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Nutzer: Senso
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geschrieben am: 18.09.2005    um 07:57 Uhr   

Chaser, die Zitate, die Du anführst, stammen nur teilweise von mir, also, worauf soll ich nun Stellung nehmen? Im übrigen habe ich keine Parteien "in Schutz genommen", sondern mich lediglich zur Linkspartei.PDS bzw WASG geäußert.

Und wenn Du Lafontaine für einen ernstzunehmenden Politiker hältst, ist das Deine Sache. Da brauche ich nicht "sachlich gegenargumentieren"... daß Du mir "nicht folgen konntest", ist mir nicht entgangen...

@ Unhold: Mit Deiner Kritik am Verhalten vieler Großkonzerne hast Du völlig recht, aber das ist ja nun kein Grund, PDS zu wählen, die vermutlich am wenigsten in der Lage sein dürfte, diesbezüglich etwas zu verändern.
Ich will nicht behaupten, daß die Grünen oder die FDP einen Konzeptwahlkampf führen, aber dafür haben beide wenigstens ein Programm, das den Namen verdient; anders als die neuen alten SED-Kollegen.

Ich schlage vor, wir machen nun jeder zwei Kreuze und hoffen das Beste... :-) Ich persönlich glaube nicht, daß ich mit dem Wahlergebnis glücklich sein werde, denn anders, als mir etwa Starchaser unterstellt, bin ich keineswegs Verfechter einer bestimmten, realistischen Koalition.

Wie heißt es so schön: Demokratie heißt, daß alle bekommen, was die Mehrheit verdient...

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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 18.09.2005    um 14:54 Uhr   
Noch nen Spruch zum tage:
Nur die dümmsten kälber wählen ihre schlächter selber gg
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 21.09.2005    um 03:16 Uhr   
@senso

dann erklär mir, wie folgende aussage zu deinen thesen paßt - oder am besten, du widerlegst sie ..

(zitat)ein gutes beispiel, die leistungsfähigkeit eines politikers zu messen, ist die betrachtung der von ihm hochgewirtschafteten beziehungsweise heruntergewirtschafteten haushalte. also betrachten wir die verschuldung (ausgaben) auf der einen seite und das wirtschaftliche wachstum auf der anderen (einnahmen).

wenn ein staat keine schulden hat, dann kann er 100 prozent der einnahmen für seinen erhalt und die zukunft der bürger ausgeben. von jährlich 250 milliarden einnahmen gibt deutschland 60 milliarden für tilgung von schulden aus, tendenz steigend.

der physiker oskar lafontaine erweist sich als gewinner im vergleich. er war ministerpräsident im saarland von 1985 bis 1995.
in dieser zeit erhöhen sich die schulden brandenburgs von fünf milliarden auf 9 milliarden. die mittlere jährliche steigerungsrate der verschuldung betrug 3,4 prozent. 1994 bis 1998 hat er schulden abgebaut.(/zitat)

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Nutzer: Senso
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geschrieben am: 26.09.2005    um 07:54 Uhr   
Diese "Aussage" steht in keinem Widerspruch zu "meinen Thesen", wie Du sie nennst. Woher hast Du denn Deine tolle Aussage überhaupt, die Du wie ein Mantra vor Dir herschiebst? Du glaubst doch selber nicht, daß die heutige PDS die Partei des Schuldenabbaus wäre, oder? :-)

Lafontaine war, als er noch Regierungsverantwortung hatte, keineswegs der PDS-Held, als den er sich heute gerne gibt. Forderungen wie "Arbeitszeitverkürzung ohne vollen Lohnausgleich" u.a. waren ihm damals (1988) nicht fremd. Er war dagegen, daß Ost- und Westdeutsche die gleiche Staatsbürgerschaft bekommen sollen (1989). Auch hat er (zu Recht, nebenbei) die Transferzahlungen in den Osten kritisiert (1991).

