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Nutzer: Falke1983
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geschrieben am: 16.08.2005    um 15:43 Uhr   
habe deine antwort vom 07.08 noch vergessen liefere dem nächst nach, das mit erbfolgekriegen.

bis dann ;-)
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 07.09.2005    um 22:53 Uhr   
inzwischen schreiben wir den 07.09. :-)
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 19.10.2005    um 21:54 Uhr   
die erbfolge scheint selbst nach zwei monaten unwiederbringlich verloren zu sein ;-)
also widmen wir uns dem restlichen stückwerk :

(zitat)(/zitat)

zunächst beschreibst du die von dir wahrgenommenen verhältnisse in der sowjetunion als folge der demokratie. wäre es nicht möglich, daß diese zustände direktes ergebnis sind der vorher auf unterdrückung und rechtsunsicherheit basierenden staatsform ? ich denke, nur die demokratisierung könnte dies wieder ins lot bringen und nicht die rückkehr zu alten und als falsch erkannten herrschaftsverhältnissen.
die bislang höchste "naturnotwendige" entwicklungsform des politischen und sozialen lebens dürfte nicht der von dir skizzierte nationalstaat sein sondern die demokratie. nach aristoteles ist die demokratie zwar ein "pervertiertes" regierungssystem, weil sie in der hauptsache den armen macht verleiht. doch erscheint die demokratie dem ollen griechen noch als die erträglichste aller perversen regierungsformen.
es ist eine art häßliches entlein. daß monarchie und oligarchie als "beste" staatsformen versagten, liegt an den hohen ansprüchen, welchen die führenden personen nicht gerecht werden konnten, sowohl im westen als auch in der sowjetunion. eben wegen der von dir verherrlichten und geforderten lossagung von moral und menschlichkeit, welche nur leid und unglück verheißt.
(zitat)(/zitat)
was deine ausführungen zur ehemaligen sowjetunion angeht, so verstehe ich den zusammenhang zwischen sozialismus und warschauer pakt nicht. die treibende idee des sozialismus ist meines wissens der versuch, die soziale frage zu klären. ihr ziel war ursprünglich, allen mitgliedern der klassenlosen (welt-)gesellschaft soziale gerechtigkeit zu verschaffen. nach herstellung dieser utopie käme es zur abschaffung der staatengebilde.
auch folge ich nur widerwillig dem gedanken, ein land, welches einfach das pech hat, ungünstig auf der landkarte zu liegen, dürfe dann einfach unterworfen werden. daß die bevölkerung in der su allgemeinen wohlstand verzeichnete, ist mir auch neu. und kriminalität, korruption usw. gab es schon vor dem zusammenbruch nach perestroika und glasnost. eine unterschied gab es zu früher : vorher durfte eine selbsternannte elite unverblümt kriminell handeln und die anderen wurden halt eingeschüchtert und abgeknallt. anwendung repressiver macht mit einem ausgeklügelten belohnungs- und bestrafungssystem als freie anwendung von pawlous experiment hielt die menschen zu beiden seiten des eisernen vorhangs vortrefflich im zaum.

die sowjetunion war schon immer laut vertragswerk eine föderation, aus welcher jedes mitglied aussteigen konnte, doch sah die faktische realität anders aus, - wie du es uns ja an anderer stelle schon beschrieben hast, wurde der pakt durch terror, unterdrückung und einschüchterung aufrechterhalten. von einer vielvölkergemeinschaft kann also nicht die rede sein. ebensowenig war dies der fall bei rom, da die unterworfenen völker keinen rechtsstatus hatten. nur die usa lasse ich als vielvölkerstaat gelten, - obwohl auch hier die ureinwohner und afrika den schwarzen peter gezogen haben.
daß die sowjetunion auseinanderfiel, zeigt doch nur, daß es den einzelnen mitgliedern eben nicht gut ging unter dem totalitären regime. hätten die menschen der gegen ihren willen zusammengepressten teilstaaten vorteile im verbund gesehen, bräche dieser nicht auseinander. die zersplitterung war die rote karte für schlechte zustände.
ginge es nicht um eine gemeinsame lebenswerte zukunft, fiele die UN auseinander, würde die EU auseinanderfallen und deutschland wohl auch, welches ja bekanntlich auch nichts anderes ist als eine föderation aus den einzelnen bundesstaaten (und damit eben kein nationalstaat..), welche sich freiwillig zusammengeschlossen haben.

