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geschrieben am: 22.11.1999 um 09:38 Uhr
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viel spass beim lesen!
[b]Chinesische Liebe[/b]
von Annina Bogdanic
[i]Nun sitze ich schon wieder im Flugzeug. Ich bin doch gerade erst angekommen, und schon wieder muss ich gehen. Sechs Monate voller neuer Eindrücke, neue Einsichten, neue Kultur, viele neuen Menschen....HongKong, die Stadt der Städte, na ja, wenigstens für mich, HongKong, das Einkaufsparadies, HongKong hier, HongKong da...Sechs Monate war ich nun hier, habe gelebt, geatmet, gearbeitet, gerochen, gefühlt, geliebt. Jaaaa, vor allem geliebt. - Ich glaube, diese Flugzeugluft bringt mich ganz durcheinander.
Genau am 6. April 1996, bin ich hier angekommen. Völlig ahnungslos, und auch müde vom Flug, bin ich durch den Flughafen gestolpert, bin durch die Passkontrolle gekommen (auch hier werden mühsame Einwanderungsfragen gestellt) und habe dann nach längerem Warten auf meinem einzigen Koffer meine Gastfamilie kennengelernt. Es war nicht so herzlich, wie ich mir das vorgestellt hatte (ich hatte die italienische Version im Kopf!), aber auf jeden Fall zeigten sie mir ihnen Respekt, indem sie sich mit zusammengepressten Handflächen leicht vor mir verbeugten. Wir waren wohl alle etwas befangen, da dies mein erster Auflandaufenthalt war und ich ihr erster Gast.
Die Wohnung war sehr klein, wie eigentlich alle Wohnungen in HongKong, aber es hat immer gut gerochen, nach chineischem Essen! Nach etwa einer Woche hatte ich den Jetlag hinter mir und mich auch ziemlich gut eingelebt, doch es war mir unheimlich langweilig, kannte ja überhaupt niemanden, und Chinesisch konnte ich auch nicht (oder besser gesagt, noch nicht). Auch durch meine Abendkurse an der Uni habe ich niemanden richtig kennengelernt. Nach drei Wochen hatte ich solches Heimweh, dass ich nur noch nach Hause wollte. In der vierten Woche, da hat sich alles verändert. Mein Leben, meine Einstellung (war sie doch immer etwas "schweizerisch"), mein Aussehen...
Mein Flugzeugnachbar sieht mich ganz komisch an, muss wohl zu sehr gestrahlt haben!
Auf jeden Fall, in der vierten Woche musste ich zum Friseur, dummerweise konnte der kleine Mann nicht sehr gut Englisch, und ich nicht genug Chinesisch, was ich aber erst nach meinem Schnitt schreckensvoll erfahren musste. "Raspelkurz" waren sie, die Haare. Ich hatte gezahlt, rannte aus dem Laden in den nahen Park, setzte mich auf eine Bank, den Kopf zwischen die Hände und weinte hemmungslos. Was war ich doch für ein armes Mädchen! Jemand hielt mir ein Taschentuch unter die Nase, das ich dankend annahm. Nach geräuschvollem Schneuzen meiner Nase und ein paar Seufzern bedankte ich mich für das Taschentuch. Ich kann jetzt nicht sagen, das mich der Blitz getroffen hätte oder dass ich die Geigen spielen gehört hätte, aber ich muss schon sagen, ich war angenehm überrascht. Was sag' ich da, dieser Mann hatte was....HMMMMMMMM:AAron Lee und ich haben uns wahnsinnig gut unterhalten in einem Tea House in der Nähe des Parks. Aaron Lee war überhaupt wahnsinnig, wahnsinnig schön, wahnsinnig intelligent, wahnsinnig, atemberaubend, fantastisch. Ja, ich weiss, das tönt jetzt schon sehr nach "Bravo"-Liebesroman, aber ist nicht alles so wahnsinnig, atemberaubend und fantastisch, wenn man verliebt ist?
Aaron Lees Eltern waren geschieden. Der Vater lebt in Holland ist aber in St. Maarteen (Karibik) geboren und aufgewachsen, und seine Mutter ist Chinesin, die jetzt in HongKong lebt. Er sieht für meinen Geschmack sehr, sehr gut aus. Auf jeden Fall, er verbrachte seine Studentenzeit an der Uni in HongKong, und in den Semesterferien wollte er "Selbstfindungstrips durch Asien" machen.
Wir verbrachten eine wunderbare Zeit zusammen. Ich lernte viel über HongKong und auch über China. Da er ja an der Uni war, hatte ich die Möglichkeit auch an die dortigen Unipartys zu gehen und jede Menge neue Menschen kennenzulernen. Was aber vor allem so schön war: ich konnte lachen mit ihm. Er hatte einen ganz speziellen Humor. Meine Gastmutter hat gemeint, meine Augen würden funkeln, sobald i |
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