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Eine kleine Bitte...

Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 03.12.2006    um 15:13 Uhr   
Gestern hatte ich Tagschicht und um ca. 13 Uhr wurden mein Kollege und ich auf dem RTW, sowie das NEF zu einer "nicht ansprechbaren Person" ins Altenheim geschickt.
Dort angekommen kam mir eine Altenpflegerin entgegen und meinte, dass der Patient wohl verstorben sei. Sie zeigte mir das Zimmer und ich fand einen älteren Herren leblos im Bett. Kein Puls, keine Atmung, die Pupillen schon geweitet, jedoch noch nicht entrundet. Ich fragte sie, ob man ihn hier so vorgefunden hätte. Da sagte sie mir, man habe gesehen wie er am Esstisch umgekippt sei und habe ihn dann in sein Bett gebracht und gewartet...
Trotz der Tatsache, dass mein Kollege, die Notärztin, der NEF-Fahrer und ich alles versucht haben (reanimiert, intubiert, mehrfach defibrilliert, Zugang gelegt und Suprarenin gegeben) haben wir ihn nicht wiederbekommen, was ich aber auch nicht als größeres Problem sehe, da der Patient (wie sich im Nachhinein herausstellte) auch schon 88 Jahre alt war und somit denke ich mal ein langes Leben hatte.
Allerdings wundert mich ganz ehrlich diese Blauäugigkeit der Pflegerinnen. Man kann doch nicht ernsthaft den Patienten vom Speisesaal ins Bett schleppen und ihn sterben lassen, um dann noch den Rettungsdienst zu rufen! Mich wundert immer wieder diese andauernde Unfähigkeit vom Pflegepersonal. Mir kann keine Altenpflegerin erzählen, sie habe nie etwas von der Laienreanimation gehört. Wozu werden Erste-Hilfe-Kurse gegeben, wenn es ja doch keiner anwendet? Die Bereitschaft hierzulande sich für andere einzusetzen ist dermaßen erbärmlich, dass es mich regelrecht anwidert.
Und damit es mal klar wird: Nach einem maximalem Spielraum von sechs Minuten(!) ohne Sauerstoff wird das Gehirn irreversibel geschädigt und dann ist es besser man holt denjenigen nicht wieder ins Leben zurück, da dieser im höchsten Maße pflegebedürftig sein wird.
Deshalb eine kleine Bitte an alle die das Lesen: Wenn man erlebt, dass jemand einen Herz-Kreislauf-Stillstand bekommt, dann auch wenigstens die Laienreanimation einleiten. Sprich: 30 mal auf den Thorax drücken in einer Tiefe von einem Drittel des Thoraxes ungefähr und dann 2 mal Beatmen mit überstrecktem Kopf und dann immer im Wechsel. Das erleichtert uns die Arbeit und vor allem kann es Leben retten.
Herzlichsten Dank! :)
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Nutzer: Butterflychen
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geschrieben am: 03.12.2006    um 17:02 Uhr   
es ist wirklich so...leider sind viele-..selbst krankenschwestern nicht dazu in der lage einen Notfall zu erkennen und richtig zu handeln. wodran es liegt weiss ich selber nicht, vieleicht sind sie nicht genug geschult..oder sie kriegen panik. ich bin immer noch für regelmässiges fortbilden und teilnehmen an Notfallmanagmentübungskursen, da sich gewisse Faktoren durch die weiterentwicklung der Medizin ändern können.

lieben Gruß eine kranke Schwester
Ich begleiche keine Rechnungen, ich pflege sie
Wenn Du weisst wer du bist, dann ist es egal was andere meinen über dich zu glauben.
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Nutzer: Xenator
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geschrieben am: 03.12.2006    um 19:25 Uhr   
Ja, leider ist das so im heutigen Deutschland. Es denkt jeder nur an sich. Da kann doch jemand liegen und am Sterben sein, aber keiner hilft. Entweder weiß man nicht, wie es geht, jemanden zu helfen, oder man ekelt sich vor demjenigen. Schrecklich. Man muss darüber sehr erschüttert sein. Trotzdem habe ich alle Achtung vor Krankenschwestern, Altenpfleger usw., da deren Job ein harter Job ist und in den meisten Fällen nicht gut bezahlt wird.

