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geschrieben am: 20.12.2001 um 13:25 Uhr
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Heute machen wir einen kleinen Abstecher nach Island ...
ISLAND ... Gleðileg Jól!
Die Isländer feierten zwar im Jahr 2000 das 1000-jährige Jubiläum der Christianisierung, im Grunde ist es aber nur ein Teilerfolg, der hier zelebriert wird. Das historische Geschehnis hatte sich recht atypisch vollzogen - friedlich und in einer Art Kompromiss: Offiziell trat man zum Christentum über, privat blieb es aber gestattet, der alten Mythologie weiterhin nachzuhängen. Obwohl das Christentum (96% christlich, die meisten evangelisch) nominell die dominierende Religion ist, so sind doch noch weit mehr als nur Reste des Asatru vorhanden.
Asatru, Elfen und Kobolde
Asatru, der Glaube an die nordische Mythologie mit den Göttern Odin und Thor an der Spitze, ist in Island durchaus noch präsent.
Es ist auch kein Wunder, die wild-romantische Landschaft Islands (insbesondere im kaum bewohnten Landesinneren) mit den Sümpfen und Geysiren lässt natürlich sehr viel Spielraum für mythologische Wesen wie Elfen, Trolle und Kobolde, was die Geschichten, Legenden und Traditionen am Leben erhält. Dementsprechend ist auch der Advent durch den Jólesveinn (12. bis 24. Dezember) zumindest ebenso stark geprägt, wie durch die christlichen Auffassungen und diese 13 Tage stehen auch im Zentrum weihnachtlichen Brauchtums.
Jólesveinn
Die Legende der Jólesveinar und das darauf bezogene Brauchtum könnte man als eine Art Mischung zwischen Krampus/Nikolaus (5./6. Dezember) und Adventskalender bezeichnen.
Jólesveinar heißt übersetzt soviel wie Weihnachtskerle. Es gibt deren 13, alle Söhne von Grýla und Leppalúði, einem Riesen-Ehepaar, dessen Existenz im 13. Jhdt. begründet wurde. Da Leppalúði bettlägrig war, musste seine Gattin Grýla auf Nahrungsbeschaffung gehen, was u.a dadurch geschah, dass sie unartige Kinder fing. Klar, dass die Legende durch Jahrhunderte hindurch erfolgreich als Erziehungsfaktor beim unartigen Nachwuchs eingesetzt wurde.
Erheblich entschärft wurde dieser Schrecken der Kinder im Laufe der Jahre. Die weniger schrecklichen Jólesveinar (eine Art Weihnachts-Kobolde) übernahmen das Kommando.
Die Kobolde haben ihre Auftritte zwischen 12. und 24. Dezember, jeden Tag ein anderer und ihre Aufgabe besteht darin, Kindern ein Zeugnis für deren Verhalten abzugeben, indem sie etwas in deren Schuhen auf dem Fenstersims hinterlassen: Süssigkeiten und kleine Geschenke für die braven, Kartoffeln oder Übleres für die unartigen.
Jólaköttur - Die Weihnachtskatze
Nach einer Legende waren nicht nur unartige Kinder zu Weihnachten von Strafe bedroht, sondern auch alle faulen Leute. Als faul galt jemand, der die Regel durchbrach, dass sämtlich im Herbst gewonnene Wolle bis Jól aufgearbeitet sein musste. Wer dabei eifrig mitgeholfen hatte, wurde mit Kleidung entlohnt. Jedermann, der im abgelaufenen Jahr kein neues Kleidungsstück hinzugewonnen hatte, musste nun fürchten, Jólaköttur, einer gigantischen, blutrünstigen Katze, die keine Mäuse sondern Menschen jagt, zum Opfer zu fallen. Insbesondere die Armen in der Bevölkerung, deren einzige Chance auf neue Kleidung in harter Arbeit bestand, wurden mit der Erinnerung an Jólaköttur zu mehr Eifer angespornt.
Laufabrauð
Das Laubbrot, welches auf keiner Festtagstafel fehlt, ist weniger als Speise zu sehen, denn als Ausübung einer Tradition. Die kunstvollen Muster sind innerhalb jeder Familie von Generation zu Generation weitergegeben worden und haben beinahe den Stellenwert eines Familienwappens.
Das Rezept ist sehr einfach:
1 kg Mehl, 1 Löffel Salz und 1/4 Löffel Backpulver (bzw. Hirschhornsalz) werden vermischt und mit einem 3/4 l kochender Milch übergossen. Der Teig wird massiv geknetet, in eine Rolle geformt und in Stücke geschnitten. Diese Stücke werden sehr dünn ausgewalkt, entsprechend verziert und in Fett bei großer Hitze rasch gebraten.
Wünsche allen einen romantischen Tag ...
 Geändert am 20.12.2001 um 13:27 Uhr von Aoifa Geändert am 20.12.2001 um 13:33 Uhr von Aoifa Geändert am 20.12.2001 um 13:36 Uhr von Aoifa Geändert am 20.12.2001 um 13:39 Uhr von Aoifa |
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