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geschrieben am: 14.03.2003 um 16:40 Uhr
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Ich erzähle Dir heute eine Geschichte lächelt...
Sie öffnete das Kuvert und zog vorsichtig einen handgeschriebenen Brief heraus.
Als sie ihn entfaltete, fiel ihr eine gepeßte Kornblume entgegen,
die sie behutsam aufnahm und vor sich auf den Schreibtisch legte.
Sie begann zu lesen ...
Liebste Freundin, laß mich dir heute erzählen,
von Jemanden, der dem Wind davon lief.
.. wie auch immer und wo ist ganz egal,
der Wind, den er an diesem Tage erlebte, war unbeschreiblich.
Vorweg gesagt, sei vermerkt, daß er keinen Wind leiden mochte.
Er mochte zwar Drachen steigen lassen und mit dem Parasegel
von den Bergen gleiten (denn es gab diese und jene Winde),
aber welche Winde er tatsächlich
meinte, beschrieb er mir damals so.
"Erinnere dich an diese Winde, die von allen Seiten kommen,
die die Haare zerwühlen und sich in den Kleidern festbeißen, die Staub aufwühlen
und den Sand in die Augen treiben um dich aus der Balance zu werfen,
das sind die Winde, die ich nie leiden mochte."
Liebste Freundin, wie auch immer und wo schien mit einem mal ganz gleich.
Dieser Wind, von dem ich dir erzählen will,
sollte wohl ein ganz besonderer Wind sein.
Dieser Jemand war auf dem Weg zu einem Kornfeld gegangen,
wie auch immer und wo, spielt im Grunde keine Rolle.
Sein Blick hatte sich in den Hochspannungsmasten verfangen
und er bemerkte das Surren der geraden Linien,
die von Mast zu Mast den Himmel zu unterteilen schienen.
Hätten Vögel auf diese strömenden Tonleiter gesessen,
hätte er gewußt, welches Lied der Wind spielt.
So aber erklang nur dieser aufheulende und doch monotone Klang von Mast zu Mast.
Ein weiterer Blick über die Felder verdeutlichten ihm nur,
daß sich das letzte Korn vor der Windstärke verneigte und sich zum Erdreich beugte.
Die Stromleitungen wurden immer lauter, blieben aber standhaft.
Nein, sie schienen dem Wind zu strotzen und beugten sich glücklicherweise nicht.
Die Jacke zerrte flatternd an ihm und stürmte nach vorn.
Eine weitere Böe erfaßte ihn von hinten und ließ ihm die Haare in sein Gesicht wehen.
Für einen Moment sah er nichts mehr.
Er stolperte, liebste Freundin.
Wie auch immer und wo war nicht mehr wichtig.
Er griff nach vorn und fiel auf den Grassaum eines Feldweges.
Die kleinen Graswellen um ihn wurden plötzlich größer
und er schien in dem Meer von Windwellen zu ertrinken.
Strudelte und taumelte weiter und dachte schon,
dass es ihn immer weiter auf das Meer treiben würde.
Türkise und Smaragde eröffneten sich ihm und er starrte gebannt,
die Haare aus dem Gesicht wischend,
auf die Feldergischt, die sich zu ihm herbewegte.
Der Sturm wuchs an, wütete und brüllte.
Er versuchte sich die Ohren zu zu halten,
da er das Windgeräusch nicht mehr ertragen konnte.
Und wie auch immer und wo, meine liebste Freundin.
Irgendwann konnte er nicht mehr standhalten und beugte sich der Gewalt.
Er hockte sich inmitten dieses tobenden Meeres
und lies die Graswellen über sich ergehen.
Ließ es wehen und zerren und zog die Beine nur noch näher an sich dran.
Als es tobte und brauste, schlang er die Hände um die Arme und hielt sich fest.
Nicht, dass er Angst gehabt hätte, liebste Freundin, nein, war es doch eher so,
als wenn er durch den Wind aufgehalten werden würde, und er wollte doch weiter..
eher die Sonne versank |
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!
Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird
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