Auf den Beitrag: (ID: 41144) sind "46" Antworten eingegangen (Gelesen: 2277 Mal).
"Autor"

Mann ist eine Frau geworden

Nutzer: MeineMeinung
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.02.2002
Anzahl Nachrichten: 18

geschrieben am: 01.11.2002    um 17:35 Uhr   
Ich habe soeben erfahren, dass der beste Kumpel von meinem Dad jetzt eine Frau ist! Früher hieß er Mario, jetzt nennt er sich Fenja! Ich kenn ihn schon seit ich Baby bin und jetzt ist er eine Frau!! Er kleidet sich nur so, also er lässt sich nicht umoperieren. Er nimmt Hormone, damit seine Stimme tiefer wird! Und um ca. 18.00-18.30 Uhr kommt er her und ich sehe ihn zum ersten mal als Frau! Ich weiß gar nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll! Ich meine, ich soll ihn jetzt auch mit Fenja ansprechen, aber ich kenne ihn nur unter dem Namen Mario!! Ich hab irgendwie ein bisschen Angst .... dabei müsste er aufgeregt sein! Er läuft erst seit 4 Wochen in der Öffentlichkeit als Frau rum. Davor immer nur zu Hause! Ich find das richtig Mutig von ihm, dass er sich sowas traut! also ich hätte den Mut nicht dazu, wenn ich jetzt ein Mann wär, wie eine Frau zu sein! Naja, aufjedenfall bin ich sehr sehr aufgeregt, weil er ja bald kommt! Ich weiß nicht, wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll!? Ich hoffe, ich guck ihn nicht zu sehr an! Ich werds versuchen nicht zu machen, aber was ist, wenn ich das doch mache?? Na ja, das wollte ich nur mal schreiben, weil ich es jemandem sagen musste! Und da ich nicht telefonieren kann, geht das nur hier rüber! ;o)
Habt ihr erfahrungen mit solchen leuten gemacht? Ich weiß gar nicht, ob man das überhaupt Travestie nennen kann, ich habe davon nicht so viel ahnung und ich habe mich mit dem Thema noch nie auseinander gesetzt!

P.S. mir ist aufgefallen, dass ich die ganze Zeit immer von "ihm" geredet habe, nie von "ihr", wie es eigentlich sein müsste!
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_moonshadow
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.09.2004
Anzahl Nachrichten: 1862

geschrieben am: 01.11.2002    um 17:56 Uhr   
Also, er fühlt sich nun wohl als Frau, also sprich ihm als Fenja an, sollte Dir aber sein alter Name rausrutschen muss Dich das nicht in Verlegenheit bringen, da er sowas nun öfters erleben wird und das ist auch irgendwo ganz natürlich wenn man sich an einen Namen gewöhnt hat, das er immer wieder rausrutscht ( ich nenn mal ein Beispiel: ich kenne lange zeitlang Jemanden, erst nur aus dem chat ne ganze Weile, also sprach man sich auch immer mit dem Nicknamen an. Nun kennen wir uns auch real, doch ich erwische mich, das mir noch manchmal der Nickname rausrutscht und nicht Ihr realer Name ;-) ).

Er ist sich mit Sicherheit bewusst, das sein neues "Auftreten" erstaunte Gesichter vorbringen wird und ich wäre einfach ehrlich und würde Ihm sagen, das es ungewohnt für Dich ist und Du Dich daran gewöhnen musst. Er wird das verstehen, würde mich wundern wenn nicht.
Ich glaube mal, das "Schlimmste" sind die ersten 5 Minuten, doch danach wird sich die Situation lockern zumal mit Sicherheit auch von Ihm versucht wird seine "Beweggründe" darzulegen. Also versuch am besten ehrlich zu sein und verstell Dich nicht, das ist meist die beste Lösung :-)


Übrigens, wenn ich mir meinen Text grade durchlese fällt mir auf das auch ich andauernd von einem "Er" rede ;-)


Shadow... :-)
Geändert am 01.11.2002 um 17:57 Uhr von moonshadow
  Top
"Autor"  
Nutzer: Frau0waR
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 29.10.2002
Anzahl Nachrichten: 3

geschrieben am: 01.11.2002    um 18:01 Uhr   
ich rechne es gross an, dass du 'ihn' auch als sein 'neues ich' akzeptierst. kompliment, echt! desweiteren; es ist natuerlich, dass du dir unsicher bist, weil es etwas ganz neues ist, aber du gewoehnst dich dran. bald wird es ganz normal sein, es ist einfach eine umstellung !

viel glueck dir, aber es wird schon klappen; aus dem einfachen grund, dass du ihn auch als frau tolerierst.

shivaa
  Top
"Autor"  
Nutzer: Annabell33
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 21.08.2001
Anzahl Nachrichten: 265

geschrieben am: 01.11.2002    um 20:51 Uhr   
Man nennt es Transsexuell. wenn Du Dich drüber informieren willst, als Suchwort bei Google eingeben.


