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Borderlinestörung ..

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geschrieben am: 27.04.2002    um 10:32 Uhr   
Autor: Dipl.Soz.Päd. Detlef Bonnemann
Gründer der Borderline-Community

Als Borderlinestörung bezeichnete man ursprünglich eine bestimmte Gruppe von Störungen an der Grenzlinie (=Borderline) zwischen Neurose und Psychose. Recht bald erkannte man aber, dass diese Störungen in ihrer Gesamtheit als Persönlichkeitsstörung zu sehen sind. Der Begriff Borderline hat somit zwar seine inhaltliche Bedeutung verloren, wurde aber trotzdem beibehalten. Die Borderlinestörung zählt inzwischen zu den verbreitetsten psychischen Störungen.

Die Borderlinestörung zählt zu den sogenannten "emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen". Die Betroffenen neigen dazu, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren und leiden unter häufigen Stimmungsschwankungen. Ihre Fähigkeit vorauszuplanen ist gering und Ausbrüche intensiven Ärgers können zu explosivem, manchmal gewalttätigem Verhalten führen. Zudem sind das eigene Selbstbild und Zielvorstellungen unklar und gestört. Ihre Neigung zu intensiven, aber unbeständigen zwischenmenschlichen Beziehungen kann zu wiederholten emotionalen Krisen mit Suiziddrohungen/ -versuchen oder selbstschädigenden Handlungen führen.

Der vorliegende Text bietet einige grundlegende Informationen zur Borderlinestörung, die den professionellen oder privaten Umgang mit Borderlinepersönlichkeiten erleichtern können.

Symptome

Eine Borderlinestörung liegt mit großer Wahrscheinlichkeit vor, wenn ein Mensch unter mindestens fünf der folgenden neun Symptome leidet:

. Unbeständige und unangemessen intensive zwischenmenschliche Beziehungen
. Impulsivität bei potentiell selbstzerstörerischen Verhaltensweisen
. Starke Stimmungsschwankungen
. Häufige und unangemessene Zornausbrüche
. Selbstverletzungen und Suiziddrohungen/ -versuche
. Fehlen eines klaren Ichidentitätsgefühls
. Chronische Gefühle von Leere und Langeweile
. Verzweifelte Bemühungen, die reale oder eingebildete Angst vor dem Verlassenwerden zu vermeiden
. Stressabhängige paranoide Phantasien oder schwere dissoziative Symptome

Diese Symptome werden unten jeweils knapp beschrieben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht jede Borderlinepersönlichkeit unter allen Symptomen leidet und die Symptome bei jedem Betroffenen andere Ausprägungen annehmen.

Unbeständige und unangemessen intensive zwischenmenschliche Beziehungen

Menschen mit Borderlinestörung führen meist unbeständige und unangemessen intensive Beziehungen zu anderen Menschen. Diese zeichnen sich durch extreme Verschiebungen der Einschätzung des Beziehungspartners (zwischen Idealisierung und Abwertung) und ständige Versuche diesen zu manipulieren aus.

Die Intensität der Beziehungen ergibt sich aus der Intoleranz der Borderlinepersönlichkeit gegenüber Trennungen, ihre Unbeständigkeit aus fehlender "Objektkonstanz" (Die Fähigkeit, andere als komplexe Menschen wahrzunehmen, die sich dennoch widerspruchsfrei verhalten können). Der Borderliner entwickelt eine Abhängigkeit zum Partner und idealisiert ihn, solange dieser seine Bedürfnisse befriedigt. Erfährt er Zurückweisung oder Enttäuschung verfällt er ins andere Extrem und wertet den Partner ab, ohne sich jedoch von ihm trennen zu können.

Dann eskaliert das manipulierende Verhalten des Borderliners, er zeigt sich schwach und hilflos, neigt z. B. zu Hypochondrie, Masochismus, Selbstverletzungen und Suiziddrohungen/ -versuchen.

Selbstschädigende Verhaltensweisen

Die Borderlinepersönlichkeit neigt zu Impulsivität bei potentiell selbstschädigendem Verhalten. Typisch sind z. B. Alkohol- und Drogenmissbrauch, sexuelle Promiskuität, Spielsucht, Kleptomanie und Essstörungen.

