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geschrieben am: 11.08.2005 um 18:36 Uhr
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Ok nun habe ich bischen zeit für dich. der antrag bezüglich des roms ist abgelehnt, da ich die republik und nicht die kaiser für die bessere staatsform halte, wie du siehst verschätzt du dich bei mir mächtig und ja ich stehe hinter jedem wort, welches ich vortrage persönlich. ich stellte schon paar absolut linke geschöpfe auf die knie vor der realität (es ging ums therapeutisches klonen) mit dir lege ich mich um so gerner an. ;-)
so wodka ist kaltgestellt ich kann wieder fortsetzen...
(zitat)
zu deiner person : du und deine familie haben recht komfortabel gelebt in einem totalitären rahmen. nach der demokratisierung war es vorbei damit. dies könnte dein tiefes mißtrauen gegen demokratien erklären und die verklärung imperialistischer ideen. deshalb habt ihr emigriert und bringt euch ein in deutschland, wobei ihr auch dinge auf euch nehmt, für die ihr, eurer meinung nach, überqualifiziert seid.
(zitat)
ich, meine familie und noch 250 mio der bewohner des ostblocks, wir lebten recht komfortabel in einem von der wirtschaft losgelösten regime, dann dachte der mob, werden wir demokratisch und fahren ab sofort alle mercedes, im westen ist es ja so. nach der demokratisierung fiel die mehrheit aus allen wolken, als alle industrie plötzlich stehen blieb, der einflussbereich verloren ging, die sicherheit und ordnung verschwanden, die sozialen wohltaten aufhörten und kriminalität, korruption, verrat der staatsinteressen und haß unter den noch vor monaten befreundeten völkern ausbrachen und den alltag regierten. traumhaft schöne demokratie, oder? russland wurde übernacht aus einer gefürchteten weltmacht, zum spott aller welt, nun traute sich sogar europa zu wort, da sie nichts zu befürchten hatte. als die situation nicht mehr auszuhalten war, emigrierten wir im katastrophalen 96. stießen sofort auf behinderungen und arroganz von der seite der einheimischen bevölkerung und gerieten in die letzten flammen des konfliktes mit den türkischen, albanischen und arabischen banden um die macht auf den strassen der stadt. schöne neue heimat *g* allem zum trotz waren wir in der lage den stolz runter zu schlucken und meine eltern verrichteten die dreckigsten arbeiten, um den abstieg zum sozialhilfeempfängerzu vermeiden, was nach kürzester zeit fehlschlug, und der boden für eine maschinenbauingenuerin und einen gelernten automechaniker und kaufmann (ja 2 fachschuldiplome) war erreicht. ich halte die ausbildung meiner eltern für die einer putzfrau und die eines einfachen arbeiters für überlegen, sie können den hiesigen topleuten noch so einiges beibringen.
ok, das war nötig :-)
die demokratie an sich ist eine staatsform, die sich des wichtigsten vorteils gegenüber den diktaturen versichert, aus dem volk können die tugendhaftesten an die staatsführung kommen, während ein diktator, so gut er selbst auch regiert haben mag, sich seiner nachfolge niemals sicher sein kann. die voraussetzung ist aber ein menthal gesundes volk, welches die belange der staatsreson versteht und das wohl der gemeinschaft über das persönlich-egoistische wohl stellt. sobald sich die politik mit den einzelschicksalen befasst, ist sie handlungsunfähig. als solches volk habe ich die deutschen zum grossteil aber nicht erlebt, die folgen sind die heutige misere, aus dem wunsch entstanden es allen recht zu machen. die übermässige konzentration auf das papier der vorschriften, die menschenrechte und die moral behindern die wirtschaft und die politik im denken und handeln das richtige im in- und ausland zu tun.
(zitat)
eventuell enthält dieser zusatz ja auch einen hinweis auf die weigerung, dich von der gesellschaft einordnen zu lassen, an einer position, aus der du durch eigenleistung herauskommen kannst. zumindest ist das in einer demokratie so.
(zitat)
du denkst zu gut von der durchlässigkeit der deutschen gesellschaft, frage ein bischen herum, wer die drecksarbeit verrichtet, wer bei zusatz- und eilaufträgen die meisten überstunden schiebt und auf die pausen verzichtet, da sie am schnellsten gefeuert werden. ja es sind die ausländer (oder ihnen im volk gleichgestellte russlanddeutsche), die zumeist sich ihrer rechte nicht bewußt sind, die konfrontation zu vermeiden suchen. zumindest ist das in dieser demokratie so ;-)
(zitat)
zusatz : wirtschaft hat nix mit demokratie zu tun. wenn du denkst, unter wert gehandelt zu sein, dann stell dich dem arbeitsmarkt und biete dich ihm an. wenn du besser bist als andere, wirst du deine chance erhalten. und wenn nicht, dann eben nicht - solange du dich nicht weiterqualifizierst.
(zitat)
ich studiere und arbeite parallel in zwei firmen, bin daher mit den berufschancen und dem was zwischen den zeilen steht bestens vertraut, und war schon als dolmetscher in solchen ämtern von dessen existenz du nur vom hörensagen weißt, also brauchst du mich der hiesigen spezifik nicht zu belehren. ich habe schon genug mist ausgefressen. (ok, ist bischen grob, ich weiß *g*)
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