MfG Xenator
Das Herz eines jeden Chat's ist das Forum. Penetranz, Aggressivität und Arroganz gehören dort nicht hinein. "Nihil fit sine causa!" ("Nichts geschieht ohne Grund!")



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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 03.12.2006    um 19:32 Uhr   
Zitat von: Butterflychen
es ist wirklich so...leider sind viele-..selbst krankenschwestern nicht dazu in der lage einen Notfall zu erkennen und richtig zu handeln. wodran es liegt weiss ich selber nicht, vieleicht sind sie nicht genug geschult..oder sie kriegen panik. ich bin immer noch für regelmässiges fortbilden und teilnehmen an Notfallmanagmentübungskursen, da sich gewisse Faktoren durch die weiterentwicklung der Medizin ändern können.

lieben Gruß eine kranke Schwester
Apropos Krankenschwestern.
Wir hatten mal nen Patienten der vom Balkon gestürzt war und sich vermutlich das Becken brach. Der war aber so hackedicht, dass der von den Schmerzen kaum was merkte.
Im Krankenhaus angekommen riss die zuständige Schwester ihm als erstes das Stifneck ab und gab es uns wieder.
Ohne dir nahe treten zu wollen, aber am Liebsten hätte ich sie durchs halbe Krankenhaus geprügelt... und leider sind das oft keine Einzelfälle. (Also das mit dem korrektem Umgang mit traumatisierten Patienten, nicht mit dem Prügeln... ;) )
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Nutzer: Xenator
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geschrieben am: 03.12.2006    um 19:48 Uhr   
Zitat von: TomWelles
Apropos Krankenschwestern.
Wir hatten mal nen Patienten der vom Balkon gestürzt war und sich vermutlich das Becken brach. Der war aber so hackedicht, dass der von den Schmerzen kaum was merkte.
Im Krankenhaus angekommen riss die zuständige Schwester ihm als erstes das Stifneck ab und gab es uns wieder.
Ohne dir nahe treten zu wollen, aber am Liebsten hätte ich sie durchs halbe Krankenhaus geprügelt... und leider sind das oft keine Einzelfälle. (Also das mit dem korrektem Umgang mit traumatisierten Patienten, nicht mit dem Prügeln... ;) )
Solche Leute müsste man verfolgen, meiner Meinung nach, ich meine die Krankenschwester!

MfG Xenator
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 03.12.2006    um 20:17 Uhr   
Ich bezweifle, dass sich diese Probleme mit solchen Mitteln lösen lassen... ist mir außerdem etwas zu misanthropisch.
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Nutzer: Xenator
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geschrieben am: 03.12.2006    um 20:32 Uhr   
Zitat von: TomWelles
Ich bezweifle, dass sich diese Probleme mit solchen Mitteln lösen lassen... ist mir außerdem etwas zu misanthropisch.
Es kann ja sein, aber trotzdem müsste man was dagegen unternehmen.

MfG Xenator
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 03.12.2006    um 20:45 Uhr   
Deswegen hab ich das hier ja geschrieben.
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Nutzer: trinity_25
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geschrieben am: 04.12.2006    um 15:40 Uhr   

so und jetz noch ma bitte die Fremdworter übersetzten oder muss man als laie auch
wissen wo jetz die thorax is und was is bitte suprarenin

und Tom vieleicht kommst doch ma an ein CT und gibst da vieleicht so als
nachmittagsfüller nen kleine erstehilfekurs nur mal so als denk anstoss
Gut drauf ist kein Zufall


