|
|
|
geschrieben am: 03.04.2003 um 15:27 Uhr
|
|
danke, dass das mit dem soli-zuschlag aufgeklärt wurde. :-)
nett, jemand anders uninformiertheit vorzuwerfen und sich auf hochintellektuelle wirtschaftspresse zu berufen, und dann sowas schreiben. ich dachte, dieser irrtum wäre schon seit jahren ausgeräumt. :-)
ich bin ossi, der vor fast 3 jahren in den "westen", bzw. in meinem fall süden - bayern, franken - gezogen ist. natürlich der arbeit wegen.
ich habe diesen schritt nicht bereut. dort, wo ich herkomme, gibt es einfach keine jobs. für viele ist die alternative, zu hause zu sitzen, nichts zu tun und auf bessere zeiten zu warten. erschreckend, meiner meinung nach, wenn das junge leute sind, denen tür und tor offen steht, etwas flexibilität vorausgesetzt. sicher ist so ein schritt nicht einfach, aber man kann eigentlich nur daran wachsen. :-)
ich hatte hier von anfang an keinerlei probleme. ich hatte zuvor bedenken, dass ich als "ossi" mich eventuell mehr beweisen müsste. vorurteile sind eben zum teil einfach da. aber das habe ich nicht so erfahren. ich bin mit den leuten von anfang an sehr gut klargekommen - ich mag die franken. :-)
natürlich kommt hin und wieder der ein oder andere spruch. aber ich denke, da muss man einfach drüberstehen. es ärgert mich schon, wenn irgendwelche behauptungen aufgrund von vorurteilen und klischees, einfach mangels wissen aufgestellt werden. dem kann man aber entsprechend begegnen. gerade hier in der gegend (nürnberg) arbeiten eine menge leute aus dem osten. das macht es vielleicht auch nochmal einfacher.
es stünde für mich nicht zur debatte (momentan und in nächster zukunft jedenfalls nicht), wieder zurückzugehen. ja, ich habe den größten teil meines lebens im osten verbracht - und es ist die alte heimat. das merke ich immer wieder, wenn ich zu besuch bin. aber letzten endes ist es so - ich bin zu besuch. zu hause bin ich mittlerweile hier.
und solange der arbeitsmarkt hier mehr hergibt als in den neuen bundesländern, wird sich das für mich auch nicht ändern. ich fühle mich wohl hier, ich lebe gern hier, ich habe hier freunde gefunden.
wie gesagt, mit vorurteilen komme ich eigentlich kaum in berührung. man macht mal spässle, sowohl wir "ossis" als auch unsere "wessi"-kollegen. das ist aber nie böse gemeint, und das weiß jeder. und man nimmt sich selbst auf die schippe. aber im endeffekt kommen solche scherze auch bei leuten, die aus diesem oder jenem ort, landkreis oder sonstwo herkommen. nur bei ossi-wessi fühlt man sicher eher angegriffen, oder?
thema gehaltsunterschiede: ich denke, man kann das nicht an städten wie münchen oder frankfurt/main messen. dort sind nunmal die lebenshaltungskosten (gerade mieten) extrem hoch. aber ich denke, wenn man vergleichbare gegenden in ost und west sucht, wird man bei den preisen kaum noch unterschiede finden - beim einkaufen sowieso nicht, bei den mieten wohl auch kaum. aber die leute verdienen defintiv weniger - ich sage allein BAT ost/west. ach ja, und wo hier 38- oder 39-stunden-wochen normal sind, kenne ich das aus dem osten gar nicht. 40-stunden-woche ist an der tagesordnung, darunter läuft das dann unter kurz-oder teilzeit. :-)
da ist es für mich auch verständlich, wenn da jemand groll hegt. zumal wahrscheinlich noch die halbe verwandschaft arbeitslos ist.
vorurteile und klischees versuche ich zu vermeiden, allerdings findet sich das eine oder andere auch immer mal wieder bestätigt. :-)
ich denke einfach, natürlich sind die menschen von der lebensweise und erziehung von 4 jahrzehnten geprägt. natürlich verschwindet das nicht so einfach. aber man sollte sich davon nicht beherrschen lassen und trotzdem offen und aufgeschlossen sein. und je mehr sich das innerhalb deutschlands herkunftsmäßig mischt, um so eher werden vorurteile ausgeräumt.
pauschalisieren ist eben immer schlecht. :-)
ansonsten, ich kenne auch wessis, die im osten leben. zum teil wegen job hingezogen, oder auch wegen der liebe. :-)
und egal wie, zum großen teil liegt es an einem selbst, aus einer situation, ob in der heimat oder in der fremde, das beste zu machen.
|
|
|
|
|