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schröder, putin und die korruption

Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 22.12.2005    um 20:12 Uhr   
lest euch folgendes interview mal durch. bei bedarf kopiere ich das hier rein...es erschien mir nur zu lang daher der verweis.
was haltet ihr davon?

h**p://onnachrichten.t-online.de/c/64/91/46/6491464.html
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 30.12.2005    um 19:07 Uhr   
der russische gaskonzern will nun zum jahresanfang die energiepreise für die westlich orientierte ukraine um 500% anheben, während putin-treue staaten wie moldawien und andere davon nicht betroffen sind. man kann sagen das ist putins späte rache dafür, daß die ukraine den präsidenten gewählt und gefordert hat den sie jetzt haben. nachdem es putin und seinen schergen nicht gelungen ist, präsident juschtschenko mit gift umzubringen setzt man das land eben so unter druck. feine gesellschaft, in die sich unser ehemaliger kanzler da begeben hat. sag mir wer deine freunde sind, und ich sage dir, wer du bist!
nach groben schätzungen werden wir in deutschland innerhalb der nächsten zehn jahre rund die hälfte unserer energie aus russland beziehen, was eine kritische haltung russland gegenüber wohl nicht erleichtern dürfte.
dafür nochmals danke lieber gerhard. wie sagtest du beim abschied so schön "ich weiß wo ich herkomme und wo ich hingehöre". dazu sage ich nichts weiter.
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 30.12.2005    um 20:39 Uhr   
freenet.de meldet gerade daß gasprom den gashahn für die ukraine zudreht - zum 1. januar.
sollte die ukraine die 500%ige preiserhöhung nicht akzeptieren, hat das volk ab montag kein gas mehr. bin gespannt, ob und wie europa reagiert.
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 31.12.2005    um 00:19 Uhr   
Russland ist korrupt?!
"Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 31.12.2005    um 01:27 Uhr   
klar ist, dass russland damit auf die Ànderung der ukrainischen politik reagiert. allerdings ist dies weltweite politik und wird weder von den amerikanern noch von den anderen europÀischen staaten anders gehandhabt.
was du nÀmlich nicht erwÀhnt hast, ist, dass dieser 500 % höhere preis der marktpreis ist, den auch westeuropÀer zu bezahlen haben. warum aber sollten die russen die ukraine subventionieren, wenn diese mit den russen ansonsten nix am hute haben wollen. sollen doch die dafÌr zahlen, denen die ukraine sich zuwendet = die westlichen lÀnder.
natÌrlich nicht schön fÌr die ukraine - aber die kann ja zumindest reagieren, indem sie die durchleitung des gases nach westeuropa sich bezahlen lÀsst (soweit es da nicht schon vertrÀge gibt, die nicht zu Àndern sind).
obgleich ich auch sicher bin, dass korruption in russland bestimmt ein wichtiger aspekt ist, verstehe ich auch nicht, was das in diesem zusammenhang bedeuten soll.
nur weils nicht gefÀllt, ists nicht gleich korrupt. vielleicht nicht moralisch, aber wer in der politik heute ist das schon???
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 31.12.2005    um 10:00 Uhr   
weil...ach ich poste jetzt den eingangsverweis mal. dann wird der begriff korrupt im zusammenhang deutlicher.

Jürgen Roth, Experte für Wirtschaftskriminalität, nennt Gazprom ein "Selbstbereicherungssystem" mit "kriminellen Strukturen". Mit seinem Engagement für den Konzern habe Altkanzler Schröder "nicht in deutschem Interesse gehandelt", so Roth im Interview.


Frage: Herr Roth, der russische Energie-Riese Gazprom drängt mit Macht auf den westeuropäischen Markt. Nun will er auch deutsche Stadtwerke kaufen. Sind deutsche Gasverbraucher bald direkt von Moskau abhängig


Roth: Wenn es dazu kommt, zahlt der westeuropäische Verbraucher, überspitzt formuliert, direkt an eine zwielichtige Organisation. Das Gazprom-Imperium war zumindest in der Vergangenheit über diverse Tochterfirmen eng mit kriminellen Strukturen verflochten. Die fehlende Transparenz ermöglichte es Kriminellen, im Erdgasgeschäft kräftig mitzumischen. Immer wieder wurde in der osteuropäischen Presse von hochgradigen Korruptionsfällen berichtet.


