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*~Ihr seid gefragt!~*

Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 25.07.2006    um 13:33 Uhr   
Macht euch darüber mal Gedanken und sagt mir, was ihr davon haltet. So ganz Spontan. Was fällt euch zum folgenden Text ein?

Sie liegt unter dünnen weißen Leintüchern im Bett und schläft. Sie ist noch sehr jung, zwanzig Jahre alt, und atmet leicht wie ein Schmetterling, ihre dünnen Schultern zittern, aber ihre Haut ist warm. Sie schläft und träumt, nach dem Aufwachen wird sie die besiegten Erinnerungen auf eine Leinwand malen. Die Sommersprossen sind von ihrem bleichen Gesicht gewichen, haben tiefe Schatten Platz gemacht. Ihre kurzen kastanianbraunen Haare liegen wirr um den Kopf, die Augen unter den geschlossenen Lidern sind dunkelblau. In einer roten Vase auf dem Nachttisch leuchten drei gelbe Tulpen, an der weißen Wand dahinter herbstliche Apfelbäume, eine regenschwere Hängematte, ein Bild, das sie als Erinnerungen an die Außenwelt gemalt hat.

Sie bewohnt einen geschützten Raum, kann aber bereits auch ohne die braunen Glasfläschchen mit dem beruhigenden Inhalt, ohne die Wohltat der Spritzen überleben. Hauptsache, sie darf schlafen, dann werden sich die Falten im Gesicht glätten.
Auch ihre Haare werden ihr nicht mehr ausgehen.
Sicherheitshalber hat man ihr die Nägel geschnitten, jetzt ist nichts mehr da, womit sie sich kratzen kann. Hier ist man sehr führsorglich..

Morgen wird sie ihre Eltern treffen, Mama und Papa werden ihr lächelnd gegenüber sitzen und sie fragen, wie es ihr geht. Die dunkle Unruhe in den Augen der Eltern möchte sie am liebsten mit Worten wegwischen, möchte ihnen mit Worten Hoffnung schenken, dass es ihr gut geht.Dass sie nicht mehr in Erinnerungen herumwühlt, dass sie die Dinge auf sich beruhen lässt. Sehen sie denn nicht, dass allmählich Licht in ihr Gesicht sickert?

Sie schließt die Augen und tastet mit den Fingern nach dem Licht, versuchtdie kleinen dünnen Lichtstrahlen ein zu fangen, die die Zeit über ihre haut gelegt hat. Auch Großvater Hat mit seinen Worten dazu beigetragen, dass sie langsam von einer spröden Schicht aus Licht bedeckt wird. Tief in ihrem Inneren beginnt etwas zu keimen. Sie hofft nur, dass es nicht die Schwärze ist, die in ihr zu brodeln beginnt. jene große schwere leere, die Hrein gerauscht kommt, alles zermalmt und sie Stück für Stück zerbröselt..

( Nummer 1)
  TopZuletzt geändert am: 18.08.2006 um 13:50 Uhr von Herzdiebin
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 25.07.2006    um 13:48 Uhr   
Und noch ein kleiner Beitrag dazu

Im Zimmer ist es kalt,ihre Haut schimmert bläulich, zieht sich zu Gänsehaut zusammen. Es heißt, ihr Blut streikt. Ihr Kreislauf. Sie soll sich mehr bewegen, nicht nur zusammengekauert auf dem Bett schlafen oder malen. Man gibt ihr Tabletten, damit es ihr besser geht, Nahrung in Form von bitter schmeckenden Kügelchen. Jeden Morgen behauptet die Schwester, sie sehe schon viel besser aus, selbst dann, wenn die Nacht schlaflos und voller erstickter Schreie gewesen ist. Sie muss ins Kissen beißen, um den Wahnsinn zu verbergen, denn wenn sie schreit, wird sie nie hier rauskommen.

