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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 02.04.2006    um 02:32 Uhr   
@starchaser,

yo, deswegen meinte ich was von doppelmoral, weil der wahrnehmende den eindeutigen unterschied zur absoluten wahrheit und einer angenommenen wahrheit(die ihm erzählt wurde) nicht kennt... also kann er nur subjektiv die absolute Wahrheit für sich beanspruchen, doch sie wird durch die angenommene Wahrheit(die ihm erzählt wurde) getrübt (Unschärferelation). Insofern kann die Wahrheit an sich vom Subjekt selbst aus nur subjektiv betrachtet werden, was sehr,sehr relativ ist, egal welche kriterien da noch mitmischen... Die objektive Wahrheit hingegen, ist meiner Auffassung nach eine so genannte wissenschaftliche Wahrheit, die sich nur aus unserer Wahrnehmung zusammensetzt, die uns von der Natur selbst gegeben wurde, also die Sinne an sich... das wäre eine Erkenntnis-Wahrheit, da die Sinne ein realer teil unserer Natur sind und somit objektiv anwendbar in der Wahrheitsfindung...
ergo ich sehe einen Tisch und laufe dagegen, dann tut mir ein Körperteil weh....
nicht bei einer subjektiven Wahrheit (die mir erzählt wurde)... du da vorn ist ein Tisch, wo du dagegen laufen könntest...
Tut mir dann auch ein Körperteil weh, nur weil ich davon weiss, das da ein Tisch sein könnte?
Sicherlich nicht...

auf das Thema "Geheimnis" bezogen würde das folgendes bedeuten:

ich weiss, ich habe etwas gesehen, was eigentlich keiner anderer sehen durfte... ich hab angst es weiter zu erzählen, als mache ich aus dieser real wahrgenommenen Erkenntnis ein reales(wahres) Geheimnis. Hierbei stellt sich nur die Frage, war ich allein, als ich das Geschehene gesehen habe oder habe es andere ausser mir auch noch gesehen? Die Glaubwürdigkeit steht hier ausser Frage, weil solange ich dieses Geheimnis für mich behalte, kann auch niemand bezweifeln,dass ich die Unwahrheit sage.
Habe ich es allein gesehen und kann mit diesem Geheimnis nicht "leben" (zurechtkommen), möchte ich es jemanden mitteilen... derjenige hat nun zwei möglickeiten... glauben, es sei die absolute Wahrheit oder glauben es wäre die Unwahrheit...
Ich habe eine objektive Wahrheit erfahren, derjenige, den ich das Geheimnis erzähle, erfährt eine subjektive Wahrheit. Dadurch wird die eigentliche, ursprüngliche Wahrheit unscharf und somit relativ... die Glaubwürdigkeit wird ebenso in Frage gestellt, unabhängig davon, ob ich es allein gesehen habe oder nicht...
Habe ich, mal angenommen, nicht allein dieses Geschehen beobachtet, so weiss der andere, dem ich das Geheimnis erzähle immernoch nicht, ob dies die reale Wahrheit ist oder nicht... bis zu dem zeitpunkt, indem andere ihm dasselbe Geheimnis mitteilen werden... dann bestätigt sich die ursprüngliche Wahrheit und wird wieder scharf... Die Glaubwürdigkeit bleibt hier jedoch weiterhin subjektiv, trotz mehrfacher Bestätigung der realen Wahrheit (Bsp: Massensichtungen von Ufo's wurden schon häufig als kollektive Halluzination abgetan)...

*prof*
Geändert am 02.04.2006 um 02:46 Uhr von prof.mastram

Geändert am 02.04.2006 um 02:59 Uhr von prof.mastram
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 02.04.2006    um 22:38 Uhr   
na, das verstehst du also unter geheimnis :-) dann ists klar !
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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 03.04.2006    um 07:52 Uhr   
@starchaser,
das mit den Ufo's war nur ein Beispiel... nichts weiter...
also zügel mal deine Fantasie...*gg* :-)

*prof*
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geschrieben am: 03.04.2006    um 23:10 Uhr   
die hab ich nicht gemeint :-)
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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 04.04.2006    um 03:46 Uhr   
@starchaser,
wasn dann...? Ich kann doch nicht hellsehen, wenn du irgendwas schreibst, wozu der bezug fehlt,oder auf wem...
da verlangste aber ein bissel zu viel vom ollen prof... ;-)

...rate mal mit Rosenthal...oder was?