Anna
  Top
"Autor"  
Nutzer: MeineMeinung
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.02.2002
Anzahl Nachrichten: 18

geschrieben am: 01.11.2002    um 20:56 Uhr   
er ist jetzt hier! Zuerst war ich noch voll aufgeregt! aber er kam voll locker rein und hat allen "Hallo" gesagt! richtig selbstbewusst! Und ich muss sagen, dass er wircklich richtig gut aussah! ok, man sieht immer noch, das er ein mann ist, aber er sah wircklich sehr nett aus. er hatte ein kurzes kleid an, strumpfhose, hoge schuhe und überall schmuck! Richtig gut! Und es war irgendwie auch keine komische stimmung!! Alle waren wie immer und er auch! ich habe aber immer versucht, ihn nicht mit seinem namen (also Fenja) anzureden! ich hab dann immer "du" oder sowas gesagt, weil das einfach ungewohnt ist, zu ihm fenja zu sagen! mein dad hat einmal ausversehen Mario zu ihm gesagt, aber sich dann gleich verbessert! Aber er nahm das locker hin! Damit muss er ja rechnen, wenn er aufeinmal zur Frau wird, dass man ihn dann noch anders nennt! Naja, aufjedenfall ist es echt lustig, er ist kein bisschen anders! ABer wieso auch? Er ist ja immer noch der selbe mensch, außer das sein erscheinungsbild anders aussieht!
Aber ich hab mir mal wieder viel zu viele Sorgen gemacht!! Es war wircklich cool!
Und danke an euch 2 (moon und FrauOwar)...ich hab mir einfach gedacht, dass er wie immer ist! ich hab mich nicht verstellt .... außer die ersten 5 min. waren komisch! Da hab ich mich nicht so richtig getraut ihn anzugucken, aber danach war es cool! jo, das wollte ich nur mal mitteilen, dass alles gut gelaufen ist und ich mi rmal wieder zu viele sorgen davor gemacht habe! ;o)
  Top
"Autor"  
Nutzer: MeineMeinung
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.02.2002
Anzahl Nachrichten: 18

geschrieben am: 01.11.2002    um 20:58 Uhr   
(zitat)Man nennt es Transsexuell. wenn Du Dich drüber informieren willst, als Suchwort bei Google eingeben.


Anna(/zitat)

Danke Anna!!!
  Top
"Autor"  
Nutzer: Sonic_2
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 20.07.2002
Anzahl Nachrichten: 10279

geschrieben am: 01.11.2002    um 21:13 Uhr   
ich finde sowas ist gegen die natur und sollte nicht gemacht werden....
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_tinkerbell
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1427

geschrieben am: 01.11.2002    um 21:59 Uhr   
(zitat) ich finde sowas ist gegen die natur und sollte nicht gemacht werden....(/zitat)

tja,mein lieber Sonic....Deine Aussage klingt leider nicht sehr aufgeschlossen und tolerant....auch nicht viel anders, als eine alte Oma im tiefsten Bayern gesagt hätte: "dös is net Gottes Wui, des derf net sei!"

Versetz Dich doch bitte mal in solch einen Menschen hinein. Wenn Du tief im Inneren genau weißt, Du denkst wie eine Frau, Du fühlst wie eine Frau, Du möchtest Dich wie eine Frau kleiden...Du bist eigentlich eine Frau! Nur steckst Du dummerweise im Körper eines Mannes...ja zum Henker, wenn sich jemand traut, in der Hinsicht zu seinem "ich" zu stehen, es nach außen zu tragen und seine gesamte Umgebung damit vor den Kopf zu stoßen - ich kann diesen Menschen nur bewundern. Er hat es sich sicher nicht leicht gemacht (nach dem Motto: "so, heut spiel ich mal Weibchen")...im Gegenteil, der Prozeß, sich selber einzugestehen, was da nicht stimmt - und das auch noch umzusetzen und dazu zu stehen, dürfte ihn einige schlaflose Nächte bereitet haben.

