Auf den Beitrag: (ID: 22985) sind "56" Antworten eingegangen (Gelesen: 6978 Mal).
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 13.10.2005    um 17:06 Uhr   
@starchaser: jedenfalls keiner "wünsch-dir-was" partei.
unrealistische forderung ist z.b. erhöhung des alg 2 weil erstens nicht finanzierbar (zu dem schluss kommt eigentlich jeder finanz- und wirtschaftexperte außerhalb der politik) und zweitens nicht sonderlich gerecht.

@unhold:
1) niemals die zeit mit totgeborenen kindern vergeuden.
2) volle zustimmung
3) wer bild liest verdient auch nichts besseres.

  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 13.10.2005    um 23:02 Uhr   
(zitat) z.b. erhöhung des alg 2 weil erstens nicht finanzierbar(/zitat)
hm, die erhöhung auf 420 € ? komisch, zum beispiel die grünen warben mit 412 € und acht teuris unterscheiden dann die spinner von den vernünftigen ? *g
..was interessiert mich mein geschwätz von vor der wahl..

(zitat)(zu dem schluss kommt eigentlich jeder finanz- und wirtschaftexperte außerhalb der politik)(/zitat)
anhand welcher zahlen ?

(zitat)und zweitens nicht sonderlich gerecht.(/zitat)
was wäre denn gerechter ?
der vorschlag, eltern knapp 70 % ihres gehaltes für ein jahr auszuzahlen ? dann wären kinder reicher eltern wohl wertvoller als die ärmerer ..
oder die erhöhung der mehrwertsteuer (wurde ja nicht dementiert..)

deine vorstellungen einer gerechten zukunft würde ich wirklich gern mal wissen..

welche partei gibt denn deines erachtens antworten auf die brennenden fragen ?


  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 14.10.2005    um 18:40 Uhr   
@starchaser: nur ganz kurz für den moment - meine vorstellung von gerechtigkeit heisst "wohlstand für alle....für alle die ihn sich auch erarbeiten."
sozialhilfe sollte eine stütze sein...finanziell und auch mit dem ziel, jemanden wieder in arbeit zu bringen. bei mietfreiheit und 420 euro cash darüber nachzudenken, diesen noch zu erhöhen heisst leute zu verar***en die für ihr geld jeden tag schuften. und aus dem mund eines oskar lafontaine, der bekannt dafür ist, daß seine buchleseungen teilweise wegen überhöhter gagenforderungen abgesagt wurden klingt das ganze einfach nur lächerlich. soviel zum bösen kapitalismus.
und nein - bevor du es aussprichst - ich habe kein vorurteil gegen alle arbeitslosen. ich sehe nur, daß es leute gibt die mit über 50 arbeitslos werden und nun ihre existenz verlieren und auf dem selben niveau behandelt werden wie ein 20 jähriger der noch nie gearbeitet hat und es auch nicht vorhat weil ihm seine 420 ocken reichen. ich sagte es weiter oben schon...wohlstand für alle die ihn sich erarbeiten (oder auch viele jahre erarbeitet haben). das nenne ich gerecht. blindes gekeife gegen kapitalismus bringt keinem was. vor allem nicht wenn die zuhörer abends in ihrem loch die wand angucken während der keifer zurück in seinen herrensitz chauffiert wird.
soviel für jetzt. angenehmen abend allerseits.
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 14.10.2005    um 21:18 Uhr   
das hast du unter siehe Beitrag schon geschrieben und keine antwort gegeben auf meine fragen ..

meines wissens wird nur die "angemessene" kaltmiete gezahlt. sieh mal deine nebenkostenrechnung durch und setz das ins verhältnis. die folge ist, daß offensichtlich jeder fünfte bezugsberechtigte seine mietkosten verspätet oder gar nicht mehr zahlt. das problem ist eklatant in städten mit hohen lebenshaltungskosten wie berlin und hamburg, - da können nur zwei von drei die miete zahlen.