Sie möchte vergessen, aber man lässt sie nicht. Sie soll mit ihren Erinnerungen fertig werden und dann weitergehen. Man hat einen Plan für ihre Genesung aufgestellt. Bisher halt sie sich dran, ist ihm sogar ein Stück vorraus. Sie war immer allen Stundenplänen vorraus, warum nicht auch hier? Malen darf sie Gern- Trauer abstreifen und Kraft malen, das ist gut. Angeblich sieht sie glücklich aus, wenn sie die Leinwand mit Farbe bedeckt. Vielleicht ist sie glücklich, sie weiß es nicht genau, was das Wort bedeutet. Sie erinnert sich nur vage an Momente, als Papa sie in die Luft hob und im Kreis herumwirbelte, bis es weich in der Magengrube kitzelte. Damals besaß sie die ganze Welt. Vielleicht war das Glück. Sie erinnert sich an Großvaters flatterndes Her, an das sie ihr Ohr gepresst hielt, an sein großes schaukelndes Knie, an die Hände, die sich um ihre Gedanken wölbten. Das war Glück. Vielleicht lebt auch irgendwo die Erinnerung an Mamas Herzschlag, die Erinnerung an das Universum, in dem sie als Ungeborene schwebte. Wahrscheinlich will sie dorthin zurück. Sie weißnicht, ob sie es wagen wird, in der Außenwelt zu leben.

Immerhin geht es ihr inzwischen besser. Sie muss nicht mehr gefüttert werden, sie zerschlägt keine Teller und Gläser mehr, versucht nicht mehr, sich selbst zu verletzen. Dazu ist sie zu müde. Die Träume bleiben in ihrem Bewusstsein hängen, tagsüber versucht sie, die geträumten Bilder zu malen. Das Rolle ist heruntergezogen, als Schutz vor dem Unbekannten. Sie ist schon lange nicht mehr im freien gewesen, aber angeblich wird es bald wieder soweit sein.

Bald wird sie stark genug sein. Das Bald erstreckt sich in die Ewigkeit. SIe denkt an Mama. Mama will, dass sie weiterlebt. Streicht mit dem Zeigefinger über die Narben am Unterarm...

(Nummer 2)
  TopZuletzt geändert am: 18.08.2006 um 13:51 Uhr von Herzdiebin
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Nutzer: MadleenDeSall
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geschrieben am: 25.07.2006    um 22:42 Uhr   
hmm... es ist toll vom stiel her, gefällt mir wahnsinnig gut.. und der inhalt, naja, nichts was man oft ließt. ich kann nur hoffen, dass er der fanatsie entsprungen ist...

mfg
Madleen
J.P.
Alles, selbst die Lüge, dient der Wahrheit; Schatten löschen die Sonne nicht aus.

Franz Kafka
  TopZuletzt geändert am: 25.07.2006 um 22:43 Uhr von MadleenDeSall
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Nutzer: RasPutina
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geschrieben am: 26.07.2006    um 11:58 Uhr   
sehr schön und nachdenklich, man kann sich gut reinversetzen!
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 26.07.2006    um 22:46 Uhr   
~lacht~

Realität oder nicht..

Es hat mich ganz einfach mal interessiert, was ihr dazu denkt, was euch spontan einfällt..

Und sicher beruht dieser Ausschnitt auf der Realität. Wenn nicht dann würde ich sogar das Wort "natürlich" benutzen.. Wobei das ja von Mensch zu mensch verschieden ist..
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Nutzer: dirmeline
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geschrieben am: 12.08.2006    um 15:29 Uhr   
sehr schön geschrieben, von Dir?

würde gern mehr davon lesen.....................














leise wieder geht
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 13.08.2006    um 11:21 Uhr   
*pfeift* Ist es nicht egal ob es von mir stammt? Es geht mir nicht darum wer es geschrieben hat sondern was ihr davon haltet und was euch dazu einfällt.. vielleicht regt es ja auch zum nachdenken an?!

Und die Fortsetzung wird bald folgen.. Ich bitte noch um etwas Geduld..
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 18.08.2006    um 13:17 Uhr   
Wie versprochen die Fortsetzung...