Und wenn Du sagst "das ist gegen die Natur"...ja? Was macht dich da so sicher? OK, ob das Geschlecht des Embryos sich in Richtung männlich oder weiblich entwickelt, ist genetisch festgelegt. Das ist die Natur. Richtig.
Aaaaber: in den ersten Entwicklungswochen bestimmt der Anteil an weiblichen Geschlechtshormonen die Entwicklung des Embryos. Sprich: zunächst sind wir alle Mädels. Erst wenn sich langsam die männlichen Geschlechtshormone immer stärker in Erinnerung bringen, fängt die Ausprägung der männlichen Geschlechtsmerkmale an, findet die "Mannwerdung" ihren Anfang.
So - wat nu, wenn der prozentuale Anteil der männlichen Geschlechtshormone grad mal ausreicht, daß ein Schniepelchen wächst? Wenn schon in diesem Stadium der Entwicklung der "weibliche Anteil" derart dominiert, daß das entstehende Leben eben grad eben mal genetisch und physiologisch ein Mann werden wird? Ist das auch gegen die Natur? Nö - DAS IST AUCH DIE NATUR!

Ich bin immer ganz vorsichtig, wenn ich solche Leute beurteile....und in den meisten Fällen stelle ich fest, daß es geqälte, in einem falschen Körper geborene Menschen sind, die einen ungeheuren Mut beweisen, indem sie sich trauen und zu sich stehen.

Ich wünsche Fenja (formerly known as Mario :-) ) alles gute...und weiter diese Lockerheit, mit dem Unbehagen der Umwelt umzugehen...

tinker
  Top
"Autor"  
Nutzer: MeineMeinung
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.02.2002
Anzahl Nachrichten: 18

geschrieben am: 01.11.2002    um 22:14 Uhr   
@tinker: Ich hätte es nicht besser zusammenfassen können!!!! Gut gemacht! ;o)
  Top
"Autor"  
Nutzer: Menschenfrau
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.02.2002
Anzahl Nachrichten: 32

geschrieben am: 02.11.2002    um 17:04 Uhr   
wenn das sonics meinung ist, dann lasst ihn doch! denn sonst seid ihr nämlich intolerant!
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_Paccy
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 03.02.2002
Anzahl Nachrichten: 546

geschrieben am: 02.11.2002    um 17:30 Uhr   
Ich schließe mich Sonic nicht nur an, sondern möchte es noch drastischer formulieren: es ist widerlich!
Man muß sich im Leben des Öfteren "entscheiden", aber einige Dinge, wie sein Geschlecht, sollte man als gegeben hinnehmen.
Natürlich muß jeder selbst entscheiden, was er aus sich und seinem Leben machen möchte, und eine Geschlechtsumwandlung schadet auch keinem anderen, deshalb darf man das tun.
Ich für meinen Teil würde aber (nennt es ruhig intolerant) keinen Kontakt zu so einem Menschen eingehen oder aufrechterhalten. Und ich bin keine bayrische Oma :-).

;-) Paccy
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_DieRebellin
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 15.02.2001
Anzahl Nachrichten: 484

geschrieben am: 02.11.2002    um 20:35 Uhr   
Ein Freund meiner Mutter kleidet sich ebenfalls gerne als Frau. Ich weiß nicht, ob ich ihn eher als Mann oder eher als Frau einordnen soll, ich habe da mit ihm nie drüber gesprochen.
Ich weiß aber nicht, was daran falsch sein soll. Es ist nicht natürlich? hm... ich find's ehrlich gesagt natürlicher als Autofahren.

Offen zu zeigen, wie man sich fühlt, wenn man weiß, dass es Kritik auslösen wird, ist sehr bewundernswert. Die wenigsten können das wirklich.

Ich will mich nicht drüber streiten, ob es richtig oder falsch ist, weil ich eigentlich denke, die Frage stellt sich gar nicht. Es ist, wie es ist.
Ich finde es immer sehr interessant, wenn wir mit dem Freund meiner Mutter irgendwo sind. Manchmal kommt sie "normal" als Mann, wenn sie keine Blicke auf sich ziehen will, und manchmal eben auch als Frau. Und dann sagt sie so Sachen wie "In das und das Cafe können wir gehen, da kennen die mich schon, da ist das in Ordnung" Und irgendwie finde ich sie absolut nicht wiederlich oder unnatürlich.
Sie ist ein sehr offener Mensch, und es ist toll, sie zu kennen. Finde ich jedenfalls.