Das kannst Du übrigens auf den Seiten des Deutschen Historischen Museums nachlesen. Eine noch seriösere Quelle habe ich gerade nicht finden können :-)
Link


Über Sein und Schein berichtet auch die World Socialist Web Site:

(zitat)
Er galt als letzter führender Sozialdemokrat in Europa, der einer Politik des sozialen Ausgleichs das Wort redete. Dabei war er nur in einem sehr beschränkten Sinn ein "Linker" und mit Sicherheit kein Sozialist. Er war ein bürgerlicher Politiker, der - wie alle Sozialdemokraten - die Verteidigung der bestehenden Gesellschaftsordnung im Auge hatte. Oft stand er deshalb auch am rechten Flügel der Partei; so als er im Saarland das restriktivste Pressegesetz der Bundesrepublik einführte, um Kritik an seiner Regierung zu unterbinden.

Selbst der von ihm vertretene Wirtschaftskurs war nicht besonders links. Im Vergleich zur Finanzpolitik der Regierung Brandt, Schmidt oder selbst Kohl in den ersten Jahren ihrer Amtszeit nimmt sich jene Oskar Lafontaines eher konservativ aus. Er hat die im Rahmen von Maastricht gesteckten Ziele nie in Frage gestellt und in seinem ersten Haushaltsentwurf den Sparkurs seines konservativen Vorgängers systematisch weiterverfolgt.
(/zitat)
Link

Über den Populisten Lafontaine schreibt die seriöse ZEIT:

(zitat)
Sein aktuelles Buch Politik für alle, eine Art Manifest für die neue Linksbewegung, ist ein regelrechter Bauchladen der multiplen Ressentiments.

...

Antiamerikanismus, Israel-Obsession, Gemeinschaftsideologie, Geschimpfe gegen gierige »Eliten« – alles inklusive im Angebot des Spitzenkandidaten. Lafontaines Projekt 8 Prozent hat erstaunliche Ähnlichkeiten mit Möllemanns Projekt 18. Anders als Möllemann, dessen Hetzkampagnen und Krawallaktionen die Partei vor eine Zerreißprobe stellten, kann Lafontaine ungeniert und ohne Bremse agieren. Er hat den strategischen Vorteil, dass sein Haufen aus Sozialnostalgikern und Sektierern nicht zuletzt durch Ressentiments zusammengehalten wird – sei es gegen die SPD, sei es gleich gegen das ganze »System«. Und sein Kurs passt auch zur PDS, die im Osten seit jeher linke Gerechtigkeits- und rechte Gemeinschaftsrhetorik flüssig miteinander kombiniert.

...

Oskar Lafontaine hat verstanden, dass der Populismus in Deutschland aus historischen Gründen nur Chancen hat, wenn er sich einen linken Anstrich gibt und doch hemmungslos das ganze Spektrum extremistischer Ansichten bedient.
(/zitat)
Link

Sehr lesenswert, mit vielen schönen Oskar-Zitaten.
Geändert am 26.09.2005 um 07:55 Uhr von Senso
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Nutzer: Senso
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geschrieben am: 26.09.2005    um 08:01 Uhr   
Ich kann es mir jetzt doch nicht verkneifen...
chaser!! Das hier:
(zitat)
ein gutes beispiel, die leistungsfähigkeit eines politikers zu messen, ist die betrachtung der von ihm hochgewirtschafteten beziehungsweise heruntergewirtschafteten haushalte. also betrachten wir die verschuldung (ausgaben) auf der einen seite und das wirtschaftliche wachstum auf der anderen (einnahmen).
(/zitat)
...ist völliger Schwachsinn! :-)

1.) Die "Leistungsfähigkeit" eines Politikers, was soll das sein? Aber vor allem:

2.) Wirtschaftliches Wachstum und Verschuldung haben nichts - aber auch wirklich gar nichts! - miteinander zu tun. gg Und auch nix mit "Einnahmen" und "Ausgaben".

Das ist so, wie wenn ein Arzt die Arterie mit der Leber vewechselt.

Sorry Chaser, aber Du solltest Dir bessere Informationsquellen suchen.

Für die Prüfung Deines weiteren Zitats ist mir ehrlich gesagt die Zeit zu schade. Ich gehe davon aus, daß es stimmt, denn meine Kritik an Lafontaines populistischem Opportunismus wird doch dadurch nicht geschwächt, sondern sogar bestätigt.

