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geschrieben am: 12.07.2003 um 15:45 Uhr
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Es gibt Momente im Leben, da fragt man sich die seltsamsten Dinge - zum Beispiel, warum der Boden so wackelt. "Er kommt durch!", vermittelte Schwarzeisen. Nun hatten weder er noch eine Trägerin die Zeit, sich mit der Anatomie eines dämonisch beschwörten Sandwurms zu befassen - und nebenher bemerkt auch keine Möglichkeit zur Flucht mehr, denn alles, was da blieb, liefe darauf hinaus, von dem auseinanderbrechenden Felsen wieder auf den Boden zu geraten, wo man ein wesentlich leichteres Opfer war oder vielleicht sogar von den herabstürzenden Trümmern begraben wurde. Dafür, daß Ira sich noch gar nicht entschieden hatte, wofür und auf wessen Seite sie kämpfte, war sie ganz schön in Schwierigkeiten.
"Wie ist der Plan?", hakte Schwarzeisen nach, als Ira der Erschütterungen wegen auf ein Knie sank und sich vornüber gebeugt mit beiden Händen auf dem schwankenden Untergrund festigte. Dieses Geräusch... das hörte sich so richtig eklig an. So als ob das Vieh Bauchschmerzen hatte, noch bevor es sie überhaupt erwischte.... Bauchschmerzen...
Und dann machte etwas hörbar Klick.
"Wir lassen uns verschlucken",entschied sie, wobei gar nicht so feststand, ob sie überhaupt eine andere Wahl hatten. "Mahlzeit", kommentierte Schwarzeisen, der sich wesentlich appetitlicheres aber auch nicht vorstellen konnte, denn er ernährte sich nicht. Natürlich verstand er, was sie meinte. Wenn man einmal mit Ira von Höllenhunden verfolgt worden ist, dann weiß man, worauf sie da hinauswill.
Nun war es so, daß Schwarzeisen wesentlich mehr als ein schlichter Schatten war, denn er war Iras Leibgarde, und ihr Tor dorthin, wo sie wirklich hingehörte. Er war ein Teil, das zu einem wesentlich größeren Reich elementarer, atembarer, wie fast flüssiger Finsternis gehörte, in welchem Ira viele Jahr(hundert)e geruht hatte, die Helligkeit im Dunkeln. Darum nannte man sie auch Höllenstern... oder den Stern in der Hölle, aber das war ein wenig ungewiß, es konnte mehreres bedeuten. Schwarzeisen konnte jederzeit und von jedem Ort aus den Rückzug in dieses Reich - das auf keiner Karte lag, nebenher, weil es eher den Gedanken entsprang - antreten und Ira mitnehmen, aber niemand anderen als sie. Sie dagegen hatte schon andere Geschöpfe dorthin gebracht, wenn es notwendig war, aber er war auf sie geeicht, so hatte sein Herr ihn gemacht.
Genau genommen war daher der Gedankengang gar nicht so dumm, den Ira hatte. Wenn Schwarzeisen mit ihr in dem Vieh steckte, dann war die Strecke, die er sie durch die Finsternis in die normale Welt versetzen konnte, nicht so groß dimensioniert: weil die Widerstände größer waren. Aber immerhin mußten die Gegner dann glauben, daß Ira aus dem Weg geräumt war. Oder er schlitzte das Vieh einfach von innen heraus auf - wobei das sicherlich nicht in Iras Art lag, sie tötete nicht, und dann wußte man, daß sie noch nicht vernichtet worden waren.
Und dann hatte er gerade noch Zeit, um sie einzuhüllen, bevor der Wurm sie verschluckte. Es hatte etwas von früher... sie, zusammengekauert wie ein Embryo, der schimmernde Stern, schützend umhüllt von besitzergreifender Dunkelheit. Schwarzeisen schützte sie vor den reißenden Zähnen und vor der sicherlich sehr aggressiven Magensäure. Und für diesen Moment gab es nur ein Problem - Ira konnte nicht atmen.
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