*prof*
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 04.04.2006    um 09:07 Uhr   
Wo zieht man die Grenze zwischen moralischer Notwendigkeit Dritte zu schützen und Denunziantentum?
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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 06.04.2006    um 00:06 Uhr   
@celeste,

denunziantentum hat mich anfnags einwenig verwirrt, aber ich glaube, ich weiss worauf du hinaus willst... das Problem ist nur, ob es überhaupt eine moralische Notwendigkeit gibt Dritte zu scgützen? Wenn ja, wie soll die denn aussehen? Das wäre soetwas wie die ärztliche Schweigepflicht, denke ich mal... Da besteht aber keine moralische Notwendigkeit jemanden zu schützen , sondern eher eine ethische Notwendigleit...
Was das Denunziantentum angeht: Auch Ärzte können ihre Schweigepflicht "brechen", es kommt auf die Höhe der Summe an, die dafür nötig ist. Ansonsten haben mE nach Denunzianten kein moralisches Verständnis für Geheimnisse, sonst wären sie keine Denunzianten... ich glaube da ist die Grenze, die du suchst...

*prof*
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 06.04.2006    um 09:42 Uhr   
Zitat von: prof.mastram
Ansonsten haben mE nach Denunzianten kein moralisches Verständnis für Geheimnisse, sonst wären sie keine Denunzianten... ich glaube da ist die Grenze, die du suchst...

Der Ansatz gefällt mir gut.

Denunziatentum beginnt anscheinend da, wo es um Prinzipien und Überzeugungen geht. Möglicherweise auch dort, wo eine Art "Richterstelle" involviert ist, also wenn ich jemanden bei der Obrigkeit verpfeife.

Letztlich ist die Grenze wohl sehr schwimmend. Bei Starchasers Beispiel vom 12jährigen Thaimädchen würde man sicher nicht von Denunziation sprechen, wenn man den Täter anzeigt. Lebte man in den Südstaaten der USA der 50er Jahre zu Zeiten der Rassentrennung wäre es ähnlich, wenn man vom Verhältnis einer/s Schwarzen mit einer/m Weißen erfahren hätte.

Was mir als Erkenntnis bleibt, ist zu versuchen, die eigenen Motive zu ergründen, die dazu führen, ein Geheimnis zu bewahren oder offenbaren und damit auch die Verantwortung für die Folgen zu übernehmen

