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geschrieben am: 13.01.2003 um 20:34 Uhr
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Liebe Leser und Schreiber in diesem Thread,
es ist an der Zeit, einen Abschluß zu finden und auszuwerten, was uns auf der Reise durch diese Diskussion begegnet.
Ich möchte mich sehr knapp halten: in Abstimmung mit der Moderation, für deren Ausdauer ich mich sehr bedanken möchte, wird dieses Thema abgeschlossen, nicht um Euch die Möglichkeit zu nehmen, nachfolgend eure Meinung kundzutun, obwohl wir das damit sicherlich tun. Es ist jedoch nötig, daß ein jeder von euch Bilanz zieht und auswertet, wie er nun in Zukunft handeln wird und will.
Zuerst einmal muß ich sagen, daß das Ergebnis dieser Diskussion sehr vielschichtig ist, was es schwer macht, eine rein positive Linie zu zeichnen. Trotzdem möchte ich betonen, trotz aller Kritik sehr viel Gutes finden zu können. Ich sehe Menschen, die das Thema nicht nachvollziehen können, sich aber bemühen, Fragen stellen und sich auseinandersetzen.
Ich sehe Menschen, die vor der Komplexität der Auswirkungen solch eindringlich geführter Worte wie der meinen warnen, und ich bin sehr froh, daß es damit mir erspart worden ist, euch vor mir selbst zu warnen. Es geht nicht darum, wie ich etwas gemeint habe, nicht für Euch. Es geht für euch darum, wie ihr versteht, was ich schrieb. Meine Bitte ist nach wie vor die, daß ihr aufrecht prüft und hinterfragt, für Euch urteilt und abwägt, denn im Endeffekt seid Ihr diejenigen, die eure Meinungen rechtfertigen müßt, wenn der Blickpunkt darauf fällt.
Letztmals möchte ich auch direkt auf eine an mich gestellte Frage antworten: Ja, ich war mir dessen vollauf bewußt, wie sehr ich mißinterpretiert werden kann. Es liegt aber an euch, was von meinen Worten ihr verinnerlicht. Ja, es war und ist mir bewußt, und es ist mir nicht leicht gefallen, trotz dessen die Stimme zu erheben. Bedenkt aber, wie sehr ihr selbst mißverstanden worden seid. Wenn schon ihr selbst nicht in der Lage seid, euch so auszudrücken, daß ihr rein sachlich interpretiert werdet, wie könnte ich mir diesen Anspruch auf die Flagge schreiben, ohne mich selbst der Heuchelei anheim zu geben? Des weiteren muß ich euch auch mitteilen, warum ich mich entschied, so eindringliche Worte zu veröffentlichen. Meine Absichten waren und sind stets aufrecht, und ich prüfe genau, welchen Preis es mich kostet. Ich handle selten, so ich absehen kann, daß ich nicht für alle Auswirkungen die Konsequenzen und die Verantwortung tragen kann. An dieser Stelle mußte ich mich überwinden, denn: allein die Tatsache, daß aus etwas Gutem in Zukunft etwas Schlechtes erwachsen könnte, ist keine Rechtfertigung dafür, das Gute nie zu tun.
Darum möchte ich die Frage, die ursprünglich an mich gestellt war, an den Steller sowie an alle anderen zurück- und weiter reichen. War es euch bewußt, wie sehr ihr falsch verstanden werden könntet? War es euch bewußt, auf welche Weise ihr jene berührt, welche ihr in euren Worten ansprecht?
Ich bitte euch, im Stillen und in Ruhe für euch einen Abschluß zu finden, euch mit euren eigenen Fehlern zu vertragen – Fehler, die sich nun hauptsächlich darauf beziehen, daß man sie als persönliche Angriffe wertete, obwohl genau das vermieden werden sollte. Ich bitte euch, weiterhin achtsam zu sein und zu hinterfragen, aufrecht zu prüfen und nur das für euch anzunehmen, was ihr auf diese Weise behandelt habt. Ich bitte euch, nicht vorschnell zu urteilen und die Fehler, die ihr an anderen seht, auch an euch zu suchen. Natürlich darf man Verfehlungen kritisieren, doch sollte man die Größe besitzen einzuräumen, daß man selbst vielleicht demselben Fehler unterliegt, den man nur nicht sah, weil man andere anstatt sich selbst betrachtet.
Ich danke euch allen für die rege Anteilnahme, und kann somit ein zuversichtliches Ergebnis ziehen: was ich erreichen wollte, habe ich erreicht – ich sehe auch viele, die einen inneren Konflikt oder eine Schwäche überwanden, um klare Meinung zu beziehen. Ich sehe Menschen, die sich mit etwas auseinandersetzen, was sonst vielleicht an ihnen vorüber gezogen wäre. Und ich sehe Menschen, die sich um das rechte Maß im Umgang miteinander bemühen, selbst wenn es natürlich noch nicht immer gelingen will – dazu sind wir Menschen.
Zuletzt möchte ich euch nahelegen, eure Selbständigkeit zu erhalten, welche für ein angemessenes, faires Urteil gegenüber allem, was euch begegnet, notwendig ist.
Engelsfall/Höllenstern
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