|
|
|
geschrieben am: 20.03.2003 um 13:50 Uhr
|
|
Der Verlust...
Warum sind wir in manchen Hinsichten so schrecklich verletzbar?
Wieso brechen uns manche Dinge so erbarmungslos das Herz?
Wieso tun manche Verluste so unwahrscheinlich weh?
Kennst Du das Gefühl, an einen Menschen so stark zu hängen oder eine Sache so lebensbereichernd und wichtig zu finden, dass Dir der Verlust wie ein Tod vorkommt?
Im ersten Moment, wo sich der Verlust schon unauffällig ankündigt, versucht man wegzusehen, man denkt, es geht vorbei, nimmt die Warnsignale nicht ernst genug.
Manchmal denkt man dann doch darüber nach, was wäre, wenn man auf eine bestimmte Sache oder einen bestimmten Menschen tatsächlich verzichten müsste...
Ein ungutes Gefühl, Angst und Unbehagen machen sich breit,
eine Trauer, die sich noch nicht so recht wagt, voll zu entfalten.
Ich kenne diese Verluste.
Ich hasse das Gefühl, etwas zu verlieren,
was einem so wertvoll geworden ist.
Man fühlt sich nur noch halb, nicht mehr vollwertig.
Ich hasse diesen Todesschmerz.
Stelle Dir alle Dinge und Menschen vor,
die Dir so sehr ans Herz gewachsen sind,
dass Du Dir ein Leben ohne ihnen kaum vorstellen kannst.
Alle Dinge und Menschen, für die es sich lohnt zu leben.
Stelle Dir nun vor, dass Du eine Sache nach der anderen verlierst
bis Du ohne "all dem" da stehst.
Die Dinge oder Personen müssen nicht tatsächlich gestorben sein.
Menschen, die Dich nicht mehr lieben oder verstehen.
Menschen, die Du als Freunde sahst,
die plötzlich keine mehr sind.
Träume, die Du geträumt und gelebt hast,
die einfach zerplatzen.
Phantasien, die nicht mehr ausgelebt und genossen werden können,
weil die Person, die mit Dir diese Träume und Phantasien geschaffen hat, in eine anderen Welt lebt und diese Phantasien nicht mehr braucht.
Wie fühlt man sich dann?
Wenn man nicht wenigstens einen Menschen kennt,
der einen versteht und liebt,
dann glaubt man, ins Bodenlose, ins Unendliche zu fallen.
Der Verlust tut so weh.
Der Mensch wird vorsichtiger.
Oder im negativem Sinne gesehen skeptischer, misstrauischer.
Es fällt schwer, sich noch einmal auf etwas einzulassen.
Man wehrt sich gegen das Gefühl,
dass einem noch einmal eine Sache oder ein Mensch lebenswichtig werden könnte.
Aus Angst vor dem Verlust,
aus Angst vor dem Schmerz,
aus Angst vor Enttäuschung.
„Lieber gar nichts haben, dann kann man auch nichts verlieren“
scheint das neue Motto zu sein.
Aber ist das sinnvoll?
Schmerzen gehören doch auch dazu.
Nur wer wahre Schmerzen empfinden kann,
ist auch in der Lage, wahre Liebe zu fühlen.
Ist es nicht so?
Dennoch empfinden wir es immer wieder als angenehm,
wenn uns jemand hilft, den „alten“ Schmerz zu verarbeiten
durch Verständnis und Liebe,
selbst, wenn uns diese Person zu einem späteren Zeitpunkt selbst Schmerzen zufügt.
Aber ich habe mich entschieden:
Ich will LIEBEN
und nehme das eventuelle Leid dafür in Kauf.
Denn ohne Liebe kann kein Mensch glücklich werden.
Schmerzen jedoch gefühlt zu haben oder auch irgendwann wieder zu fühlen schließt das „Glücklich-Sein“ nicht aus!
Greetz Engelchen
|
|
|
|
|