Als die Nachtschwester kommt, liegt Hanna schon lange wach. Ihre Augen sind geschlossen, niemand darf ihre Gedanken ahnen. Sie hat von grünen Tulpen geträumt und von toten Wellensittichen, von in der Luft fest gefrorenen Vögeln, Eisskulpturen, die der Wind geformt hat. Hat von Kindern geträumt, die Schlingen um die Hälse der Wellensittiche legen und sie grinsend mit harten Händen zuziehen, Kinder die hohnlachend mit ihrer ganzen Kraft zudrücken.Auch als sie wach liegt, zieht sich ihr der Hals noch zu. Sie sieht die Gesichter, hört die Stimmen. Sagt sich die Namen auf wie ein Fluch. Wenn sie nur vergessen könnte, wenn sie nur lieben könnte.Aber vielleicht ist ihr Herz zu eng.Sie sehnt sich nach anderen Leintüchern, nach anderen Träumen, anderen Düften. Vielleicht nach den Düften des Apfelbaums daheim im Garten, nach dem Gefühl von Gras zwischen den Fingern und dem leisen Wind, der im Laub der Bäume vor sich hin pfeift. Es ist lange her, seit sie dort war, manchmal glaubt sie fast, dass es besser wäre, alles außerhalb dieser weißen Wände zu vergessen. Es wäre einfacher, tiefer in den Irrsinn zu versinken als den Versuch zu wagen, sich aus dieser verrückten Welt zu lösen. Das Schweigen der Wände täuscht, ab und zu vibrieren sie von Schreien, öffnen sich über Abgründen oder bewegen sich langsam nach innen, drücken gegen die Haut und die Gedanken, verdrängen auch noch den letzen streifen Licht. Sie weiß, dass dies ein Gefängnis ist und kein Ort der Pflege. Sie weiß, dass sie bestraft wird, weil sie anders ist, weil es ihr nicht gelingt, das Leben zu lieben. Die Nachtschwester schwebt vorbei, zieht fremde Düfte mit sich, das Geräusch kleiner Absätze. Bückt sich über das Bett, tastet mit den Augen über ihr Gesicht. Seufzt leise, bedauert den jungen Irrsinn. Doch die Welt ist böse, also ist es vielleicht nicht weiter verwunderlich. Viele kommen hierher, die versucht haben, das Leben zu zerschneiden. Sie kommen, um die äußeren und inneren Wunden zu heilen. Manchmal gelingt es. Dann sind keine Spritzen, keine Medikamente mehr nötig. Irgendwo atmet das Licht. Wenn sie die Augen schließt und die Ohren anspannt, kann sie es hören. Sie greift nach der Erinnerung an Großvater und lässt sich von seinen alten Händen mit Trost bedecken. Er flüstert, dass sie die Zukumpft malen soll, die darf sie nicht auch noch entgleiten lassen. Sie nickt und schlingt ihre Arme um die angezogenen Beine. Ein Panzer gegen die Luft. Ihre Augen sind weit aufgesperrt, das Blau färbt sich, wird zu schwarz. Erinnerungen überspülen die Haut, sie lässt sie kommen, wie es ihnen gefällt. Sie befindet sich nicht in diesem Zimmer um zu vergessen, sondern um eine hellere Welt zu malen. Sie lauscht dem schweigen, der leere, will, dass die Nachtschwester zurück kommt, dass der lebendige weis gekleidete Körper, die lebendigen Hände, die Anwesenheit eines Menschen zurückkehren. Hauptsache, jemand ist in der Nähe. (Nummer 3)
  TopZuletzt geändert am: 18.08.2006 um 13:51 Uhr von Herzdiebin
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Nutzer: Thayet
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geschrieben am: 18.08.2006    um 14:16 Uhr   
Meine Herz smile

Toller Text.. du hast dich gemausert.. zumindest was deinen Stil betrifft. Der Inhalt regt zum Nachdenken an, wenn man jedoch nichts Genaues entnehmen kann... typisch ;)

Thumbs up
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 18.08.2006    um 14:19 Uhr   
Mein liebstes Thay.. *grinselt* Gemausert? Chrchrchr.. Du hast wirklich einiges durch deine Abwesenheit verpasst... leider.. Und doch irgendwie zum Glück.. So bekommt man doch immer wieder neues mit nicht wahr, Liebling?

Aber ich danke für die Ehre eines Komentars von Dir.. Es bedeutet mir viel..

*mit den liebsten Grüßen*

Herz
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Nutzer: inna
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geschrieben am: 16.09.2006    um 17:59 Uhr   
Über den Stil möchte ich nichts sagen.
Für mich klingt es nach Tagebuch, nicht nach geplantem Text - die Distanz durch die Nutzung der 3. Person wäre nur logisch bei jemandem, der so sehr verletzt ist...

Das ist aber auch nicht entscheidend.

Der Inhalt berührt mich.

Sicher berührt er mich auch deshalb, weil ich mal so eine Mama war, die mit Hoffnung in den Augen und Trauer im Blick zu Besuch bei einer Tochter war. Bei einer Tochter, die - wie sich erst viel später herausstellte - auch alles gut machte, allen Stundenplänen voraus war, alles tat, um wieder heim zu dürfen, alles tat, um ihre Sucht behalten zu dürfen -

Es scheint zum Glück Vergangenheit.
Es fand sich ein Mensch, der als Therapeut wirklich ans Innere heranreichte.
Es fand sich auch im Inneren selbst ein starkes Herz und ein Wille zum Leben zu finden.