Frage: An welche denken Sie?

Roth: Mir liegen Geldwäscheverdachtsanzeigen des Deutschen Zolls vor. Darin notierten die Beamten Aktivitäten von Kurieren, die im Namen von Gazprom unter anderem in der Schweiz Millionen US-Dollar deponiert haben. Nach mündlichen Aussagen der Schweizer Bundesanwaltschaft mir gegenüber soll ein früheres Vorstandsmitglied von Gazprom mindestens zwei Milliarden US-Dollar beiseite geschafft haben. Und er ist kein Einzelfall. Aber es gab bisher keine juristischen Verfahren gegen Gazprom. Das wird auch nie geschehen, weil es niemand wagen würde.

Frage: Das sind schwere Vorwürfe. Warum wagt das niemand?

Roth: Gazprom ist zu mächtig. Ich weiß von Ermittlern, die versetzt worden sind, nachdem sie in Sachen Gazprom aktiv geworden waren. Und Staatsanwälte untersuchen den Konzern nur, wenn sie den politischen Auftrag bekommen. Tochtergesellschaften und Repräsentanten von Gazprom wurden von ukrainischen Zeitungen und auch vom Direktor des ukrainischen Nachrichtendiensts SBU immer wieder in die Nähe der Organisierten Kriminalität gebracht. Und immer wieder führen die Spuren nach Zug in der Schweiz oder nach Zypern. Das Problem ist: Die Vorwürfe werden nie geklärt, weil in Russland nicht hinreichend ermittelt wird. Und Gazprom selbst bestreitet alles.

Frage: Haben Sie ein Beispiel für Ihren Vorwurf, es werde nicht ermittelt?

Roth: Das geht so weit, dass sogar Ermittlungen in anderen Staaten verhindert werden, wie das Beispiel Ukraine zeigt. Hier sollte es strafrechtliche Ermittlungen gegen ein Unternehmen geben, das eng mit Gazprom liiert ist. Aber der russische Präsident Wladimir Putin soll nach Angaben von Alexander Turtschinow (Ex-Chef des Ukrainischen Sicherheitsdiensts) interveniert haben. Daher sei das Verfahren eingestellt worden. Turtschinow sprach davon, dass "die Untersuchung einen Konflikt mit Wladimir Putin herbeiführen würde". Putin sitzt immer am längeren Hebel. Und er fördert und stabilisiert dieses System. Für ihn ist Gazprom mehr als ein strategisches Instrument - da kann man unter anderem auch seinen Wahlkampf über Gazprom mitfinanzieren lassen.

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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 31.12.2005    um 10:01 Uhr   
Frage: Putin hat Gazprom immer wieder instrumentalisiert, um unliebsame Nachbarn durch Gaspreiserhöhungen politisch unter Druck zu setzen, etwa Weißrussland, Polen, Moldau und die Ukraine. Wird auch Westeuropa durch den wachsenden Einfluss des Gas-Giganten erpressbar?

Roth: Das ist eines der großen Probleme. Wir werden erpressbar, sobald eine deutsche Regierung mit Putins Politik aus irgendeinem Grund nicht zufrieden ist oder es massive Interessenskonflikte geben sollte.

Frage: Der Erdgasverbrauch in der EU wird in den nächsten 25 Jahren um 50 Prozent steigen, die eigene Förderung von 50 auf 15 Prozent sinken. Moskau wird als Energielieferant immer wichtiger. Besteht die Gefahr, dass Gazprom bald die Preise in ganz Europa diktieren wird?

Roth: Gazprom ist auf Grund eines enormen Geldberges längst dabei, sich in Banken und Volkswirtschaften einzukaufen. Gerüchterweise hört man aus dem Umfeld der Gazprom-Bank, dass man in Zukunft daran denkt, die Commerzbank zu kaufen. Ziel ist es, das ist meine Überzeugung, weltweit eine marktbeherrschende Position einzunehmen und so - wie im Energiebereich - die Preise zu diktieren.

Frage: Wie kommen Sie zu dieser Behauptung?