Geändert am 26.09.2005 um 08:10 Uhr von Senso

Geändert am 26.09.2005 um 08:16 Uhr von Senso
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geschrieben am: 26.09.2005    um 14:34 Uhr   
So so, also hat O.Lafontaine nicht die Arbeitszeitverkürzung bei VOLLEM Lohnausgleich gefordert!!!!
Stimmt, weil er damals schon erkannt hatte, das diese unsinnige Forderung nicht sinnvoll und Volkswirtschaftlich indiskutabel war.
Wer würde denn heute noch ernsthaft den vollen Lohnausgleich bei gleichzeitiger verkürzung der Arbeitszeit in seine Überlegungen einbeziehen???? Niemand!!

ACHTUNG: Die Betonung liegt hier ganz eindeutig auf "VOLLEN".....


So so, Lafontaine wollte die Weststaatsbürgerschaft für die DDR-Bürger nicht !!!
Mein lieber Senso, werde mal sachlich und gib die Standpunkte richtig wieder!!! Wie du und auch jeder andere nachlesen kann sprach sich Herr Lafontaine nicht grundsätzlich (wie du es gerne suggerieren möchtest) gegen die Vereinigung von BRD und DDR aus. Er warnte nur vor den immensen Schwierigkeiten und Kosten einer ÜBERSTÜRTZTEN Vereinigung!!!
Auch räumte er die Möglichkeit ein, dass ein neu zu formierender Staat Deutschland möglicherweise auch Elemente der Ex-DDR übernehmen könnte. Es zeigt sich ja nun nach 15 Jahren wie recht er gerade auf diesem Gebiet hatte.
Wenn die Vereinigung (besser wohl Übernahme) der beiden deutschen Staaten nicht so "mit der heissen Nadel gestrickt" übereilt und unausgegoren vollzogen worden wäre, wären uns sicher etliche Probleme der Gegenwart und der Zukunft (Stichwort Rentensicherheit)erspart worden.

Weiteres: So so, Wirtschaftswachstum und Staatsfinanzen sind also vollkommen entkoppelt.
Ah ja, wenn uns diese Weisheit eines Wirtschaftswissenschaften studierenden so unbeleckt jeglichen Wissens um die Ohren geknallt wird,da kann einem ja Angst und Bange werden.
Wo um alles in der Welt hast du denn diese Absurdität aufgegabelt???
Oder anders gefragt -du siehst ich nehm dich immer noch ernst- wovon hängen denn deiner Meinung nach die Staatsfinanzen ab???
Nicht von den durch Wirtschaftstätigkeit abhängigen(Steuer-)Einnahmen????
Ach ja, dann sind also Generationen von Wirtschaftspolitikern und Wirtschaftslehrenden in die falsche Richtung gerannt und waren ahnungslos?? Interessanter Gedanke!!
Wenn es denn diesen Threat sprengen würde, so wäre ich doch interessiert von dir zu erfahren, wovon denn die Staatsfinanzierung abhängt(vielleicht in einem neuen-eigenen Threat) ??? Hoffentlich nicht nur von der Ziehung der lottozahlen??g
Freundlich grüsst
DerUnhold



Geändert am 26.09.2005 um 14:36 Uhr von DerUnhold
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geschrieben am: 26.09.2005    um 14:40 Uhr   
Noch nen Nachtrag: Wie hiess noch gleich der, oder einer der Herausgeber der Zeit????? Helmut Schmidt????? noch Fragen zu dem Artikel???
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geschrieben am: 26.09.2005    um 16:52 Uhr   

Chaser behauptete, zumindest im Zitat, daß das Wirtschaftswachstum die Einnahmen darstellt und Schulden die Ausgaben. Das ist Unsinn, wie gesagt.

Das Wirtschaftswachstum kann ja durchaus 0 EUR betragen, aber deswegen sind die Steuereinnahmen noch lange nicht 0. Sonst wäre Deutschland mittlerweile ein Entwicklungsland.

