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geschrieben am: 21.09.2004 um 08:32 Uhr
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starchaser,
natürlich könnte ich jetzt alle deine postings auseinanderpflücken und dir, wie die meisten anderen hier auch, erklären, warum ich vorm rechner gesessen habe und mir die wut hochkam und ehrlich geheult habe vor wut.
Betroffene sehen das anders? gut, ich bin betroffen. ich habe noch 4 jahre wartezeit vor mit und bekomme bei jedem pickel Panik, es könnte ja wieder... ich engagiere mich ehrenamtlich und kümmere mich um betroffene kinder. Sehr kostspielig, allein der sprit und die geschenke. Ich finanziere das von meinem eigenem geld, weil ich es kann.
Beim letzten betroffenen kind handelte es sich um eine Halbweise, der noch lebende elternteil ein sozialhilfeempfänger. Er verlor seinen job, weil er sich zuviel um sein kind kümmerte. Hätte sie sterben sollen, weil die krankenkasse die sonderbehandlung nciht zahlen wollte? Ist das deine meinung?
Meine empfindungen währen übrigens die gleichen, hätte sie aids oder wäre am verhungern. aber meinst du nciht auch, von deiner ökonomischen sichtweise ist die wahrscheinlichkeit, das ein geheilter krebskranker wieder arbeiten kann, höher als die das ein verlängerter aidskranker wieder arbeiten kann? aber wer bist du, das du dir ein urteil darüber erlaubst? kein leben ist wertvoller als das andere.
was sollte mir mein krebs sagen? habe ich die borschaft nicht gehört? hätte ich die therapie ablehnen sollen und das geld nach afrika schicken lassen? wäre das deiner meinung nach der bessere weg für mich und leute mit dieser krankherit im allgemeinen gewesen? der tot? warum? |
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geschrieben am: 21.09.2004 um 20:18 Uhr
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lies doch mal richtig. ich habe nie behauptet, krebs solle nicht behandelt werden und sei keine ernste krankheit. und ob es dir was sagen will, kannst nur du herausbekommmen.
im gegenteil deckt meines erachtens gerade hier die grundversorgung im pallativen bereich das notwendigste.
und setzen wir mal oben gesagtes um : die ausgaben für sprit und geschenke anderweitig eingesetzt könnte wohl andernorts zehn, zwanzig menschen helfen. mehr wars nicht. keine abwertung, keine schadenfreude und keine hähme .. es tut mir aufrichtig leid, daß dies so angekommen ist.
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geschrieben am: 21.09.2004 um 21:21 Uhr
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ich denke, du meinst sicher palliativ, auch wenn das hier nicht so recht hergehört - gibt es doch bei krebs (unter anderem auch dank spendenfinanzierter forschung) immer mehr chancen, ihn zu besiegen.
und was dein statement angeht, so ists auch weiterhin sinnlos: du könntest es ebensogut auf nahrung, bildung etc. übertragen (in der dritten welt immer zigfach billiger als hier) und es macht niemals sinn. es geht nicht darum, das eine (den einen) gegen das andere (den anderen) auszuspielen, sondern einfach darum, zu versuchen, allen herausforderungen zu begegnen und das bedeutet hier: dem krebs, aids sowie natürlich auch armut und hunger in der dritten welt. |
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geschrieben am: 22.09.2004 um 14:10 Uhr
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sich die antwort erspart, wer so was nicht selbst mitgemacht hat, weiss nicht mal im entfernsten was es heißt KREBS zu haben...
Tochter einer Zivilisationskranken
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geschrieben am: 22.09.2004 um 15:33 Uhr
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lies doch mal richtig.
Ich werd mir Mühe geben.
ich habe nie behauptet, krebs solle nicht behandelt werden und sei keine ernste krankheit.
