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Abalone

Nutzer: abalone
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geschrieben am: 05.08.1999    um 00:42 Uhr   
Erlösung
Die Zeiger des Gehirns rücken vor,
unaufhaltsam auf Mitterleben zu.
Die Schönheiten des Erwachens längst vergessen,
fürchten wir uns vor den Schwarzgestalten in uns,
errichten pathetisch ein Rosenkreuz,
uns zu erhängen und zu erdolchen.
Schlagen in uns weiße Seiten auf
und schreiben unser eigenes Totenbuch.
Stolz wie ein Gott uns selbst verherrlichend
erschaffen wir emsig eine modrige Gruft.
Wann kommt das Schiff
der Erlösung?
© [i]Abalone, 03.08.1999[/i]
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Nutzer: Gast_guam
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geschrieben am: 04.08.1999    um 13:00 Uhr   
Hallo, Abaleska!
WOW, was fuer Gedicht! Toll geschrieben, koennte man sofort in die Offenbarung einnehmen. Irgendwie fuehlt man in der letzten Zeit Spannung in der Luft, mir nichts dir nichts kommen die morbiden Gedanken zu einem. Ist wirklich bald das Ende der Welt zu erwarten, wie der alte Nostradamus vorhersagte? Warten wir mal ab bis zum 11ten

Wer weiss, vielleicht sehen wir uns in einer besseren Welt als diese!
und bis dahin
*knuddeldichganzdoll*
Guam
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 04.08.1999    um 13:46 Uhr   
Wenn uns denn das Ende am 11. ereilt, so werde ich ihm offen ins Auge blicken! [i]naja, mit Brille geschützt [/i]
Aber morbide Gedanken begleiten mich eigentlich stets durchs Leben, nicht erst seit ein paar Monaten Gerade eben floßen wieder einige makabre Zeilen aus meiner Hand...
[i]hinterläßt einen Gruß an Cartesius - und wirft ihrem Sam aus der Ferne eine Kußhand zu[/i]

Embryo
Und ich werde Dich zerstören
Und ich werde es genießen
Werde Dich zur Ohnmacht führen
Werde faulend in Dir sprießen
Und ich werde Dich vergiften
Und ich werde Dein Verderben
Werde in Dir Unruh stiften
Werde mit Dir im Wahnsinn sterben
Und ich werde Dich besetzen
Und ich werde an Dir lecken
Werde all Dein Sein verletzen
Werde Dich mit Wahrheit schrecken
Und ich werde Messer wetzen
Und ich werde brechen Deine Macht
Werde Dich erfüllen mit Entsetzen
Bin ich erst in Dir erwacht...
© [i]Abalone, 04.08.1999[/i]

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Nutzer: Gast_guam
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geschrieben am: 04.08.1999    um 17:42 Uhr   
Oh gott, wie makaber!
*schauderkrieg*
Hast du den Film "Warlock II" mit Julian Sands gesehen? Da gibt's so eine aehnliche Szene.