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 19.10.2005    um 21:55 Uhr   
demokratie und staatsräson widersprechen sich grundlegend. die staatsräson ist nämlich stets ein raum frei von demokratie. dieses beschwören einer angeblichen "inneren einheit" und einer "volksgemeinschaft" gehörte zum repertoire der nationalstaaten, - welche in ihrer auflösung begriffen sind. staatsräson ist nichts anderes als die taubheit einer elite gegenüber dem willen des volkes. diese kaste wiederum stellt sich über die gemeinsame sache und handelt egoistisch, - auch wenn sie dem unterdrückten gerne vorwirft, egoistisch zu sein. folgerichtig kommst du zu dem haarsträubenden ergebnis, moral und menschenrechte würden politik und wirtschaft nur behindern. ich sehe es umgekehrt, - moral und recht schaffen frieden und damit grundlage einer langfristig rentablen wirtschaft. denn wenn die völker und nationen mit der stärksten reproduktionsrate zurückschlagen mit der vollen wucht von aufgestautem wut und haß, multipliziert durch die unbedenkliche und unbarmherzige entschlossenheit der hoffnungslosen, die nichts zu verlieren haben bis auf das eigene leben und bislang nur die faust in den taschen ballten, dann ist es vorbei mit selbstherrlichen und egomanen sonntagsreden.

und dazu gehört auch, nicht zu unterscheiden zwischen "lumpentragender afrikaner oder asiate" und "bürger einer ehemaligen weltmacht". du bist rechtlich weder besser noch schlechter als die anderen gestellt, deshalb habt ihr hier auch eine chance bekommen. diese chance scheinst du anderen wiederum abzusprechen, die du in deiner hackordnung selbstherrlich als unter dir stehend definierst und abwertest. du bist weder weniger wert als andere noch mehr wert. so einfach ist das.
eine gesellschaft, welche die von dir geforderte "moral- und emotionslose außen- und innenpolitik, deren ziel einzig und allein die stärkung der eigenen positionen in der welt [..] sein muss" verfolgt, hätte weder dir noch deiner familie diese chance gegeben, neu anzufangen und sich nicht den anfeindungen der vormals unterpreviligierten auszusetzen. also warum wilölst du anderen die chance verwehren ? siehst du da keinen widerspruch ?
auch forderst du "überwachung des islams und sofortiges rücksichtsloses durchgreifen im in- und ausland sofern der staatssicherheit nur annähernd eine gefahr droht", doch predigst du selbst eine sehr undemokratische und auch unsoziale sichtweise und gefährdest damit die innere sicherheit.
aber ich vergaß, - du sorgst dich ja nur darum, daß es deutschland endlich gelingt, "den platz in der welt einzunehmen, welches ihm gebürt, erhobenen hauptes neben den anderen entwickelten staaten". hat deutschland einen schlechten platz in der welt inne ?

bezüglich des american way of life sprach ich von den automatismen, welche zu den nationalstaaten und den weltkriegen führten. dein versuch, imperialismus als etwas gutes hinzustellen gipfelt in der idee, mal kurz afrika zu rekolonialisieren. offensichtlich sollen diese anderen gleichberechtigten staaten gefälligst den kopf einziehen, wenn die abkömmlinge welcher ehemaligen großmacht auch immer in den raum treten ? du verwechselst offensichtlich selbstbewußtsein mit arroganter überheblichkeit.

