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geschrieben am: 08.07.2001 um 15:16 Uhr
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Manchmal...
Manchmal wünsche ich mir...
Den Mut zu haben, um feige zu sein.
Wär dann schon lange nicht mehr hier,
Sondern weit fort, endlich allein.
Weg von hier, nichts mehr spüren,
Keine Tränen mehr, keinen Schmerz.
Ihr würdet mich finden, mich berühren,
Nichts mehr finden, nur ein kaltes Herz.
Würdet weinen um mich, mich vermissen,
euch fragen wieso und warum.
Ihr wart da, ihr müsstet es wissen.
Ich schrie, eure Antwort blieb stumm.
Was kommt danach, wohin gehe ich?
Weiß nicht, werd es bald sehen.
Vergesst mich, denkt nicht an mich,
Ihr hattet eure Chance es zu verstehen.
Manchmal wünsche ich mir,
den Mut zu haben, um feige zu sein...
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geschrieben am: 10.07.2001 um 10:54 Uhr
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- Drachenstern - Teil 13 -
Die Sonne schien warm auf den Stern herab, doch ihm war kalt, er zitterte... er spürte die Kälte der Drachen und Sterne um ihn herum. Am Himmel war es auch oft kalt gewesen, aber auf eine andere Art und Weise als hier... die Kälte am Himmel war er gewohnt gewesen, sie hatte ihm nichts ausgemacht... doch dann hatte er die Wärme eines Drachen gespürt, sie wiedergesucht... und alles verloren...
Nachts lag er da, schaute in den Himmel, zu seinem Platz unter den Sternen und sehnte sich zurück, sehnte sich zurück nach seiner Freiheit, nach dem Abstand, nach seiner Einsamkeit... Er hasste die Einsamkeit auf der Erde... es war eine andere Einsamkeit als zuvor am Himmel... nun wußte der Stern wie es war, Nähe zu spüren, nicht allein zu sein, deshalb verletzte ihn das Alleinsein hier so sehr...
Alles hatte sich verändert... der Stern wußte, dass er krank war und er spürte, dass es ihm hier auf der Erde nur noch schlechter ging... Es gab kein grau für ihn, nur schwarz oder weiß... und hier war alles schwarz. Er wußte, dass er sterben würde... war es vielleicht zu einem Teil schon, innerlich, doch was tat dann so weh? Wieso noch warten? Wieso das Leben noch ertragen? Warum nicht einfach jetzt schon fortgehen... niemand würde es merken, niemand würde es kümmern...
Doch da war noch etwas, neben dem Schmerz... ein kleiner Funke der Hoffnung, winzig nur, doch immer wieder da... immer wieder schlug er kleine Flammen, kämpfte und schrie dem Stern zu, dass er nicht gehen darf, dass er leben muss... nicht für andere, sondern ganz allein für sich selbst...
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geschrieben am: 11.07.2001 um 10:39 Uhr
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- Drachenstern - Teil 14 -
So blieb der Stern auf der Erde und versuchte sich mit seinem Leben dort zurechtzufinden. Eines Tages, als er fast schon meinte, er hätte es geschafft und als es ihm schon fast wieder gut ging traf er den vierten Drachen wieder. Er erfuhr, dass der Drache nun ganz in seiner Nähe lebte und er war froh und glücklich endlich jemanden zu kennen, eine Zuflucht zu haben, jemanden mit dem er reden konnte, wenn es ihm schlecht ging.
Der Stern klammerte sich an den Drachen, weil er glaubte was der Drache sagte. Der Drache sagte ihm er wäre wichtig für ihn, er wäre wie eine Schwester und er versicherte dem Stern, dass er ihn unbedingt richtig kennenlernen wollte. Der Stern glaubte ihm, weil er es glauben wollte. Er fühlte sich noch immer sehr allein auf der Erde und sehnte sich nach jemandem, der ihm etwas Nähe schenkte. Tief in ihm wußte der Stern, dass der Drache ihn nur belog und seine Einsamkeit ausnutzte. Er wußte, dass der Drache einen anderen Stern hatte, den er ebenso belog... doch er wollte es nicht sehen... so verschloss er dieses Wissen tief in seinem Herzen und versuchte so mit seinem Leben auf der Erde zurechtzukommen...
Nach und nach musste er erkennen, dass er die Augen vor der Wahrheit nicht verschliessen konnte. Er erkannte, dass seine Gefühle für den Drachen nicht echt gewesen waren, dass er nur nach jemandem gesucht hatte, der ihm etwas Aufmerksamkeit schenkte. Es schien allen egal zu sein, was er hier auf der Erde machte, er hatte das Gefühl zu fallen und niemand schien es zu sehen. Deshalb suchte er so verzweifelt nach einem Halt und klammerte sich bei seiner Suche genau an den Falschen, an jemanden, der diese Suche gesehen hatte, es ausnutzte und den Stern so noch tiefer fallen liess...
Der kleine Stern fühlte, dass er die Kontrolle über sein Leben verlor, doch er war wie gelähmt, konnte nichts dagegen tun... und so schaute er nur hilflos zu, wie der Abgrund immer näher auf ihn zu kam...