Dennoch schrecken mich noch heute die Tiefen, von denen ich sicher nie erfahren werde - höchstens als eine Ahnung, wenn ich Texte wie diese lese.

*inna
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 19.11.2006    um 12:36 Uhr   
Nacktwanderung über den toten Fußboden. Dieselbe Wanderung wie schon tausend mal zuvor. Von nirgendwo nach nirgendwo unterwegs. Aber vorwärts, nach draußen. Inzwischen schlägt sie ihre Knöchel nicht mehr an dem vielen Weiß blutig. Bemalt die Wände nicht mehr mit Rot. Es scheine ihr besser zu gehen, heißt es. Sie zählt die Schritte und stößt mit blau gefrorenen Fingerspitzen an die Wände. Sehnt sich nach Haut. Legt das Ohr an die Wand und lauscht nach Herzschlägen. Der blaue Schlafanzug liegt in einem Haufen auf dem Boden und wartet auf ihren Körper. Sie weiß nicht, warum sie sich nackt ausgezogen hat. Kauert sich auf den Boden, wird zu einem Ball, verschwindet, wird wieder in ein Kind verwandelt. Wie viel einfacher alles damals war, als es die Gedanken noch nicht gab, als die Hand nicht so leer war, die Haut nicht so unberührt. Damals konnte sie noch auf Papas Schoß und flüstern, dass sie ihn heiraten würde. Damals wagte sie es noch, sich selbst im Spiegel zu betrachte, ohne den Blick abzuwenden. Jemand hatte ihr langes Haar geflochten und sie angemalt, um sie schön zu machen, daran kann sie sich erinnern. Wahrscheinlich die verschwundene Freundin. Vielleicht war es die Schere, die die Freundschaft wegschnitt. Sie berührt ihre kurzen Haare, erinnert sich daran, wie die dunklen Strähnen zu Boden fielen, wie Mamas hand ihr über den Kopf glitt. An die sanfte Berührung des Kamms und der Schere. Damals wusste sie nicht, dass es solche Zimmer gab wie diese hier. Sie hat den ganzen Tag gemalt, ihre Finger sind mit Farbe bedeckt. Sie will sich nicht waschen, liebt das Gefühl, wenn die Farben langsam abblättern und sich von der haut lösen. Wenn die Farben die Haut genau so berühren, wie sie selbst die haut berührt. Vielleicht fühlt es sich ähnlich an, geliebt und von der haut eines anderen Menschen bedeckt zu werden. Um das nicht ganz zu vergessen, muss sie malen. Jedes Mal wenn sie den Pinsel in die hand nimmt, den Gesichtern begegnet, die sie malt, sich von Körpern umfangen lässt, dem Flüstern lauscht, betritt sie eine andere Welt. Sie hat versucht, die Worte zu malen, doch die verbergen sich gern im Schatten, legen sich hinter verschlossenen Lippen zur Ruhe. Offne Münder malt sie nicht gern, die schreien sie bloß an, mit Worten, die alles zerschneiden. Sie weiß immer noch nicht, was das Schlimmste war – Die Schreie oder das Schweigen. Manchmal umkreisen die Dunkelwesen ihren Körper. Die versucht sie dann auf die Leinwand zu bannen. Vielleicht tragen die Dunkelwesen alle Schreie in sich, die eigenen und die, die sie zerschlagen muss, Worte die immer noch tief im Inneren wühlen. Sie weiß, dass sie das Helle malen müsste, weil die weise Sauberkeit vielleicht ansteckt und die Schatten verdrängen. Vorsichtig berührt sie die Frau auf dem Bild, berührt den Mund, den sie mit ihrem Blut gemalt hat. Denkt, dass die Frau nicht allein sein sollte. Seite 1
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 19.11.2006    um 12:41 Uhr   
Jenseits des Bildes gibt es vielleicht andere Menschen, Menschen mit Haut, Herz und Augen, die nicht stechen. Sie zieht den Schlafanzug an und bildet sich ein, dass der Stoff sie umarmt. Setzt sich aufs bett und nimmt den Telefonhörer ab, wählt Großvaters Nummer und hört das Telefon am anderen Ende der Leitung läuten. Dann erinnert sie sich und legt den Hörer wieder auf. Aber Großvater steht ja dennoch mitten im Zimmer und sieht sie mit seinem Adlerblick an. Sie legt sich aufs Bett und atmet. Es ist kurz vor drei Uhr morgens. Sie muss noch drei Stunden warten, bis die Tür aufgeschlossen wird. Sicherheitshalber lässt man sie nicht in der offenen Abteilung schlafen. Sie wird fragen, ob sie heute den großen Spaziergang machen darf, der mehr als eine Stunde braucht. Das wird man für ein gutes Zeichen halten..
Seite 2