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Nutzer: Kobold_w
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geschrieben am: 04.12.2006    um 16:15 Uhr   
Thorax = Brustkorb
Suparenin = Kreislauf stärkendes Mittel (herzanregendes Mittel)

was Tom meinte ist eine Herzkompression...zwei Finger breit von der Brustbeinspitze Richtung Brustbeinmitte den Handballen auflegen und zwischen 3 und 5 cm in den Brustkorb reindrücken, das 30 mal und dann 2 mal beatmen.. entweder Mund zu Mund oder Mund zur Nase..


die erste Hilfe fängt mit kümmern an.. wenn eine entsprechenden Person hilfe braucht..
keine Angst man kann nichts falsch machen
..nur weg sehn..ist flasch
nicht sehen..nichts hören.. nichts sagen..die drei affen..
Du kannst den Himmel vermessen, berechnen der Erde Gebiet, während das Menschenherz sich aller Berechnung entzieht. (Chinesisches Sprichwort)
  TopZuletzt geändert am: 04.12.2006 um 16:20 Uhr von Kobold_w
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 04.12.2006    um 17:44 Uhr   
Danke Kobold, erspart mir die Erklärung. :)

Nur das noch:
Suprarenin ist der Handelsname für das Stresshormon Adrenalin, welches die Venen zusammenzieht und so den Blutdruck zu steigern versucht.
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 04.12.2006    um 21:51 Uhr   
Einen 88-jährigen im Altersheim reanimieren, intubieren, etc.? Darf man denn gar nicht mehr in Ruhe sterben, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat? Ein sinnvolles Abschied nehmen durch die Angehörigen habt ihr damit auf jeden Fall verhindert. Ich halte es ethisch-moralisch für falsch, eine Reanimation um jeden Preis durchzuziehen. Ich weiss, rein rechtlich habt ihr natürlich korrekt gehandelt, aber ich bezweifel ob ihr in irgendeiner Weise verstanden habt, was ihr da mir eurem überflüssigen Einsatzeifer gemacht habt.

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Nutzer: Xenator
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geschrieben am: 04.12.2006    um 22:08 Uhr   
Zitat von: sweety0018
Einen 88-jährigen im Altersheim reanimieren, intubieren, etc.? Darf man denn gar nicht mehr in Ruhe sterben, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat? Ein sinnvolles Abschied nehmen durch die Angehörigen habt ihr damit auf jeden Fall verhindert. Ich halte es ethisch-moralisch für falsch, eine Reanimation um jeden Preis durchzuziehen. Ich weiss, rein rechtlich habt ihr natürlich korrekt gehandelt, aber ich bezweifel ob ihr in irgendeiner Weise verstanden habt, was ihr da mir eurem überflüssigen Einsatzeifer gemacht habt.

Da geht aber das Rechtliche vor! Du kannst keinen sterben lassen, das wäre unterlassene Hilfeleistung, du hast es ja angedeutet. Nur trotzdem muss man demjenigen helfen, egal wie alt er ist, und ob er sterben will. Und das ist wohl dann kein überflüssiger Einsatzeifer! Bei dir ist wohl alles ab 80 tot und braucht keine Hilfe und was unter 80 ist, ist quicklebendig.
Mal sehen, was Tom dazu sagt. Bis dann.

MfG Xenator
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 04.12.2006    um 22:58 Uhr   
Zitat von: sweety0018
Einen 88-jährigen im Altersheim reanimieren, intubieren, etc.? Darf man denn gar nicht mehr in Ruhe sterben, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat? Ein sinnvolles Abschied nehmen durch die Angehörigen habt ihr damit auf jeden Fall verhindert. Ich halte es ethisch-moralisch für falsch, eine Reanimation um jeden Preis durchzuziehen. Ich weiss, rein rechtlich habt ihr natürlich korrekt gehandelt, aber ich bezweifel ob ihr in irgendeiner Weise verstanden habt, was ihr da mir eurem überflüssigen Einsatzeifer gemacht habt.