Diese Impulsivität steht in engem Zusammenhang mit anderen Symptomen, kann z. B. aus den Frustrationen einer gestörten Beziehung entstehen, Ausdruck von Stimmungsschwankungen oder Zornausbrüchen sein oder ein Versuch, die Gefühle von Einsamkeit und Trennungsangst zu betäuben.

Starke Stimmungsschwankungen

Die Grundstimmungen der Borderlinepersönlichkeit sind häufig überaktiv oder pessimistisch. Von dieser Grundstimmung lassen sich jedoch auffällige Stimmungsschwankungen in Richtung Depression, Reizbarkeit oder Angst beobachten.

Diese Stimmungsschwankungen sind in der Regel von kurzer Dauer und halten meist nur ein paar Stunden oder ein paar Tage an.

Unangemessene Zornausbrüche

Borderliner neigen zu häufigen Zornausbrüchen, die in ihrer Intensität oft nicht oder kaum kontrolliert werden können und zeitweilig auch zu körperlicher Gewalt führen.

Diese Zornausbrüche stehen in ihrer Intensität in keinem Verhältnis zu den auslösenden Ereignissen, basieren vielmehr auf einer massiven Angst vor Enttäuschung und dem Verlassenwerden.


Beitrag wurde von presea am 02.09.2002 um 22:42 Uhr aus dem Forum Weltgeschehen verschoben.
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geschrieben am: 27.04.2002    um 10:32 Uhr   
Selbstverletzungen, Suizidversuche

Wiederkehrende Suiziddrohungen/ -versuche und Selbstverletzungen zählen ebenfalls zu den typischen Borderlinesymptomen. Sie finden ihren Ausdruck z. B. in selbstbeigebrachten Schnitt- und Stichverletzungen an Gliedmaßen, Rumpf und Genitalien oder durch Exzesse mit Drogen, Alkohol und Nahrungsmitteln. Meist beginnt die Selbstverletzung als impulsive Selbstbestrafung, entwickelt sich aber nach und nach zu einem einstudierten und ritualisierten Verhalten.

Suiziddrohungen/-versuche und Selbstverletzungen sind unterschiedlich motiviert und können z. B. wie folgt interpretiert werden:

. Versuch, erlittenen psychischen Schmerz mitzuteilen
. Hilferuf
. Selbstbestrafung
. Bestrafung nahestehender Menschen
. Ablenkung von anderen Leidenformen
. Abbau von Angst, Zorn oder Traurigkeit (als Entspannungstechnik)

Fehlen eines klaren Ichidentitätsgefühls

Borderliner leiden unter einer andauernden Identitätsstörungen, die sich z. B. auf die Bereiche Selbstbild, sexuelle Orientierung, Berufswahl, langfristige Ziele, Wertesystem und Art der gewünschten Partner/ Freunde erstrecken kann.

Den Betroffenen fehlt deshalb ein konstantes Identitätsgefühl, sie akzeptieren ihre Eigenschaften wie Intelligenz und Attraktivität nicht als konstantes Gut, sondern als Eigenschaften, die immer wieder neu verdient und im Vergleich mit anderen beurteilt werden müssen. Das Selbstwertgefühl und die Fähigkeit zur Selbstachtung basieren beim Borderliner deshalb nicht auf in der Vergangenheit erbrachte Leistungen, sondern auf aktuelle (Miß-)Erfolgserlebnisse und Feedback durch Dritte.

Daraus resultieren oft übermäßiges Engagement und ein unrealistisches Streben nach Perfektion (mit entsprechenden Misserfolgserlebnissen), aber auch der häufige Wunsch nach Veränderung im Berufs-/ Privatleben.

Chronische Langeweile und Leere

Borderlinepersönlichkeiten leiden oft unter chronischen Gefühlen von Leere und Langeweile. Diese Emotionen werden sehr intensiv, oft verbunden mit körperlichen Empfindungen (z. B. Druck im Kopf, Spannungen in der Brust) erlebt.

Die Suche nach Erleichterung von diesen belastenden Emotionen endet für die Betroffenen oft in impulsiven und selbstschädigenden Handlungen oder in enttäuschenden Beziehungen.

