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geschrieben am: 13.01.2000 um 18:00 Uhr
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[b]@ sam und wupel:[/b]
sam, ich denke, du hast wupel mißverstanden - er sagt nicht "nix ist zufall" - im gegenteil, sein gesamtes posting ist ein plädoyer dafür, daß der zufall durchaus möglich ist, da der mensch die fähigkeit hat, den lauf der dinge nach eigenem willen zu beeinflußen ... aber dem stimme ich nicht zu ...
der mensch kann vielleicht in seinem eigenen, kleinen kosmos entscheidungen treffen, die seinen weiteren lebensweg bestimmen - aber selbst dies würde ich nicht als freien willen bezeichnen. denn meine "freien entscheidungen" sind auch stets durch zig andere faktoren bestimmt - meine psychische, physische verfassung, meine umwelt, politische stimmungen, etc. ... du hast einen willen, aber er ist nicht frei ...
zur zeit des absolutismus hätte deine entscheidungsfähigkeit sicher anders ausgesehen als in heutigen tagen, wupel
wenn in brasilien jetzt ein schmetterling mit dem flügel schlägt, dann kann es durchaus gleich passieren, "daß ich auf meine tastatur kotze" - ich denke vielleicht, es war die pizza von "da bruno" - war's wahrscheinlich auch, aber die primäre ursache lag woanders ...
[b]@ sam:[/b]
du wirfst uns vor, emotionalisiert zu schreiben? hmmm, hab meinen beitrag jetzt zweimal durchgelesen - und finde ihn bis auf die letzten "offtopic"-zeilen nicht sehr emotional ...
ich argumentiere genauso wie du, bis auf den unterschied, daß ich keine philosophischen fachtermini kenne und auch auf keine anderen philosophen verweisen kann, weil ich sie nicht kenne - was ich hier niederschreibe, sind meine eigenen gedankengänge ...
ich hebe den begriff der kausalität nicht auf - im gegenteil, ich bin mir bewußt, daß ich in diesem moment auch kausal handle ... du provozierst, ich reagiere ich denke einen gedanken, und dieser führt mich wieder zum nächsten - alles kausal ...
aber ich kann dem schritt nicht folgen, daß hinter der kausalität auch ein übergeordneter sinn stehen muß ... und in der folge, wie der mensch sein leben gestalten sollte, um diesem sinn zu entsprechen ...
ich betrachte das ganze von zwei seiten aus:
ich in meinem kleinen kosmos kann durchaus meiner entwicklung durch eigene entscheidungen eine andere richtung geben - doch kann ich diese entscheidungen nur im rahmen meiner möglichkeiten treffen, sie sind nicht frei ...
betrachte ich alles jedoch in einem größeren rahmen, so sind meine einwirkungen auf ereignisse eher verschwindend - der einzelne mensch wird vielmehr durch größere bewegungen mitgerissen ...
ich sage damit nicht, jeder soll sich zurücklehnen, die arme verschränken und nichts mehr tun, weil man auf die großen entwicklungen sowieso keinen einfluß hat - nein, um sein leben so angenehm wie möglich zu gestalten, sind viele entscheidungsfällungen nötig, und das ist auch gut so ... denn schließlich gehören wir trotz allem zum "großen ganzen" dazu würden wir im kleinen nichts mehr bewegen, käme es auch im großen zum stillstand - zumindest im hinblick auf die menschheit - der kosmos würde sich weiterentwickeln, wie bisher, nur diesmal ohne uns menschen ...
*gruß* ABA |
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