Auf den Beitrag: (ID: 37755) sind "39" Antworten eingegangen (Gelesen: 1334 Mal).
"Autor"

Tröstene Geschichten

Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 29.01.2004    um 12:48 Uhr   
Hallo ich bitte um eure hilfe. Ich suche Geschichten die irgendwie Trösten. Wäre nett wenn ihr ein paar haben würdet.
Danke schon mal.
Gruß Hannah
  Top
"Autor"  
Nutzer: _younes_
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.11.2002
Anzahl Nachrichten: 223

geschrieben am: 29.01.2004    um 15:10 Uhr   
Inwieweit trösten? Zu welchem Thema suchst du etwas?

_younes_
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 29.01.2004    um 18:54 Uhr   
In jeder Art tröstend!!!!!!!!!
z.B.: bei Krankheit, Tod oder einfach nur Hoffnungmachend
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_silli
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 19.04.2002
Anzahl Nachrichten: 487

geschrieben am: 29.01.2004    um 19:25 Uhr   
Das Märchen von der traurigen Traurigkeit
Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen.

Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte:

"Wer bist du?"

Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.

"Ich? Ich bin die Traurigkeit",

flüsterte die Stimme stockend und so leise, daß sie kaum zu hören war.

"Ach die Traurigkeit!"

rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.

"Du kennst mich?"

fragte die Traurigkeit misstrauisch.

"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."

"Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"

"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weisst doch selbst nur zu gut, daß du jeden Flüchtigen einholst.
Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"

"Ich.....ich bin traurig",

antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr.

"Traurig bist du also",

sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.

"Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."

Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.

"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.
Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück.
Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."

Die Traurigkeit schluckte schwer.

"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen.
Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot.
Sie sagen: "Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muß sich nur zusammenreißen.
Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken.
Sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."

"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet."

Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen.

"Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das
tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen.
Doch die Menschen wollen gar nicht, daß ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu."

Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.

"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."

Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin:

"Aber...aber - wer bist eigentlich du?" "Ich?"

sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen.

"Ich bin die Hoffnung."!



  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 31.01.2004    um 13:09 Uhr   
Ich brauche noch mehr Gedichte.
Geändert am 01.02.2004 um 17:16 Uhr von hannah79
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 01.02.2004    um 17:17 Uhr   
hoch
  Top
"Autor"  
Nutzer: Die_Kroenung
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 02.09.2003
Anzahl Nachrichten: 199

geschrieben am: 01.02.2004    um 23:16 Uhr   

habe auch noch was schönes gefunden.....

Hoffnung

Eines Tages saß die Traurigkeit in einer Ecke und erzählte der Verzweiflung, daß ihre Schwester - die Kraft - sie verlassen hätte.
Die Einsamkeit sagte kein Wort - sie habe es ohnehin schon immer gewusst.
Das Selbstmitleid strich der Traurigkeit behutsam eine Träne von der Wange und versuchte vergeblich Sie zu trösten.
Die Wahrheit lies sich nicht beirren, sie war schon immer bitter gewesen.
Plötzlich pochte es an der Tür.
"Soll ich öffnen?" fragte die Unentschlossenheit.
"Na, mach schon auf" forderte das Risiko.
"Wer kann das schon sein" wunderte sich die Neugier.
Das Staunen gab einen erleichterten Seuftzer von sich als das Lächeln eintrat .
Es setzte sich zur Traurigkeit:"Hast du denn noch nicht genug von dir" wollte das Lächeln wissen "komm lass uns die Liebe besuchen."
"Nein," wandte die Vernunft ein “tuŽs nicht!"
Doch die Traurigkeit war schon mit dem Lächeln verschwunden.
Die Liebe wohnte hoch über den Wolken und hieß die beiden Besucher herzlich willkommen.
"Schön, dass du da bist" sagte die Freude, die gerade mit dem Gefühl
spielte.
"Wir haben dich schon vermisst" meinte die Geborgenheit.
"Ich habe es nicht mehr ausgehalten" schluchtzte die Traurigkeit.
"Aber jetzt ist alles gut" beruhigte die Zärtlichkeit die Traurigkeit und nahm sie in die Arme.
Weinend wachte die Traurigkeit auf als sich die Hoffnung zu ihr setzte und fragte:"Was ist passiert?"
"Ich hatte einen wunderschönen Traum, aber glaubst du das meine Freunde mich vergessen haben?"
"Keine Sorge, wenn du versprichst mich nie aufzugeben, wirst du noch viele Wunder erleben" tröstete Sie die Hoffnung.
"NiemalŽs würde ich dich aufgeben" versicherte ihr die Traurigkeit und schlief beruhigt weiter.

gruß

  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 02.02.2004    um 11:53 Uhr   
Danke für eure Geschichten,
wenn noch wär eine kennt,
kann dieser diese gerne schreiben.
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 02.02.2004    um 20:16 Uhr   
hoch
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 03.02.2004    um 12:15 Uhr   
Solche Art von Geschichten suche ich auch!!!!!!!!