Also, mal ganz ruhig.
Ich und mein Kollege haben den Mann im Bett vorgefunden und ihm war nicht anzusehen, dass er 88 Jahre alt war. Hat uns auch keine Schwester gesagt.
Ich und mein Kollege waren uns einig, dass es zwar keinen Sinn mehr haben würde, allerdings wussten wir auch welche Notärztin Dienst hat und dass die IMMER ALLES durchzieht. Ergo haben wir angefangen zu drücken und zu beatmen und die zog dann noch das komplette Programm durch. Ich leg mich da bestimmt nicht mit einer ultrasturen Frau an, ich muss nämlich noch mit der einigermaßen gut arbeiten in Zukunft.
Und sowieso haben wir als Nichtakademiker nicht die Entscheidungsfreiheit über Leben und Sterben zu entscheiden. Wenn wir nicht reanimieren sollten, warum wurden wir dann gerufen? Dann hätte man auch nen Hausarzt rufen können.
Aber wie gesagt stellte sich das eigentliche Alter erst im Nachhinein heraus, was wir vorher wussten war, dass er nur zur Kurzzeitpflege dort war und das klang nicht nach nem hoffnungslosen Fall.
Desweiteren haben wir das gemacht, was wir nach jeder erfolglosen Reanimation machen: Den verstorbenen Patienten von Zugängen, Tuben, EKG-Elektroden,...etc. befreit, ihn wieder hergerichtet und ins Bett gelegt, sowie das Zimmer so verlassen wie wir es vorfanden. Familienangehörige sind nicht dabei wenn wir reanimieren, die sehen nicht was wir machen, sondern finden ihn nur im Bett wieder.
Im Übrigen finde ich es verwerflicher einen Patienten mit nem Herzstillstand durchs halbe Haus zu schleifen und ihn dann liegen zu lassen, anstatt zu versuchen ihn wiederzuholen.
Aber wie gesagt: Die Entscheidung über Leben und Sterben entscheiden NUR die Ärzte, nicht wir. Und unsere Notärztin wollte es so.
Tu nicht so scheinheilig, als ob du da anders reagiert hättest. Klar, viele Schwestern pfuschen sich immer gerne was zurecht, wenn wir die Patienten abliefern. Nur wir stehen sozusagen an der Front und müssen in Sekunden handeln und nicht lahmarschig rumtelefonieren um nen Arzt zu befragen, wegen jedem kleinen Problemchen. Wir handeln.
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  TopZuletzt geändert am: 04.12.2006 um 23:01 Uhr von TomWelles
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 05.12.2006    um 07:50 Uhr   
Zitat von: Xenator
Nur trotzdem muss man demjenigen helfen, egal wie alt er ist, und ob er sterben will.
und da werden sich die geister auf ewig scheiden ..

wenn ein mensch alt wird und sein leben für ihn eine einzige qual geworden ist, weil er jeden tag unter schmerzen leben muss .. wenn ein jüngerer mensch an einer unheilbaren krankheit leidet und langsam dem tod entgegensiecht .. dann, ja, genau dann trete ich für dinge wie aktive sterbehilfe ein ..

ich halte nichts davon leben künstlich zu verlängern .. angeschlossen an geräte und schläuche ist es nämlich kein leben mehr .. aber das ist der nachteil der modernen medizin .. je weiter die forschung voranschreitet, desto mehr sind wir menschen dazu verurteilt, elend zu krepieren .. schließlich gibt es ja noch dieses mittelchen, jenes spritzchen und das gerätchen, mit dem man es ein wenig herauszögen kann ..

und es ist auch so, dass mein leben mir gehört, nicht dem gesetz .. wenn ich sterben will, dann hat das verdammt nochmal jeder zu respektieren .. ich rede hier jedoch nicht von vorübergehenden depris sondern von ernsthaften erkrankungen ..