Wirtschaftswachstum und Staatsfinanzen sind also voneinander entkoppelt, ganz genau. Ich könnte Dir jetzt gönnerhaft entgegenkommen und einräumen, daß die Aufrechterhaltung der Staatstätigkeit bei nominal gleichbleibendem BIP wegen der Inflation usw schwer fällt und die Staatsfinanzen dann drunter leiden könnten, aber rein logisch hat das trotzdem nichts miteinander zu tun:

Schulden entstehen, wenn ein Staat mehr ausgibt, als er einnimmt, aber Ausgaben hat ein Staat auch, wenn er keine Schulden hat oder macht, einverstanden?

Warum argumentiere ich eigentlich mit Euch?

Von mir hättet Ihr immer gerne, daß ich genauestens auf Eure "Beiträge" eingehe... umgekehrt scheint das nicht zu gelten. Sehr interessant.
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geschrieben am: 26.09.2005    um 17:08 Uhr   
(zitat)
Noch nen Nachtrag: Wie hiess noch gleich der, oder einer der Herausgeber der Zeit????? Helmut Schmidt????? noch Fragen zu dem Artikel???(/zitat)
Mach Dich nicht lächerlich.
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 26.09.2005    um 17:26 Uhr   
Du hast sicherlich recht, wenn du sagst,dass ein Staat auch andere Kosten/ausgaben hat als nur den Schuldendienst, aber unrecht, wenn du behauptest Wirtschaftswachstum und Steuereinnahmen/Staatsfinanzen wären entkoppelt.
Da sich durch Zinsen die Verschuldung(respektive der für Schuldendienst benötigte Teil des Staatshaushaltes)ständig vergrössert ist ein Wachstum der Einnahmen zwingende Voraussetzung für eine Gesundung der Staatsfinanzen.
Ich hoffe du stimmst mir in diesem Punkt zu ?
Diese staatliche Einnahmensteigerung ist aber schlicht ohne Wachstum (des BIP) nicht denkbar.
Dieses Grundprinzip ist durch welche Massnahme auch immer (Einsparungen,Steuererhöhungen,veränderung des Steuermodells etc.) nicht zu durchbrechen,es sei denn der Staat würde seinen Bankrott erklären und seine Schulden nicht mehr tilgen bzw.zurückzahlen.
D'accord????
Ergo: Bei gleichbleibendem BIP kann der Staat seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen oder er muss Leistungen in erheblichem Mass einstellen!!
Also nix da mit entkoppelt sondern im Gegensatz : untrennbar voneinander abhängig!
Bleibt also nur die Frage des Wie??
Wie erreichen wir ein Wachsen der Staatseinnahmen?
Wie kann ein Wachstum der Wirtschaft -und damit des Steueraufkommens- sichergestellt werden??
Darum gehts doch und darum, dass Linke/PDS dazu ein in Teilen anderes Konzept vorlegen,dass zum Ziel hat vorrangig die Inlandsnachfrage zu stärken und eine höhere Steuergerechtigkeit zu erreichen.
Bis hierher kann sogar manch CDU/FDP/CSU Anhänger mitgehen.
Immerhin ist es doch interessant, dass z.B. der Spitzensteuersatz selbst von den Linken nicht wieder auf das unter H.Kohl geltende Mass angehoben werden soll!!
Über dieses Modell liesse sich trefflich streiten, aber nicht über die These die Linke/PDS hätte gar kein Angebot/keine Idee auf diesem Gebiet.
DerUnhold

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 28.09.2005    um 02:36 Uhr   
senso, so kommen wir nicht weiter. würdest bitte mal erklären was du unter neoliberal verstehst ?