Celestine
  TopZuletzt geändert am: 06.04.2006 um 09:43 Uhr von Celeste_
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Nutzer: prof.mastram
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geschrieben am: 06.04.2006    um 13:50 Uhr   
@celeste,
ich glaub, das kann man am besten herausfinden, wenn man sich im eigenen familiären/sozialen Umfeld umschaut. Nehmen wir mal als Beispiel ein ganz normales Kaffeekränzchen unter Frauen, wo viele"Geheimnisse" untereinander ausgetauscht werden.
Selbst wenn die Frauen unter sich sind, kann niemand von denen sich 100% sicher sein, dass nicht doch irgendjemand diese "Geheimnisse" weitererzählt. Auch bei Männern erlebe ich dieses Phänomen wenn sie zusammen einen "trinken" gehen, beim Skatabend etwa.
Zwischen den Personen herrscht in dieser Umgebung ein großes Mass an Vertrauen, dass es diejenigen erleichtert,ja gradezu animiert ein "Geheimnis" auszuplaudern. Anders wäre es, wenn sich Menschen nur begegnen und sich sympathisch finden. zwar ist dort auch ein gewisses Mass an Vertrauen vorhanden, aber nicht so wie bei Freunden oder Verwandten in einer gelockerten Atmosphäre.
Die eigene Verantwortlichkeit ein Geheimnis zu bewahren ist wahrscheinlich auch ein Frage der Erziehung... Wie sind die Eltern mit Geheimnissen umgegangen? Haben sie Geheimnisse vor dir? usw. usf. Hinzu kommt die Schwierigkeit ein "wahres Geheimnis" von einem "vermeintlichen Geheimnis" (wie etwa Geschichten, die man vom HörenSagen nur kennt, also Tratsch) zu unterscheiden... Daran misst sich dann auch der Grad der Verantwortlichkeit, ob man dieses Geheimnis für sich behält oder weiter erzählt.
Der Inhalt eines Geheimnisses bestimmt ebenfalls den Grad der Verantwortlichkeit damit umzugehen. Alles in allem eigentlich ein schwieriges Unterfangen, jedoch wenn man die Unterschiede kennt und sich selbst für eine verantwortungsbewusste Person hält, dann sollte es keine Schwierigkeit sein ein Geheimnis zu bewahren, egal welcher Natur es auch sein mag.

Ich hab mir zu Regel gemacht mir anvertraute Geheimnisse sofort zu "vergessen". Sie kommen bei mir in der Erinnerung in eine große Schublade, die abgeschlossen wird und der Schlüssel versteckt wird... Ich kann mit fremden Geheimnissen nichts anfangen bzw. einen Nutzen draus ziehen, es sei denn ich entdecke selbst ein Geheimnis...
Ich kann mir auch keine Witze merken..*gg* aber das ist ein anderes Thema... :-)

*prof*
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 07.04.2006    um 19:25 Uhr   
@celeste
denunzieren bedeutet doch, jemanden anschwärzen, um selbst einen vorteil zu erlangen (meist mit unwahrheiten) und anderen zu schaden. damit ist die grenze doch gezogen.

klar gibt es da immer noch schwammige zonen, wenn "staatsbürgerliche pflichten", also meist angst, ins spiel kommen. siehe judenhass, blockwarts oder zur selben zeit die angst der eltern, ihren kinners gegenüber offen zu sein. letztere waren in der h.i.t.l.e.rjugend und konnten mit jeder falschen bemerkung ihre eltern ans messer liefern. taten sie auch, wenn sie mal sauer waren.
oder paradebeispiel schweiz : jeder kann jedes steuererklärung in den ämtern einsehen und seinen kommentar dazu abgeben. zum einen gibt es viele gründe, welche dafür sprechen aber auch gründe, welche dagegensprechen (haften bleibt ein gschmäckle immer).


@prof

würdest du diesen leuten, von denen du erzählst, jemals ein geheimnis anvertrauen ? @ prof
auf jeden fall ist es dann kein geheimnis mehr.

ich hab mal im duden nachgesehen : "Das noch nicht Erforschte, Erkannte; das, was rationaler Erfassung grundsätzlich entzogen ist. (Im rel. Sinn: Mysterium)" und "das, was nicht mitgeteilt werden darf, was streng vertraulich ist, z.B. Amts-, Beichtgeheimnis".

*siehtz prof tief in die augen :-)
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geschrieben am: 09.04.2006    um 10:57 Uhr   
Zitat von: starchaser
..... (meist mit unwahrheiten) und anderen zu schaden....
Ich denke nicht, dass Vorurteile weiterhelfen. Sie engen die Sicht ein, das ist alles.

Meiner Meinung nach gibt es durchaus Überzeugungsdenunziaten, z. B. in der erwähnten NS-Zeit, als Kinder ihre eigenen Eltern angezeigt haben oder auch heute, wenn in Afghanistan ein Konvertit bei der Obrigkeit angeschwärzt wird. Man könnte die Liste sicher reichlich erweitern.

Das Thema scheint wirklich sehr komplex und schwierig zu sein.

Celestine


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