Zi|vi|li|sa|ti'ons|krank|heit <[-vi-] f. 20> Krankheit, die infolge der Zivilisation u. der daraus folgenden geringeren Widerstandsfähigkeit stärker hervortritt, z.B. Erkältung, Verdauungs-, Kreislaufstörungen
(Quelle: Wahrig)
und ob es dir was sagen will, kannst nur du herausbekommmen.
Dann unterstell es nicht pauschal. Eine Krankheit ist keine Strafe, oder ähnliches. Sicher ändert man seine Einstellung zu manchem, aber das hat einfach was mit dem neuen lebensgefühl/willen zu tun.
im gegenteil deckt meines erachtens gerade hier die grundversorgung im pallativen bereich das notwendigste.
klar. physisch mit sicherheit. aber wie konnte das erreicht werden? schonmal drüber nachgedacht?
und setzen wir mal oben gesagtes um : die ausgaben für sprit und geschenke anderweitig eingesetzt könnte wohl andernorts zehn, zwanzig menschen helfen.
Andernorts helfe ich nicht. ganz einfach. Ich arbeite vollzeit und Pendel jeden Tag über 100 km. Mein größter Einsatz bei dieser Aktion ist psychisch. Ich zeige anderen (in meinem Fall ausschließlich Kindern), dass es zu schaffen ist. ich putze kotze(sorry), ich wechsel Bettwäsche, ich fühle mit, ich schimpfe mit krankenschwestern und ärzten, helfe bei den alltäglichen sachen wie krankenkasse, versorgungsamt usw., ich trockne tränen, ich bringe sie zum lachen und behandel sie wie normale menschen, was oft vergessen wird, wenn man krank ist. ich bringe positives in die Onkologie, ich schaffe positive erinnerungen, das kann man mit keinem geld der Welt aufwiegen. Manchmal bin ich vielleicht sogar die Hoffnung. ich weiß wovon ich rede. Jeden noch so großen schmerz vergißt man, wenn es was positives gibt, woran man sich erinnern kann. wie oft denke ich an das puppentheater hinter glasscheiben auf der isolationsstation, dass meine freunde für mich aufgebaut hatten...
und genau darum geht es: ich entscheide selber, wofür ich mein geld, meine zeit und meine kraft aufwende. meine entscheidung ist die, krebskranke kinder zum lachen zu bringen.
mehr wars nicht. keine abwertung, keine schadenfreude und keine hähme .. es tut mir aufrichtig leid, daß dies so angekommen ist.
Akzeptiert. Ich bin froh, dass du es so siehst und vielleicht anfängst zu verstehen. Du hast eine empfindliche Stelle gettroffen, wie es scheint, nicht nur bei mir. Aber ich bin da nicht nachtragend und hoffe, du verstehst ein bißchen, was ich dir sagen wollte.
becci |
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geschrieben am: 22.09.2004 um 22:12 Uhr
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Krebs ist keine Zivilisationskrankheit. Sie werden fälschlicherweise als eine Erscheinung unserer modernen Zeit betrachtet, verursacht durch die vielfältigen Verunreinigungen unseres Lebensraums. Tatsächlich ist Krebs aber eine der ältesten Krankheitsgrupepen überhaupt.
Hippokrates, die ägyptische Medizingeschichte (1500 v.Chr.), oder sinnbildlich im Neuen Testament wurden Krebserkrankungen beschrieben.
Eine wesentlich bessere Therapie und Diagnostik ist erst seit ca. 20 Jahren im Einsatz: Erfassung aller Krebserkrankungen in einem zentralen Register (Neuerkrankungen, Letalität etc), Molekularbiologie blabla.
So mag es einem vorkommen, als habe der böse, böse Krebs erst in den letzten Jahrzehnten richtig zugenommen. De fakto ist der Grund dieser Annahme aber lediglich die Einführung der Registrierung, und somit der Zugriff auf adäquate Zahlen.