(zitat)mich würde mal interessieren, was senso so aus dem begriff neoliberal rausfühlt, den so viele benutzen (/zitat)

und wenn du schon der meinung bist, meine rankings seien vom grundgedanken her völlig verfehlt und absurd, - dann stell uns bitte ein besseres modell vor, - auf die powerpointschau verzichten wir diesmal :
welche zahlen und ihre zusammenhänge geben deines erachtens auskunft über die leistungsfähigkeit eines politikers und machen aussagen darüber, daß er die ihm übermittelte macht zugunsten seiner wähler ausübte und ihnen nicht schadete ?
bin ja trotz des kalks noch lernfähig .. ;-)
"Demokratie heißt, daß alle bekommen, was die Mehrheit verdient..." .. mag zwar in der rückblende immer eine nette entschuldigung sein, um andere auf sich selbst zurückzuwerfen, doch sagt auch dies im grunde genommen nix aus, - höchstens "ich habs ja immer schon gewußt .."

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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 30.09.2005    um 21:36 Uhr   
Ich habe heute im "Tagesspiegel" einen Artikel von Alexander Gauland (Staatssekretär a.D.,ehem. Leiter der hessischen Staatskanzlei unter W.Wallman CDU,Herausgeber der Märkischen Allgemeinen, also wohl kaum im Verdacht mit der PDS zu sympathisieren)gefunden.
Unter dem Titel "Glanz und Elend der Intellektuellen"
beschäftigt sich der Autor mit der Sprachlosigkeit der Intellektuellen angesichts der momentanen Systemkrise.
Er schreibt dort u.a.
ZITAT: Dass die Bundesrepublik eine ihrer schwersten Krisen durchmacht,ist nicht nur die Erfindung von Hundt,Sinn und Miegel.Auch weniger katastrophisch veranlagte Beobachter räumen ein,dass die Schwierigkeiten von damals....(er meint hier 1968)..harmlos waren gegenüber der Globalisierungs-wie der Demographiekrise von heute.
Doch merkwürdig: Während Vietnamkrieg,Ölkrise und der schon 20 Jahre zuvor besiegte Nationalsozialismus intellektuelle Höchstleistungen produzierten,bleibt das Feld,auf dem fünf Millionen Arbeitslose gedeihen,analytisch unfruchtbar.
Keine revolutionäre Theorie macht ihnen Mut, keine gesellschaftspolitische Alternative beunruhigt den neoliberalen Mainstream. Fast widerstandslos hat sich eine Sichtweise durchgesetzt,die allein im Sparen und Lohnsenken das Heil des deformierten Arbeitsmarktes sieht.
Was geschehen muss, mag im Detail zwischen FDP,CDU und SPD schwanken,die Richtung ist nirgends umstritten,allenfalls die Stärke der Zumutungen. ...........
.....................Es ist als ob Marx und das revolutionäre Pazhos so wenig existierten wie Lord Keynes und die sozialstaatliche Verheißung.Wrtschaftstheorie ist gefragt,aber nur eine,die den Deutschen mehr Arbeit und weniger Lohn verheißt. Es scheint,als ob der idelogiewidrige Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus die Analyse-und Utopiekraft einer ganzen Generation erschöpft hat.
ZITATENDE

Wenn sich denn schon ein Konservativer wie Gauland darüber beklagt, dass es keine intellektuelle Antwort zum neoliberalen Entwurf gibt,dann ist es doch erst recht Aufgabe aller linken sich endlich mit diesem Problem ernsthaft zu beschäftigen.
Und genau darum geht es, die Aufgabe der PDS/LINKE ist es einen Gegenentwurf zu diesem gesellschaftsspolitischen Einheitsbrei zu erarbeiten und diesen Sozialstaatlichen Entwurf im Parlament immer wieder zur Diskussion zu stellen.
Genau solange wie sich keine andere politische Kraft (Partei) darum bemüht Sozialstaat und Profitorientierung der Wirtschaft (wieder) miteinander zu versöhnen, genau solange wird es -mindestens- die LINKE/PDS notwendigerweise in unseren Parlamenten geben.
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geschrieben am: 01.10.2005    um 19:37 Uhr   
eine neue avantgarde erhebt sich wie phönix aus der asche und wetzt den schnabel gegen den retro-mainstream ? ;-)
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geschrieben am: 01.10.2005    um 21:48 Uhr   
was mich viel mehr anko**t ist, daß man überhaupt ansatzweise darüber nachdenkt, einen stasi schergen wie bisky zum bundestagsvizepräsidenten zu machen. darüber kann ich nur den kopf schütteln.
was kommt als nächstes? pädophile als sexualkundelehrer?
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 03.10.2005    um 08:57 Uhr   
man sollte alle nazis und stasiagenten enttarnen, welche sich in den letzten 60 jahren auf kosten deutschlands bereichert haben und ihre jeweiligen aktivitäten klären.