Angst vor dem Verlassenwerden

Wenn Borderliner allein sind, verlieren sie aufgrund ihrer gestörten Ichidentität häufig das Gefühl für die Realität ihrer Existenz. Erschwerend kommt hinzu, dass sie oft auch vorübergehendes Alleinsein als dauerhafte Isolation wahrnehmen.

Borderlinepersönlichkeiten erleben deshalb immer wieder starke Angst vor dem Verlassenwerden durch nahestehende Personen. Diese Angst motiviert die Betroffenen zu verzweifelten Bemühungen, dieses Verlassenwerden zu vermeiden. Dabei greifen sie auch zu extremen Mitteln (z. B. Selbstverletzung, Suizidversuche), um den nahestehenden Menschen unter Druck zu setzen und führen auch schädliche Beziehungen (z. B. mit Gewalt-/ Missbrauchserlebnissen) bis zur völligen Selbstaufgabe fort.

Werden Borderlinepersönlichkeiten trotz dieser Bemühungen verlassen, durchleben sie meist intensive emotionale Krisen, in deren Verlauf die hier beschrieben Symptome oft sogar noch verstärkt auftreten.

Stressabhängige paranoide Phantasien oder schwere dissoziative Symptome

Borderlinepersönlichkeiten leiden gelegentlich unter psychotischen Episoden. Möglich sind beispielsweise pseudo-halluzinatorische Erlebnisse, Störungen in der Körperwahrnehmung und auf den Konfliktbereich beschränkte Denk- und Wahrnehmungsstörung.

Diese treten meist als Folge emotionaler Erregung auf und gehen -auch ohne Behandlung- in der Regel nach wenigen Stunden oder Tagen vorüber. Die Borderlinepersönlichkeiten erleben diese Episoden als ich-dyston (ich-fremd).

Ursachen

Als Ursachen einer Borderlinestörung kommen vor allem folgende Faktoren in Frage, wobei bei vielen Patienten auch mehrere Ursachen auslösend sind:

Entwicklungsstörungen in den ersten drei Lebensjahren
(Borderliner lernen nicht, dass eine Person (vor allem die Mutter) "gut" und "böse" sein kann, sondern halten diese Züge eines Menschen voneinander getrennt)
(Sexueller) Missbrauch
Emotionale Vernachlässigung
Traumatische Erlebnisse
Konflikte im Jugendalter (z. B. im Rahmen der Ablösung vom Elternhaus)

Zudem sorgen viele gesellschaftliche Veränderungen dafür, dass sich aus einer leichten Persönlichkeitsstörung eine massive Borderlinestörung entwickeln kann. Insbesondere die Individualisierungstendenz, verbunden mit einem Rückgang der Unterstützung durch Familie und sozialem Umfeld, sind hier als Beispiele zu nennen.

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geschrieben am: 27.04.2002    um 10:33 Uhr   
Therapie

Eine Borderlinestörung kann kaum direkt durch Medikamente behandelt werden. Sinnvoll ist aber, je nach Intensität der Symptome, gegebenenfalls die Gabe von Lithiumpräparaten (zur Dämpfung der Stimmungsschwankungen), von Antidepressiva (zur Linderung der Depressionen) und/ oder von gering dosierten Neuroleptika (um psychotische Symptome aufzufangen).

Aus dem Spektrum der psychotherapeutischen Methoden kommen vor allem Verhaltens-, Sozial- und Gruppentherapien zum Einsatz. Ziel dieser Therapien ist ein schrittweises Erlernen von angemessenem Sozialverhalten als Ersatz für gestörtes Verhalten. Wichtig sind dabei die Konstanz hinsichtlich Bezugspersonen und vorsichtige restrukturierende Maßnahmen im sozialen Umfeld.

Bei der Kommunikation mit Borderlinepatienten hat sich sowohl für Therapeuten als auch für Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld die sogenannte SET-Kommunikation als hilfreich erwiesen. Danach sollen Kommunikationsprozesse mit Borderlinepersönlichkeiten durch die Botschaften Support (Unterstützung), Empathy (Mitgefühl) und Truth (Wahrheit) geprägt sein.