Und mir ist aufgefallen, dass ich mit "er" angefangen, und mit "sie" aufgehört habe... nunja... *schulternzuckt*


Reby
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_tinkerbell
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1427

geschrieben am: 03.11.2002    um 17:24 Uhr   
(zitat)
Wenn jemand meint, im falschen Körper zu sein - sowie im übrigen auch Homosexualität - sehe ich als Krankheit an. Es ist nicht natürlich und fällt aus der Harmonie heraus ...

Mindi

(/zitat)


sorry, aber genau DIESE Einstellung spiegelt die engstirnige und heuchleriche Haltung und Moral der hiesigen Gesellschft wieder. Es geht nicht gegen Dich, aber mir kommt das Essen hoch, wenn ich sehe, daß sich Leute ein Urteil bilden, die keine Ahnung haben. Krank? Was ist gesund? Harmonie? Ist das das, was die meisten für richtig halten?
Und "nicht natürlich"......soso...ist es künstlich?

Ich muß mich echt grad sehr zusammenreißen...

Leute, die all diese "Sauereien" für krank halten, können nur froh sein, durch Zufall in einer Gesellschaft geboren zu sein, in der ihre Meinung die der Mehrheit ist....

Hoffentlich seid Ihr nicht mal auf Toleranz und Nachsicht angewiesen....

grummel

tinker
  Top
"Autor"  
Nutzer: presea
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 25.03.2001
Anzahl Nachrichten: 2404

geschrieben am: 03.11.2002    um 18:43 Uhr   


(zitat)dass solche Leute gleichgeschlechtliche Partner heiraten und womöglich gar Kinder adoptieren dürfen.
(/zitat)

mindi...warum heiratet man einen menschen?...
eigendlich dachte ich,das tut man,weil man diesen menschen liebt.
und wenn ich nun zum beispiel eine frau lieben würde?
ich weiss nicht,wonach du dir deine partner aussuchst,ich selbst verliebe mich immer in einem "menschen" und nicht in sein geschlecht.
ich finde das sehr schade,wenn das so reduziert wird.
und "krank" finde ich -gelinde gesagt- fast unverschämt.
schwule,lesben und transsexuelle sind nicht "krank",sondern auch menschen und genauso lebenswert und genauso gefühlvoll,einsam,traurig .......
versucht doch mal nicht so oberflächlich zu sein.....

im drittenreich wurden genau wegen dieser oberflächlichkeiten und vorurteile vor "andersartigen" menschen zu hauf getötet.
schlimm,das sich das bis in die heutige zeit getragen hat.
ist es nicht nur eure eigene angst,sich mal mehr mit dem thema zu beschäftigen?

(zitat)Ich für meinen Teil würde aber (nennt es ruhig intolerant) keinen Kontakt zu so einem Menschen eingehen oder aufrechterhalten(/zitat)
also gibst du mehr was auf das geschlecht eines menschen ,als auf seinen inneren wert?wenn es dein bruder wäre,würdest du dich abwenden?
merkt ihr nicht,wie egal das geschlecht ist?meine freunde such ich mir doch auch nicht nach geschlecht aus,sondern nach ihren eigenheiten,und charakterzügen.
ist nicht das das wichtigste?
wie schwach ist man doch,wenn man einen menschen auf nichts anderes als auf sein geschlecht reduziert.

wie gut das ich menschen kenne,die tolerant und aufgeschlossen sind-sonst würde ich verzweifeln.

das sauernde presi
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_Blondie
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 06.09.2002
Anzahl Nachrichten: 120

geschrieben am: 03.11.2002    um 18:56 Uhr   
Wenn ich hier die Antworten von Paccy und Mindiyana lese, kommt es mir hoch. Wie kann man denn nur so intolerant sein?
Paccy: es ist widerlich!
Was hat denn das mit Widerlich zu tun? Diese Menschen haben sich ihre Veranlagung sicherlich nicht ausgesucht.
Mindiyana, es fällt nur so lange aus der Harmonie heraus, so lange es spießige und intolerante Leute wie dich gibt. Wieso willst du den Schwulen denn das Glück streitig machen zu heiraten, wenn ihnen danach ist? Normalerweise heiratet man aus Liebe, und nicht, um es irgendwelchen Leuten recht zu machen. Und wenn zwei Männer (oder zwei Frauen) sich lieben, warum sollten sie es nicht öffentlich machen und zueinander stehen. Ich finde das sehr bewundernswert, wenn welche diesen Mut besitzen.
Schwulsein als „Krankheit“ zu bezeichnen, halte ich für dumm und das zeugt meiner Meinung nach von Charakterschwäche. Vielleicht solltet ihr euch mal mehr über das Thema informieren.
  Top
"Autor"  
Nutzer: presea
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 25.03.2001
Anzahl Nachrichten: 2404