da die SPD stolpe seit wiedervereinigung hält und die schwarzen parteien ihre schwarzen genossen schützten, erscheint mir das thema eher einen eigenen thread wert. denn zum thema an sich trägt diese wie immer bezugslose äußerung nichts bei.
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 03.10.2005    um 10:39 Uhr   
wieso bezuglos? würde sich die frage nach einer kandidatur von lothar bisky überhaupt stellen, wenn die linkspartei nicht im bundestag vertreten wäre? oder lautet das thema etwa nicht "was blüht deutschland mit der neuen linken"?
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Nutzer: Shakira
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geschrieben am: 03.10.2005    um 15:05 Uhr   
wie recht du doch hast
Could we with ink the ocean fill and were the skies of parchment made, were every stalk on earth a quill and every man a scribe by trade. To write the love God above would drain the ocean dry, nor could the scroll contain the whole through stretched from sky to sky.
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geschrieben am: 04.10.2005    um 20:47 Uhr   
dennoch sehe ich nicht, was deutschland wegen bisky blühen sollte. pädophile in sexualkunde dürfte jedoch kaum zu erwarten sein. da finde ich die knorrige type von pythons sinn des lebens schon esser ;-)

mal ganz frech gesagt, - das muß jetzt nicht meine meinung sein : die nazis haben doch schon behauptet, sie seien vom saulus zum paulus konvertiert und die ämter besetzt und alle haben genickt und es sich gefallen lassen. warum soll das beim lothar nicht auch so sein ?
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 05.10.2005    um 15:36 Uhr   
weil wir jetzt - im gegensatz zur zeit nach dem 2. weltkrieg - nicht mangels personals auf saulus zurückgreifen müssen. damals hätte man sicherlich andere menschen in richterämter erhoben, wenn die nicht gefallen oder irgendwo in gefangenschaft gewesen wären.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 06.10.2005    um 21:13 Uhr   
das ist meines erachtens ein schwaches argument :
spätestens nach drei jahren wäre neues, unbeflecktes personal herangereift und hätte die alte riege ersetzen können (justiz, medizin, verwaltung, heer, unis usw usw). zudem sehe ich auch keinen grund für dieses historische "muß" - warum sollten es unbescholtene bürger nicht besser gemacht haben ? die bundesrepublik hätte auch ganz ohne diese seilschaften anfangen können, welche sich bis heute etabliert haben. das sehen wir an dem streit, der im moment in fischers ministerium tobt. und da geht es "nur" darum, ex-nazis nicht mehr lobend zu erwähnen in den periodica der behörde. immerhin durchforstet ja inzwischen eine historikerkommission die vergangenheit der diplomaten. ( wobei mir dies überflüssig, da doppelt gemoppelt und damit finanziell sinnlos, erscheint, da schon genug zuverlässige autoren diese arbeit inzwischen erledigt haben ..)
zur verantwortung wird jedoch keiner dieser leute gezogen werden..

kennst du eigentlich die uncyclopedia ? eine leseprobe :
(zitat)Germany's contribution to the world, in a nutshell, is basically gnomes, bratwurst, sauerkraut, beer, Trabants and Hitler.(/zitat)
oder
(zitat)The Germans enjoy holidaying abroad, preferably in large heavily armed groups. Their preferred mode of transport is by tank or panzer, although a select group choose to travel by, then jump out of aeroplanes at their desired location. It has been largely agreed among our teutonic cousins that his saves the need for passports and travel visas not to mention the great discounts to be had from duty free.