Roth: Gazprom ist nach meiner festen Überzeugung ein Synonym für Korruption, für eine gigantische Selbstbereicherung der früheren sowjetischen Nomenklatura, der neuen russischen Business-Elite und kriminellen Strukturen. Denken Sie an den ehemaligen russischen Premier Wiktor Tschernomyrdin und seine Familie, der die Gazprom-Tochtergesellschaft Stroitransgas zu so ungewöhnlich günstigen Konditionen bekam, dass sich amerikanische Aktionäre darüber bitter beklagt haben. Es gibt andere Beispiele dafür, wie man sich durch Bestechung bestimmte Personen gefügig macht, ob in der Ukraine oder in Turkmenistan. Bei so viel Geld wird das auch hier in Deutschland eine Rolle spielen. Anderes anzunehmen wäre Irrsinn.

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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 31.12.2005    um 10:02 Uhr   
Frage: Das sind ja bisher unbewiesene Anschuldigungen an die handelnden Personen. Wer kontrolliert eigentlich Gazprom? Der Aufsichtsratsvorsitzende Dmitrij Medwedew ist Putins Erster Vizepremier und ehemaliger Verwaltungschef im Kreml.


Roth: Beim Wechsel von Boris Jelzin zu Putin sind dessen Sankt Petersburger Freunde nicht nur nach Moskau mitgekommen, sondern auch bei Gazprom eingestiegen. Die Petersburger Zeit ist Putins großes schwarzes Loch. Während der Zeit der Privatisierung war er dort stellvertretender Bürgermeister, und es ist - um es gelinde auszudrücken - nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Dies ist unbestritten. 1992 gab es gar einen Untersuchungsausschuss, der Putins Geschäfte unter die Lupe nahm. Die Untersuchung blieb trotz auffälliger Unregelmäßigkeiten letztlich ohne Folgen. Bekannt sind geschäftliche Verbindungen seiner besten Freunde aus St. Petersburg zur Tambow-Mafia, die bis heute in der Stadt das Sagen haben.


Frage: Nun hat Ex-Kanzler Gerhard Schröder vor allem die Polen und Ukrainer vergrätzt. Da die geplante Ostsee-Pipeline an diesen Ländern vorbeiführt, macht sich Russland von ihnen unabhängig. Welche politischen Konsequenzen hat das?

Roth: Besonders düpiert hat Schröder die Polen. Sie wurden bereits 1992 von Gazprom über den Tisch gezogen. Sie mussten einen Vertrag über viel zu hohe Erdgaslieferungen abschließen. Gleichzeitig durften sie das überschüssige Gas nicht weiterverkaufen. Die polnischen Bürger durften die Zeche zahlen, und diejenigen in der Regierung, die dieses Vertragswerk unterzeichnet haben, profitierten finanziell. Kurzum: Der extrem intimen Freundschaft zwischen dem Demokraten Schröder und dem Nichtdemokraten Putin wird in vielen Ländern große symbolische Bedeutung zugemessen. Sie steht auch für den völligen Verfall jeglicher politischer Kultur in Deutschland.

Frage: Wollen Sie etwa behaupten, der Kreml versuche mittels Schröder und anderer, sein System auf den Westen zu übertragen?

Roth: In Russland herrscht die heimliche Diktatur des Geheimdiensts. Putin war und ist auch als Präsident deren oberster Chef. Sein Wort von der "gelenkten Demokratie" ist nicht mehr als eine Phrase. In Russland gibt es, abgesehen vielleicht von Sankt Petersburg und Moskau, kaum noch demokratische Partizipationsmöglichkeiten der Bürger: Die Medien sind geknebelt, demokratische Bewegungen können nicht mehr existieren. Denken Sie an den Tschetschenienkrieg, da klebt bekanntlich viel Blut auch an Putins Händen.

Frage: Und dies soll sich langfristig auf die zivile Gestalt westlicher Demokratien auswirken?

Roth: Der Schröder-Putin-Deal und insbesondere die Reaktionen darauf geben bereits einen Hinweis darauf. Wenn SPD-Mitglieder wie Henning Voscherau oder Franz Müntefering plötzlich Putin loben und argumentativ umarmen, dabei die Abwesenheit eines Rechtsstaats in Russland mit keiner Silbe erwähnen, so betrachte ich das als einen ziemlich verwerflichen Gunsterweis. Wenn offensichtliches Unrecht derart schön geredet, zeigt das, wie die politische Kultur zumindest in der SPD inzwischen auf den Hund gekommen ist.