aber ich sehe es auch ganz locker .. wenn man bedenkt, was man mittlerweile zuzahlen muss, damit man gesund bleiben kann .. na, dann findet bald sowieso eine art natürliche auslese statt .. danke .. danke den gesetzen ..
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
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Nutzer: Kobold_w
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geschrieben am: 05.12.2006    um 08:22 Uhr   
ich stimme dir zu Vulcania...wenn jemand unheilbar krank ist und nur noch durch medikamente und geräte künstlich am leben gehalten wird, ist es auch für mich eine quälerei der person.

aber das hat doch eigentlich mit dem thema was tom meinte gar nichts zutun..

es ging doch hier um ... die erste hilfe... um nicht handeln... und das nicht nur im altenheim oder pflegeheim...das war ja nur aus der situation bedingt.

das ding ist doch.. das die mensch lieber weg gucken als zu helfen... da kann ein motorradfahrer auf der strasse liegen und die fahren glatt vorbei..

wo ist das problem .... ein bisschen aufmerksamer gegenüber seinen mitmenschen zu sein?!

und mal ehrlich das fängt doch in den familien an...im krankenhaus (intensivstation)wo personal abgezogen wird die pfleger und schwestern nicht mal die zeit haben sich einen kleinen moment mit dem patienten zu beschäftigen.. auch im altenheim ist es oft so.. gerade in der Pflegestufe 3..naja.. leider können wir es nicht ändern...oder vielleicht doch.. jeder für sich... einfach mal eine kleine geste.. ein streicheln über die wange ..eine hand drücken...dem betroffenen menschen zeigen..du bist nicht alleine
so nun schweife ich auch vom thema ab..


schaut nicht weg ... helft... und das helfen fängt mit "kleinen" gesten an..... mit dem notruf setzen an...
mit zusprache.. wenn die person ansprechbar ist..

das sind kleine schritte/ handlungen.... die viel bewirken können..:-)

und noch was....seit wann entscheiden wir, wann eine lebensuhr abglaufen ist... in welchem alter... hat nix mit der reanimierung zutun, sondern einfach... das gesagt wird, das man ab einem bestimmten alter ruhig sterben kann/darf....es war doch nicht absehbar für die rettungskräfte, was sie vorfinden..
ein heißes thema..geht in gedanken wieder raus
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  TopZuletzt geändert am: 05.12.2006 um 09:35 Uhr von Kobold_w
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Nutzer: trinity_25
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geschrieben am: 05.12.2006    um 14:36 Uhr   

schon mal so nen Paß von nem Zeugen Jehova in der hand gehabt ??

das is krass was da drin steht da musst quasie zugucken wie er verblutet

und danke Kobold und danke Tom für die aufklärung jetz weiß ich wieder bischen was
und hab letztens auch mal wieder so en bericht im TV gesehen über Erste Hilfe war auch
sehr informativ ... also leute augen auf ...