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Nutzer: sauergurk
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geschrieben am: 04.08.1999    um 21:42 Uhr   
*verneigtsichvoraba*
sg : O ))
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 05.08.1999    um 00:49 Uhr   
[i]Diese Geschichte entstand eines nachts als Foren-Beitrag in chatworld - und hat keinen Titel[/i]

schließt die spielhölle ab ........ schaut in den sternenhimmel ..... wandert die straße hinunter und setzt sich auf eine parkbank .......... schaut auf zum mond - und empfindet verwirrung, schmerz, gleichgültigkeit, wut, angst, freude .... alles zu einem zeitpunkt! ....... alles dreht sich, macht sie fertig ....... ihr wird schlecht ....... da, ein taxi hält neben ihr - ob er helfen könne, fragt der fahrer .... zu keiner kommunikation mehr fähig, winkt sie ihn matt zu sich her ...... endlich im taxi - es stinkt nach altem schweiß und fetten pommes ..... wohin? - egal.fahr.nu fahr schon.fahr mich weg.weit weg.fahr in eine andere dimension.nur weg von hier. - zeig mal deinen ausweis... - zu keinem klaren gedanken mehr fähig händigt sie ihm ihre geldbörse aus ..... aber er ist ein ehrlicher mensch ..... er ist grieche, kam vor 17 jahren nach deutschland, baute sich eine eigene existenz auf, aber dann ging vor einem jahr sein restaurant den bach runter, die kunden gingen jetzt lieber zum asiaten, das war schicker - jetzt war er froh, einen job zu haben, denn
schließlich warteten zuhause eine frau und sechs kinder ...... er besieht sich den ausweis und setzt sich in bewegung zur angegebenen adresse .... sie sitzt neben ihm, die haltung schlaff, der kopf an die scheibe gestützt, der blick starr nach vorne .... er ist an solche gäste gewöhnt, also versucht er erst gar nicht, ein gespräch zu beginnen - zum einen hat er heute schon genug gescheiterte lebensgeschichten zu hören bekommen, und zum anderen stürzt es denjenigen nur noch tiefer in sein chaos - die samariter-nummer hat er schon lange abgelegt .... sie hat keinen halt mehr .... irrt verwirrt durch eine welt ohne erkennbare grenzen und linien - alles verschwimmt ineinander, ist unfassbar ....... 'WO BIN ICH?' hämmert es in ihrem kopf - ein kleiner joker tanzt in ihr blickfeld und ruft ihr zu 'alles wird gut!' - schallendes lachen - eine fliege setzt sich auf ihre wange - sie schlägt nach ihr - das aufklatschen ihrer hand auf ihre haut lässt sie derart erschrecken, daß ihr ein weibisch-verängstigter laut aus dem mund entfährt - BREAK - sie liegt im bett ... nackt, die kleider achtlos vom körper gezerrt ... sie denkt, überall hat sie zuviel .... zuviel fett - an den beinen.am bauch.an den armen.im gesicht.auf der seele.punkt. - sie kann sich nicht regen - ist erstarrt - in ihrem wahnsinn - die katzen streichen um ihren körper, spüren eine unheilvolle spannung in der luft - 'so bin ich denn lebendig begraben...' - sie betrachtet den satz von allen seiten.von hinten.von oben.seitlich geneigt.ergebnis:keine empfindung.punkt. - ein absurder gedanke taucht auf .... schließ die augen .... welche soll sie schliessen? jene, welche sie die "SoIstDasLebenWelt" sehen lassen - oder jene, welche ihr den blick auf die "SoKönnteDasLebenAuchSeinWelt" eröffnen? - sie hat nicht aufgepasst - hat sich nicht erst die eine welt-tür schliessen lassen, bevor sie sich durch die andere wagte - jetzt fallen die beiden welten gierig übereinander her, verbinden sich in einem kopulationsähnlichen akt zu einer einheit, und ringen beide um die vorherrschaft ...... sie sitzt dazwischen und spürt schmerz ..... glaubt sie ....... BREAK - sie schläft - und erwacht nicht mehr als die, welche sie gestern noch war ...........................................

[i]Falconwings Antwort vom 24.07.99:[/i]
....am selben Abend zur gleichen Zeit....
Er schlurft ziellos durch die Straßen.... kein Ort, kein Platz sich unter Menschen
begeben zu können....."Wenn nur wer da wäre, der mit mir reden würde..." denkt
er... sieht ein Mädchen auf einer Parkbank.... alleine.... ein Taxi kommt...."Bitte nicht einsteigen" scheinen seine Gedankn zu rufen...er nimmt seinen ganzen Mut zusammen.... sein schritt wird schneller....Das Mädchen steht auf, setzt sich ins Taxi....."Vorbei" ist alles was er sich denkt.....rennt.