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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 31.12.2005    um 10:02 Uhr   
Frage: Wie erklären Sie sich die uneingeschränkte Solidarität führender Genossen mit Schröder?

Roth: Es ist mir ein Rätsel. Man kann es - vornehm - mit Dummheit erklären, oder mit Unwissenheit darüber, welche Strukturen in der ehemaligen Sowjetunion herrschen. Wer sich nun argumentativ an die Seite Schröders stellt, gerät zwangsläufig in die Nähe der Komplizenschaft mit diesen schillernden Figuren aus der Ex-UdSSR. Andererseits: Wenn sich deutsche Großbanken und Konzerne den Herrn im Kreml an den Hals werfen, warum sollen es dann nicht bestimmte Politiker auch tun?

Frage: Der frühere Medienbeauftragte der OSZE, der Sozialdemokrat Freimut Duve, ist der Ansicht, Gazprom kontrolliere die "übergroße Mehrheit des russischen Journalismus". Er warf Schröder indirekt vor, durch seinen Job beim deutsch-russischen Pipeline-Konsortium NEGP eine umfassende Medienkontrolle durch Gazprom zu legitimieren. Ist der Vorwurf berechtigt?

Roth: Vielleicht ohne dass er sich darüber viel Gedanken gemacht hat, legitimiert Schröder die Zensur in Russland. So wird das zumindest bei kritischen Geistern in Russland gesehen. Darunter leiden ja nicht nur die russischen Journalisten, sondern die gesamte demokratische Bewegung. Die Repräsentanten des deutschen Konzerns Ruhrgas-Eon, der bereits an Gazprom beteiligt ist, haben sich nicht dadurch bemerkbar gemacht, dass sie etwas gegen die Einschnürung der Pressefreiheit unternommen haben. Geschäft ist Geschäft - alles andere spielt keine Rolle. So gesehen hat Schröder eine gute Wahl getroffen.

Das Interview führte Alexander Schwabe

Zur Person
Jürgen Roth, 60, ist freier Publizist und lebt in Frankfurt am Main. Er hat mehrere Bücher über die Organisierte Kriminalität in Osteuropa veröffentlicht, etwa "Die roten Bosse" (1999), "Der Oligarch" (2001), "Netzwerke des Terrors" (2002), "Die Gangster aus dem Osten" (2003) und "Gejagt von der Polenmafia" (2005). Im Mai erscheint sein neuestes Werk "Der Deutschland-Clan. Das skrupellose Netzwerk von Politikern, Top- Unternehmern und der Justiz".

