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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 16.05.2000    um 20:55 Uhr   
[b]Ein Liebesbrief[/b]
Mein Herz, erfüllt von glühendem Verlangen,
will sich nähern Deiner Seele nur.
Doch die weltlich' Falschheit füllt's mit Bangen,
läßt es sich führen auf die tückisch' Nebelflur.
Oh, mein Liebster, Dein seelisch' Reichtum,
tief in meinem Inneren offenbar,
straft mein ew'ges Zweifeln bittren Irrtum,
Kränkung Deines Sinnens gar!
Kann die Liebe dies verzeihen?
Darf ich Sünderin denn von ihr sprechen?
Bin ich nicht auf dem Weg, mich einzureihen
in die mir verhaßte Welt mit ihren Gebrechen?
Statt in jubelnder Freude zu vergehen,
mich am Liebreiz Deines Wesens zu ergötzen,
will das Gift in meinem Herzen falsche Bilder säen
und mein Aug' mir trüben mit blendenden Blitzen.
Egoismus ist es, der mich zersetzt.
Dein zartes Herz, mein stetes Fordern unterdrückt's.
Ist das meine schon so von Unzufriedenheit durchsetzt,
wie soll es sich hinheben zur Empfindung puren Glücks?
Ich will von wahrer Liebe sprechen,
und säe dunkle Schatten in Dein Leben -
will die Dunkelheit in Dir doch brechen!
Und zerbreche doch nur mein Bestreben.
Lieben will ich, nicht besitzen -
meine Erfüllung ist Dein Glück!
Lernen will ich, Dich zu schätzen
wie Du bist - ein jedes Stück!
Möge mir die gewaltige Kraft gegeben sein,
das Gesagte mit Inbrunst umzusetzen.
Wäre alles nur Lug, Trug und Schein,
müßt' ich mich aus tiefster Seel' geringe schätzen.
Komm, oh komm, denn die Gefühle toben,
meine Seele singt leise Liebessänge -
unsre Herzen, von der Sonne Schein umwoben,
umarmen sich im Weltgedränge.
Laß mich nun pressen die Lippen mein
auf Deinen vollendeten Mund so zart ...
Heloise kann ich Dir noch nicht sein -
doch Du, Du bist mein Abälard ...
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 23.04.2001    um 23:48 Uhr   
hei, diesen thread gibt's ja auch noch!
mit dem staubwedel drübergeht
dann will ich ihn mal auf den neuesten stand bringen :-)

Einer kam

Einer kam
und nahm
was ihm schon längst gehörte
Einer kam
und deutete
was in die Wände meines Körpers
gemeißelt stand
Einer kam
und ergriff mich
griff in mich
und entriß mir mein Herz
zerriß es und las in ihm
Er sprach von
Liebe und Erfüllung
von Sex und Verdammnis
von Tod und Erlösung
von Gott und der Welt
Dann schwieg er
dann rieb er
die Hände
und forderte Lohn
Einer kam
und ging
mit einer Schüssel voll Dreck.

© Abalone, 18.03.2001
Geändert am 23.04.2001 um 23:49 Uhr von Abalone
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 14.05.2001    um 16:56 Uhr   
mal wieder aktualisieren:

Kreise auf dem Asphalt

Wie Kreise auf dem Asphalt
zeichnen sich ihre Gedanken
auf ihren Lippen ab
und ihr Mund wird Verheißung
Doch sobald sie ihn öffnet
legt jeder Augenblick
seinen Finger auf ihn -
und läßt sie sprachlos zurück

© Abalone, 13.05.2001




Walrösser am Strand

Du hast sie gesehen
ihr Körper mond-nackt
Du hast sie gespürt
ihre Worte eisvogel-naß
Man tauscht Telefonnummern
doch Du verlierst sie sofort
wie Du alles verlieren wirst
weil die Walrösser am Strand
noch nicht fortgegangen sind
und ein Kupferblick
huscht über das Land

© Abalone, 13.05.2001




Wie so oft

"Gespräche sind das A und O!"
sagt sie - und leert ihr Weinglas.
Mein Blick sieht sie an
und fragt sich, wie so oft,
warum es im Schrank
nach Gardenien duftet?
Vielleicht verfing sich ein Hauch
des vergangenen Sommers in ihm -
und plaudert dort mit meinen Erinnerungen
über die Flüchtigkeit eines Momentes?
Sie schaut mich an und murmelt:
"Ich verstehe Dich."
Wie so oft ...

© Abalone, 14.05.2001
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Nutzer: aLLeister
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geschrieben am: 14.05.2001    um 19:02 Uhr   
Uff. Da das fast alles vor meiner Zeit hier war, und ich selten nach so alten Beiträgen stöbere, hatte ich erstmal einiges zu lesen. Und ich kann sagen: ich hab's wirklich genossen.

To Mega Therion
Non serviam
So sind die Menschen. Oft scheint es wirklich schade, daß Noah die Arche nicht verpaßt hat. (Mark Twain)
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