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geschrieben am: 12.07.2001 um 10:04 Uhr
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Wahrheit
Allein, so sitz ich hier
Wäre jetzt so gern bei dir
Möcht in deinen Armen liegen
Mit dir zum Regenbogen fliegen
Doch du bist nicht hier
Bist nicht bei mir
Sondern bei ihr
Du hast es mir nicht gesagt
Und ich hab dich nicht gefragt
Wollte es nun mal nicht seh'n
und kann dich einfach nicht versteh'n
Wie eine Schwester bin ich für dich
Etwas anderes möchtest du nich
Werd dich verlieren wenn ich es sage
doch ich ertrag es nicht noch ein paar Tage
Du hast mich verletzt, tatest mir weh
Mein Herz weint wenn ich euch seh
Kann nicht mehr schweigen und will es auch nich
Das letzte was ich sag: Hab mich verliebt in dich
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geschrieben am: 13.07.2001 um 09:54 Uhr
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- Drachenstern - Teil 15 -
In seiner Verzweiflung versuchte der Stern mit dem Drachen zu reden, doch er verstand ihn nicht... er war verletzt und wütend, weil der Stern ihm die Wahrheit sagte, weil er ihm sagte, was er wirklich dachte. Der Drache hatte immer gesagt, dass er den Stern kennenlernen wollte, aber nie versucht das wirklich zu tun. Immer wenn sie sich trafen blieb es bei oberflächlichem Reden und wenn der Stern versuchte etwas zu sagen wurde er abgewehrt. Der Drache verstand nicht, wieso der Stern so dachte, oder er erkannte es sehr wohl und wußte nun, dass der Stern die Wahrheit erkannt hatte.
Er war sein Drachenbruder gewesen... und nun liess er ihn im Stich... der Stern war wieder einmal nur auf sich gestellt. Doch genau in dem Moment wurde dem Stern etwas klar: Er wurde sich bewußt was er war, wer er war: Ein Stern... ein strahlend schöner Stern, zwar nur einer von vielen Millionen anderen und doch, auf seine Art, etwas ganz Besonderes.
Er erinnerte sich, was er alles schon überstanden hatte und daran, dass er stark war, dass er sich nicht so einfach aufgeben konnte. Und so fing der kleine Stern an zu schweben, kurz bevor er dem Abgrund zu nah gekommen wäre. Lächelnd schwebte er dort und wußte, dass es wieder aufwärts gehen würde... es würde langsamer gehen als der Sturz nach unten, es würde schwerer werden, aber er wußte, dass er die Kraft dazu hatte.
Der Stern blickte nach oben, den Abgrund hinauf und sah dort oben Gesichter von anderen Drachen und Sternen, verschwommen zwar, doch sie waren da... sie streckten die Hände aus, wollten dem Stern helfen, doch sie waren noch zu weit weg... Er wußte nicht, wer sie waren und er wußte auch nicht, ob sie es ehrlich meinten, aber das Wissen, dass jemand da war, gab ihm Kraft es allein zu schaffen... Er würde es schaffen, das spürte er...
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geschrieben am: 21.07.2001 um 12:38 Uhr
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- Drachenstern - Teil 16 -
Als es dem Stern wieder besser ging entschloss er sich ein Versprechen einzulösen und den kleinen Bauernjungen zu besuchen.
Der kleine Bauernjunge, den er schon so lange kannte und der immer für ihn da war. Der Bauernjunge hatte den Stern immer bewundert und für ihn war es "sein" Stern... Doch er hatte immer nur die Drachen zu dem Stern fliegen sehen und war sehr traurig deswegen, weil sie zu deinem Stern durften und er auf der Erde zurückblieb. Und trotzdem war er da und tröstete den Stern, wenn dieser wieder traurig und verzweifelt war wegen den Drachen.
Doch er hatte den Stern immer nur aus weiter Ferne leuchten sehen und wußte nicht wie er aus der Nähe war. Und so war er enttäuscht als der Stern bei ihm war. Der Stern spürte die Enttäuschung und die Kälte und es tat ihm sehr weh. Er hatte Angst davor gehabt den Bauernjungen zu enttäuschen und genau das war passiert.
Vor dem Treffen hatte der Bauernjunge ständig Ausschau nach dem Stern gehalten, zum Himmel hochgeschaut und seinen Stern gesucht, nun schaute er nur noch auf den Boden. Und auch wenn der Stern besonders hell strahlte und hoffte dann von ihm gesehen zu werden, ein Lächeln geschenkt zu bekommen, nur einen Augenblick, selbst dann bekam er keine Reaktion.
Das alles machte den Stern sehr traurig. Der kleine Bauernjunge hatte immer, genau wie die anderen Drachen, gesagt, dass der Stern etwas Besonderes für ihn sei und dass er ihn gern behalten wollte. Und nun war er so kalt und gleichgültig und wollte ihn am liebsten loswerden.
Es tat sehr weh und der Stern verdunkelte sich wieder und überlegte ob es wohl besser wäre niemanden mehr zu besuchen. Es tat ihm weh andere zu enttäuschen und irgendwie schienen immer alle enttäuscht zu sein, wenn sie den Stern aus der Nähe kennenlernten...
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