Es war einmal ein Kind, das bereit war geboren zu werden. Das Kind fragte Gott: " Sie sagen mir, dass Du mich morgen auf die
Erde schicken wirst, aber wie soll ich dort leben, wo ich doch so klein und hilflos bin?" Gott antwortete: " Von all den vielen
Engeln suche ich einen für Dich aus. Dein Engel wird auf Dich warten und auf Dich aufpassen." Das Kind erkundigte sich
weiter:
" Aber sag, hier im Himmel brauche ich nichts zu tun, ausser singen und lachen, um fröhlich zu sein." Gott sagte: " Dein
Engel
wird für Dich singen und auch für Dich lachen, jedenTag. Und Du wirst die Liebe Deines Engels fühlen und sehr
glücklich sein."
Wieder fragte das Kind: " Und wie werde ich in der Lage sein die Leute zu verstehen wenn sie zur mir sprechen und ich die
Sprache nicht kenne?" Gott sagte: "Dein Engel wird Dir die schönsten und süssesten Worte sagen, die Du jemals hören
wirst,
und mit viel Ruhe und Geduld wird Dein Engel Dich lehren zu sprechen." "Ich habe gehört, dass es auf der Erde böse
Menschen
gibt. Wer wird mich beschützen?" Gott sagte: "Dein Engel wird Dich verteidigen, auch wenn er dabei sein Leben riskiert."
"Aber
ich werde immer traurig sein, weil ich Dich niemals wiedersehe." Gott sagte: "Dein Engel wird mit Dir über mich sprechen
und
Dir einen Weg zeigen, auf dem Du immer wieder zu mir zurückkommen kannst. Dadurch werde ich immer in Deiner Nähe
sein." In
diesem Moment herrschte viel Frieden im Himmel, aber man konnte schon Stimmen von der Erde hören und das Kind fragte
schnell:
"Gott, bevor ich Dich jetzt verlasse, bitte sage mir den Namen meines Engel." "Ihr Name ist nicht wichtig. Du wirst sie einfach
'Mama' nennen!!!
  Top
"Autor"  
Nutzer: _younes_
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.11.2002
Anzahl Nachrichten: 223

geschrieben am: 03.02.2004    um 16:02 Uhr   
Buchtipp: Der kleine Prinz

_younes_
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 04.02.2004    um 19:19 Uhr   
hoch
  Top
"Autor"  
Nutzer: _younes_
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.11.2002
Anzahl Nachrichten: 223

geschrieben am: 05.02.2004    um 17:12 Uhr   
Kennst du die Geschichte vom kleinen Krebs der vorwärts laufen wollte? Relativ bekannt. Meine Schwester hatte ihn erst vor kurzem als Übungstext. Muss noch irgendwo sein. Such ich nachher mal raus.

_younes_
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 06.02.2004    um 10:50 Uhr   
Hallo
ne die kenne ich nicht wäre nett wenn du sie hier herein setzen kannst.
Gruß
  Top
"Autor"  
Nutzer: Arekanderu
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 06.12.2003
Anzahl Nachrichten: 14

geschrieben am: 06.02.2004    um 15:30 Uhr   
Hallo!!

Ich weiß zwar nciht genau ob es das ist was du suchst aber ich werde dir die Prabel trotzdem erzählen.

Es standen einmal ein Hund und ein Skorpion am Ufer eins Flusses. Der Hund konnte schwimmen aber der Skorpion nicht.
Da fragte der Skorpion den Hund ob er ihn wohl auf dem Rücken über den Fluss mitnehmen könne. Der Hund jedoch hatte Angst und sagte zu dem Skorpion das er ihn nicht mitnehmen wolle, da er sonst gefahr laufe gesrochen zu werden und dann zu sterben. Der Skorpion antwortete dem Hund, dass er das nicht tun werde, da er sonst ja ertrinken würde. Der Hund war davon überzeugt und nahm den Skorpion mit. Also schwamm er los und als sie in der Mitte des Flusses angekommen waren da stach der Skorpion zu. Der Hund wurde von dem Gift gelähmt und versank langsam. Als sie so dem sicheren tod entgegen sanken fragte der Hund den Skoroin warum er denn zugestochen habe.
Darauf antwortete der Skorpion : "Ich kann nicht anders. Das töten ist mein Wesen!"