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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 05.08.1999    um 00:56 Uhr   
Verzweiflung
wachliegen, körper ist sch [b]W[/b] ach, geist ist hellwach
gedanken fließen, fliegen, wirbeln durchein [b]A[/b] nder
kommen nicht zur ruhe, [b]S[/b] chlagen kapriolen
machen dich fertig, laugen d [b]I[/b] ch vollkommen aus
probleme, sorg [b]S[/b] am während die sonne lacht verdrängt
wittern die ruhe der nacht und s [b]T[/b] ürzen sich raubspinnenartig
auf [b]D[/b] eine nerven, beißen sich fest, reißen, zerren an ihnen
lassen ein irres kichern vernehmen, aalen sich in dein [b]E[/b] r verzweiflung
mühsam die augen himmelwä [b]R[/b] ts treiben, in die unendlichkeit
hekti [b]S[/b] ch bemüht, einen ruhepunkt zu greifen, ihn zu packen
sich darauf konzentrieren, alle energ [b]I[/b] e auf diese stelle richten
lippen forme [b]N[/b] worte, im wettstreit mit den hämmernden gedanken
versuchen, diese zu übertöne [b]N[/b] , sie zu erdrücken, niederzuschmettern
sich bewußt werden, umgeben zu sein von milliar [b]D[/b] en von galaxien
jede wied [b]E[/b] rum erfüllt von milliarden von sternen, planeten
wo sind wir in die [b]S[/b] er übelkeit erregenden unendlichkeit
ein unbedeutendes nichts, ein quark in einem atom, [b]L[/b] achhaft
und doch erfüllt von diesem luftn [b]E[/b] hmenden gefühl der grenzenlosen wichtigkeit
welches uns erdrückt, am le [b]B[/b] en verzweifeln lässt ... wie töricht ...
geist [b]E[/b] rn durch die welt auf der jagd nach profit - profit im universum???
ist dies die bestimmung des lebe [b]N[/b] s??? ... hier läuft doch etwas aus dem ruder
wir haben das gefühl für relationen verloren ... und sind selb [b]S[/b] t verloren ...
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 07.08.1999    um 10:30 Uhr   
nein, guam - habe den film nicht gesehen ...
*smack@sauergurk*
und wieder was neues:
[b]Knorriges Schweigen[/b]
[i]Der Baum steht da und schweigt.
Ein Pärchen, tief verstrickt im Streit,
fast schon zu einer Trennung bereit,
bleibt stehen, mustert gedankenverloren
den Baum, der vor Jahrhunderten geboren -
entdecken - wie es der Menschen Sünde -
die Namen von Liebenden geritzt in seine Rinde.
Sie schauen sich an und sinken sodann
mit Zärtlichkeit im Herzen einander in den Arm...
Und der Baum steht da und schweigt.
Im Schatten der Äste Gestalten huschen,
im Rauschen der Blätter läßt sich vieles vertuschen.
Gemurmelte Worte - nur für jene betimmt,
die Eingeweihte im Kreise der Verschwörung sind!
Geschmiedet werden Pläne mit lodernder Glut,
werden sie doch schließlich fordern einen hohen Tribut!
Blut wird fließen, und Unschuldige sterben,
weil sie Opfer einer politischen Intrige werden...
Und der Baum steht da und schweigt.
Und wieder versammeln sich an seinem Stamm
Menschen, gefangen in seinem Bann.
Sie sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens,
jeder überzeugt von der Richtigkeit seines Strebens,
finden gegensätzliche Gesetzmäßigkeiten
und verzetteln sich tief in nichtige Kleinigkeiten.
Der Baum, er kennt die Wahrheiten im Leben,
er könnte ihnen den Durchblick geben...
Doch der Baum steht da und schweigt.
In der finstren Nacht ein Mann sich an ihn schmiegt,
in des Baumes Schatten er sich in Sicherheit wiegt.
Auf dem Weg führt eine Frau ihre Gedanken spazieren,
sie ahnt nicht, was gleich endgültiges wird passieren.
Der Baum spürt eine unheilschwangre Spannung -
da verläßt der Mann raubtierähnlich seine Tarnung,
vollendet sein befriedigendes Werk und kichert -
ihr Blut langsam zwischen den Wurzeln versickert...
Und der Baum steht da und schweigt.
