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geschrieben am: 26.11.2003 um 01:18 Uhr
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Hallo emptyskies!
Ja, du hast schon einesteils Recht mit dem, was du sagst, nur geht das am Thema vorbei. Ich bin völlig deiner Meinung, dass kritisches Denken und Hinterfragen, Kombinieren von logischen Zusammenhängen weitaus wichtiger sind als Rechtschreibung. Aber es ist blauäugig, zu denken, dass es später mal im Leben schon so sein wird, dass der Chef oder andere Vorgesetzte schon darüber hinweg sehen werden, wenn die Rechtschreibung unter aller Kritik ist. Im Berufsleben und auch bei jeder Weiterbildung wird Rechtschreibung vorausgesetzt und verlangt. Und ich finde, dass es einem wesentlich leichter gemacht wird, im Berufsleben erfolgreich zu sein, wenn man zumindest nahezu fehlerfrei schreibt, sonst wird man eben gewisse Positionen nicht ausfüllen können. Deswegen hab ich ja in meinem ersten Beitrag gesagt, dass ich die Rechtschreibung wichtig finde, weil sie einem das Leben erleichtert und zum guten Gesamteindruck beiträgt. Einer, dessen Rechtschreibung unter jeder Kritik ist, wirkt auf die Gesellschaft nun mal ungebildet. Wozu gehen wir denn in die Schule? Wenn du sagst, dass Rechtschreibung nicht wichtig ist, wozu lernen wir sie dann? Dann könnte man ja auch demzufolge sagen, dass Physik, Chemie, Musik und so fort ebenfalls nicht wirklich notwendig sind. Rechtschreibung ist erlernbar und wir gehen in die Schule, um zu lernen - Dinge, die wir für später brauchen, um ALLE TÜREN offen zu haben, falls wir das wollen und wenn wir von vornherein Wissensmaterie selektieren, dann sind eben später einige Türen geschlossen. Wenn du schon in deiner Kindheit sagst, dass du mal Rauchfangkehrer werden willst, dann ist es vielleicht nicht notwendig, gut rechtschreiben zu können. Aber was ist, wenn du später deine Meinung änderst und doch einen anderen Beruf willst, wo du fehlerfreies und stilistisch einwandfreies Deutsch brauchst? Dann ist dir der Weg dorthin versperrt. Wir lernen, um alle Wege offen zu haben und wenn ich dann hundertmal Rauchfangkehrer werden will, dann werde ich es, aber ich habe die WAHL zu entscheiden, ob ich es werden möchte und muss nicht schon auf eine begrenzte Anzahl von Möglichkeiten zurück greifen.
Zur Buchstabenabfolge wollt ich noch sagen, dass wir, sobald wir laut lesen, automatisch langsamer lesen und das Auge daher auch länger auf einem Wort verweilt. Und man spricht, wenn man korrekt spricht, eigentlich doch so, dass man schon hört, wie es geschrieben werden muss. Man sollte beim Lernen immer mehrere Ebenen abdecken. Beim laut Lesen lernt man visuell und audiell zugleich. Wenn ich Politik sage, dann sprech ich das auch genauso aus. Wenn du Pollittick sagst, hihi...dann hast du eine falsche Aussprache, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du den Wortteil "Polli" so wie "Polly, der Papagei" aussprichst und den Wortteil "tick" so wie den Tick, oder???? Demnach müsstest du ja auch "wieder" wie "Widder" aussprechen?
Lies dir doch mal den Thread von Garokh durch. Der hat einige Stilblüten aus dem Zauberwald im Forum veröffentlicht (ist unter den 50 meistgelesenen Threads) und sag mir, was du dir dabei gedacht hast, als du sie durchgelesen hast.
wünsch dir eine gute Nacht
Kiki |
| l'âme voit tout, mais le coeur n'aime pas croire |
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