A popular destination to invade is Holland. Germans just love to see sand and the sea. It is something very different from the dull and boring grounds of Germany. They mostly spend their time digging huge holes in the beach. The Dutch believe this has to do with bikes that got stolen after the disastrous consequences of 1940. As a pratical joke the Dutch invented "bommetje" which later turned out to a yearly event. It consists of placing a landmine on the beach at 2 metres deep. When this is done everybody wait for the Germans to come and start digging. Placing bets is by now big business. The Germans however do not seem to enjoy this game so much.

Another popular destination for Germans on vacation is Spain. In fact, so many Germans go there, that most people wanting to visit Germany will find it more beneficial to just visit Spain instead. You won't have to deal with German weather or recycling laws, while still being able to see Germans cordone off any unclaimed territory, walk their dogs ("Sitz, Rolf, sitz!") and get drunk through all hours in the morning.(/zitat)

natürlich bekommt hier jeder sein fett ab, nicht nur deutschland sein kraut. solange du gerne lachst und ein wenig humor mitbringst, wirst du dort echte gaudi vorfinden (tip : George W. Bush und natürlich Things George Bush doesn't care about).

passend als erklärungsansatz für die obigen offenen fragestellungen der deutschen vergangenheit wäre der punkt "Authoritarian Bastards"
und natürlich die issues :
(zitat)ssues

Ordnung Whenever a German hears the word "Ordnung," his heart gets all a flutter and he starts looking for something that he can put in its correct (or more correct) spot. Is there anything that needs to be sorted? Categorized? Alphabetized? Devided into its Latin, Greek, and Hebrew roots? The Germans will be more than happy to do it for you! They shun those who do not share their respect for Ordnung and this shows in their dealings with foreigners. It is a little known fact that the reason the Germans invaded Poland was not for lebensraum, but because the Polish couldn't sort their trash properly to save their lives. The Turks, a group of people who reside primarily in Berlin, are universally disliked by the Germans for their notion that Ordnung comes somewhere after fun in life, but their not entirely sure where. Unlike the Germans, they haven't quite gotten around to ordering all of life's issues in order of their importance.

Angst Most humans see worrying as something unpleasant, but in Germany, it's the #2 occupation, right after waiting in line at the Arbeitsamt. No one does angst like the Germans(its NOT a Verb). No one else can quite express the feeling of watching the last sun of the summer sink beyond the distant trees and the endless, cold, dreary, darkness of the fall set in, getting water in your beer, and your girlfriend running off with a Bavarian in the same manner as the Germans can. They feel everything, they feel it strongly...and they aren't afraid to tell you about it. Should a German ever get in the mood to share some of his angst with you, either a) run or b) buy a large round of beer and strike up an accordian band.(/zitat)


Geändert am 06.10.2005 um 21:15 Uhr von starchaser
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 06.10.2005    um 21:18 Uhr   
aber spaß beiseite und etwas weniger überzogen formuliert : der ruf nach ordnung und angst scheinen diese themen bis heute zu besetzen und damit der aufklärung im wege zu stehen.

dazu paßt auch, daß selbst der bundestag sich bis heute nicht durchringen konnte, seine mitglieder auf stasitätigkeiten zu untersuchen. alle beziehen sich dabei auf onkelchen kohl, der vormachte, wie das geht. wie erklärst du dir das ? damit bekommt die geschichte um bisky für mich das faule aroma, welches dem hessischen oberkoch und anderen verfassungsuntreuen und paternalistischen politikern anlastet, wenn er gegen leute wettert, die schwarze kassen führen oder gelder veruntreuen ..
tucholsky hatte wohl recht, daß diverse kasten ihre interessen - unabhängig von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen - ohne mit der wimper zu zucken über die ihres landes stellen.

dr. bisky hat meines wissens lediglich reiseberichte abgeführt, so wie es im westen und im osten üblich war. nennenswerte informationen, speziell solche, welche dritten geschadet haben, sollen nicht enthalten gewesen sein. oder bin ich da falsch informiert ?