(zitat)imperialismus ist der naturgemässe drang eines staates seinen platz in der welt auszubauen und zu festigen, dabei werden schwache nicht lebensfähige und damit unproduktive staatsgebilde aufgelöst und eingenommen oder so umstrukturiert, dass sie dem imperium von nutzen sind. (/zitat)
wie gesagt ist der staat kein wesen mit eigener vernunft, emotionen oder trieben. er besteht aus menschen, denen dieser "naturgemäße drang" im übrigen nicht in die wiege gelegt wurde. zumindest behauptet dies die wissenschaft. damit ergibt sich, daß die mehrheit der im staat zusammengefaßten menschen keineswegs diese strategie gut heißt. also ist imperialismus nicht ausdruck des willens des volkes. in einer demokratie ist somit imperialismus nicht zu machen. die argumentation ist schlichtwegs falsch.

laut deiner these sind in einer vielvölkergemeinschaft also vorurteile und rassismen notwendig, denn "die vorurteile und rassismen sind in erster linie warnungen beim umgang mit fremden, was von diesen wohl erwartet werden könne." auf der einen seite schürst du haß gegen den "homo sapiens orientalis", auf der anderen seite willst du als "bürger einer ehemaligen weltmacht" geachtet werden und nicht geächtet. willkommen in deutschland, herr radfahrer ! eventuell wäre es angebracht, sich von solchen irrationalen sichtweisen zu lösen ?

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 19.10.2005    um 21:56 Uhr   
auch daß rüstungsausgaben wichtig sind, verstehe ich nicht so recht. sobald ein land zur atommacht wird, ist eine pattsituation geschaffen, welche die von dir angedeuteten "vorteile" ohnehin zunichte macht. daran werden auch mini-jukes nichts ändern. es ist erstaunlich und beunruhigend, daß diesen neuesten entwicklungen nach wie vor nicht thematisiert werden.
der gedanke der rüstung als triebfeder der entwicklung ist inzwischen veraltet, da hochtechnologien eher im all anzusiedeln sind und die im krieg eingesetzten mittel sich aus anderen technologien nähren, welche eben nicht primär militärisch entwickelt wurden. das hat zu tun mit der faktischen nichtexistenz einer volks-wirtschaft zu zeiten der globalisierung. weltweit agierende konzerne sind unabhängig von staaten.
auch das wehmütige zurückwünschen der "vernünftigeren" eroberungskriege deutet doch nur in die richtung, die dir vorschwebt : die durch nichts legitimierbare selbstbereicherung auf kosten schwächerer, welche mit pseudowissenschaftlichem anstrich als weniger lebenswert deklassiert werden, - außenpolitisch wie innenpolitisch.


zur deutung von charles darwin empfehle ich dir, im nature zu schmökern oder im national geographic. und, es sei dir wie gesagt, wärmstens empfohlen, auch mal darwin selbst zu lesen und nicht ableitungen zu nutzen , welche ihn mißbrauchen. meine aussage war : "darwin hat das nie behauptet, was darwinisten behaupten."
charles hat wirklich spekuliert, der wal stamme vom bären ab. er glaubte das zu erkennen, weil ein bär ja auch im teich schwimmt mit geöffnetem maul, um insekten zu fangen. die nähe zum maulwurf (siehe die zu flossen rückgebildeten grabschaufeln) hätte ihm jedoch zu seiner zeit auch nur lacher eingebracht. hier sehen wir übrigens auch, daß die natur nicht nur in eine richtung arbeitet. die rückkehr der säuger ins wasser ist heute noch nicht erklärbar ;-)

darwin hat auch nicht behauptet, die natur selektiere nur die schwächeren. er behauptet lediglich, auf eine lange zeitdauer überleben die am besten an ihre umwelt angepaßten individuen einer tierart. aus dieser formulierung deine kühnen thesen der eigenen vormachtstellung abzuleiten ist also schon etwas gewagt und eine winkelkonstrukion. stärke wird anders definiert als du es tust, - gegenüber den stärksten lebewesen machte und macht sich der mensch eher wie ein schwächling.