Ich lehne mein Ohr an ihn und lausche...[/i]
© Abalone, 05.08.1999
[Diese Nachricht wurde geändert von: abalone (geändert am: 07-08-99).]
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 26.10.1999    um 12:11 Uhr   
[b]geist[/b]
dein geist ist schillernd
als bewege er sich zwischen
tausenden von fischen,
auf deren haut das sonnenlicht sich spiegelt -
ich tauche hinab (so blau...)
ich folge dir (so hell...)
fasziniert von deiner eleganz -
plötzlich finde ich mich neben dir
plötzlich finde ich mich
plötzlich finde
ich dich -
licht...
ich sterbe,
um mit dir neu zu erwachen...
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Nutzer: Gast_puc
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geschrieben am: 26.10.1999    um 18:54 Uhr   

schön! ein wenig selbstverlorenheit ist die brille, mit der man die dinge sehen kann, wenn man dem empfinden ein auge verspricht, welche man im beissendglänzendem lichtermehr des alltags und der sorgen, die sich selbst in den schwanz beissen, wie bekannte schlange, vor lauter innerer dunkelheit nicht mehr sehen kann. so setzt man einen fuss aus dem auto und schaut den anderen rasenden geschossen auf der autobahn zu, noch selbst von der geschwindigkeit benommen und spürt den boden ganz neu, so fest. doch kann ich ein wenig traurigkeit und verlust in deinen zeilen lesen. puc ;^))
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 27.10.1999    um 15:50 Uhr   
erstaunlich, daß du etwas trauriges in den zeilen entdeckst ... nun, vielleicht liegt es daran, daß ein bischen melancholie zum grundtenor meiner seelischen einstellung gehört - so ähnlich sieht es allerdings auch beim empfänger dieser zeilen aus, drum hat er die bedeutung der worte wohl auch so aufgenommen, wie ich es im sinn hatte *lächel*
*wünsche dir noch einen schönen abend, puc* ABA
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Nutzer: Gast_skunkx
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geschrieben am: 06.11.1999    um 22:35 Uhr   
Die Frohe Botschaft wurde und wird
Gesendet und verkündet
An und Aus
Allen Ecken und Ende dieser Welt
-
Das Buch wurde und wird
Geschrieben von uns
Mit unserem Blute
Mit unseren Tränen
Mit unserem Schweiß
Die Vögel - Sie singen davon
Die Kinder - Sie ahnen es schon
Die Rot- und Blaulicht-Sirenen,
Jedes Klingeln des Telefons,
Unsere lustig zwitschernden Handys -
Wir haben uns unsere Wecker selbst erschaffen,
Um uns im Ende selbst zu erwecken,
Um zu erwecken
Den Schläfer
In uns
Wir schreiben das Buch
Und eines Tages
( schon bald )
Werden wir es lesen
Und verstehen:
Wir waren und sind verlorengegangene Sender,
Einsame Inseln im unendlichen Meer,
Stille Sterne im kalten All,
Wir haben gezaubert
Und uns selbst unsere Rauch-
Und Brandzeichen erfunden,
Um schließlich
Zu entfachen
Das Letzte
Das Große
Das Ewige
Feuer...
Die Erste
Echte
Empfängnis...
Wir werden erleben und erfahren,
Daß alles nur existierte
Für uns
Als ein Fenster zur
Seele,
Wir werden es sehen,
Und wir werden es wissen,
Daß es definitv gibt
nur
EIN DING AN SICH
-
Unsere gemeinsame,
Ungebrochene,
Unsterblich
Schöne
Seele...
Das
LICHT.
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 07.11.1999    um 20:02 Uhr   
skunkx!! wo hast du gesteckt? ich bin sehr froh, wieder etwas von dir zu hören - und wie es scheint, bist du immer noch in genial-guter form ... darf ich dann auf eine fortsetzung deiner zukunftsvision "DAS FLEX" hoffen?
*mit erfreuter miene grüßt* die Abalone
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 19.11.1999    um 20:58 Uhr   
[b]das schönste ...[/b] (für s.)