zudem lautete die frage, welche konsequenz das faktum bisky hätte bezüglich dessen, was deutschland nun "blüht".
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 07.10.2005    um 18:47 Uhr   
Dieser pauschale Stasi-vorwurf gegen die PDS oder Ihre Mitglieder bringt mich zum gähnen.
Haben denn SPD/CDU/CSU/FDP ihre aus der DDR übernommenen generell überprüft und aus ihren Ämtern gejagt?????
Schon die Rolle der "BLOCKFLÖTEN" vergessen???
Wie sieht es mit den BND Zulieferern aus, die ihrerseits unbescholtenen Bürgern nach etwaigen Linkskontakten nachgescnüffelt haben???
Mann,Mann,Mann wenn das alles ist, was zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Linkspartei gebracht wird, dann scheint mir das Programm ja wohl unangreifbar zu sein (lach).
Grundsätzlich: Wer andere NACHWEISBAR ans Messer geliefert hat,gehört genau wie jeder andere Betrüger/Steuerhinterzieher oder sonstwie Kriminelle nicht in ein Parlament.
Wenn denn die gleichen Kriterien angelegt würden,dann wären unsere Parlamente um einiges kleiner -und das nicht nur bei der PDS.
Da dieses aber nicht passieren wird, wirst du lieber GRMPF wohl oder übel mit Bisky und Kollegen als Abgeordnete im Bundestag leben müssen.Und du wirst es erleben, dass die ,die heute die Stasi-mitarbeit als so verwerflich bezeichnen in wenigen Jahren die so gebannten als durchaus seriöse Politiker behandeln werden.Ich erinnere in diesem Zusammenhang mal nur an das Schreckgespenst das von den etablierten Parteien bezüglich der Grünen an die Wand gemalt wurde z.B. "Chaoten" ,"gewaltbereite Störenfriede" und "die demokratische Grundordnung bekämpfende Anarchisten" waren noch vor einigen Jahren übliche Bezeichnungen für diese Partei.
Hat aber alles nix genutzt, die Grünen sind inzwischen kaum aus der Parteienlandschaft wegzudenken.Ähnliches wird -nach meiner Meinung- mit der Linken/PDS in den nächsten Jahren passieren.
Ob es dir nun passt oder auch nicht.
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 12.10.2005    um 21:37 Uhr   
sehe ich anders....wegzudenken werden sie genauso viel oder wenig sein wie die npd... das heisst, sie sind existent, tauchen mal auf, dann wieder ab...nerven ein wenig mit unrealistischen forderungen und spinnereien aber tun letztendlich nicht weh. irgendwo haben ihre wähler ja auch das gleiche niveau. eine klassische partei für versager und leute die nach einfachen antworten suchen.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 12.10.2005    um 22:29 Uhr   
welche partei gibt denn deines erachtens antworten auf die brennenden fragen ?
und was meinst du mit "unrealistischen forderungen und spinnereien" ?
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"Autor"  
Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 13.10.2005    um 10:09 Uhr   
(zitat)sehe ich anders....wegzudenken werden sie genauso viel oder wenig sein wie die npd... das heisst, sie sind existent, tauchen mal auf, dann wieder ab...nerven ein wenig mit unrealistischen forderungen und spinnereien aber tun letztendlich nicht weh. irgendwo haben ihre wähler ja auch das gleiche niveau. eine klassische partei für versager und leute die nach einfachen antworten suchen.(/zitat)
O.k. Dann bin ich halt ein Versager und jemand der nach einfachen Antworten sucht.
Aber 1.) lieber etwas versuchen und dabei die Möglichkeit des Versagens in Kauf nehmen, als sein Leben lang mit vorgefertigten (vorgekauten) Modellen zu vergeuden und
2.)Lieber ne einfache Antwort suchen , als niemals eine Frage zu stellen.
3.) Aus jeder Antwort erwächst automatisch die nächste Frage, deshalb sind die meisten Antworten im Kern einfach-weil nachvollziehbar-.....Schritt für Schritt "der Wahrheit" sich annähern,gefällt mir allemal besser als auf dem Sofa hocken und sich die Antworten aus der Bild-Zeitung (nur ein Beispiel) raus zu suchen.
DerUnhold
Geändert am 13.10.2005 um 10:14 Uhr von DerUnhold
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