Ich bin zurück mit einem weiteren Teil meines Beitrages. Ich entschuldige mich bei allen die darauf warten mussten...

verneigt sich sacht..

Herz
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 20.11.2006    um 19:40 Uhr   
Philosophie....
Solltest du deine Geschichte nicht lieber ins Poesie-Forum stellen. Zumindest mir ist der philosophische Ansatz nicht klar
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 21.11.2006    um 15:25 Uhr   
Wenn es das einzige ist was Du dazu zu sagen hast..

Ich will, dass meine Leser über diese Zeilen nachdenken.. Und nicht unterordnen "Wohin gehört was" Ich finde dadurch geht dieser Beitrag kaputt... Er ist jetzt schon sehr, dürftig.. Aber wenn Du nicht verstehst, was daran philosophisch sein sollte, dann tut es mir leid..

Auserdem wurde mein Beitrag noch nicht von einem Op verschoben und auch im "Poesie, Lyric und Geschichten" gibt es eine Menge Beiträge, die da nicht hin gehören..

*rümpft empört die nase

Herz
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"Autor"  
Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 21.11.2006    um 22:32 Uhr   
Zitat von: Herzdiebin
Aber wenn Du nicht verstehst, was daran philosophisch sein sollte, dann tut es mir leid..

...kannst du bitte trotzdem meine Frage beantworten, worin du den philosophischen Ansatz siehst?
Danke
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"Autor"  
Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 22.11.2006    um 15:07 Uhr   
Verusch es Dir selbst zu beantworten.. Es ist noch nicht vorbei.. Es geht ja noch weiter.. Ich habe noch nicht vor diesen Beitrag so enden zu lassen.. Warte einfach und lies.. Vielleicht fällt es Dir später ja auf..

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"Autor"  
Nutzer: Flutsch
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geschrieben am: 26.12.2006    um 18:17 Uhr   
Zitat von: Herzdiebin
Macht euch darüber mal Gedanken und sagt mir, was ihr davon haltet. So ganz Spontan. Was fällt euch zum folgenden Text ein?

Sie liegt unter dünnen weißen Leintüchern im Bett und schläft. Sie ist noch sehr jung, zwanzig Jahre alt, und atmet leicht wie ein Schmetterling, ihre dünnen Schultern zittern, aber ihre Haut ist warm.

( Nummer 1)
Spontane Eingebung: Allzu bemühte Mädchenschreibe. Sehr schiefe Bilder, pathetischer Schwurbel.

Etwas genauer (nur die ersten beiden Sätze - aus Zeitgründen):
"Sie liegt unter dünnen weißen Leintüchern im Bett und schläft"

Zu viele Infos in einem Satz. Reihenfolge der Adjektive sollte mit der Reihenfolge der Wahrnehmung übereinstimmen. Daß die Tücher weiß sind, sieht man in der Regel bevor ihre Dünnheit erkennbar ist. Ein Tuch ist im allgemein ohnehin dünn und nicht dick. Vielleicht meinst Du feine Leintücher. Daß es mehrere Tücher sind, ist normalerweise nicht wichtig. Falls möglich, auch Satzmelodie und Lesbarkeit beachten.

Vorschlag: Sie liegt im Bett. Sie schläft unter weißem feinen Leintuch.

"Sie ist noch sehr jung, zwanzig Jahre alt,"

"Sehr jung" ist wieder zu viel Information. Es sei denn, Du wolltest sagen: Sie ist für ihre zwanzig Jahre noch sehr jung. Das wird aber durch den Rest des Textes nicht gestützt. Im Gegenteil.

"und atmet leicht wie ein Schmetterling, ihre dünnen Schultern zittern, aber ihre Haut ist warm. "

Erstes Komma durch einen Punkt ersetzen (zu viele Infos in einem Satz). "aber ihre Haut ist warm" kommt ein wenig zu gestelzt rüber, finde ich. Du willst wohl ausdrücken, daß sie aus Angst zittert und nicht vor Kälte.