[i]Tagebuch:[/i]
Im Gras zu sitzen ... still
um sich zu schauen - zu beobachten ...
ein Gesicht zu fixieren - mit ihm zu wandern ...
das äußere Sehen weichzuzeichnen
bis man nur noch Konturen erkennt -
dafür den Geist weit auszubreiten
in die Gedankenwelt des anderen zu tauchen ...
sich in ihn zu versenken
um seine Welt erfassen zu können ...
sich die Fragen zu stellen:
"Wie sieht er die Welt?
Wohin geht er gerade?
Wie sieht sein Leben aus?" -
und dabei dieses Kribbeln zu spüren ...
jene Regung, die mich vor dem Wahnsinn bewahrt -
die mich davor schützt
völlig in die zwischenwelten einzutauchen -
und mit dem gefühl zurückzubleiben
man habe soeben das universum berührt ...
jemanden zu finden
der genau diese gefühle versteht -
was könnte es schöneres geben?
ich wäre glücklich ...
[i]Tagebuch:[/i]
ich bin glücklich ...
[i]©Abalone, 19.11.1999[/i]
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geschrieben am: 20.11.1999    um 22:52 Uhr   
[b]Es geht um meine Existenz![/b]
Meine Spülung gibt Elastizität
für dauergewelltes und coloriertes Haar -
schaden kann`s nicht ...
Meine Rosmarin-Bademilch
wirkt kräftig aufmunternd -
schaden kann`s nicht ...
Mein sanftes Peeling-Gel
enthält Pro-Vitamin B5 -
schaden kann`s nicht ...
Meine Handseife aus dem Spender
ist dermatologisch getestet
und antibakteriell -
schaden kann`s nicht ...
In den Frauenmagazinen erfahre ich,
wie ich mir mit Makeup
einen natürlich-gesunden Teint zaubere -
schaden kann`s nicht ...
Mein Geist stellt mir leise die Frage:
'Sind wir noch bei Trost?' -
Naja, schaden kann`s nicht ...
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 20.11.1999    um 22:54 Uhr   
[b]Detailbetrachtungen[/b]
Gestern ist ein Mann fischen gegangen
und beschloß, seine Frau zu verlassen ...
Fünf Minuten später hat eine Frau
ihre Einkaufstüten fallengelassen,
geschüttelt von einem Asthmaanfall ...
Im selben Moment suchte ein Student
nach einer Münze zum Telefonieren ...
Sieben Städte weiter lag ich im Bett
und tat etwas, nur um etwas zu tun ...
Eben in diesem Augenblick
springt ein Hund über einen Graben ...
Kurz zuvor ist ein Mann
rechts statt links abgebogen ...
HEY! Hör zu!
Ich erzähle vom Universum ...
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Nutzer: Gast_guam
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geschrieben am: 23.11.1999    um 17:30 Uhr   
Prima, einfach prima geschrieben!
Genau das Stil , das ich so gerne mag, originell, frech, etwas aphoristisch und dass man danach lange ueber das Gedicht nachdenken kann.
Was " das schoenste" betrifft, naja , ich bleibe immer noch bei meiner Meinung, obwohl zuzweit es natuerlich mehr Spass macht.
Gruss
Guam
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 21.12.1999    um 00:58 Uhr   
[i]dies habe ich in einem anderen forum gefunden ...[/i]
Krabbe
an medea
Wenn es einen Menschen gäbe, der wagte, alles zu
sagen, was er von dieser Welt gedacht hat
bliebe ihm kein Quadratmeter mehr
um sich darauf zu behaupten.
Wenn ein Mensch erscheint, stürzt sich die Welt auf
ihn und bricht ihm das Rückgrat.
Immer sind zu viele morsche Säulen
stehengeblieben, zuviel verfaulte Menschheit,
daß einen Mensch aufblühen könnte.
Der Überbau ist eine Lüge und das Fundament
eine riesige zitternde Angst.
Wenn in Abständen von Jahrhunderten
ein Mensch mit einem verzweifelnden hungrigen Blick
in den Augen auftritt
Ein Mensch, der die ganze Welt umwälzen würde,
um ein neues Geschlecht zu schaffen,
wird die Liebe, die er in die Welt bringt,
in Bitterkeit verwandelt und er wird zur Geisel.