Wer Hilft kann leben retten und wenn er nur ner alten Dame über die Straße hilft
oder leuten nen dummenspruch an kopf wirft wenn die bei Rot die Straße überqueren und
kleine kinder dabei stehen oder zwei meter weiter en Zebrastreifen is argh wenn ich sowas
seh echt argh .......
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Nutzer: Gast_sweety0018
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geschrieben am: 05.12.2006    um 15:06 Uhr   
Natürlich hätte die AP den Hausarzt anrufen sollen/müssen und natürlich die Angehörigen. Wahrscheinlich hatte sich die Gute in dem Gewirr von Zuständigigkeiten und Notrufnummern verirrt hat und hat auf der Rettungsleitstelle angerufen. Dumm gelaufen. Trotzdem verstehe ich euren Übereifer nicht. Tom, du schreibst doch selbst, dass der ältere Herr keinen Puls, keine Atmung und geweitete Pupillen hatte. Spätestens nach 5 Minuten Reanimation hätte ich mir an deiner Stelle gedacht: "Was machen wir hier eigentlich?" Ihr bearbeitet den betagten Opa mit EKG, Defi, Tubus und Medikamenten, nur weil er sich erlaubt hat, an Altersschwäche zu sterben. Nein, das kann es doch nicht sein, aber gut, ich sehe ja ein, dass es euch als Rettungssanitätern eigentlich nicht zusteht über Reanimation mit ja oder nein zu entscheiden. Aber spätestens die Notärztin hätte bei ihrem Eintreffen über die Nicht-/Notwendigkeit von zu ergreifenden Massnahmen unter Berücksichtigung der augenscheinlichen Situation erkennen müssen, dass hier einfach Schluss ist. Dabei setze ich jetzt mal stillschweigend voraus, dass auch die Notärztin den Begriff "menschenwürdiges Sterben" schon mal gehört hat und damit auch was anfangen kann (und im Pat. kein williges, weil widerspruchsloses Objekt zum Reanimationstraining sieht.) Aber manche vergessen vor lauter High-Tech-Notfallmedizin, dass sie das alles nicht zum Selbstzweck machen und alten Menschen das Recht zu sterben eingestehen müssen, auch ohne ihre Einmischung.
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Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 05.12.2006    um 18:34 Uhr   
Wie gesagt: Jeder andere Notarzt hätte es unterlassen, nur diese Frau ist ein Spezialfall, da sie immer ziemlich aus der Reihe tanzt und diese herrliche Unruhe verbreitet.
Und wir hatten keine halbe Minute angefangen zu reanimieren da kam auch schon die Notärztin und fuhr das volle Programm und leider Gottes ist sie da nunmal meine Vorgesetzte und an der Einsatzstelle diskutiert man nunmal nicht. Das wirkt unprofessionell. Und wie gesagt: Dass der Mann schon so alt war wusste ich nicht. Die Augen waren geweitet und nicht entrundet, zudem war ein Kammerflimmern sichtbar, so dass der Herzstillstand noch sehr frisch war.
Nunja, nach zehn Minuten brach die Notärztin dann das ganze Theater ja schon ab.
Und noch eine Bitte: Auf einen RTW gehört mindestens ein Rettungsassistent, also gönn ihm den Platz und Titel auch. ;)

@trinity Die Pässe der Zeugen Jehovas, genau wie diese notariellen Beglaubigungen, dass man nicht wiederbelebt werden möchte sind für den Rettungsdienst irrelevant, da wir uns das nicht erst 10 Minuten durchlesen können, bevor wir was machen. Wobei die Beglaubigungen auch nur Schönwetterbescheinigungen sind, die wir meistens dann missachten sollen, wenn Angehörige mitbekommen was mit ihrem Verwandten los ist...
Aber auch wieder so ne Sache: Wenn wir nix machen sollen, warum werden wir dann gerufen?
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Nutzer: alienbecci
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geschrieben am: 08.12.2006    um 15:39 Uhr   
ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig doch leute wissen, die doch in einem pflegeberuf arbeiten, wißt ihr, wieviele patienten eine altenpflegerin alleine zu betreuen hat? wißt ihr, wie verdammt stressig dieser job ist? nein? dann ruhe bitte, ich lebe schon mein ganzes leben mit einer altenpflegerin zusammen und weiß wie sie aussehen wenn sie heimkommen und ich weß, wieviele stunden die reißen und ich weiß wie meine mutter aussieht, wenn sie wieder einen "bewohner verloren" hat. Sorry, aber solange die situation in altenheimen sone katastrophe ist und das ist ja leider kein einzelfall, kann ich leider durchaus verstehen, das situationen falsch eingeschätzt werden. was nicht heißt das es sich um schlechtes pflegepersonal handelt.

zu den krankenschwestern/pflegern: ich habe 1,5 jahre meines lebens im krankenhaus verbracht, in meiner meinung nach einer der schlimmsten stationen die es dort gibt und ich habe nicht einen einzigen grund zum klagen gehabt. ich hatte schwestern und pflerger um mich die auch nach dem 5 betteln nach schmerzmittel innerhalb einer stunde noch kamen als ich klingelte und meine launen und stimmungen ertragen haben. und am ende bin ich immernoch dankbar für ihren einsatz, sie haben sicherlich einen( und keinen kleinen) teil dazu beigetragen, das ich noch lebe und gesund bin, obwohl man mir keine großen chancen eingeräumt hat.

