|
|
|
geschrieben am: 26.05.2002 um 14:58 Uhr
|
|
Ein herzliches Hallo an all die Diskutierenden...
(Anm: Ich habe noch kein Posting gelesen, um meine wirklich eigene Meinung abzugeben, nicht beschweren, falls etwas doppelt vorkommt.)
Was ist ein guter Spieler ist eine sehr gute Frage, aber das wird selbstverständlich von jedem höchst persönlich empfunden und bewertet. Einige mögen kurze Sätze, die viel Freiraum für eigene Fantasie lassen, andere wollen jede Falte und jedes Blatt eines Baumes beschrieben haben (sehr extrem gesagt).
Ein guter Spieler ist in meinen Augen:
Jemand, der sich auszudrücken weiß und einen Gedankengang, einen Ort, seinen Charakter vom Aussehen her länger als einen halben Satz lang führen kann. Vielleicht mag das was ich sage nun einigen gegen den Strich gehen, aber was ich nicht unter gutem RPG und einem guten Spieler verstehe, sind Leute, die sich zu kurz fassen.
Bsp:
Spieler: sitzt am feuer
Spieler: steht auf
Spieler: geht in den wald und jagt
Spieler: brät das tier am feuer
Da fehlt für mich etwas, das ist mir zu nüchtern. Man könnte noch sagen, dass er sich vorsichtig auf die Pirsch begibt, sachte einen Schritt vor den anderen setzt, um das Wild nicht aufzuschrecken etc. etc.
Gewiss ist dies nicht das Maß aller Dinge. Manchmal ist es auch vonnöten kurze, präzise Sätze zu schreiben, sei es nun im Kampf oder einer inplay Diskussion. So gern ich auch beschreiben wollte, wie sich die Stimme hebt und senkt, welche Gestiken er dabei macht, sowas stört dann in der Tat den Spielfluss.
Woanders ist Genauigkeit oder zumindest Detailfreudigkeit, meiner Meinung nach, dringend notwendig, um eine geeignete Atmosphäre zu schaffen. Dies wäre zum einen das Aussehen des Charakterts und das der Szenerie, in der man sich befindet.
Es kommt weitaus mehr Stimmung in das Spiel, wenn man genauestens über jede Regung im Gesicht des anderen, das Kratzen, das nervöse Spielen der Hände informiert wird oder aber auch über das Rauschen der Blätter im Wind oder dass der Mond sich im gekräuselten Wasser wiederspiegelt.
Ein guter Spieler ist:
Jemand, der fair spielt. Fairness gibt es in vielerlei Hinsicht. Fair finde ich, jede Aktion, die den gegenüber grundlegen verändern würde, zuvor offplay zu besprechen. Dies gilt etwa für tiefe seelische Schäden, sehr schwere Verletzungen, ein bedeutungsvoller Kampf oder aber auch der endgültige Tod eines Charakters.
Fair finde ich auch starke Charaktere. Durchaus gibt es mächtige Charaktere, dennoch gefallen mir die meisten nicht, denn ist es hier im Walde zumeist so, dass sie auch von dieser unsagbaren Macht gebrauch machen. Ich selbst stelle es mir eher so vor, dass 'mächtige' Wesen, wie z.B. Magier, große Krieger und dergleichen nicht unbedingt auf die Lichtung gehen und sagen: 'Hahaha!!! Ich bin der tollste, mich kann niemand umbringen, bin eh der stärkste', sondern eher, dass sie mit wachsender Macht (ich setzte hier Macht mit Erfahrung gleich...
Denn wer ist zur Geburt schon derart mächtig?) zu lernen, die Wesen in ihrem Handeln zu verstehen und weise werden. Nichts spricht gegen einen intelligenten Bösewicht, wer so vernarrt darin ist, etwas bösartiges darzustellen.
Was die Machtausübung und Machtgebung eines Charakters auch noch legitimiert ist in meinen Augen eine gute Hintergrundgeschichte. Desto besser die Geschichte, desto glaubwürdiger der Charakter, desto toleranter die Mitspieler. Das heißt jedoch nicht, dass ich es ok finde, wenn jemand eine was-weiß-ich-nicht-wie-lange Geschichte geschrieben hat, sie auch gut zu lesen ist und halbwegs anspruchsvoll und deswegen meint, er könne seinem Charakter ein Podest verleihen, wo drauf steht 'Gott'.
Ein guter Rollenspieler ist:
Jemand, der absichtlich Fehler in seinen Charakter baut. Ich finde es äußerst langweilig, einem perfekten Charakter gegenüberzustehen. Meinetwegen, das Aussehen kann makellos sein, wir sind hier schließlich in einer Fantasywelt, aber muss es denn immer gleich ein Paradebeispiel sein? Eine wunderschöne Lady, zudem noch reich, wohlhabend, immer freundlich und kontrolliert, sanft zur Umgebung, verständnisvoll. Aber wieso kann sie denn nicht auch eine Marotte haben? Einen kleinen Haken? Warum nicht mal von zuhause weggelaufen (ich weiß, ist ein alter Hut, aber immernoch eine gute Möglichkeit) oder gar von einem Dämonen befallen, der sie nur wie eine Marionette benutzt, damit sie mit den Feinden des Dämons Freundschaft schließt, um das dann auszukosten?
(Edit #1 & #2: Kursiv und Fett richtig gestellt) Geändert am 26.05.2002 um 15:01 Uhr von Rowan Geändert am 27.05.2002 um 13:58 Uhr von Rowan |
|
|
|
|