Wenn wir dann und wann auf Seiten stoßen,
die explodieren. Seiten, die verwunden und schmerzen,
die einem Seufzer, Tränen und Flüche abringen;
dann sollt ihr wissen,
daß sie von einem aufrechten Menschen stammen.
Einem Menschen, dem keine andere Verteidigung übrig bleibt
als seine Worte. Und seine Worte sind immer noch stärker
Als das verlogene, erdrückende Gewicht der Welt.
Stärker als all die Foltern und Räder
die die Feigen erfinden
um das Wunder der Persönlichkeit zu vernichten.
Wenn je ein Mensch wagen würde, alles
was er auf dem Herzen hat auszusprechen,
sein wirkliches Erlebnis, alles
was wirklich seine Wahrheit ist niederzuschreiben.
Dann, glaube ich ginge die Welt in Trümmer
würde in Stücke zersprengt, und kein Gott,
kein Zufall, kein Wille könnte je wieder die Stücke
die Atome, die unzerstörbaren Elemente zusammenzusetzen,
aus denen die Welt bestand.
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 01.02.2000    um 14:48 Uhr   
[b]Schlampe[/b]
Liebe auf den ersten Blick
Wärme
Geborgenheit ausgetauscht
Gemeinsame Freizeitgestaltung
Auf und Ab des Lebens - Zusammenhalt
Neue Freunde, neue Lieben
durch Dich gefunden
Schwächen erkannt
Interesse verloren
Dich in den Hintergrund gedrängt
Beleidigende Worte
in Dein Antlitz geschrien
Etwas besseres gefunden
Deine Existenz gehasst
Du hast ausgedient
Am Ende - verkauft
Ich bin eine Schlampe

[i]In schamhaftem Gedenken an mein Laptop - abgeschoben am 21.01.2000[/i]
[Diese Nachricht wurde geändert von: abalone (geändert am: 01-02-00).]
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 01.02.2000    um 14:49 Uhr   
[b]suchtsuechtig[/b]
DryGin
rinn
in
meinen sinn
(sinnlos)
los
betaeub
bestaeub
beraub mich
meines bewußtseins
(bewußtlos)
los
verfuehr
beruehr
mein gespuer
- zeig mir die tuer
in eine andere wahrheit
(daseinsfrage)
du plage
ich verzage-
und versage ...
bewußtseinserweiterung?
nicht hier
nicht in mir
nicht mit dir
(schluß)
ein letzter kuß
ab in den abfluß -
ans meer einen gruß
adios genuß
(eigene regie - wie?)
ironie?
salut sherry
mon chéri -
zeig mir deine
philosophie -
genie?
geh nie ...
suchtsuechtig
*nein - dies spiegelt nicht meine derzeitige situation wider, und ich habe es auch noch nie erlebt (nicht am eigenen koerper)*
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 01.02.2000    um 17:19 Uhr   
[b]veritas de re vera[/b]
Wir lesen Buecher -
inhaltlich kontrovers;
die Synthese: meine Wahrheit
... wahrlich meine?
Nicht eher gezielte Manipulation?
Wir sehen fern -
inhaltlich kontrovers;
die Synthese: meine Wahrheit
... wahrlich meine?
Nicht eher gezielte Manipulation?
Der Eisberg -
die Spitze deutlich sichtbar,
doch 7/8 verborgen -
und dort liegt die wirkliche Macht.
Die Gesellschaft -
7/8 deutlich sichtbar,
doch die Spitze verborgen -
und dort liegt die wirkliche Macht.
Sie schreibt die Geschichte.
Keiner hinterfragt.
Hat Einstein gelebt?
Ich weiß es nicht.



p.s. @ Sam ...
p.p.s. man darf ruhig kommentieren ...
[Diese Nachricht wurde geändert von: abalone (geändert am: 01-02-00).]