geschrieben am: 03.11.2002    um 21:12 Uhr   
(zitat)Wenn man davon ausgeht, dass ca. 10% der Bevölkerung lesbisch oder schwul sind, ist anzunehmen, dass auch Sie "betroffen" sind: als KollegIn, als Elternteil, als Schwester, als Bruder, als Vorgesetzte/r, als LehrerIn etc. Es ist in jedem Fall gut, informiert zu sein; zu wissen, dass Homosexualität keine Störung oder Krankheit ist. Vielleicht wollen Sie auch Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen gegenüber signalisieren, dass Sie sie akzeptieren und falls es notwendig ist, auch unterstützen, sei es durch ein Gespräch oder durch Weitergabe von Kontaktadressen oder Beratungsstellen. Auch Gespräche im Familien- oder KollegInnenkreis können helfen, Vorurteile gegenüber Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen abzubauen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.(/zitat)

(zitat)Die Vorsilbe Trans zeigt an, daß etwas "jenseits, über, darüber hinaus" ist. Trans, transgender, transidentisch oder transsexuell (s.u.) bezeichnet also eine (Geschlechts-)Identität, die sich definiert über Faktoren, die über die sexuell-biologischen hinausgehen, bzw. sich im Gegensatz zu diesen sieht. Ausschlaggebend für Selbst- und Fremdwahrnehmung ist nicht alleine der Körper oder gar die Geschlechtsorgane, sondern Identitäts(-gefühl, -bewusstsein), Empfinden und Verhalten.
So kann sich ein Mensch, der eine vollständig weibliche Anatomie hat, dennoch nicht als Frau fühlen, sondern teilweise oder vollständig als Mann, und möchte dann auch so wahrgenommen werden. (oder natürlich umgekehrt)
Es ist keine Krankheit, die durch Erreger erzeugt wird.
Man kann keine genetischen Variablen feststellen, die Trans* verursachen.
Ebensowenig ist es eine psychische Krankheit wie Schizophrenie.
Auch ist Trans* nicht heilbar, weder durch Therapien noch durch Medikamente noch durch Operationen.
Aller Wahrscheinlichkeit nach irrelevant sind Erziehung und soziales Umfeld. Lediglich die Art und Weise, wie jemand mit sich selbst und seinen Problemen umgeht, kann den weiteren Weg beeinflussen, nicht jedoch die Grundtatsache, Trans* zu sein.
Neuere Forschungen deuten auf eine pränatale (vorgeburtliche) Hormonstörung, zumindest als Co-Faktor. Noch allerdings gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Allerdings deckt sich dies mit der Selbsterfahrung von Transgendern, von denen die allermeisten das Gefühl haben, "so auf die Welt gekommen zu sein".
Transgender ist schlichtweg ein Zustand, bei dem sich jemand in seiner eigenen Haut nicht wohlfühlt und dies auf die Geschlechtszugehörigkeit und die damit gesellschaftlich festgelegte Rolle zurückführen kann. Der Druck, sich auf ein bestimmtes Geschlecht festlegen zu müssen, verursacht innere Spannungen, die fatale Folgen haben können, wenn keine Abhilfe geschaffen wird. Und diese Abhilfe kann nur die Annahme einer Geschlechtsrolle sein, mit der ein solcher Mensch leben kann - sei es die gegengeschlechtliche, oder eine Zwischenrolle.
Es sucht sich auch niemand aus, trans zu sein. Die meisten wären viel lieber "normal" (was auch immer das heissen mag) und reissen sich weder um die Probleme, die damit auf sie zukommen, noch um die Aufmerksamkeit, die damit mitunter erzeugt wird./(zitat)

  Top
"Autor"  
Nutzer: presea
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 25.03.2001
Anzahl Nachrichten: 2404

geschrieben am: 03.11.2002    um 21:16 Uhr   


(zitat)1.6 Trans* ist doch als Krankheit anerkannt?