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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 31.12.2005    um 11:21 Uhr   
ist alles ganz interessant und ich glaube gern, dass dorrt korruption eine wesentliche rolle spielt (siehe oben).
allerdings muß auch festgestellt werden, dass der herr roth behauptungen, hinweise und annahmen aber wenig oder keine beweise mitbringt. das liegt sicher auch in der thematik selbst begründet, lässt aber eben von beiden seiten her viel spielraum für auch ungerechtfertigte behauptungen.
insgesamt jedoch hat das alles nichts damit zu tun, dass im freien wettbewerb, so wie er hier ja hochgehalten wird, jeder seine preise selbst definieren kann. und die russischen preise für gas an die ukraine sind die gleichen, die sie auch anderen kunden anbieten. damit ist das thema doch eigentlich erledigt, oder nicht?
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 31.12.2005    um 11:39 Uhr   
nein...denn die preise für die ukraine sind fünfmal so hoch wie die für weißrussland oder moldavien. und hier wird offenkundig energie als druckmittel eingesetzt. ein druckmittel, daß auch uns bald treffen kann. ich meine, kritische töne gegenüber russland und z.b. seiner tschetschenien politik gab es unter schröder ja eh nie (was ich nie verstanden habe) und anscheinend hat unser ex kanzler die weichen dafür gestellt, daß das auch in zukunft so bleibt. das ist das widerliche an der sache.
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 31.12.2005    um 12:21 Uhr   
Ich finde den Umgang mit dem wort Korruption zu leichtfertig. Immer gleich wird von Korruption geredet. Ich hätte gerne mal stichhaltige Beweise und kann diese Panikmache a la BILD-Zeitung absolut nicht leiden.
"Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 31.12.2005    um 13:17 Uhr   
so ein bisserl autistisch bist du aber schon auch, grmpf, oder?
jedenfalls denke ich, dass du ansonsten vielleicht schon auch auf gegenargumente eingehen und nicht nur eigene wiederholen würdest. aber hier halt ein zweiter versuch:
1. sicher will putin/gasprom die ukraine abstrafen und auch druck damit erzeugen.
2. wenn sie den weltmarktpreis für erdgas verlangen, also den preis, den ganz westeuropa z.b. auch bezahlen muß, dann ist das sicher nicht illegitim.
3. wenn die ukraine sich als teil westeuropas sieht, warum sollen die russen es anders tun? vielleicht müssten dann eben die eu oder die usa die ukraine unterstützen.
würden die russen von der ukraine mehr als von allen anderen verlangen, dann würde es vielleicht gegen internationales recht verstoßen.
das die russen ihren partnern günstigere konditionen einräumen, kann man wohl als eine form der entwicklungshilfe betrachten. warum sollen sie jemanden, den sie als gegner sehen, entwicklungshilfe leisten???
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 31.12.2005    um 13:20 Uhr   
p.s.: heutige Übrschrift aus der netzeitung
(zitat)Dax-Konzerne unter Korruptionsverdacht(/zitat)
die rede ist dort von vw, daimler-chrysler, bmw, von infineon und von der commerzbank. und wer da nun alles drinsteckt....wer weiß, wer weiß...
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 31.12.2005    um 13:29 Uhr   
ich werde einfach hellhörig, wenn der name putin fällt. ich halte diesen kgb mann für gefährlich. er hat die pressefreiheit abgeschafft und russland eine zeitreise in graue kommunismus zeiten verpasst. und die tatsache daß es so gut wie keine berichterstattung aus tschetschenien gibt spricht für sich. man sollte einfach aufpassen, sich von so einem mann abhängig zu machen.
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geschrieben am: 01.01.2006    um 06:23 Uhr   
(zitat)freenet.de meldet gerade daß gasprom den gashahn für die ukraine zudreht - zum 1. januar.
sollte die ukraine die 500%ige preiserhöhung nicht akzeptieren, hat das volk ab montag kein gas mehr.bin gespannt, ob und wie europa reagiert.(/zitat)

putin hin oder her, deine intentionen hin oder her, man sollte schon sachlich richtig bleiben. und was da oben steht ist unsinn und verfälscht das bild der situation gravierend. grade mal etwa ein viertel des ukrainischen gasverbrauchs kommen aus rußland. nur so am rande. wenn die denen den hahn zu drehen, heißt das nicht, dass in der ukraine plötzlich keine heizung mehr funktioniert. ob man putin nun mag oder nicht, (ich mag ihn auch nicht) was gasprom da macht, ist völlig legitimes marktverhalten. sofern man die mechanismen der kapitalisitischen weltwirtschaft eben als legitim betrachtet. und sofern du nicht auf einem autarken bauernhof lebst und dich von deinen eigenen kartoffeln ernährst tust du das auch. du akzeptierst doch auch bei jeder tafel schokolade (willkürliches beispiel), dass der rohkakao vermutlich von kindersklaven gepflückt wurde. und dagegen ist die gaspreiserhöhung der russen wohl noch moralisch ein unschuldiges lamm.

