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geschrieben am: 29.07.2005 um 17:03 Uhr
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Mein Leben und ich!
Einst stand ich da und klopfte an,
an meine Mutter fest gebunden,
das Leben zog mich in den Bann,
hab ich das Licht der Welt gefunden.
So nahm auch mein Leben seinen Lauf,
ging ich die Straßen runter, rauf,
stellte meine Thesen auf,
war mal gut und auch mal schlechter drauf,
und erntete zuhauf,
unter wachen Augen eines Rätsels in meinem Leben,
dessen Lösung mir nicht glückt.
Meine Gedanken fingen an zu beben,
wurde ich doch fast verrückt.
Dieses Rätsels Lösung heisst nicht Liebe,
und es ist auch nicht das Glück,
unzählige Seitenhiebe,
und so ging ich Stück für Stück,
immer weiter und weiter,
meinen Weg der Lebensleiter.
Ich sah viele kommen und sah viele gehen,
ich sah viele fallen und blieb doch meistens stehen.
Ich fragte nach und biss mich fest,
stellt das Leben mir nen Test,
so gibt es erst die Antworten,
zeigt an unterschiedlichen Orten,
stellt erst hinterher die Fragen,
könnte ich fast dran verzagen.
Mein Leben ist oft eine Qual,
doch habe ich denn eine Wahl?
Das Schicksal ist der einzige Sinn,
es sitzt tief in allen drin.
Das Schicksal ist es, dass uns quält
und uns doch zum Menschen schält,
der wir bestmöglich fähig sind zu sein,
wäscht es uns von Schuld nicht rein.
Und auch wenn ich nach höherem strebte,
ich dabei nie wirklich lebte.
Ich wollte einfach meinen Genuss,
wollte nur mein Leben lieben,
bekam ich manchmal einen Kuss,
vergas ich auch manchmal den Bus,
war ich doch nur ein kleiner Teil im Fluss.
Ich tue eigentlich nicht groß zu Sache,
bin nur ich, so wie ich eben bin,
so wie ein Vöglein in des Waldes Bache,
doch nahm das Leben an mir Rache.
Es zeigte mir, was es heisst zu leben,
und dabei auch der Ängstliche zu sein,
brach in das Eis des Lebensteichs hinein.
Ich wollte doch noch soviel geben,
das war immer mein Bestreben.
Doch war das nicht meines Lebens Sinn,
war es jetzt Zeit für einen Neubeginn!
So zog ich los und flog dahin,
stand mir nach Freiheit nur der Sinn.
Ich ging einfach mal drauf los,
rannte, lief, gab mir nen Stoß.
Ich wollte dieses Leben nur verlassen,
mich an einem andren Ort zu fassen.
Ich lief und hörte nicht mehr damit auf,
dunkel wurden all die Gassen,
die ich rannte so hinauf!
Doch was tat ich damit bloß,
legte die Hände in den Schoß,
ich fliehe vor dem eigenen ICH,
man, was bin ich jämmerlich.
Ich sollte mich dem ganze besser stellen,
auch in solchen heiklen Fällen,
sollte werden, der ich bin.
Denn statt allen zu gefallen,
in der Erde heil`gen Hallen,
war es einfach nur von Not,
zu mir zu finden, zu meinem Lot.
Ich schwor mir, zieh in den Kampf,
mach deinem Leben richtig Dampf.
So kehrte ich zurück zu mir,
öffnete nun diese Tür,
meines Lebens erneut, allein
und trat sodann gestärkt hinein.
Ich war angekommen an diesem Ort,
dem Ort in der Mitte meiner selbst,
bringt mich niemand hier hinfort.
Mögen Qualen von mir weichen,
wird ich keine Segel streichen.
Ich weiß nun wer ich sein kann,
und zog mein Leben in den Bann.
Es klopfte an und ich bat es herein,
es solle mein Begleiter sein.
Und auch wenn es an manchen Tagen,
einfach manchmal will verzagen,
so stehe ich mit beiden Beinen fest mit ihm verbunden,
haben Leid und Qualen überwunden.
Und auch wenn meines Lebenssinn danach strebt,
aus Angst davon zu laufen,
wenn durch Streit der Lebensboden bebt,
sich meine Stimme einmal hebt.
Ich lasse es nicht wieder zu,
und fand auch so in einem Nu,
meine innere Ausgeglichenheit und Ruh.
Rein gar nichts bringt uns noch zum Schwanken,
mein Leben und ich, ein starkes Paar,
weisen alle in die Schranken,
und das nun schon so manches Jahr.
Nichts rein gar nichts wird uns brechen,
denn es ist ein ewiges Versprechen:
Nur wer sich auch selber liebt,
wird sich und sein Leben nie verlieren,
wird nicht zögern oder wanken,
auch nicht taumeln oder schwanken,
nicht in der Welten Kälte frieren.
~Odras Van Tyr~
Der Sterbende Schatten der Welt ! Geändert am 29.07.2005 um 17:12 Uhr von Odras |
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