Heilungschancen

Die Chance auf eine völlige Heilung der Borderlinestörung ist eher gering, sie ist umso geringer, je früher und je intensiver die Störung ausbricht. Zur Zeit geht man davon aus, dass bei rund 10% der Borderlinepersönlichkeiten die Störung im Laufe der Zeit so weit zurückgeht, dass die Diagnose Borderline nicht mehr zutrifft (obwohl die meisten Betroffenen nach wie vor Symptome einer leichten Persönlichkeitsstörung zeigen). In einigen aktuellen Quellen findet man Hinweise auf neue Therapieformen, die deutlich höhere Heilungschancen versprechen. Ob sich dies bestätigt bleibt abzuwarten.

Dennoch führen viele Borderliner (gegebenenfalls mit Unterstützung einer begleitenden Psychotherapie) ein über weite Strecken relativ "normales" Leben. Dabei können aber gelegentlich auch stationäre Therapien notwendig werden.

Eine besondere Gefahr ergibt sich für Borderlinepersönlichkeiten aus ihrer Neigung zu selbstschädigendem Verhalten. So können z. B. massiver Alkohol-/ Drogenmissbrauch, Essstörungen, Selbstverletzungen oder Suizidversuche immer wieder die Gesundheit oder sogar das Leben der Betroffenen gefährden.

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geschrieben am: 27.04.2002    um 10:40 Uhr   
vor 8 jahren habe ich versucht mir das leben zu nehmen .. danach begann ich eine therapeutische behandlung, die ich zwei jaher später aus unvorhergesehen persönlichen gründen unterbrechen musste .. seit 6 monaten bin ich wieder in behandlung .. ich gehöre gottseidank nicht zu den härtefällen, die stationär und/oder medikamentös behandelt werden müssen, dennoch hat diese krankheit einen großen einfluss auf mein leben ..

was ich damit sagen will: es ist leicht, wenn man andere ob ihres tuns verurteilt ohne die gründe oder ursachen zu kennen .. und das ist leider mode in unserer gesellschaft ..

V.
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geschrieben am: 27.04.2002    um 11:26 Uhr   
ja, ja es kommt noch hinzu, dass viele sich selbst zu Therapeuten ernennen.

Verständnis erwartet fast jeder immer nur für sich.
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geschrieben am: 27.04.2002    um 11:36 Uhr   
die phase hat meine frau gott sei dank hinter sich.
alles gute für dich.
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Nutzer: Motzbacke
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geschrieben am: 27.04.2002    um 11:53 Uhr   
..
Geändert am 27.04.2002 um 11:53 Uhr von motzbacke
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geschrieben am: 27.04.2002    um 11:53 Uhr   
(zitat)ja, ja es kommt noch hinzu, dass viele sich selbst zu Therapeuten ernennen.

Verständnis erwartet fast jeder immer nur für sich.(/zitat)verständnis ist so ziemlich das letzte, was ich von anderen erwarte .. verstehen kann man nur, was man verstehen will ..

vor zwei wochen hatte ich wieder so eine phase, in der ich am liebsten gegen den nächsten brückenpfeiler gerast wäre .. aber es gibt in meinem leben drei menschen, die mir in solchen phasen helfen .. der eine dadurch, dass er mir in den hintern tritt .. der andere damit, dass er mir zuhört .. und der letzte damit, dass er meine ausbrüche mit nahezu stoischer ruhe über sich ergehen lässt .. ohne diese drei menschen gäbe es mich vielleicht schon nicht mehr ..

V.
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geschrieben am: 27.04.2002    um 12:00 Uhr   
aber es gibt auch andere menschen .. nämlich die, die die veränderung der letzten monate in meiner persönlichkeit nicht akzeptieren wollen/können .. wären sie dann wenigstens noch still und würden den kontakt beenden .. damit könnte ich dann leben .. aber nein, mit absoluter zielsicherheit prügeln sie noch auf mich ein .. verlangen erklärungen, rechtfertigungen oder gar entschuldigungen (oft für dinge, die sie weder betreffen noch etwas angehen) .. witzigerweise sind es nicht selten menschen, die zuerst den dreck vor der eigenen tür wegkehren sollten, bevor sie bei mir nach staub suchen ..