der "kampf ums dasein" geht übrigens zurück auf lamarcke, den erfinder der biologie. darauf berufst du dich ja, doch existiert keine tierart, welche sich selbst in gruppen so unerbittlich bekämpft wie menschen untereinander.
und aus diesem von dir aufgestellten "naturgesetz" leitest du nationalstaat und staatsräson ab.
das von dir gemalte bild erinnert nur überdeutlich an die erklärungsschemata der in sowjetunion etablierten oligarchie, welche die sozialistische idee pervertierte, also verdrehte. eventuell täte es dir gut, diese ansätze neu zu überdenken und zu diskutieren, - was früher in der von dir nach wie vor angebetenen gesellschaftsform ja verboten war.
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geschrieben am: 19.10.2005    um 21:58 Uhr   
lach
Du bist wirklich bemitleidenswert mein Lieber. Ich hoffe echt, du erkennst das irgendwann selbst.
Dummheit frisst, Intelligenz säuft, das Genie macht beides.
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 19.10.2005    um 22:01 Uhr   
zusammenfassung unter dem deckmäntelchen einer vermeintlichen "demokratie" sprichst du gegen soziale fürsorge und solidarität und rechtfertigst krieg, unrecht, ausgrenzung und rassenideologien.
es erscheint dir ganz klar, "mit denen solidar zu sein, die nicht von nutzen sein können, ist schwachsinnig und pragmatisch nicht zu begründen. ". wie lauten jedoch die prämissen einer solchen "pragmatik" als nutznießer dieses von dir bekämpften systems ?

alle von dir genannten "vorteile" gehen stets auf kosten dritter zugunsten einer kleinen anzahl von gewinnern und deren mitläufer. nach der unterwerfung aller anderen länder wird sie die methodik auch auf sich anwenden müssen sich selbst auffressen. oder die mehrheit, welche du ausgrenzt, wehrt sich und wendet deine denke auf dich selbst an. der sieger der von dir verherrlichten auseinandersetzungen steht ja nun wirklich nicht so fest, wie du es gerne siehst. dein gezückter dolch kann sich jederzeit auch gegen dich selbst wenden. eine antwort auf die brennenden fragen im sozialen bereich und bezüglich der zukunft der menschheit geben deine ausführungen nicht. diese recht fried- und freudlose zukunft erscheint jedoch weder erstrebenswert noch lebenswert.

ganz klar sehen wir, daß es sich nicht um einen natürlichen vorgang handelt, sondern um menschliches machwerk und damit um einen eingriff in die evolution, welche ja als tragendes element in deinen theorien mitschwingt.domestizierte und künstlich selektierte pflanzen und tiere können sich in der gern zitierten freien wildbahn ohnehin nicht behaupten, weil sie eben durch ihre hochgradige spezialisierung nicht mehr an die natürliche umwelt angepaßt sind. aber solche unerquicklichen details stören natürlich bei der eigenwilligen definition der kronjuwelen der krone der schöpfung.
und da es menschenwerk ist und nicht naturgesetz, ist es auch möglich, die drohenden gefahren abzuwenden, nämlich anders zu denken - frei von jeder disziplinierenden staatsräson, welche die egoistischen und unmenschlichen beweggründe unhinterfragbar machen soll. sie ist ausdruck eines autoritären staates, in welchem politiker und eliten ihre entscheidungen nicht mehr zu rechtfertigen haben. dieses gedankengut ist abzulehnen, wenn nicht gar zu bekämpfen. ansonsten fällt irgendwann mal der berühmte zacken aus der krone.

die staatsräson erleichtert die einführung und vorbehaltslose übernahme längst widerlegter denkmuster, da sie die frage "wieso tust du das ?" gar nicht erst erlaubt. der fall daschner führt dies ganz klar vor augen. bis 1977 konnte selbst in deutschland das infragestellen der staatsräson eine verurteilung wegen landesverrats nach sich ziehen. der westen ist also auch nur auf dem wege zu einer besseren gesellschaft und keinesfalls eine leitkultur.

spätestens seit der erklärung von sevilla 1986 wurde dieser von dir vertretenen denke der kampf angesagt. sie wendet sich gegen den mißbrauch wissenschaftlicher erkenntnisse zur rechtfertigung von gewalt und unterdrückung mittels verzerrung und falsche auslegung. die erklärung gehört zum festen bordwerkzeug der vereinten nationen ebenso wie die begriffe menschenwürde, politische selbstbestimmung, persönliche freiheit und rechtsstaatlichkeit. dinge, welche du anderen menschenverachtend und zynisch einfach absprichst.
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Nutzer: Falke1983
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geschrieben am: 05.02.2006    um 00:54 Uhr   
Halöchen
du schreibst mich zu früh ab habe nur genug streß im realen leben um mich hier zu verpulvern. im april hätte ich wieder freizeit, dann wird der waffenstillstand aufgehoben.
bis dann
Falke
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