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 18.02.2000    um 14:16 Uhr   
[b]Ereignislosigkeit[/b]
Ich lag auf dem Sofa und trank mein Bier,
während meine Ohren düsterer Musik lauschten.
WAVE - irgendwie ein bißschen krank,
aber auch diese Musik versucht nur,
einen Sinn zu finden.
Jetzt wär's an der Zeit,
einen alten Namen zu nennen -
einfach, weil's gut ankommt ...
es macht was her.
Meine Sinne waren entrückt
wie die beim alten Baudelaire -
paßt das? Egal - wer achtet schon darauf?
Namen nennen + Bier trinken =
etwas auf dem Kasten haben ...
Die Familienfotos an der Wand,
gleichgültig wie eh und je -
die Wäsche muß schließlich ICH waschen.
Da entschloß sich die Erde plötzlich,
mal aus der Rolle zu fallen.
'Ich hab Bock auf was Neues -
let's move to outer spaces!'
Ich dachte:'Hey, cool, Baby - ich bin bereit!'
Die Stimmung war lässig, bis sie bemerkte,
daß jemand ihr einen Strich
durch die Rechnung machen wollte.
Sie wußte es nicht besser, also schrie sie zornig:
'Fick Dich, Sonne, Du aufgedunsene Kuh -
kannst das Alleinsein wohl nicht ertragen?
Wo bleibt meine Individualität?
Irgendwann zahl ich Dir alles heim!'
'Scheiße', ging's mir durch's Hirn,
'jetzt passiert wieder nichts.'
'Hey, Kleine', altklugte ich,
'in 5 Milliarden Jahren wird dir
die fette Kuh aber mächtig einheizen!'
'Ach, halt's Maul.' war die Antwort.
Ich lag auf dem Sofa,
und war irgendwie deprimiert.
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 13.03.2000    um 20:48 Uhr   
[b]Sanftmuttrümmerfelder[/b]
In Blei gegossen, giftig und schwer / schleichen Raubtiergebeine durch Sanftmuttrümmerfelder / Er dachte, er hätte es zu seinen Gunsten gewendet / dabei hat er es verschwendet, von Oberflächlichkeit geblendet / sein Leben, das solariengebräunt von goldeneren Zeiten träumt / In Blei gegossen, giftig und schwer / schleichen Raubtiergebeine durch Sanftmuttrümmerfelder / Sie sitzt vor dem Klo, hat den Wohlstand ausgekotzt / weil kranke Gene ihre Synapsen sitzblockieren / und von Idealen philosophieren, die vor der Logik kollabieren / Sieben Länder südlich, einen Kontinent entfernt / stellt man nicht die Frage, hat man nicht die Qual der Wahl / hyperschlank gilt nicht als chique, ist nicht Ausdruck der Kritik / an den dominanten Formen der Lebensführungsnormen / Könnten sie dort auch nur einen Bruchteil unseres Standards erleben / wär es wie ein Freifahrtticket in das ewige Leben / In Blei gegossen, giftig und schwer / schleichen Raubtiergebeine durch Sanftmuttrümmerfelder / Letzte Woche im Café lamentiertest du:"He!" / Was ist das für eine Welt, in der Gemeinschaft nicht mehr zählt? / Anonym zu sein - allein - das soll der Sinn des Lebens sein? / Ihr lauft doch alle blind durch die Gegend, keinerlei Interesse hegend / was um euch herum geschieht - wer mit euch durchs Leben zieht / Ich dagegen nehme Anteil, geb mich nicht dem Anschein hin / Heute abend, wie fast täglich, geh ich kurz zur Nachbarin." / "Meinst du etwa Frau von Roth? Die ist seit sechs Wochen tot ..." / In Blei gegossen, giftig und schwer / schleichen Raubtiergebeine durch Sanftmuttrümmerfelder
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 01.04.2000    um 00:57 Uhr   
[b]Seelenfäulnis[/b]