V.
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geschrieben am: 27.04.2002    um 12:08 Uhr   
ich wunderte mich in letzter zeit über dich, konnte natürlich den hintergrund nicht ahnen.

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geschrieben am: 27.04.2002    um 12:16 Uhr   
aha .. und mit wem habe ich die ehre, treulos? .. der nick sagt mir nichts ..

V.
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geschrieben am: 27.04.2002    um 12:27 Uhr   
..weiß nich, ob es Dir eine Ehre ist? ;o)

und eigentlich passt der nick ganz und gar nicht zu mir und meinen "eigenen" gibts dank CV nicht mehr ..ich denke, Du ahnst..wer?!?
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geschrieben am: 27.04.2002    um 12:32 Uhr   
(zitat)..weiß nich, ob es Dir eine Ehre ist? ;o)

und eigentlich passt der nick ganz und gar nicht zu mir und meinen "eigenen" gibts dank CV nicht mehr ..ich denke, Du ahnst..wer?!?(/zitat)die diesbezügliche auswahl ist in letzter zeit groß geworden, treulos .. aber eine idee habe ich ..

V.
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geschrieben am: 29.04.2002    um 20:46 Uhr   
ich wünsche dir auch alles gute...oder besserung...oder einfach einen sicheren hafen oder jedenfalls das, was dir gut tut.
aber, dass du es hier im weltgeschehen geschrieben hast, warum?
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geschrieben am: 29.04.2002    um 22:14 Uhr   
weil es, wie erwähnt, zu den häufigsten psychischen störungen gehört .. und somit gegenstand des alltags ist ..

im grunde waren die vorkommnisse der letzten tage auslöser für diesen beitrag ..

oft wird bei ehemaligen soldaten, die aktiv an einem krieg teilgenommen haben, diese "krankheit" festgestellt ..

einfach nur mal zum nachdenken ..

V.
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geschrieben am: 06.05.2002    um 18:57 Uhr   
an dieser stelle ein dickes dankeschön an jemanden, der mir per post einen sehr guten link hat zukommen lassen .. danke auch für die guten wünsche .. ich werde deine ratschläge beherzigen ..

V.
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geschrieben am: 07.05.2002    um 10:52 Uhr   
Diesen Text kenne ich. Als ich ihn das erstem Mal las, stürzte ich in eine sehr tiefe Krise. Ich zog mich komplett von meiner Umwelt zurück, weil man ein derartiges Monster niemandem zumuten kann. Ich arbeitete wie eine Verrückte - 14 bis 16 Stunden am Tag. Bloß nicht mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Entweder habe ich gearbeitet oder mich in meinem 4 Wänden aufgehalten.

In dieser Zeit kam auch der Therapeut nicht an mich heran. Ich lehnte jede Form der Mitarbeit ab, zumal einige der angeführten Punkte in dieser Analyse durchaus zutreffend sind.

Irendwann hatte mich mein Therapeut dann überzeugt, dass der Generellitätsanspruch dieser Analyse nicht haltbar ist. Ein narzisstischer Mensch hält sich für fehlerlos oder besser für unfehlbar. Nicht er hat ein Problem, die Umwelt hat ein Problem. Jeder Borderliner, der in Therapie ist, hat erkannt, dass er ein Problem hat. Er hat es, nicht die Umwelt. Es ist das Zugeben eines Defizits, wozu ein narzisstischer Mensch nicht in der Lage ist.

Der narzisstische Mensch ist nicht bereit, sich an die Gesellschaft anzupassen, die Gesellschaft soll sich an ihn anpassen.

In meinem Leben gibt es einen Menschen, der mir wichtig ist. Wir hatten eine Beziehung, aber sie hat nicht funktioniert. Dennoch haben wir noch einen recht guten Kontakt. Er hat eigentlich erst durch diesen Beitrag davon erfahren, was mit mir wirklich los ist. Ich hatte nicht den Mut, darüber mit ihm zu reden.

Wir haben am Wochenende am Telefon darüber geredet und ich habe ihn gefragt, ob ich es ihm erzählen darf. Er fühlt sich im Moment damit überfordert, obwohl er noch eine andere Person kennt, die wegen derselben Sache in Therapie ist und es hier kein Problem für ihn zu sein scheint. Es tut zwar weh, dass er es im Moment ablehnt, aber ich kann es auch verstehen. Ich will ihn auch nicht bedrängen.

