|
|
|
geschrieben am: 12.05.2003 um 07:08 Uhr
|
|
und wieder sitzt er auf dem alten Holzstuhl, die Ellenbogen auf den Schreibtsich gestemmt und das Kinn auf die Handflächen gestützt, etliche Unterlagen liegen verstreut vor ihm, Wutentbrannt schiebt er sie zur Seite, eine Tasse, noch halb gefüllt , zerbricht scheppernd auf dem Boden, das Zimmer scheint leer, endlos weit, vor sich das Zerbrochene Bild seiner Liebsten wohl, eingerahmt, und doch vernichtet, das Glas zersprungen, von Tränen verschwommen.. die Stimme wohl eher unbewusst erhoben, sie klingt leer, belanglos
..und noch immer liebe ich dich, wie schön du nur bist, eines Engel s gleich, doch selbst sie müssen sich vor deiner schönheit beugen, ich liebe deine Stimme, schöner noch als der Gesang der Nachtigall, ich liebe alles an dir, mehr als meine eigenes Leben...
voller Wucht schlägt er mit der Stirn auf den Stirn, der Tisch verbiegt sich leicht und "schreit" voller Schmerz, langsam hebt er den Kopf erneut, kratzend und fluchend
doch ich, wieso ist die Liebe nur so verhasst, das man mich dazu verleitete dein Vetrauen zu brechen, wie kann ich es nur jemals wieder gut machen wie soll ich es dir nur sagen
das Handy fest umklammernd, versucht er die winzigen Tasten zu Worten zusammenzufassen, plötzlich hebt er die Hand und schmettert es gegen die Wand, noch wütender als je zuvor, der Computer neben ihn, soeben geladen und die Verbindung zum Internet steht, hastig beginnt er zu tippen, viele, etliche Worte, doch dann drückt er nur auf den Schalter, der Pc ist aus, die Worte verschwunden, das Telefon schon lange nicht mehr zu hören, das Kabel halb aus der Wand gerissen, verrückt beinahe reisst er sein Taschenmesser hervor, rammt es sich ohne zu zögern in den Arm, Blut fließt auf die Wunde. Ein alter Pinsel, er diente einst als Hilfe seine Gedanken in Bilder zu verfassen, einst saß er etlich Stunden alleine am Schreibtisch und malte, nun dazu verflucht die schwere Sünde zu tragen und seine Gedanken unter einsatz des bittersüßen Saftes wiederzugeben, noch während er den Pinsel auf die Wunde setzt, spricht er leise, einige Blätter zurecht rückend...
nun, Worte in der Art des Computers, was sind sie ? doch nur eine Maßnahme für diejenigen die es nicht lassen können, das Blut, es ist doch so schön und so rein, alle Sorgen, alle Nöte in jenem vereint, und nun, verlässt es den Körper, es ist tot, tot wie mein Leben es ist, wenn ich schreibe so wird jede Bewegung jedes Gefühl durch die Kraft der Feder auf dem Blatt vereint und gibt es wieder, als ob ich selbst vor ihr stehe und rede
lacht laut, lehnt sich im Stuhl zurück so das die etlichen Bierdosen unter ihm knirschen, nun denn beginnt er zu schreiben, vieles schreibt er auf , in seiner besten Schrift, und doch Sinnlos denn alles verläuft, lässt nichts als einen Verkrusteten Fleck über, er lässt den Pinsel fallen sieht hinaus, durch das Fenster, vor jenem in weniger Entfernung der Friedhof die Erinnerungen am Leben hält, wie tot, so würde er nun gerne sein, endliche Vereinigung, so leicht und Sinnig soll der Tod doch sein, er schwelgt weiter in Gedanken, das Messer langsam hebend, legt es an den Hals, fährt mit der Spitze über seinen Hals, plötzlich, ein Klopfen, oder mehr der Schmertzhafte Ruf der Tür nach Freiheit? denn sie kann diese Sinnlosen Schläge nicht weiter hinnehmen, zeitlupenartig steht er auf, noch immer leicht betäubt ob des Gebräus öffnet er die Tür, er sieht "ihr" lange in die Augen, abwesend scheint er, "sie" legt langsam ihre Hände an seine Hüfte, lächelt, doch diese bittersüße Ironie wird überdeckt durch den Fluß der Tränen, der ihr Gesicht fast wie ein lauer Herbststurm erscheinen lässt, langsam streckt sie sich zu seinem Kopf hinauf, ihre Lippen hauchen ihm einen sanften, kurzandauernden Kuss auf die Wange, dann tritt sie zurück, ihm so die Stütze nehmend, krachend bricht er auf die Beine, sieht zu ihr, sieht zu wie "sie" sich abwendet, wie sich ein Teil seines Lebens endgültig von ihm löst. Bedächtigt schüttelt er nur den Kopf und erhebt erneut die Stimme, nichtsagend und voller ewiger leere
ich.. liebe dich
Kurz zuckt "sie" zusammen, dann geht sie die Treppe hinab und noch lange sind die verhallenden Schritte zu vernehmen, aus dem Zimmer entringt die Hitze der Verzweiflung, belanglos und nichtig läßt er sich auf den Rücken fallen, greift neben sich wo "sie" den Ring hinabwarf. umspielt ob der Trauer seuft er leise...
@Eygatur
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!
Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird
|
|
|
|
|