Das ist die Parabel und sie ist eigentlich positiv wenn man darüber nachdenkt.
Big up and peace out,...

arekanderu
  Top
"Autor"  
Nutzer: _younes_
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.11.2002
Anzahl Nachrichten: 223

geschrieben am: 06.02.2004    um 18:50 Uhr   
(zitat)
Es standen einmal ein Hund und ein Skorpion am Ufer eins Flusses. Der Hund konnte schwimmen aber der Skorpion nicht.
Da fragte der Skorpion den Hund ob er ihn wohl auf dem Rücken über den Fluss mitnehmen könne. Der Hund jedoch hatte Angst und sagte zu dem Skorpion das er ihn nicht mitnehmen wolle, da er sonst gefahr laufe gesrochen zu werden und dann zu sterben. Der Skorpion antwortete dem Hund, dass er das nicht tun werde, da er sonst ja ertrinken würde. Der Hund war davon überzeugt und nahm den Skorpion mit. Also schwamm er los und als sie in der Mitte des Flusses angekommen waren da stach der Skorpion zu. Der Hund wurde von dem Gift gelähmt und versank langsam. Als sie so dem sicheren tod entgegen sanken fragte der Hund den Skoroin warum er denn zugestochen habe.
Darauf antwortete der Skorpion : "Ich kann nicht anders. Das töten ist mein Wesen!"
(/zitat)


Hm. Versteh ich nicht, was daran positiv sein soll. Kannst du mir das erklären?

_younes_
  Top
"Autor"  
Nutzer: _younes_
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.11.2002
Anzahl Nachrichten: 223

geschrieben am: 06.02.2004    um 18:55 Uhr   
Die Geschichte vom Krebs habe ich leider nicht gefunden. Konnte sie auch per google nicht ausfindig machen, da mir der Titel nicht geläufig ist.
Ich habe dennoch noch etwas für dich, vielleicht trifft es deinen Geschmack:


Das gelbe Stiefmütterchen
- ein kleines Märchen


Es war einmal ein kleines Stiefmütterchen, das wuchs auf inmitten eines grossen Blumenbeetes. Eines Tages, die Mittagssonne lachte vom Himmel herab, das hörte das kleine Stiefmütterchen neben sich eine Stimme:

"Sag mal, wie siehst DU denn eigentlich aus?"

Das kleine Stiefmütterchen blickte sich um, sah aber nichts ausser vielen anderen Blumen, die auch auf dem Blumenbeet wuchsen. Und wieder tönte es mit unverkennbar vorwurfsvollem Ton aus dem Blumenmeer hervor:

"Du bist ja GELB!"

Das kleine Stiefmütterchen schaute an sich herunter, ja, es war gelb - na und? Und es drehte ein wenig sein Gesicht zur Seite und erblickte dicht neben sich ein violettes Stiefmütterchen, das es unverhohlen anstarrte.

"Hast Du mich gerade angesprochen?" fragte das gelbe Stiefmütterchen.

"Ja. Weißt Du, dass Du gelb bist?"

"Ja. Warum?"

"Nun, siehst Du nicht, dass wir alle violett blühen?"

Etwas verunsichert schaute das gelbe Stiefmütterchen nochmals an sich herunter und liess dann einen inzwischen etwas scheuen Blick über das Blumenmeer gleiten.

"Ja, ich blühe gelb.... Aber das macht doch nichts, oder?"

"Aber Du siehst doch hoffentlich ein, dass es falsch ist, gelb zu blühen, violett ist die richtige Farbe!"

Bei diesen Worten nickten die anderen violetten Stiefmütterchen beifällig mit den Köpfen:

"Jawohl! Du musst violett sein! Wenn Du nicht schleunigst Deine Farbe änderst, dann bekommst Du kein Sonnenlicht mehr, denn die Sonne liebt nur violette Stiefmütterchen, und deshalb scheint sie nur für violette Stiefmütterchen."
  Top
"Autor"  
Nutzer: _younes_
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.11.2002
Anzahl Nachrichten: 223

geschrieben am: 06.02.2004    um 18:55 Uhr   

Das gelbe Stiefmütterchen wurde ganz still und senkte den Kopf.

"Aber ich brauche doch das Sonnenlicht um zu wachsen und gedeihen..."