Das man sein Risiko an einem bösartigen Tumor zu erkranken durch nicht angemessene Lebensweise potenziert, steht ausser Frage. Hier mag das Wort "Zivilisationskrankheit" so gerad noch gelten :-)
Gruß
SpY
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geschrieben am: 23.09.2004 um 21:04 Uhr
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(zitat)
[...]
@minou
schnurrevieh, ich hab nicht gesagt, des einen leben sei mehr wert als des anderen, sondern lediglich darauf hingewiesen, daß mit weniger einsatz weit mehr erreicht werden könnte. auch habe ich mit keinem wort die these vertreten " Die kosten zu viel und das dauerhaft..also einfach sterben lassen?" . zügel deine phantasie und lies die worte .. zudem würde ich es gar nicht so weit kommen lassen, bis mir ein tumor so übel mitspielt.
"Wenn man sich bewusst und freiwillig Dingen aussetzt, von denen man weiß, dass sie etwa Krebs verursachen könnten, bzw Dingen, die es wahrscheinlicher werden lassen, wie zum Beispiel rauchen, dann ist das nicht gut, das stimmt..aber ist man deshalb komplett selbst Schuld?" ja, dsas ist man. man trägt selbst die verantwortung dafür, welchen dingen man sich - und seinen kindern - aussetzt. nimm als beispiel das gebiet um mainz und wiesbaden. es ist eine der ungesündesten gegenden in deutschland wegen der lage in einer niederung, die den smog von opel, chemie farben usw. konstant hält. das risiko der lungenkrankheit ergibt sich von selbst. wenn ich aber dort bleibe, weil ich (noch) gut verdiene bei besagter industrie und mich und meine lieben dem aussetze, bin ich selbst schuld, oder ?
und wenn ich rauche, trage ich die verantwortung für die eventuellen folgen, welche jedem bekannt sein dürften.
daß nicht alle, die rauchen, auch krebs bekommen, liegt daran, daß das risiko erhöht ist und nicht die folge unbedingt eintreten muß. im übrigen hängt auch das wohl von der ernährung ab.
[...]
(/zitat)
@starchaser:
Ich wollte Dich mal mal auf ein paar Punkte hinweisen:
1.)Es gibt nicht immer die Möglichkeit, Krebs zu verhindern. Ich kenne so viele Menschen die Krebs haben oder hatten. Bei vielen würde ich dem Auftreten von Krebs keinerlei äussere Ursache beimessen. Das kann auch erblich bedingt sein. Und wie möchtest Du dagegen vorgehen?
2.)Wenn Du Krebs entdeckst, dann ist es in manchen Fällen
schon sehr kritisch, wenn nicht gar zu spät. Ich möchte Dir als Beispiel mal Hirntumore (z.B. das Glioblastom) geben. Diese sind bösartig. Das bedeutet sie wachsen zwischen das gesunde Hirngewebe. Man kann dann teilweise das gesunde von dem bösartigen Gewebe garnicht mehr trennen, ohne den Menschen quasi dabei umzubringen.
Schlimm ist es auch, wenn beispielsweise jemand Krebs irgendwo im Körper hat, und der breitet sich aus, weil die bösartigen Krebszellen (Metastasen) durch den Blutkreislauf wandern und sich irgendwo anders ansiedeln, also andere Körperbereiche befallen.
Es ist nämlich nicht so einfach, wie Du das hier schreibst, da davonzukommen, daher halte ich die Unterstützung der Krebshilfe die auch Forschung auf dem Gebiet unterstützt für wichtig, dass wir vielleicht irgendwann in der Forschung so weit kommen, dass die Behandelung von Krebs so einfach, oder zumindest einfacher wird, wie wir uns es alle wünschen würden.
Gruß
Latexkater (auch zivilisatonskrank gewesen)
Geändert am 23.09.2004 um 21:05 Uhr von latexkater Geändert am 23.09.2004 um 21:07 Uhr von latexkater |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 23.09.2004 um 23:14 Uhr
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hallo gummitiger ;-),
habe ich was gegenteiliges behauptet ? *smile |
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