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geschrieben am: 02.04.2006 um 22:38 Uhr
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zum kloppen gehören zwei @ prof ;-)
hab mal brav gelesen, was du meintest tirox³. was du jedoch verschwiegen hast ist, daß die folgerung des wikipedisten aus der spieletheorie stammt. alles, was über eine sachdefinition hinausgeht, ist auch unter der wikipedia mit allergrößter vorsicht zu genießen. leider führt der schreiberling nicht aus, wie die simulation aufgebaut ist und welches ergebnis sie wirklich zeitigte, offensichtlich war es nicht einmal nötig, auf rapoprt zu verweisen.
zum aufbau : drei "spieler"-typen a) ein "egoist" A, der gleiches mit gleichem vergilt. besonderheit : er tut den ersten schritt und ist gutmütig. danach handelt er nach quid quo pro b) ein egomane B, der stets auf seinen vorteil bedacht ist und c) ein C-Typ, der "moralisch richtig" handelt und einen gehörigen schuß agape enthält.
mischformen gibt es nicht. (um-)denken wird nicht zugestanden, sondern alle typen (sie stehen auch intelektuell, materiell usw auf demselben stand) stehen genau unter dem diktat ihres "programm", - ob sie es nun wollen oder nicht und in jeder situation. damit ist auch das klar, was hier bewiesen werden soll : darwins theorie soll in diesem gedankenspiel umgesetzt werden. entsprechend die umwelt : mutationen sind so gut wie keine erlaubt. aber "spiel" klingt doch freundlicher als darwinismus. das hat der schreiber gewiß in der eile vergessen zu benennen.
so wie du eben vergessen hast, zu erwähnen, daß die spieler kooperativ handeln oder nicht, - und nicht egoistisch oder uneigennützig. da haben wir auch schon einen ordentlichen bruch in der schlußkette.
dein statement sagt also : a) alle menschen sind automaten b) sie reagieren auf die umwelt nach einem von ihnen unbeeinflussbaren programm heraus c) sie können nie jemand anderen allein deshalb was gutes tun, weil sie freude daran haben.
daraus ergäben sich eine menge dinge. etwa, daß wir dann keine gerichte mehr benötigen und keine gefängnisse. denn warum jemanden verurteilen, der nichts dafür kann, weil sein programm eben so gestaltet ist, er sich also nicht entscheiden kann, etwas zu tun oder zu lassen.
auf der anderen seite gäbe es auch keine tugenden, - da ja alles im genetischen BIOS festgebrannt ist.
und dann gibt es natürlich auch keine menschlichkeit, keine liebe oder ähnliches, was das leben würzen könnte.
zuguterletzt gäbe es auch keine hoffnung auf änderung, da mutationen so gut wie gar nicht auftauchen.
unter diesen prämissen wurde der kreis wirklich rund. gratuliere !
ziel der simulation war im übrigen, herauszufinden, ob sich aus diesen sehr speziellen individuen eine stabile gesellschaft möglich ist (vgl. hobbes mit seinem vertrag). das ergebnis war selbst unter diesen laborbedingungen nicht uninteressant :
wenn eine B-mutation aufkreuzt unter lauter C-altruisten, wütet diese wie der wolf unter lämmern und zerstört die altruisten. ein altruist als mutation unter egomanen ist unweigerlich dem untergang geweiht. eine aus egomanen bestehende gesellschaft muß sich selbst zerstören. in einer mischgesellschaft kann typ B typ C übers ohr hauen, bekommt jedoch saures von A. A kommt mit C und A gut klar (vergeltung gilt nicht nur für böses, wie gemeinhin behauptet wird). C versucht, mit B klar zu kommen und hat kein problem mit A.
Da B sich nicht ändern darf ist B irgendwann von der bildfläche verschwunden, weil A sich drum kümmert. die stabilste gesellschaft formierte sich aus A-typen, weil sie eine B-mutation schadlos überstehen kann. auch kann ein A-typ in einer B-gesellschaft überleben und verdrängt auf dauer die B-typen. um auf darwin zurückzukommen : A ist der "fitteste" von allen, da der anpassungsfähigste und damit der strategisch überlegenste dieses mathematischen experiments.
erlauben wir mischformen, so sind (rein mathematisch) die die erfolgreichsten, welche die 20 zu 80 regel anwenden : 20 % egoismus und 80 % kooperation. aber der autor kannte halt kein ESSS. voraussetzung : die einstellung wird wirklich über die gene übertragen. dies würde übrigens die sippenhaft legitimieren.
daß aus diesem experiment deine folgerung gezogen werden kann, ist mir jedoch nicht bekannt. auch bezweifle ich, daß das ergebnis dahingehend gedeutet werden darf, daß altruismus der "intelligentere Egoismus" sein soll. leider erklärt uns der autor ja nicht seinen gedankensprung im gedankenspiel.
auch würde ich einen, der etwas um seines seelenheils willen gutes tut oder unterläßt, nicht selbstsucht unterstellen, sondern selbstliebe. daran wäre jedoch nichts verwerfliches (im gegenteil, das ist ja basis für liebesfähigkeit) - genau das will uns der artikel jedoch weismachen. denn demzufolge würde jeder naturschützer oder jeder amnesty-aktivist zuallererst allein an sich denken. zu einfach ..
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