"Ja, eben!" kam die Antwort. "Deshalb ändere schnell Deine Farbe, damit Du das Sonnenlicht auch verdienst!"

Das gelbe Stiefmütterchen wurde ganz nachdenklich, aber je mehr es darüber nachdachte, wie es seine Farbe ändern konnte, desto verzweifelter wurde es, und bald flossen die Tränen aus seinem kleinen Gesicht. Es schaute für den Rest des Tages immer und immer wieder furchtsam zur Sonne hinauf und bekam immer grössere Angst bei dem Gedanken, dass die Sonne ihm ihr Licht, ihre Wärme, entziehen würde. Bald würde die Sonne, so wie immer, untergehen, und vielleicht schon morgen früh, wenn sie von neuem ihre Strahlen versenden würde, nur keine mehr zum ihm, dem kleinen Stiefmütterchen, weil es gelb blüht, die falsche Farbe.... Die Nacht brach herein, die Sterne fingen an, geheimnisvoll am Himmel zu blinken, der Mond schien mit silbernem Licht. Das gelbe Stiefmütterchen weinte immer noch tonlos vor sich hin, da es ja nicht wusste, wie es seine Farbe ändern sollte, keiner hatte ihm gesagt, wie das ging, und keiner hatte ihm gesagt, warum eigentlich gelb die falsche und violett die richtige Farbe sein sollte.

Stunden vergingen. Langsam brach schon die Morgendämmerung an, der Sonnenaufgang kündigte sich an. Das gelbe Stiefmütterchen fing jetzt an zu schluchzen.

"Warum weinst Du?"

Das gelbe Stiefmütterchen zuckte erschrocken zusammen und schaute sich furchtsam um.

"Warum bist Du so traurig, was ist geschehen?"

Eine kleine rote Tulpe, die ein Stück weiter entfernt von ihm wuchs, beugte sich ein wenig zu ihm hinüber. Das gelbe Stiefmütterchen schaute die kleine Tulpe an, die jetzt, im Licht der Morgendämmerung in einem noch intensiverem Rot leuchtete.

"Ich werde sterben!"

"Warum? Du siehst doch ganz gesund aus?"

"Ja, aber bald bekomme ich keine Sonne mehr. Dann werde ich zugrundegehen."

"Warum solltest Du keine Sonnenlicht mehr bekommen?"

"Weil ich gelb blühe...." flüsterte das Stiefmütterchen fast tonlos, die Tränen rannen ihm noch immer übers Gesicht.

"Ja und? Das macht doch nichts!"

"Die richtige Farbe aber ist violett, und ich bin also falsch!"

"Aber Du bist doch ein gelbes Stiefmütterchen, und Du tust keinem etwas zuleide. Und schau mich an, ich blühe rot!"

"Dann hast Du auch die falsche Farbe und wirst sterben!"

"Nein, gewiss nicht. Glaube mir, wir sind alle Blumen und die Sonne liebt uns allesamt, egal wie wir aussehen! Die Sonne scheint für uns alle, sie schenkt uns ihr Licht und wir leben von diesem Licht. Hab keine Angst, fürchte Dich nicht."

Das gelbe Stiefmütterchen schaute die kleine rote Tulpe an, die immer mehr anfing im Licht der aufgehenden Sonne zu leuchten.

"Bist Du sicher? Die violetten Stiefmütterchen sagen, ich verdiene keine Sonne, weil ich anders blühe!"

Es herrschte ein kurzes Schweigen, dann neigte die Tulpe ihren Kopf noch ein Stück näher zu dem gelben Stiefmütterchen.

"Spürst Du es nicht?" Die kleine rote Tulpe lächelte.

"Was meinst Du?"

"Die Sonne ist aufgegangen..."

Das gelbe Stiefmütterchen schaute zum Himmel auf, wo die Sonne ihre ersten Strahlen verschickte, und das Licht fiel auf das ganze Blumenbeet.

"Höre nicht auf die violetten Stiefmütterchen, wenn sie Dir wieder Angst machen, nur weil Du nicht so blühst wie sie. Spüre einfach das Licht und die Wärme, die Dir die Sonne schenkt und vertraue, dass sie immer scheinen wird, auf alle Blumen, und nicht nur auf die Blumen auf diesem Beet. Die Sonne scheint auf uns alle hernieder, sonst wären wir nicht am Leben, denn ohne Licht und Wärme hätten wir gar nicht aus dem dunklen Boden heraus wachsen können. Die Sonne schenkt uns allen ihr Licht, und keine Blume kann sagen, sie hätte es mehr verdient als eine andere."