BlackShot
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 01.01.2006    um 11:45 Uhr   
gasprom ist aber nunmal kein frei wirtschaftlich handelndes unternehmen...es ist ein durch putin gelenkter staatskonzern. wäre es ein freies unternehmen würde putin nicht ständig die verhandlungen führen, oder?
außerdem entsprechen 26 milliarden kubikmeter jahresverbrauch von insgesamt 70 mehr als gerade einem viertel.
ich sehe einfach die gefahr daß uns in den nächsten jahren ähnliches drohen könnte.
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Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 01.01.2006    um 15:23 Uhr   
also die seh ich nicht. denn es ist auch für die russen etwas anderes, es sich mit europa als solchem zu verscherzen als mit der ukraine. und im übrigen: wir zahlen ja schon den weltmarktpreis, dieses szenario ist also sowieso ausgeschlossen.
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 01.01.2006    um 17:33 Uhr   
grmpf, du gehst die ganze zeit an der tatsache vorbei, dass gasprom von der ukraine ausschließlich die bezahlung nach weltmarktpreisen verlangt. das mag dir unmöglich erscheinen, ist aber in wirklichkeit eigentlich nicht so unüblich. auch wenn du putin nicht leiden kannst, kannst du ihm zwar vieles vorwerfen, aber eben nicht dieses.
mir scheint das thema eher beseelt von deinem wunsch, putin und schröder gemeinsam an den pranger zu stellen. nur wirst du auch dafür andere themen finden müssen.
aber vielleicht solltest du dich ja auch empören, warum der westen nicht bereit ist, den energiepreis für die ukraine zu subventionieren, anstelle von gasprom und putin.
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 01.01.2006    um 19:20 Uhr   
ich sehe einfach nur die reaktion putins auf ein land, daß es wagt sich von mütterchen russland abzuwenden und sich gen westen orientiert. putins demokratiefeindliches verhalten hat man ja bereits bei der verurteilung des grossindustriellen gesehen der jetzt in sibirien sitzt. sowohl der prozess an sich als auch die deportation nach sibirien waren ein politikum. und was ist mit putins aussage "es gäbe keinen krieg in tschetschenien"? in den medien gibt es den sicherlich nicht - in russland hat der lupenreine demokrat die freie presse abgeschafft und ausländische presse hat keinen zugang zu den gebieten. und ich stelle gerhard schröder aus zwei gründen an den pranger: erstens bezeichnet er diesen ehemaligen kbg spion als seinen freund und zweitens hat er mit seinem pipeline deal für wachsende abhängiskeit deutschlands zu russland gefördert und damit kritische politik schwieriger gemacht. aber es passt gut zu einem mann, der sich als friedenskanzler feiern lässt, weil er einen teuren irak krieg nicht mitmacht aber wild entschlossen war, einen lukrativen waffendeal mit china durchzuboxen.
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 01.01.2006    um 21:12 Uhr   
grmpf inhaltlich nur voll zustimmen kann.
Zum Weltmarktpreis: wenn denn ein Staat einem anderen Staat (oder hier auch Staatsunternehmen) einen Vorzugspreis gewährt und dieses dann wieder rückgängig machen will, so ist es durchaus internationale Praxis die über mehrere stufen und einige jahre verteilt abzufedern. Zu solcherlei Verhandlungen war Russland-putin-Gasprom nicht bereit.Da liegt der Hase im Pfeffer. Es ist der Versuch eine politisch missliebige Regierung wirtschaftlich an die Wand zu drängen um sie entweder von der Macht zu bringen oder sie wenigstens gefügig gegenüber den russischen Interessen zu machen.
Zum geheule, das wäre schlicht und einfach "marktwirtschaftlich" nur soviel: Stellt euch vor die arabische Welt würde uns Europäer oder den ganzen Westen qua Preispolitik zum politischen Wohlverhalten nötigen, welch Aufschrei ginge um den Globus????????
Und darüber das Schröder mit Putin befreundet ist,darüber braucht man sich nicht wirklich zu wundern,oder denkt hier etwa jemand das unser Exkanzler so etwas wie Anstand, Moral oder demokratisches Verständnis hätte?
es grüsst
Der Unhold
P.S. Prosit Neujahr
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 01.01.2006    um 22:38 Uhr   
(zitat)oder denkt hier etwa jemand das unser Exkanzler so etwas wie Anstand, Moral oder demokratisches Verständnis hätte? (/zitat)