wir reden hier im übrigen ja nicht (nur) von kapitalismus. das wäre recht einseitig bezüglich der linkspartei.

wenn du sagst : "wohlstand für alle....für alle die ihn sich auch erarbeiten.", dann ist das gewiß auf den ersten blick ein einleuchtendes argument.
dem gegenüber steht jedoch die gewißheit, daß immer weniger überhaupt in der lage sein werden, sich diesen wohlstand zu erarbeiten, - mangels arbeitsplätzen. (qualifikation lassen wir mal weg, weil es dennoch am arbeitsplatz scheitert).
dies liegt an der stetig steigenden produktivität, was wiederum ( nicht nur in der fabrik ) die "stückkosten" mindert. folglich ist immer weniger mannkraft für eine erbrachte leistung nötig. also werden immer weniger menschen zur erbringung einer leistung nötig.
es wäre interessant zu lesen, wie du dieses faktum nun auf deine wohlstandsthese umsetzt und die geltende verfassung damit in einklang bringst.

die fleißigen alten und die faulen jungen sind so ein beliebtes feindbild, - um die beiden gegeneinander auszuspielen. daß der heutige rentner wiederum eigentlich nur anrecht auf 200 DM hat, wird bei dieser diskussion leider übersehen. und die rentner und pensionäre sind neben der verschuldung eher das problem des haushalts.und wie gesagt, demgegenüber sind die paar milliarden für sozialhilfe (also die steuerfinanzierte armutsbekämpfung) eher peanuts.
das problem der veraltenden gesellschaft bleibt dabei der einfachheit unberücksichtigt. diese hat die nächsten 30 jahre zur folge, daß sich die sozialen kosten entweder verdoppeln oder die renten sich halbieren. eine antwort hat dazu noch keiner gegeben.

ich kann mir auch, ehrlich gesagt, nicht vorstellen, daß der durchschnittszwanziger sich dafür rüstet, sein leben sinnlos in sozialhilfe zu verbraten,( ohne anspruch in form von arbeit geht ja auch die anfänglich erworbene qualifikation baden, welche der steuerzahler insbesondere bei den akademikern recht teuer finanzierte ...), - also sinnlos wegzuwerfen.
sondern ich denke, daß jeder seine träume hat, die in der regel nur mit harter arbeit zu verwirklichen sind, - weil sie eben geld kosten.
selbst mit 420 €, also 14 € am tag, kann ich das schlichtwegs nicht.
und es paßt nicht zu einer gesellschaft, in der selbstbewußtsein sich im job manifestiert.




Geändert am 14.10.2005 um 21:20 Uhr von starchaser
  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 14.10.2005    um 22:47 Uhr   
naja...der durchschnittszwanziger der einen guten schulabschluss hat findet auch immer noch eine lehrstelle und hat dementsprechend möglichkeiten, job und träume in angriff zu nehmen.
kennst du die tv sendungen in denen junge leute gezeigt werden, die nicht einmal wissen wieviel bundesländer die brd hat? die kiddies die zwar klingeltöne runterladen können aber nicht wissen wer bundespräsident ist? die gibt es wirklich und die stellt keiner ein...würd ich auch nicht tun. und die glauben, der staat existiert, um sie zu ernähren. und genau daß muß man ihnen abgewöhnen.
mein papa hat 35 jahre lang ein kleines stahlbauunternehmen gehabt. als die baukrise kam hat er privat gebürgt und nochmal gebürgt bis es nicht mehr ging. nun ist er 65... seine lebensversicherung hat das finanzamt gepfändet...er arbeitet als freier bauleiter. das wird er machen müssen bis er stirbt oder nicht mehr kann. aber bis dahin arbeitet er. er hat wohl mehr steuern gezahlt als manch einer als lohn in einem leben zahlt und was hat er davon? nichts. aber jammert er rum und verlangt daß der staat ihm den popo pudert? nein. er ernährt sich und meine mutter. und warum? weil er was kann! weil er gut und qualifiziert ist und auch mit 65 noch auftraggeber findet während andere NIE ihr leben auf die reihe kriegen werden. und genau diese "anderen" gehen mir tierisch auf den geist wenn ich am monatsende auf meine gehaltsabrechnung gucke.
Geändert am 15.10.2005 um 08:40 Uhr von grmpf
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 16.10.2005    um 17:10 Uhr   
(zitat)...der durchschnittszwanziger der einen guten schulabschluss hat findet auch immer noch eine lehrstelle und hat dementsprechend möglichkeiten, job und träume in angriff zu nehmen.(/zitat)