Wir kennen uns seit mehr als einem Jahr und ich habe es verschwiegen, ihn in diesem wichtigen Punkt gewissermaßen angelogen. Er hat in diesem Jahr einiges Ausbrüche von mir miterlebt. Manche davon waren durchaus berechtigt, aber einige auch vollkommen an den Haaren herbeigezogen.

Zusammengefasst: Ich habe ein Problem. Es ist egal, welche Analyse man durchliest, es gilt als unheilbar. Ist man jedoch gewillt durch die Hölle einer mehrjährigen Therapie zu gehen, was neben den alltäglichen Dingen wie Arbeit, Haushalt, sozialer Kontakt zu anderen Menschen, einen immensen Kraftaufwand darstellt, so sind die Chancen ein weitgehend normales Leben führen zu können, sehr gut.

Zum Thema noch zwei Links. Ich hoffe, sie können stehenbleiben.

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V.
Geändert am 07.05.2002 um 11:19 Uhr von vulcania
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geschrieben am: 07.05.2002    um 11:33 Uhr   
(zitat)Er hat in diesem Jahr einiges Ausbrüche von mir miterlebt. Manche davon waren durchaus berechtigt, aber einige auch vollkommen an den Haaren herbeigezogen.(/zitat)
das erlebe ich mit meiner frau seit 17 jahren *lacht* was ich damit sagen will, übergänge sind fließend. lies ein gesundheitslexikon und du wirst jede krankheit auch bei dir diagnostizieren. ich denke, du hast niemanden belogen: wenn er nicht selbst merkt, dass du schwierigkeiten hast, dann -hast du entweder keine (offensichtlichen) schwierigkeiten oder - es sind schwierigkeiten, mit denen er klarkommen kann.
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geschrieben am: 07.05.2002    um 12:43 Uhr   
Doch, er hat es bemerkt. Er hat mich nur nicht darauf angesprochen.

V.
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geschrieben am: 07.05.2002    um 14:35 Uhr   
Bevor ich wieder mit der Therapie angefangen habe, war mein ganzes Handeln darauf ausgelegt, dem Anspruch anderer Personen an mich gerecht zu werden. Bloß nicht anecken und damit automatisch Ablehnung erfahren. Das hat sich in den letzten Monaten grundlegend geändert.

Die ganz Zeit habe ich mich, aus dem Grundbedürfnis heraus gemocht und anerkannt zu werden, verbogen und teilweise auch geheuchelt. Ich habe die Denkweise anderer zu meiner eigenen gemacht. Die Veränderung meines Ichs hat mich zu einem Außenseiter werden lassen. Damit muss ich leben, so schwer es auch fällt. Es tut auch sehr weh, wenn ich dann gesagt bekomme, dass ich die Krankheit als Ausrede für meine, teilweise sehr unlogischen, Handlungsweisen nutze. Ich muss mir oft genug den Vorwurf machen lassen, ich sei ein Fähnchen im Wind, nicht vertrauenswürdig, lächerlich und würde mich der Verantwortung für mein Tun entziehen wollen.

Durch die Therapie aber übernehme ich die Verantwortung. Ich will wissen, was mit mir los ist und warum ich derart merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag lege. Ich weiß gar nicht, was ich meinem Therapeuten schon alles an den Kopf geworfen habe. A.rsch und W.ichser sind da noch die harmlosesten Varianten. Er möge sich zur Hölle scheren und aufhören mich zu quälen.

Im Moment mache ich eine Einzeltherapie - ein sogenannte erforschende Therapie. Es ist absolut die Hölle für mich. Nächste Woche geht es dann einen Schritt weiter - Gruppentherapie. Ich bekomme Schweißausbrüche und Angstattacken, wenn ich nur daran denke. Am liebsten würde ich alles hinwerfen. Aber dann hätte ich wohl endgültig verloren und ich habe schon zu lange gekämpft um jetzt aufzuhören.

