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geschrieben am: 14.03.2003 um 07:20 Uhr
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Ein kleiner, brauner Teddybär tappte durch den Winterwald. Es war einer von sehr hellem Braun, ein ganz lieber, zotteliger Genosse mit dicken Tatzen und großen, runden Ohren. Wenn du nun denkst, dass das nicht möglich ist, weil ein Teddybär nur ein Teddybär ist, also ein lebloser Gegenstand, der nur irgendwo herumliegen kann und deshalb gar nicht durch einen Wald zu tappen vermag, weil Teddybären nun mal nicht über ihr Teddybärenimage hinauskönnen, dann irrst du dich! Ein Teddybär kann sehr wohl durch den Wald tappen (selbst einer von sehr hellem Braun) und zwar dann, wenn es Menschen gibt, die niemals sagen würden, dass es sowas nicht gibt. Es auch nicht so denken oder empfinden. Der kleine Teddybär (von sehr hellem Braun) tappte also gemütlich vor sich hin, während der Tag sich seinem Ende zuneigte.
Die Schneeflocken fielen sehr dicht und die Bäume waren schon über und über bedeckt von einer flauschig-weißen Schicht. Der kleine Bär war traurig, doch wusste er nicht, dass das, was er verspürte, von den Menschen Traurigkeit genannt wurde. Er steckte eine Tatze tief in den Schnee und zog sie gleich darauf entsetzt wieder zurück, als er feststellte, dass die weiße Masse nicht so warm und kuschelig war, wie sie aussah. "Brumm", sagte er und schüttelte die Flocken, die sofort kalt durch sein Tatzenfell drangen, ab. Ihm war nicht bewusst, dass er brumm gesagt hatte und auch nicht, dass ihm jemand dabei zuhörte. Doch nun sah er ihn, den großen, schwarzen Raben, der vor ihm auf einem Baumstumpf saß, den Kopfschräggelegt hatte und ihn bewegungslosbeobachtete.
"Brumm", sagte der kleine Bär wieder, doch diesmal bewusst und um den Raben - von dem er nicht wusste, ob er gefährlich für ihn war oder nicht - zu begrüßen.
"Warum bist du so traurig, kleiner Bär", krächzte der Rabe, und der kleine Bär ballte seine kleinen Tatzen zu Fäusten und rieb sich damit sein Bärenschnauzi, schaute den Raben an und fragte leise: "Was ist traurig?".
Der Rabe schien zu überlegen, verdrehte die Augen zum Himmel und stieg auf seinen Rabenfüßen hin und her. "Traurig ist, wenn man so dreinschaut wie das kleine Mädchen, das mir jeden Tag Nüsse aufs Fensterbrett gestreut hat. Sie hat immer mit mir gesprochen, mich ihren lieben schwarzen Raben genannt. Ihr Lächeln war für mich das Schönste auf der Welt. Glaub mir, kleiner Teddybär, wenn einem das Schönste, das man auf der Welt hat, genommen wird, weiß man, was Traurigsein heißt.
Ja, auch ich bin traurig, genau wie du und genau wie das kleine Mädchen, das mein Ein und Alles war".
Der kleine Bär, der sich immer noch sein Schnauzi rieb, um seine Tatzen plus Schnauzi warm zu halten, hatte die Ohren gespitzt und hörte dem Raben aufmerksam zu.
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Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!
Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird
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