da scheint mir eine einzige zahl deinen annahmen zu widersprechen, grmpf : am 30. september fehlten laut clement insgesamt 150.000 lehrstellen. ok, - laut ausbildungspakt von 2004 sollen bis mai 2006 noch 50.000 stellen geschaffen werden, um die nicht ausbildenden betrieben in aussicht gestellte ausbildungsabgabe zu verhindern - aber dennoch bleibt ein erbärmlicher rest. insbesondere, wenn wir 400.000 jugendliche draufpacken, welche gerade von der bundesagentur in irgendwelchen maßnahmen eingeparkt wurden. insgesamt haben wir eine million leute unter 25 jahren ohne job.
das ist übrigens der höchste stand seit 1949. erinnern wir uns, daß in den siebzigern, als die insgesamte arbeitslosenzahl über eine million ging, die politik eine revolution fürchtete..

die jugendarbeitslosigkeit wirkt recht bedrohlich, da werden auch obdachlosenheime im sinne der grmpf-ABM nichts dran ändern, - oder etwa doch ?

(zitat)kennst du die tv sendungen(/zitat)
nein, ich seh kein tv..

daß ausbildungsmängel bestehen, ist unbestritten. daß viele, die es drauf haben, auswandern, ist auch kein geheimnis. die frage ist nur, wer die verantwortung trägt.

das schicksal, welches du erzählst, teilen immer mehr leute. so, wie du es schilderst, wird der unternehmer wohl nie in der lage sein, die kredite wieder zurückzuzahlen. also fällt dies auf die solidargemeinschaft zurück. wenn das finanzamt pfändet, so sprechen wir von berechtigten, vorauskalkulierbaren forderungen der gesellschaft an den bürger.

ebenso finanzierte die gesellschaft die grundlage des unternehmens : zwar ist deutschland mit kohle und stahl groß geworden, doch sorgte der globale wettbewerb dafür, daß sich die beiden marktzweige nicht mehr lohnten. folge war die staatliche subventionierung über jahrzehnte hinweg : um die arbeitsstellen zu erhalten, zahlte der staat für jeden arbeiter in stahl und kohle 50.000 € im jahr. und wirtschaft ist ein kreislauf, - also wurden auch die gewinne der unternehmer subventioniert.
dazu kommen noch die ausgaben für die nötige infrastruktur, rechtssicherheit, kriminalitätsbekämpfung usw. usw. ich will seine verdienste nicht schmälern, aber eben auf das "gemeinsame" verweisen, ohne dem die eigenleistung gar nicht möglich gewesen wäre. die krise der bauwirtschaft wurde ebenso künstlich verschoben in erwartung eines neuen wirtschaftswunders, welches jedoch nie eintrat.
auch solche kleinigkeiten drücken sich in deiner gehaltsabrechnung aus. viele dieser gelder waren nicht gegenfinanziert und erhöhten die schuldenlast, welche den löwenanteil der ausgaben ausmachen und damit den staat manövrierunfähig. schließlich ergeben sich kaum gestaltungsmöglichkeiten außer einsparungen.
allein das drohende defizitverfahren ist anreiz genug. damit scheitern aber auch die alten konzepte der großparteien, welche in der regel auf finanzierungen basierten. die jugendlichen haben meines erachtens am wenigsten dieses dilemma zu verantworten. im gegenteil, spätestens wenn du in den ruhestand gehst, werden sie dich finanzieren müssen..
  Top