Auch heute sehe ich bei meiner ehrenamtlichen tätigkeit immernoch häufig viele viele krankenpfleger/schwestern im einsatz und bewundere diese menschen jedes mal aufs neue. ich bin ehrenamtlich in der kinderonkologie unterwegs und habe auch dabei bisher (und das sind immerhin schon 4 jahre) keine berechtigten klagen gehört bzw. ich selber konnte nie klagen.

bei dem anderen: jap tom, zivilcourage fehlt in deutschland eindeutig. aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich ne gute idee ist, hier in so einem forum einen aufruf zu posten, schreit bitte lieber nach nem ausgebildeten ersthelfer! Da gibt es richtig viele von und die müssen einmal jährlich zur auffrischung dürften also immer auf dem laufenden sein...

nebenbei: ich habe bei meiner letzten schulung gehört, das beatmen soll abgeschafft werden? weißt du warum tom?
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"Autor"  
Nutzer: Leysha29
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geschrieben am: 08.12.2006    um 21:31 Uhr   
Hi triny !! Das iss aber nich ganz so . Die Zeugen Jehovas dürfen schon reanimiert werden und alles , sie dürfen nur keine Bluuttransfusion bekommen. Meine Mom iss nämlich eine und ich kann dir sagen : HORROR ;-)



Lg Ley
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"Autor"  
Nutzer: japetus
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geschrieben am: 09.12.2006    um 09:00 Uhr   
Die betreffende Altenpflegerin hat den Job, für den sie bezahlt wird, nicht gemacht - so sehe ich das. Sie war noch nicht mal in der Lage, Laienreanimation zu leisten, das ist mehr als nur erbärmlich - könnte sie dafür eigentlich belangt werden?

Gruß

Jape
'I went away with nothing left but faith.'
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"Autor"  
Nutzer: TomWelles
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geschrieben am: 10.12.2006    um 00:34 Uhr   
Rebecca, wenn deine Mutter Altenpflegerin ist, dann wurde sie das in einer Zeit, wo man ohne Probleme sich den Job noch ohne Zukunftsangst aussuchen konnte, oder? Mir geht das Genöle von älteren auf den Keks, die sich über ihren Job aufregen. Sorry, die meisten heute haben keine Auswahl mehr.
Desweiteren saßen die netten Pflegedamen zu fünft (!) im Pflegedienstraum und schlürften Kaffee! Die wirkten weder gestresst, noch sonst irgendwas. Und noch was: Wenn sie so unterbesetzt sind dann frage ich mich doch wie es geschafft wurde vom ersten Stock (Speisesaal) jemanden in sein Zimmer ins Erdgeschoss zu schleifen. Nur noch unprofessionell. Das ist alles was ich von Altenpflegern noch mitbekomme.
Und ich persönlich glaube nicht, dass man das Beatmen abschafft, das Gehirn braucht schließlich seinen Sauerstoff. Es gibt aber seit nem Jahr neue Rea-Richtlinien, die besagen, dass man nicht mehr erst beatmet und dann drückt, sondern direkt mit dem Drücken einsteigt und im Anschluss beatmet. Steht aber auch ganz oben.
So, ich muss nun ins Bett, hatte erst Nachtdienst und direkt im Anschluss ein Notfallseelsorge-Seminar. Gute Nacht.
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Nutzer: inna
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geschrieben am: 18.12.2006    um 18:43 Uhr   
Auch Rettungssanitäter können sich extrem blöd anstellen.

