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geschrieben am: 05.09.2006 um 17:05 Uhr
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Zitat von: tiroxxx nunja, in den ganzen kommentaren zu diesem thema (deinen inclusive) lese ich immer wieder von der verantwortung fÌr das ungeborene leben. und da das geborene leben dabei keinerlei erwÀhnung findet, geht dann auch mir mal die galle hoch, wie du dich auszudrÌcken beliebst. das ist ein Àhnliches verhalten wie das der katholischen kirche gegenÌber verhÌtung....
die lebende kreatur ist dann eben nicht mehr wichtig, weil ja der moralischen verantwortung genÌge getan ist. soll sie sehen, wo sie bleibt. das in deutschland jedes 5. kind unterhalb der armutsgrenze lebt, ist ein beispiel fÌr diese moral. mein credo ist deshalb, zunÀchst die bedingungen zu verbessern (und zwar deutlich) und erst dann entsprechende forderungen zu stellen. und zudem möchte ich meinen, dass ein loser zellhaufen noch nicht unbedingt als mensch bezeichnet werden kann . so hoch Ìberlegen gegenÌber allen anderen geschöpfen halte ich uns nicht, dass die befruchtung einer menschlichen eizelle einen menschen generiert, der unantastbar ist. aber dies ist natÌrlich nur eine ganz persönliche meinung.
ÃŒbrigens haben meine (heutige) frau und ich uns zu einem entsprechenden zeitpunkt gegen eine abtreibung entschieden und sind heute glÃŒckliche "besitzer" ;-) eines 20 jÀhrigen jungen mannes. nur möchte ich nicht allen anderen meine persönlichen empfindungen entscheidungen als maßgebend auf oktruieren. |
Wer lesen kann ist wie immer klar im Vorteil!
Nur weil jemand Verantwortung für ein ungeborenes Leben fordert heißt das NICHT, dass in seinen Augen Verantwortung für das geborene Leben weniger wichtig wäre, aber in diesem Thread geht es explizit, also in erster Linie um Abtreibung, also auch explizit um das ungeborene Leben.
Mit der katholischen Kirche zu kommen ist im Übrigen ein ganz schlechter Zug, denn unter anderem diese Kirche kümmert sich mit Stiftungen wie Donum Vitae etc. unter anderem auch mit finanzieller Unterstützung um das bereits geborene Leben und vertritt nicht einfach nur eine Kontraposition zum Thema Abtreibung. Die Kirchen, sowohl die evangelische, als auch die katholische Kirche leisten einen großen Beitrag, zum Beispiel mit der Arche etc..
Es ist immer leicht zu fordern, jemand möge sich um die armen Kinder kümmern und dabei unter den Tisch fallen zu lassen, dass es tatsächlich Bemühungen und Engagement gibt.
Was genau tust DU denn gegen Kinderarmut? Es ist sehr löblich dieses Thema auf's Tapet zu bringen, allerdings ist das ganze glaubwürdiger, wenn jemand seinen Worten auch Taten folgen lässt. Deshalb interessiert mich dann doch:
Wieviel spendest Du denn jeden Monat an Einrichtungen, die sich um Kinder in Armut kümmern? Oder wieviel Zeit im Monat wendest Du für ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich auf? Arbeitest Du zum Beispiel beim Kinderschutzbund mit oder bei der Arche? Oder bist Du politisch engagiert, damit dieses Thema einen Fürsprecher hat in der politischen Landschaft?
Aber es ist natürlich schon mal sehr moralisch von Dir, die Kinderarmut einfach nur anzuprangern und noch dazu kostet es weder Zeit, noch Mühe, noch Geld, wie praktisch.
Wo möchtest Du eigentlich die Grenze ziehen? Wann fängt ein Mensch an für Dich zu existieren? Wann ist es nicht mehr nur ein "loser Zellhaufen", um den es nicht schade ist? Ich möchte diese Grenze nicht ziehen und unter anderem deshalb ist Abtreibung für mich persönlich, für Leben, das vielleicht auch mal in mir heranwächst indiskutabel. Ein "loser Zellhaufen" kann sich auch eines Tages zu einem Einstein, zu einem Goethe, zu einem Martin Luther King, zu einer Mutter Theresa oder einem Mahatma Gandhi oder einem Nelson Mandela entwickeln oder einfach zu einem liebenswerten, warmherzigen Menschen, zu einem tollen Bruder, einer wunderbaren Mutter, einer süßen Nichte, aber das alles kann nur dann passieren, wenn man dem "losen Zellhaufen" auch eine Chance gibt, sich zu entwickeln und ihm nicht jegliche Wertigkeit abspricht. Im Übrigen warst Du auch mal ein solcher "Zellhaufen", ebenso, wie Deine Frau und Dein Sohn. Stell Dir mal folgende Frage: Um wieviel wäre Dein Leben aus jetziger Sicht ärmer ohne diese beiden Menschen?
Leben ist ein wunderbares Geschenk, egal um welches Lebewesen es sich handelt. |
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