...denke ich. Und nun?
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 02.01.2006    um 00:51 Uhr   
@unhold
nur weil eine meinung mit der deinigen nicht übereinstimmt, muß sie nicht zwangsweise geheult sein - im gegenteil halte ich dass sogar für eher unwahrscheinlich. ebenso, wie übrigens auch einen längerfristigen boykott arabischer öllieferungen nach europa, zumal wir ja weltmarktpreise zahlen (müssen). das ist natürlich bedauerlich und sicher auch putins schuld in zusammenhang mit schröders versagen -aber es ist halt so. da kannst du weinen, wenn du es anders nicht bewältigen kannst, ändern wirds definitiv nichts!
@grmpf
zweifelsohne ist putin ein kgbler und mit sicherheit auch kein demokrat. nur würde ich dann vielleicht das titelthema besprechen mit solchen themen, die passig sind, gasprom-ukraine ists nicht. chodorkowski vielleicht, nur dass ich mich bei diesen superreichen in russland ebenso frage, wie die in so kurzer zeit so märchenhaft reich werden konnten - wenn sie nicht ebenso am system der korruption mit kgb etc beteiligt waren....
das ist (zur klarstellung) keinerlei entschuldigung für putin, aber sehr wohl der grund für mich, das mich dieses fressen der raubfische gegenseitig nicht sonderlich tangiert.
Geändert am 02.01.2006 um 00:53 Uhr von tiroxxx
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 02.01.2006    um 19:55 Uhr   
@celeste: nix weiter, jeder ist halt so naiv wie er es selber für richtig hält.
@tiroxxx:geheule schien mir der richtige Ausdruck zu sein,weil ich nicht ernsthaft glauben mag, das jemand der nur halbwegs im Besitz durchschnittlicher Intelligenz ist,negieren kann,dass es sich bei dieser Auseinandersetzung um eine alleinig politisch motivierte Sachlage handelt. (Nicht vergessen in diesem Jahr sind Wahlen in der Ukraine)Wenn ich also deine Ausführungen(und die von Black shot) beim besten Willen nicht als ernsthaft klassifizieren kann, was spricht dann bitte gegen die Betitelung als Geheule???
Noch ein kleiner Hinweis:
wenn es denn um die marktwirtschaftliche Durchsetzung des Weltmarktpreises ginge, wie verhält sich dann die Preispolitik von Gasprom (mehrheitlich im russischen Staatsbesitz) gegenüber Weissrussland (nicht den westlichen Demokratien zugeneigt)????Die Reihe ähnlicher Fragen zu diesem Komplex liesse sich noch ziemlich weit fortführen.

Also ernsthafte Beiträge erhalten auch ernsthafte Antworten, aber ich werde weiterhin eindeutigen Bullshit auch als solchen bezeichnen.
weiterhin freundlich grüsst
DerUnhold
Geändert am 02.01.2006 um 19:57 Uhr von DerUnhold

Geändert am 02.01.2006 um 20:01 Uhr von DerUnhold
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geschrieben am: 02.01.2006    um 21:09 Uhr   
@unhold
durchschnittliche intelligenz....solltest du darüber verfügen, wir der satz (zitat)1. sicher will putin/gasprom die ukraine abstrafen und auch druck damit erzeugen.(/zitat) vielleicht sogar dir klar machen, dass dieser triviale zusammenhang von allen, die hier diskutieren, als selbstverständlich angenommen wird. deshalb würde ich als bullshit eher bezeichnen, dass noch groß breitzutreten (was aufgrund der dann erzeugten größeren oberfläche auch zu eindeutig mehr gestank führt ;-)).
nein, wir waren eigentlich ein stück weiter....vielleicht mit halbwegs durchschnittlicher intelligenz nicht mehr differenzierbar (und das kannst du sicher besser beurteilen)....:
die frage nämlich, ob es illegitim sein kann, für ein produkt weltmarktpreise zu verlangen. und auch hier hast du leider nicht besonders wertvoll beigetragen, denn dein beispiel mit den arabischen ländern geht an der sache vorbei - die verlangen längst weltmarktpreise und haben eher angst, dass bei weiter steigenden preisen auf etwas längere sicht öl ins hintertreffen gelangen kann gegenüber anderen alternativen.
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 02.01.2006    um 21:28 Uhr   
klar ist putins verhalten erstmal legitim (ich schreibe putin statt gasprom weil alles andere blödsinn wäre) aber es zeigt ganz deutlich, wer dieser mann ist: ein demokratiefeindlicher dispot, für den es anscheinend nicht akzeptabel ist, wenn sich ein land westlich orientiert. und es ist traurig, daß unser ex kanzler diesen mann als seinen freund bezeichnet, ihn als "lupenreinen demokraten" verkaufen will und nun anscheinend noch für ihn arbeitet. mit "sozialdemokratie" (zitat schröder "..blabla...ich weiß wo ich herkomme blabla...")hat das wenig zu tun. darum ging es mir hauptsächlich.
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