So gesehen in Berlin, wo meine Tochter bei einer Sportveranstaltung stürzte (eine Mittänzerin stürzte bei einer Hebefigur mit ihr und auf sie) und danach ihre Beine nur unter Schmerzen (im Lendenwirbelbereich) bewegen konnte.
Die Sanitäter des Notarztwagens nahmen sie bei den Händen und wollten sie auf die Beine ziehen - sie könne die Beine schließlich bewegen - trotz heftiger jämmerlicher Proteste meiner Tochter.
Nur anwesende Übungsleiter und Trainer konnten durch massives Einschreiten verhindern, dass meine Tochter sich aufrichten musste und sie bestanden auf einem Liegendtransport.

Der 1. Lendenwirbel war gebrochen - weiteres Bewegen hätte schlimmste Folgen haben können!

Hier waren die Laien offenbar die Klügeren!

*inna

P.S. Meiner Tochter geht es wieder (verhältnismäßig) gut. Glück im Unglück gehabt.
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geschrieben am: 18.12.2006    um 20:15 Uhr   
Wenns ein Notarztwagen war, war ein Notarzt mit drauf. Wenn, dann ist es letztenendes sein falsches Handeln. Und nochmal: Auf nen Rettungstransport- oder Notarztwagen gehört immer mindestens ein Rettungsassistent. Auch wenn in RTL-Dünnschiss-Reportagen immer noch von zwei Rettungssanitätern die Rede ist. Ist ne Qualifikationsfrage. Geselle oder Meister ist ja auch im Handwerk ein kosten- und qualitätsmäßiger Unterschied.
Natürlich gibt es überall schwarze Schafe, vor allem ältere Kollegen häufiger, da die nötige Nachschulung zwar gemacht worden ist, diese aber häufig nicht angenommen wird. "Früher ging's ja auch so!" *kotzbrech*
Aber: Was war das Thema noch gleich?
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geschrieben am: 21.12.2006    um 04:03 Uhr   
Hachja...

mittlerweile kann man bei einigen Ego- Hengsten in der Notarzt- Branche schon froh sein, wenn bei offensichtlich abgetrenntem Kopf nach VU nicht noch Maximaltherapie betrieben wird. Nach dem Motto "Intubieren da vorne, Drücken gleich hier".

Zu meiner Rettungszeit haben wir Nicht- Studierten gesammelt den RTW verlassen, wenn irgend so ein Penner (Notarzt) mal wieder überheblich wichtig war. Natürlich nur bei nicht lebensnotwendigen Einsätzen, aber Wirkung zeigte sowas immer.

In allen medizinischen Bereichen finden sich irgendwelche hilflosen Kamele. (Alten-)Pflege, Medizin, Rettungsdienst.

Gerne genommen auch die Drehtür- Patienten, die zum 12846mal per NA in die Klinik kommen, obwohl bekanntermaßen 'ne Verfügung vorliegt, die Intensivtherapie, invasive Beatmung, Reanimation ausschliesst. Entweder weil wieder irgendeine Bongobirne (Pfl./Sr. Altenheim, amb. Pflegedienst) von der tausend Jahre bekannten Luftnot des Patienten erschreckt wurde, oder weil 'n Hausarzt meint, man könne doch sicher im stationären Bereich noch was an der Therapie optimieren.

Sterben ist heutzutage eh out. Bei Hochbetagten noch 'ne Hüfte/Schrittmacher einzubauen, oder bei Halbtoten noch 'nen Tumor aus. Nichts ist unmöglich. Hauptsache noch 120 Jahre alt werden. Mit was für einer Lebensqualität ist dabei egal.

Nachdenken hat noch keinem geschadet, sofern die dafür benötigte Masse vorhanden ist.

SpY
  TopZuletzt geändert am: 21.12.2006 um 04:06 Uhr von NetSpy