamst .. ;-)
wo bleiben die zahlen ?
Geändert am 16.10.2005 um 21:23 Uhr von starchaser
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 16.10.2005    um 21:48 Uhr   
sind deine bösen spitzen ein beweis für mangelnde argumente? ich habe zwei ausbildungen die ich beide mit GUT abgeschlossen habe. das ist nun mal fakt. was hast du denn vorzuweisen? :-)
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 17.10.2005    um 00:32 Uhr   
Also grmpf es ist ja nicht so, dass ich nicht verstehen würde was du meinst, aber es ist nicht einseitig so oder so zu sehen.
Ich nehme mal an,dass du zur jüngeren Hälfte der arbeitenden Bevölkerung gehörst,denn auch wenn dein Vater mit 65 noch nen job bekommen hat (ob das nun erstrebenswert ist ,steht auf nem anderen Blatt) so ist es doch für viele Menschen heute nicht mehr einfach und zum Teil unmöglich noch in "Lohn und Brot" zu kommen.Und dabei spielen dann so Faktoren, wie "ich war nie krank" oder ich bin in 25 Jahren nicht einmal zu spät gekommen nur noch eine untergeordnete Rolle.
Sicher kenne ich auch etliche die es sich einfach machen und sagen ich find nichts also leb ich einfach von "Staatsknete", aber selbst wenn du die alle abziehst, so hast du immer noch MILLIONEN von Menschen für die es keine Arbeit gibt.
Und jemandem nach 25 oder 30 Jahren im Beruf vorzuwerfen er hätte es versäumt sich weiterzuqualifizieren, ist auch recht einfach. Vielen stand in ihrem Arbeitsleben diese Möglichkeit nicht offen und mit 50 wieder auf die Schulbank???? O.k. das geht aber macht es wirklich Sinn und hat dieser Mensch dann ne reele Chance auf dem 1. Arbeitsmarkt??
Guck dir doch einfach mal an was aus den Leuten wird, die durch die Förderprogramme laufen.......nur wenige sind nachher in fester dauerhafter Arbeit.
Und wenn du dann dich von Job zu Job hangelst, dann ist deine Arbeitskarriere (Lebenslauf)irgendwann so versaut, dass dich kaum noch jemand für nen längerfristigen job nimmt.Also bleibst du bis zu deinem Lebensende Tagelöhner.
Ich seh das täglich bei älteren (aber durchaus arbeitsfähigen und -willigen)Menschen aus dem Baubereich.
Mit 40 fängt es da an richtig schwierig zu werden.
A pro pos Mobilität......wenn einer sagen wir mal sich für ein Haus verschuldet hat und Kinder hat wie soll der dann alle paar Jahre den Wohnort wechseln um der Arbeit hinterher zu ziehen????
Solange du jung bist, solange findest du sicher immer "irgendeinen" Job, aber was ist später???
Und das nicht jeder einen Ausbildungsplatz findet liegt sicher nicht an der (teiweise zu Recht) kritisierten Unlust der Jugendlichen.
Und was teilweise an Löhnen angeboten wird ist auch nur ein Hohn!! Guck dich mal im Osten um.....und es liegt nicht daran, das die Leute dort etwa weniger könnten oder wollten als ihre Kollegen im Westen.
Es gibt inzwischen eine wachsende Zahl von Menschen die 2 oder sogar 3 Jobs bruchen um sich und ihre Familie durch zu bekommen (nicht in Saus und Braus versteht sich).Frag doch mal beim nächstgelegenen Lidl/Schlecker oder sonst einem Discounter nach, was die Leute da im Monat nach Hause bringen und dann überleg dir, das dort zum grossen Teil alleinerziehende Mütter angestellt werden, weil die "weniger Stress machen" und wie davon ein Mehrpersonenhaushalt leben soll.


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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 17.10.2005    um 17:31 Uhr   
hab gründlich über deine worte nachgedacht und gebe dir recht. vielleicht war ich wirklich zu einseitig. die drückeberger machen mich einfach sauer. darunter leiden dann alle...
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 17.10.2005    um 19:48 Uhr   
(zitat)hab gründlich über deine worte nachgedacht und gebe dir recht. vielleicht war ich wirklich zu einseitig. die drückeberger machen mich einfach sauer. darunter leiden dann alle...(/zitat)
In dem Punkt können wir uns sofort treffen!!
Sie nerven mich auch...aus 2 Gründen:
1.) zocken sie die Allgemeinheit (also auch dich und mich )ab und
2.) sorgen sie genau dafür, dass bei schneller Betrachtung die,denen es wirklich schlecht geht Verunglimpft werden.
Im übrigen ...Hut ab für s.Zitat !!
freundlich grüsst
Der Unhold
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 17.10.2005    um 23:31 Uhr   
das ist gewiß richtig,- aber sehen wir es mal so : was brächte mehr in harten teuris ?

a) steuersünder zu enttarnen (80 mrd €)
b) schwarzarbeit zu bekämpfen (360 mrd €)
c) sozialschmarotzer zu jagen (ein bruchteil von 50 mrd €)

letztere gruppe macht also nicht wirklich das problem aus. selbst bei aufdeckung ist hier kein geld zu verorten, - die leute sind dennoch zu ernähren. sie schneiden sich auch selbst ins fleisch, weil sie sich jeder chance beraueben, aus diesem unbefriedigenden zustand zu entkommen.
über die jährliche neuverschuldung brauchen wir ja nicht zu reden.

wie sagte schon brecht ?

Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
Sägten weiter.
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Nutzer: Angel255
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geschrieben am: 24.10.2005    um 09:19 Uhr   
(zitat)das sind doch mythen, die kaum der realität standhalten. also belegt eure antworten bitte ..zwar bin ich privat ein absoluter fan von den X-akten, doch klammer ich mich im realen leben an die nackten zahlen. deshalb scheinen mir eure aussagen wenig handfest. (/zitat)

:-)) Und das von jemandem, der sich stets und ständig auf wikipedia beruft und eine Verschwörungstheorie zum Thema "die stiftung ist das treibende moment hinter der agenda und hartz." zusammengebastelt hat.
Aber das hält ja bestimmt alles der Realität stand, denn schließlich hat jemand über diese "Theorie" schon mal ein ganzes Buch geschrieben und bei wikipedia wird jeder Beitrag sofort auf Richtigkeit geprüft, gell?

Sehr fundiert das Ganze. ;)
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 24.10.2005    um 22:49 Uhr   
(zitat)Und das von jemandem, der sich stets und ständig auf wikipedia beruft und eine Verschwörungstheorie zum Thema "die stiftung ist das treibende moment hinter der agenda und hartz." zusammengebastelt hat.(/zitat)
was stimmt nicht an meinen aussagen ?

(zitat)Aber das hält ja bestimmt alles der Realität stand(/zitat)
bring argumente ;-)

(zitat)denn schließlich hat jemand über diese "Theorie" schon mal ein ganzes Buch geschrieben und bei wikipedia wird jeder Beitrag sofort auf Richtigkeit geprüft, gell? (/zitat)
nein, wird nicht - zumindest nicht auf die schnelle. also was willst du im klartext sagen ? *ansmilertz
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