Lyrischer Vorschlag: Eine Schmetterlingsatmung läßt zwanzigjährige Schultern beben.
Anderer Vorschlag: Sie ist zwanzig, atmet schmetterlingshaft. Ihre warmen Schultern zittern.


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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 08.01.2007    um 13:00 Uhr   
Da gibt sich wohl jemand sehr viel Mühe mich zu verbessern.. Interessant.. Bisher kam mir sowas noch nie unter die Augen.. Aber es gibt immer ein erstes mal... Ich gehe einfach mal davon aus, dass es Dein spontanster Gedanke dazu war...

Ich danke Dir trotzdem für deinen etwas anderen und doch interessanten Beitrag..

Und gleichzeitig entschuldige ich mich für das Fehlen des 5 Beitrags und muss noch etwas um Geduld bitten..

MFG Herzdiebin
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"Autor"  
Nutzer: Flutsch
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geschrieben am: 09.01.2007    um 23:35 Uhr   
Zitat von: Herzdiebin
Da gibt sich wohl jemand sehr viel Mühe mich zu verbessern.. Interessant.. Bisher kam mir sowas noch nie unter die Augen..[...] MFG Herzdiebin
Das glaube ich Dir gern. Ich antwortete auch deshalb halbwegs ausführlich, da ich natürlich schon vermutete, daß Du bisher noch keinen Kontakt zu einem Lektor / einer Lektorin aufgenommen hast. Das wäre auch etwas verfrüht - meiner bescheidenen Meinung nach. Das Internet und speziell das Forum bei chatworld.de ist eine gute Stelle, mal etwas Eigenes vorzuzeigen, so testweise.

Danke, natürlich gebe ich mir Mühe, aber das ist okay. Ich hatte gerade ein paar freie Minuten.

Gruß, Flutsch
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"Autor"  
Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 10.01.2007    um 12:39 Uhr   
Nur wäre ich an deiner Stelle etwas vorsichtig.. Andere stoßen bei deiner Tonwahl etwas auf und empfinden das als nicht mehr so freundlich ;)
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"Autor"  
Nutzer: Flutsch
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geschrieben am: 10.01.2007    um 23:13 Uhr   
Zitat von: Herzdiebin
Nur wäre ich an deiner Stelle etwas vorsichtig.. Andere stoßen bei deiner Tonwahl etwas auf und empfinden das als nicht mehr so freundlich ;)
"Vorsichtig" - dieses Wort vergessen wir mal wieder ganz schnell, wenn es um ernsthaftes Lektorieren eines literarisch motivierten Textes geht.

Gruß, Flutsch

P.S. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand "bei meiner Tonwahl" aufstößt, sofern es nicht direkt vor meiner Nase ist. Ach, meinetwegen können die Leute "bei meiner Tonwahl" auch noch ganz andere Sachen machen, wenn es ihnen Spaß macht. Was tun Sie denn gerade "bei meiner Tonwahl"?
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"Autor"  
Nutzer: XiaoShuo
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geschrieben am: 11.01.2007    um 18:59 Uhr   
Sollte dieser Text nur der therapeutischen Selbstheilung dienen und/oder andere Betroffene ansprechen, so hat er hier durchaus seine Berechtigung.

Literarisch ist er nicht besonders gelungen. Viele Adjektive und Klischees machen noch lange keine gute Geschichte. Solltest du aber Ambitionen haben, eben solche zu schreiben, dann nimm dir bitte Flutschs Vorschläge und Hilfen zu Herzen. Solch konstruktive Kritik bekommst du selten in Foren wie diesem.

Einen philosophischen Ansatz kann ich hier - ebenso wie Celeste - nicht erkennen. Und mich würde es sehr wundern, wenn die Geschichte dahin noch die Kurve bekommen würde.
  TopZuletzt geändert am: 11.01.2007 um 19:01 Uhr von XiaoShuo
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Nutzer: Herzdiebin
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geschrieben am: 11.01.2007    um 22:50 Uhr   
*schulterzuck* Nicht immer wird ein Meister geboren.. Und auch nicht immer ist es so wie man es sich wünscht. Für mich hat es eine sehr gewichtige Bedeutung. Ich will es nicht als "böse Kritik" annehmen sondern als guten Rat. Und ich werde es mir gewiss zu herzen nehmen.. Nur ob ich es direkt umsetzen kann ist eine andere Frage.. Gewiss ist jeder dies bezüglich noch am lernen.. So auch ich..