Die Sonne stieg hoch am Himmel auf, die Vögel fingen an zu zwitschern, und die Blumen reckten ihre Köpfe gen Himmel. Das gelbe Stiefmütterchen schaute zaghaft lächelnd ins Licht und sagte: "Guten Morgen, liebe Sonne!"

Und die Sonne schaute dem gelben Stiefmütterchen liebevoll ins Gesicht und lächelte voll Güte zurück.

Antje Grüger
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 06.02.2004    um 19:21 Uhr   
Danke genau so etwas suche ich!!!!!!!!!!!1
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 08.02.2004    um 21:48 Uhr   
hoch
  Top
"Autor"  
Nutzer: Crash_w
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 30.08.2003
Anzahl Nachrichten: 94

geschrieben am: 09.02.2004    um 18:41 Uhr   
genau hoch *gg*
  Top
"Autor"  
Nutzer: Arekanderu
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 06.12.2003
Anzahl Nachrichten: 14

geschrieben am: 10.02.2004    um 18:42 Uhr   
Hallo younes!

Das positive dieser Parabel ist ihre Traurigkeit. Ja das mag paradox klingen, doch ist es doch so, dass wenn man weiß das alles eher schlechter anstatt positiver endet schon gewonnen hat? Und ist man dadurch nicht schon augeheitert dann? Das sind die fragen, die man sich stellen muss, um den tieferen Sinn dieser Parabel zu erkennen. Logischerweise, kann man sie auch nur negativ sehen. Aber wäre das dann nicht zu intollerant?

Mit dieser Frage sage ich sayonara

arekanderu
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 11.02.2004    um 19:09 Uhr   
Ich suche immer nich mehr Geschichten
  Top
"Autor"  
Nutzer: funkeln
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1178

geschrieben am: 12.02.2004    um 10:25 Uhr   
Hallo Hanna,

erstmal eine buchtipp von mir: jostein gaarder "durch einen spiegel, in einem dunklen wort"

und dann fiel mir diese Geschichte in die Hände:

Die Kugeln - ein Märchen vom Leben

Es war einmal ein großer, weiser Mann, der hatte einen Traum! Er holte eines Tages einen kleinen Jungen zu sich und wollte ihm das schönste Spiel beibringen, denn er liebte den Jungen.
Er sammelte Kugeln aus herrlichem, bunten Glas und sagte zu ihm: "Sieh her, ich werde dir jetzt eine Kugel nach der anderen zuwerfen. Jede hat eine andere Farbe und einen anderen Namen. Diese dort heißt Freude, die dort Arbeit, die da drüben Friede, diese Leid. Und du sollst mir jede sofort zurückwerfen, das ist der Sinn des Spieles: das Geben und Nehmen im Wechsel. Nur im Fluge glänzen die Kugeln so hell, wie sie sein sollen."

Und das Spiel begann und zwischen Geben und Nehmen schimmerten die Farben der Kugeln. Und das Spiel war sehr gut.

Aber dann wollte der Junge die schönste Kugel festhalten. Er drückte sie fest an sich und sie zerbrach. Vor Schreck vergaß er, die nächste zu fangen und sie lag in tausend Scherben am Boden. Und je mehr er versuchte, die Kugel zu halten, desto größer wurde der Haufen Scherben um ihn herum.

Dabei zerschnitten sie ihn und er blutete.
Das tat dem Mann leid, der ihn liebte. Er bewegte sich und trug die Scherben weg. Und jede Wunde, die er sich selbst dabei zufügte, heilte eine Wunde des Jungen.
Schließlich war er so zerschnitten, dass eine Fortsetzung des Spieles unmöglich schien. Doch er stand auf, bereit zum Weiterspielen. Diesmal hatte der Junge begriffen.

Als die Freude kam, warf er sie wieder dem Mann zu und sie glitzerte herrlich im Flug. Als das Leid kam, machte er es genauso, und im Flug änderte sich die Farbe des Leides in Freude. Jede Bewegung des Jungen war jetzt auf den Mann gerichtet. Und siehe, das Spiel war sehr gut.

(Quelle leider unbekannt)

lg
funki
Wenn das Leben dir Zitronen bietet, frag nach Tequila und Salz und ruf mich an!
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 14.02.2004    um 17:54 Uhr   
von guten dingen bekomme ich nei genug also hoch
  Top
"Autor"  
Nutzer: hannah79
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.04.2003
Anzahl Nachrichten: 663

geschrieben am: 15.02.2004    um 14:07 Uhr   
hoch
  Top