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geschrieben am: 03.11.2002 um 21:12 Uhr
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(zitat)Wenn man davon ausgeht, dass ca. 10% der Bevölkerung lesbisch oder schwul sind, ist anzunehmen, dass auch Sie "betroffen" sind: als KollegIn, als Elternteil, als Schwester, als Bruder, als Vorgesetzte/r, als LehrerIn etc. Es ist in jedem Fall gut, informiert zu sein; zu wissen, dass Homosexualität keine Störung oder Krankheit ist. Vielleicht wollen Sie auch Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen gegenüber signalisieren, dass Sie sie akzeptieren und falls es notwendig ist, auch unterstützen, sei es durch ein Gespräch oder durch Weitergabe von Kontaktadressen oder Beratungsstellen. Auch Gespräche im Familien- oder KollegInnenkreis können helfen, Vorurteile gegenüber Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen abzubauen oder erst gar nicht entstehen zu lassen.(/zitat)
(zitat)Die Vorsilbe Trans zeigt an, daß etwas "jenseits, über, darüber hinaus" ist. Trans, transgender, transidentisch oder transsexuell (s.u.) bezeichnet also eine (Geschlechts-)Identität, die sich definiert über Faktoren, die über die sexuell-biologischen hinausgehen, bzw. sich im Gegensatz zu diesen sieht. Ausschlaggebend für Selbst- und Fremdwahrnehmung ist nicht alleine der Körper oder gar die Geschlechtsorgane, sondern Identitäts(-gefühl, -bewusstsein), Empfinden und Verhalten.
So kann sich ein Mensch, der eine vollständig weibliche Anatomie hat, dennoch nicht als Frau fühlen, sondern teilweise oder vollständig als Mann, und möchte dann auch so wahrgenommen werden. (oder natürlich umgekehrt)
Es ist keine Krankheit, die durch Erreger erzeugt wird.
Man kann keine genetischen Variablen feststellen, die Trans* verursachen.
Ebensowenig ist es eine psychische Krankheit wie Schizophrenie.
Auch ist Trans* nicht heilbar, weder durch Therapien noch durch Medikamente noch durch Operationen.
Aller Wahrscheinlichkeit nach irrelevant sind Erziehung und soziales Umfeld. Lediglich die Art und Weise, wie jemand mit sich selbst und seinen Problemen umgeht, kann den weiteren Weg beeinflussen, nicht jedoch die Grundtatsache, Trans* zu sein.
Neuere Forschungen deuten auf eine pränatale (vorgeburtliche) Hormonstörung, zumindest als Co-Faktor. Noch allerdings gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Allerdings deckt sich dies mit der Selbsterfahrung von Transgendern, von denen die allermeisten das Gefühl haben, "so auf die Welt gekommen zu sein".
Transgender ist schlichtweg ein Zustand, bei dem sich jemand in seiner eigenen Haut nicht wohlfühlt und dies auf die Geschlechtszugehörigkeit und die damit gesellschaftlich festgelegte Rolle zurückführen kann. Der Druck, sich auf ein bestimmtes Geschlecht festlegen zu müssen, verursacht innere Spannungen, die fatale Folgen haben können, wenn keine Abhilfe geschaffen wird. Und diese Abhilfe kann nur die Annahme einer Geschlechtsrolle sein, mit der ein solcher Mensch leben kann - sei es die gegengeschlechtliche, oder eine Zwischenrolle.
Es sucht sich auch niemand aus, trans zu sein. Die meisten wären viel lieber "normal" (was auch immer das heissen mag) und reissen sich weder um die Probleme, die damit auf sie zukommen, noch um die Aufmerksamkeit, die damit mitunter erzeugt wird./(zitat)
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