Nein. Es gilt:
Nicht jede Anomalie - verstanden als regelwidriger, vom Leitbild eines gesunden Menschen abweichender Zustand - ist als Krankheit zu werten. Krankheitswert hat eine Anomalie nur, wenn der/die Betroffene dadurch einem nicht hinnehmbaren Leidensdruck ausgesetzt ist. (OLG Düsseldorf, 4 U 194/87)
Daraus folgt, daß nicht Trans* selber zu behandeln ist, sondern das dadurch hervorgerufene Leiden. Zum Glück ist es heute ziemlich unüblich geworden, daß man erst mal beweisen muß, daß man hinreichend leidet ("Wie viele Selbstmordversuche haben sie denn schon hinter sich?"), denn es kann und soll natürlich auch präventiv gearbeitet werden.(/zitat)

(zitat)Eine biologische Frau empfindet wie ein Mann = transsexueller Mann (FzM) und ein biologischer Mann empfindet wie eine Frau = transsexuelle Frau (MzF), und beide wollen entsprechend ihrer Empfindung leben, angenommen, akzeptiert und respektiert werden und natürlich auch entsprechend aussehen. Sie wünschen sich einen ihrem Empfinden gemäß gestalteten Körper und möglichst auch die entsprechende Physiognomie des psychischen Geschlechts.

(/zitat)
  Top
"Autor"  
Nutzer: presea
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 25.03.2001
Anzahl Nachrichten: 2404

geschrieben am: 03.11.2002    um 21:30 Uhr   
(zitat)NORMAL:
Im Duden steht: innerhalb der Norm, üblich, durchschnittlich.
Ich fange mit dem letzten Wort an. "Durchschnittlich". Durchschnittlich ist angeblich normal. Das bedeutet also, dass, wenn sich jemand 3x am Tag die Hände wäscht und ein anderer 11x, dann ist 7x der Durchschnitt. Folglich ist weder der eine, noch der andere normal. 7x ist nämlich der Durchschnitt. Durchschnittlich kann's also nicht sein.

Also als nächstes: Üblich
So ein Satz: " Das macht man so, üblicherweise.", sagt aus, dass man es meistens so macht, dass es schon länger so gemacht wird, dass es wohl die meisten so machen, üblicher- oder normalerweise. Es heißt aber auch gleichzeitig, dass es nicht jeder so macht, dass es Ausnahmen von der Regel, der Üblichkeit gibt. Ist normal also das, was die meisten tun ? Es scheint so! Das hieße, wenn von 20 Leuten 10 Leute eine Sache gleich machen und die restlichen 10 je eine eigene Art, diese Sache zu tun, haben, dann sind die ersten 10 normal, weil die meisten es so tun, und die zweiten unnormal, obwohl es auch genau 10 sind, die es nicht auf die erste Weise tun.

Schon komisch!
Moralvorstellungen erhalten wir durch die Erziehung von Eltern, Lehrern und der übrigen Umwelt (eigentlich von dem, was schon vorher da war, zumindest orientieren wir uns daran). Und Gesetze sind auch an unsere moralischen Vorstellungen gekoppelt. Also wird Normales über viele Generationen durch Traditionen und Kultur überliefert. Da sich aber Normen auch ändern können (klar, früher waren andere Sachen normal als jetzt), dürften wir jetzt unnormale Sachen ruhig als unnormal bezeichnen, aber nicht gleichzeitig abwerten, wer weiß, wann sich das Bild von normal-unnormal umkehrt!?(/zitat)

also lasst uns mal in jahr 2002 gehen und die mittelalterlichen "normalitäten" revolutionieren.


  Top
"Autor"  
Nutzer: presea
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 25.03.2001
Anzahl Nachrichten: 2404

geschrieben am: 03.11.2002    um 21:44 Uhr   


(zitat)Wie sollen Kinder sich in einem solchen Wirrwarr zurecht finden? Wo ihre Orientierung finden?
(/zitat)

mein sohn wächst damit sehr gut auf-und findet es normal.und darauf bin ich sehr stolz.er ist tolleranter als die meisten erwachsenen.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_moonshadow
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.09.2004
Anzahl Nachrichten: 1862

geschrieben am: 03.11.2002    um 22:03 Uhr   
Hi Mindy, ich finde man kann das nicht vergleichen..jemanden übers Ohr hauen usw.. schadet anderen...schwul sein usw aber nicht oder ?