Ich habe Pickel an den unmöglichsten Stellen | werden wohl Probleme sein, die eitrig aufquellen | Beulen - Keulen meiner verunstalteten Seele | Ich breche sie auf und zu meinem Vergnügen quäle | ich die voyeuristische Welt mit dem, was sich schon so lange darin aufhält | Was ich zu sagen habe, kann niemand verstehen | schließlich mußte ich den Weg zur Erkenntnis alleine gehen | Trotzdem schrei ich mein Leiden laut hinaus, okay? | Ich filter mein Leben auch gerne mal mit OCB | zeichne es hart, schärf die Konturen | und folge mir selbst auf tief verdrängten Spuren | Fühlst Du den Glibber, riechst Du das Elend? | Atme den Schwefel, der mir aus dem Mund rinnt | Dies nicht zu erleben ist ein echtes Versäumnis | Welt, ergötz Dich an meiner persönlichen Seelenfäulnis | Daß ich ein Narzist bin, ist mir bewußt | Aber das ist der Acker, auf dem Eure Bewunderung fußt | Ich nenn mich Prophet, setz mich auf meinen Thron | und Ihr reagiert genau nach meiner Kalkulation | Ich erzähl Euch, wie das Leben wirklich ist | daß es mich in meiner Einsamkeit völlig vergißt | Ich spreche von Schmerzen, vergewaltige Eure Herzen | will es mir mit Eurer Harmoniebedürftigkeit nicht verscherzen | bettle um Hilfe, um Beistand und Rat | dabei habe ich schon längst meine Lösung parat | Warum mein Leid vergessen? Schließlich seid Ihr darauf versessen | meinen Kopf in Euren warmen Mutterschoß zu pressen | und mir zu sagen: "Du hast recht - doch nicht alles ist schlecht!" | Echt? Mein Gott, was für eine Weitsicht! Wie lang suchtet ihr nach dieser Einsicht? | Ihr fühlt Euch wie die größten Weisen in der Geschichte | und wartet sehnsüchtig auf weitere Gedichte | die Euch berühren und heftigst Euer Mitleid entfachen | Ich dreh mich um und kann nur eines - lauthals lachen ... | Fühlst Du den Glibber, riechst Du das Elend? | Atme den Schwefel, der mir aus dem Mund rinnt | Dies nicht zu erleben ist ein echtes Versäumnis | Welt, ergötz Dich an meiner persönlichen Seelenfäulnis
©Abalone, 30.03.00
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 02.04.2000    um 04:27 Uhr   
<BLOCKQUOTE><font size="1" face="Verdana, Arial, Helvetica quote:</font><HR>
[i]Anders[/i]
Du hast mir wundervoll beschrieben,
wie dich die Liebe fast zerbricht;
mich aber, du, mich liebst du nicht,
sonst würdest du mich anders lieben.
Sonst würdest du den Freund beglücken
und dächtest nicht an Ruf und Pflicht,
und dankbar würd' ich mein Gesicht
in deine seligen Brüste drücken.
Sonst wär ich nicht so stumm geblieben,
wenn mir dein Mund von Liebe spricht;
Ich nicht! - Nein nein, du liebst mich nicht;
sonst - o, wie anders würd' ich lieben!
[i]Richard Dehmel[/i]
<HR></BLOCKQUOTE>

für die welt
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Nutzer: abalone
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geschrieben am: 04.05.2000    um 18:22 Uhr   
[b]Science fiction Jazz[/b]
Hüpf von der vier
über die eins
(Spannung)
gleich auf die zwei
Füge Zwischenschritte
(tippel, tippel, tippel)
ein
und gelange wieder
zur Absprungstelle
Lebensgroove
Setz ziellos das Highhat
(zing/tippel, zing/tippel, tippel, zing)
Farbnuancen gleich
Klecks hier, Klecks dort
Auflockerung des Systems
Hüpfe
Schwebe
Fliege
getragen von
sphärischen Klängen
aus der Hammond-Orgel
Comusiker kommen
und gehen
Combofluß
Dann und wann
treten snaredrums
in Deinen Hintern
Drill, in Maßen,
schadet nicht
Aber meide gleichförmige
Notenverteilung
- und am Ende
bleibt nur ein Fazit:
"Das war eine coole Session!"
Tod.
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