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geschrieben am: 10.04.2003 um 15:52 Uhr
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SPAX - Kriegstagebuch
Wir schreiben das Jahr 2-0-0-3
Ich bin nur einer von vielen in diesem Krieg der hier tobt
wie an vielen Orten auf der ganzen Welt
Ich bin jetzt Opfer und Täter mit meiner Waffe in der Hand
Ich schreibe meine Gedanken auf, in dieses Kriegstagebuch
Seite für Seite, Wort für Wort - Gedanke für Gedanke, für euch da draußen
damit ihr euch euer eigenes Bild machen könnt über das was hier geschah
Ich weiß nicht mehr was gut und böse ist, sitze nur hier und schreibe
Ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalte
Denkt an mich...
Der letzte Eintrag, Kriegstagebuch, mentaler Winter
ein grauer Schleier bedeckt wie ein Leichentuch den Himmel
die Stille ist unfassbar laut, zerreißt mein Gehör
ich hör nichts mehr, doch ich gehör hier her
gehör in dieses Kriegsgebiet, in dem es keinen Frieden gibt
bin kein Feigling der klein beigibt, bei jeder Krise flieht
doch wenn mich manchmal schon der Mut verlässt
die Wut die lässt - mich an Tagen das Leid ertragen, das Blut den Stress
Es lagen Stacheldrahtspiralen in meinem...Vorgarten
wußte nicht was sie vor hatten, wußte nicht was sie planten
doch durch Überlebenswillen, so weit die Füße mich tragen
es hilft kein Beten wenn Teufel und Realität vereint zuschlagen
sie haben massenhaft Wachen, pures Gift in den Adern
Herzen die taktlos schlagen, Nerven und stahlharten Fasern
doch ich wollte nicht kampflos weichen, ich wollte nicht schweigen
scheiss auf Orden für`s Morden, man zwang mich mich zu verteidigen.
Refrain: (2*)
Es ist Krieg, Menschen leiden und sterben voll Schmerz
keiner siegt, ein Leben ist nichts mehr wert
im Krieg - sind die Köpfe der Krisenherd
die Macht macht Krieg, die Menschen vieles verkehrt
Ich bin ein denkender Kämpfer, sie sind zu lenkende Henker
sie brachten ihren Krieg zu mir, brennende Felder, rennende Männer
sie brachten Tod, Gewalt, Not, Leid, Verderben
vermieten uns unsere Erde, nahmen uns Eltern und Erben
Anfangs kamen sie Nachts, im Schutz der Schatten der Stille
strategische Landungen, Truppen unter dem Deckmantel der Hilfe
jetzt droht ihr Wahnsinn live im Fernsehen, Propaganda in jeder Silbe
sie verzehren die Wahrheit nur durch wenige Bilder
denn auch sie bringen Bomben und scheissen auf unsere Kultur
zerstören unsere Häuser, spucken uns auf die Schuhe
wollen uns sagen was Recht und was Unrecht ist, was gut was schlecht ist
Waffen machen machen klar, wer hier jetzt Chef ist
trotzdem leiste ich Widerstand, bleib ich, schiesse dann wenn es heißt:
"Achtung, Achtung, Feindlicher Fliegeralarm!"
Denn ich will was meins ist behalten
und diese Kriege haben keinen Respekt vor unserem Leben
deshalb lieg ich im Schützengraben.
Refrain: (2*)
Es ist Krieg, Menschen leiden und sterben voll Schmerz
keiner siegt, ein Leben ist nichts mehr wert
im Krieg - sind die Köpfe der Krisenherd
die Macht macht Krieg, die Menschen vieles verkehrt
Ich war nie sonderlich politisch ambitioniert
ich hab nie öffentlich gegen irgendwas demonstriert
kein Fanatiker, kein Attentäter, kein Terrorist
bin eins von den zivilen Opfern, die man leider oft vergißt
Gewalt erzeugt Gegengewalt, ich bin gegen Gewalt
doch um meine Liebe zu schützen hab ich keine andere Wahl
Wo sollte ich hin? Meine Familie und Freunde sind alle hier
durch das was gerade passiert könnte ich alle verlieren
also bleib ich hier, verzweifele hier
und wenn mein Schicksal es verlangt von mir, dann fall ich hier
jetzt muss ich zusehen, wie sie uns unser Leben nehmen
unsere Werte, Wünsche, Visionen verstümmeln, mit Füßen treten
Lobbyisten und Wirtschaftsbosse wollen mich stoppen
wir zahlen den Preis, färben die Erde mit roten Tropfen
Was mir nicht in den Kopf will, wofür gibt`s Diplomatie
wofür bezahl ich, geh ich wählen, was ist Politik?
Kein Ziel rechtfertigt einen Krieg
habt ihr kapiert, dass mir Frieden am Herzen liegt?
Doch unser Handel wird boykottiert, jetzt hungern wir
das nennt die Welt zivilisiert? Wir arm seit ihr!?
Refrain (2*)
(Stop the Iraq War!!) |
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