Shadow...
  Top
"Autor"  
Nutzer: Menschenfrau
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 05.02.2002
Anzahl Nachrichten: 32

geschrieben am: 03.11.2002    um 22:16 Uhr   
also... ich bin auch der meinung von paccy u. mindiyana...
aber ich lasse ich mich nicht deswegen als intolerant beschimpfen... ich sag nicht, dass man diesen leuten das verbieten sollte, das kann man ja auch nicht... aber ich heiße es nicht gut und das ist meine persönliche meinung.
  Top
"Autor"  
Nutzer: presea
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 25.03.2001
Anzahl Nachrichten: 2404

geschrieben am: 03.11.2002    um 22:39 Uhr   
(zitat)GG Art. 1 Abs. 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Aber GG Art. 3 Abs. 1: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(/zitat)


wenn ich die meinungen einiger hier lese,danke ich sonstwem dafür,das es dieses gesetz gibt.


mindy-ich kenne schwule und hab auch schon mit lesben geredet.sie verurteilen unsere sexualität nicht-obwohl es für sie nicht normal ist-warum dürfen wir das bei ihnen?

schade das du nicht mehr so tolerant bist wie vielleicht früher:)



Geändert am 03.11.2002 um 22:48 Uhr von Presea
  Top
"Autor"  
Nutzer: presea
Status: CW-Team
Post schicken
Registriert seit: 25.03.2001
Anzahl Nachrichten: 2404

geschrieben am: 03.11.2002    um 22:42 Uhr   
(zitat)Art. 3 Abs. 3 dazusetzen:
Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens (!!), seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. [...](/zitat)


grins...wenigstens da sind wir aus dem mittelater raus
  Top
"Autor"  
Nutzer: JumpIntoDeath
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 551

geschrieben am: 03.11.2002    um 22:57 Uhr   
(zitat)GG Art. 2 Abs. 1 Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.(/zitat)

Und nun zerreißt euch darüber, was das "Sittengesetz" a) umfasst und b) beinhaltet.

Viel Spaß,

Jump
(der, der hier so gut wie nie hineinschaut und auch weiß warum er das nicht tut)

P.S.:Meine Meinung dazu: Solange Transen einem nicht vortäuschen, sie wären keine, hab ich mit ihnen kein Problem. Ich weiß nicht, was sich manche aufregen.

[edit: Meinung]
Geändert am 03.11.2002 um 23:01 Uhr von JumpIntoDeath
  Top
"Autor"  
Nutzer: xeena
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 30.03.2002
Anzahl Nachrichten: 6236

geschrieben am: 03.11.2002    um 23:06 Uhr   
(zitat)Ich schließe mich Sonic nicht nur an, sondern möchte es noch drastischer formulieren: es ist widerlich!
Man muß sich im Leben des Öfteren "entscheiden", aber einige Dinge, wie sein Geschlecht, sollte man als gegeben hinnehmen.
Natürlich muß jeder selbst entscheiden, was er aus sich und seinem Leben machen möchte, und eine Geschlechtsumwandlung schadet auch keinem anderen, deshalb darf man das tun.
Ich für meinen Teil würde aber (nennt es ruhig intolerant) keinen Kontakt zu so einem Menschen eingehen oder aufrechterhalten. Und ich bin keine bayrische Oma :-).

;-) Paccy
(/zitat)


eine bayerische oma bist du vielleicht nicht - aber, genau wie mindy, erschreckend intolerant!!!


*grummel*

xeena


Geändert am 03.11.2002 um 23:07 Uhr von xeena
Warum richtest Du über mich, wenn Du doch keine Ahnung hast, wovon ich spreche, wie ich lebe, wie ich liebe?
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_Paccy
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 03.02.2002
Anzahl Nachrichten: 546

geschrieben am: 04.11.2002    um 00:05 Uhr   
Es ist wie immer; wenn man hier nicht für jede Perversion und Abartigkeit Verständnis aufbringt, dann gilt man als intolerant und wird in einer Art Hexenjagd dem Dritten Reich zugeordnet.
Aber was soll's; es gibt viele, die so denken wie Mindiyana und ich, sich aber (aus oben genannten Gründen) nicht trauen, diese Meinung auch zu äußern.
Toleranz und Liberalität werden eben allzu oft mit Prinzipienlosigkeit, Beliebigkeit und Charakterschwäche verwechselt.

;-) Paccy
  Top