Herz
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"Autor"  
Nutzer: XiaoShuo
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geschrieben am: 12.01.2007    um 02:14 Uhr   
Hallo Herzdiebin,

es sollte gewiß keine „böse“ Kritik sein. Ich kenne deine Beweggründe nicht, weshalb du diese Geschichte hier gepostet hast. Das sie eine besondere Bedeutung für dich hat, kann man sehr gut herauslesen.
Nun ist die Frage, ob du dir einfach mal alles nur so von der Seele schreiben wolltest oder aber andere Leser damit ansprechen möchtest.
Solltest du Interesse daran haben, deinen Schreibstil zu verbessern, so wäre noch einiges am Text zu feilen. Und ich finde es schon mal bewundernswert, wie du auf Kritik reagierst. Denn es ist so wie du schreibst: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und nur durch üben wird man besser, letztendlich vielleicht auch gut.

Ich bin kein Lektor, aber möchte dir mal als „normaler“ Leser meine Eindrücke schildern.
Zum Inhalt:
Ich als Leser weiß nicht um was es hier geht (mag vielleicht auch daran liegen, daß die Geschichte noch nicht beendet ist). Meine Eindrücke kurz wiedergegeben: Eine junge Frau wurde in die geschlossene Anstalt eingewiesen. Ihre Gefühle werden relativ gut vermittelt.
Aber warum wurde sie dort eingewiesen? Das interessiert mich u. a. als Leser! Nun mag es sein, daß die Protagonistin selbst noch im Geschehen drinsteckt und nicht genau erklären kann, warum sie eingewiesen wurde. Aber auch das müßte dann verständlich vermittelt werden.

Und nun noch etwas zu den Klischees:

Ist es für die Geschichte von Bedeutung, zu wissen, daß die Augen der Protagonistin blau, DUNKELblau sind?
Ist in der geschlossen Psychiatrie wirklich immer alles in weiß gehalten?
Können Sommersprossen wirklich ganz von einem blaßen Gesicht weichen? Und werden sie dann überall von tiefen Schatten „ersetzt“?

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, die mich persönlich gestört haben.

Nun etwas zum Satzaufbau:

In einer roten Vase auf dem Nachttisch leuchten drei gelbe Tulpen, an der weißen Wand dahinter herbstliche Apfelbäume, eine regenschwere Hängematte, ein Bild, das sie als Erinnerungen an die Außenwelt gemalt hat.

Leuchten die Apelbäume auch? Auf der Wand? Sind die Tulpen real und die Eindrücke auf der Wand Erinnerungen? Für mich nicht eindeutig aus diesem Satz herauszulesen.


Ich hoffe, du verstehst jetzt so ein bißchen, was ich meine. Es sind nur ein paar persönliche Anregungen und bestimmt keine böse Kritik :-)

Gut ist, wenn man den geschriebenen Text einige Tage liegen läßt und dann, mit einem gewissen Abstand, noch einmal liest. Da fallen dem Autor oftmals kleinere Denkfehler selbst auf. Danach von einer anderen Person lesen lassen ( nicht von der besten Freundin ;-) ) oder auch alternativ hier ins Forum stellen. Dann aber auch für ehrliche Kritik offen sein.

Ich wünsche Dir noch viel Erfolg beim Schreiben. Gute Ansätze hast du auf jeden Fall und mit ein bißchen Übung wird das bestimmt immer besser.

LG
Xiao






  TopZuletzt geändert am: 12.01.2007 um 02:15 Uhr von XiaoShuo
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geschrieben am: 12.01.2007    um 13:09 Uhr   
*lacht* Und da versammeln sich schon zwei, welche mir das Schreiben zur Hölle machen und gleichzeitig zu einer sehr interessanten Aufgabe.. Ich danke Dir für deinen Beitrag und hoffe, dass Du wenigstens hin und wieder mal rein schaust.. Wenn es dich wirklich interessiert was mit dem Mädchen ist, dann wirst Du es tun-denke ich. Definitv arbeite ich noch an Stil und Form.. Und ich bin durch solche Rückmeldungen dankbar..

Aber warum ich dies ausgerechnet hier rein schreibe, sage ich euch immer noch nicht.. Da lass ich euch schmoren ;)
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