Ich muss jedesmal lachen, wenn ein Bekannter zu mir sagt "bist du jetzt wieder normal und ansprechbar?". Es ist schön, dass ich Menschen habe, die mich einfach damit unterstützen, dass es sie in meinem Leben (immer noch) gibt.

V.


Geändert am 07.05.2002 um 14:36 Uhr von vulcania
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Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 07.05.2002    um 15:02 Uhr   
Ob du mir glaubst oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen, Vulcania, aber ich wünsche dir von ganzem Herzen Erfolg für deine Therapie, denn ich glaube an den guten Kern in dir, den du in der Vergangenheit neben anderen Dingen auch an den Tag gelegt hast.

Alles Gute!
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 07.05.2002    um 15:32 Uhr   
Schaffen tust duŽs sowieso! klar? Klar! ;-)
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 07.05.2002    um 16:01 Uhr   
Danke euch für die guten Wünsche. Ich kann sie wirklich brauchen.

Es tut irgendwie gut, dass ich mir hier den ganzen Kram einmal von der Seele schreiben kann. Es ist allemal besser, als das verbissene Schweigen der letzten Jahre.

Danke euch.

V.
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Nutzer: Gast_chicita
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geschrieben am: 07.05.2002    um 16:03 Uhr   
(zitat)Die Veränderung meines Ichs hat mich zu einem Außenseiter werden lassen(/zitat)

mag sehr spekulativ sein, aber darin bin ich richtig gut ;)

vielleicht flüchtest du dich auch in die außenseiterrolle, weil es die rolle ist, in der du dich sicher & vertraut fühlst & deshalb an ihr festhälst..?
meint, du bist kein aussenseiter zwangsläufig, aber MUSST es einfach so empfinden, weil ein feststellen dessen, dass menschen dich mögen, dein komplettes weltbild ins wancken bringt.

vielleicht MUSST du einfach menschen vor den kopf stoßen und das "monster" in dir immer wieder am leben erhalten, weil du gar nicht damit umzugehen weißt, wie es ist, einfach nur geliebt zu werden, wie du bist?

aber ich glaube, das ist etwas, das man lernen kann, wenn man will & ob du willst, mußt du für dich entscheiden :)

beianderenimmerklug


Geändert am 07.05.2002 um 16:11 Uhr von chicita
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 07.05.2002    um 16:27 Uhr   
Deine Spekulationen beinhalten viel Wahrheit, chicita.

Ablehnung: Von Kindesbeinen an habe ich oft genug richtige Ablehnung erfahren. Die Tatsache, dass mich jemand einfach nur deshalb mag, weil ich bin, wie ich bin, könnte ich im Moment wohl nicht erkennen. Ich glaube es noch nicht einmal, wenn mir das jemand sagt, weil es in meiner Gedankenwelt einfach unwahrscheinlich ist. Der Gedanke, dass nichts, was ich tue, gut genug ist, beherrscht mein Leben.

Liebe: Ich bin mir sicher, dass ich Liebe geben kann. Vielleicht auch in Überdosen. Ob ich jedoch Liebe empfangen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich weiß es einfach nicht. Das ganze gipfelt sich in die berühmten "Komm her - geh weg"-Spielchen. Halt mich fest aber komm mir nicht zu nahe.

Außenseiter: Der Zwang, meiner Mutter den Sohn ersetzen zu wollen, den sie haben wollte, hat mich früh zum Außenseiter werden lassen. Die Mädchen in meinem Alter sagten immer "Du bist wie ein Junge, geh weg!", die Jungs sagten "Geh weg, du bist ein Mädchen!".

Aber ich arbeite daran. :-)

V.
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geschrieben am: 07.05.2002    um 16:40 Uhr   


ich denke, dass man nicht unbedingt borderliner sein muss, um durch gewisse menschen und umstände (insbesondere durch ersteres und massive "verletzungen" von denselben) die symptomatik eines borderliners aufzuweisen.

es ist eine art (wenn auch eine ungute) seelenschmerz mit derartigem verhalten "aufzuarbeiten"

wenn alle dich für "hart" halten, wird es selten einer wagen dich zu verletzen... stärke macht "ihnen" angst - solange keiner merkt, dass du unter der stärke verletzlich bist.........


Gremlin
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