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Nutzer: Csardas
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geschrieben am: 12.10.2002    um 14:43 Uhr   
(zitat)Oder geht es Straftätern doch zu gut? Werden sie zu sehr "gehätschelt"?
Sie haben im Knast doch eigentlich (fast) alles, was man so braucht - Fernseher, Anlage, Bücher und wenn ich richtig informiert bin, sogar Computer?(/zitat)

War eigentlich schon mal jemand von euch in einem Gefängnis? Weiß jemand aus erster Hand, wie es in einem Gefängnis ist? Vermutlich eher nicht, wenn ich euch so schreiben sehe.

Ich erzähle euch gern einmal über die deutschen Gefängnisse. Ja, man hat sowohl TV, Radio als auch Bücher. Denn es gibt ein Recht auf Information, dass nicht einmal einem Gefangenen abgesprochen werden kann. Computer gibt es ebenfalls, jedoch nicht in den Zellen. Man soll es nämlich nicht glauben, manche wagen sich doch wirklich, im Knast eine Ausbildung zu machen und hier gehören Computerkenntnisse eben dazu.

Es ist sogar so, dass man mit der Arbeit (Strafgefangene müssen arbeiten oder eine Ausbildung machen) Geld verdient. Etwa 6 € am Tag. Davon werden teilweise Schulden getilgt und vom Rest werden 50% als sogenanntes Übergangsgeld einbehalten. Vom Rest kann man sich grundlegende Dinge wie Tabak, Kaffee, Obst und auch Pflegemittel kaufen, die dann um 40 teurer sind als "Draußen".

Das Übergangsgeld hat denn Sinn, dass man bei der Entlassung ein wenig flüssig ist und vielleicht einen Neuanfang machen kann.

Aber, was ist denn nach der Entlassung. Man steht mit Sack und Pack auf der Straße. Oft hat sich die Familie abgewandt und niemand holt einen ab. Wohin gehen? Es gibt viele Organisationen, die sich nach der Haft um die Gefangenen kümmern; aber das wird einem in den seltensten Fällen mitgeteilt. Man steht also da, mit nichts, als der Tasche in der Hand, ein paar Klamotten auf dem Leib und ein paar € in der Tasche.

Ich beging eine Straftat, man nennt es Betrug in einem schweren Fall, die mit zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Mit mir zusammen auf der Zelle war jemand, der einen Menschen umbrachte und dafür zwei Jahre wegen Totschlags bekam. Ein Menschenleben ist weniger wert, als der schnöde Mammon.

Ich weiß, dass ich nie wieder ein Gefängnis von innen sehen werde, denn ich hatte Glück und meine Familie mir bei dem Neuanfang geholfen hat.

Was aber macht der Mensch, der niemanden hat? Ich habe mich damals mit vielen unterhalten, warum sie wiederholt eingefahren sind. Soll ich euch die Antwort verraten? "Es war kalt, ich hatte Hunger, war müde, wusste nicht, wohin - hier ist es warm, ich habe zu essen, ein Bett und weiß, wo ich hingehöre."

Und ich frage euch nun ernsthaft! Wieviel Schuld haben Staat und Gesellschaft an der hohen Rückfallquote?!

Diese Ausführungen gehörten zwar nicht unbedingt zum Eingangsthema; es lag mir jedoch auf der Seele, das mal loszuwerden.
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Nutzer: unterstanding
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geschrieben am: 12.10.2002    um 16:25 Uhr   


Todesstrafe für Mörder?

Ich selber, bin gegen die Todesstrafe, denn ich will eine Gegenleistung von der jeweiligen Person, die ein Unrecht getan hat. Ich will das diese Person, so bestraft wird, indem alle normalen Freiheiten ihr entzogen, werden und zwar so vollkommen, dass das Leben für sie eine Qual wird.
Stoppppp.. ich rede nicht von Quälen und Foltern, nein ich meine der Entzug, der vielen Kleinigkeiten, die uns unser Leben so lebenswert machen und erleichtern, diese Sachen gehörten alle entzogen und zwar total.
Das fängt an mit Radio, Genussmittel von Tabak bis zu Süßigkeiten ... ...
Fernseher, Spieleabende, Veranstaltungen .. usw. usw. usw
Der Gefangene sollte nicht mal etwas zu lesen bekommen, naja außer vielleicht die Bibel.

Er soll sich mit sich selber Quälen, soll mit der Dauer des totalen Alleinseins und Abgeschiedensein von allem, selbst verfluchen.
Er soll mit der länger werdenden Haftzeit, sich immer mehr Wünschen, selbst tot zu sein.


poree
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Nutzer: Gast_nikita
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geschrieben am: 12.10.2002    um 16:59 Uhr   
@understanding diese vorstellung finde ich pervers
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Nutzer: Gast_tinkerbell
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geschrieben am: 12.10.2002    um 17:56 Uhr   
(zitat)@understanding diese vorstellung finde ich pervers(/zitat)

ich auch!

@Understanding: Bitte sorge bloß dafür, daß auf diese Weise Bestrafte nie wieder in Freiheit gelangen..am besten, Du mauerst sie gleich ein...denn mit dieser Art des Strafvollzugs wirst Du niemanden dazu bringen, seine Taten zu bereuen...geschweige ihn resozialisieren...

Du willst keine Folter? Genau das stellst Du hier aber vor. Du weißt, daß jemand, der in einem Isoliertank sitzt, der keinerlei Sinnesreize zum "Insassen" durchläßt, innerhalb von wenigen Tagen (wenn er überhaupt so lange braucht) verrückt wird?
So groß ist der Unterschied bei Deiner Art der "Bestrafung" auch nicht..


und: (zitat)denn ich will eine Gegenleistung von der jeweiligen Person, die ein Unrecht getan hat(/zitat)
Wo ist da die Gegenleistung? Davon hat doch keiner was, weder der Staat, die Angehörigen, noch profitiert der Gefangene im Sinne einer Läuterung davon....

In meinen Augen ist das Folter. Nichts anderes.

Ich halte sicherlich nichts davon, einem Mörder oder Vergewaltiger aufgrund fragwürdiger Gutachten einen Teil der Strafe zu erlassen...aber glaub mir, so angenehm der hiesige Strafvollzug klingt, es ist schon was ganz anderes, ob man in einer Zelle sitzt, oder wirklich frei ist..Fernseher hin, Zigaretten zurück. Darüberhinaus haben die Gefangenen ein Budget, aus dem sie solche Sachen bezahlen müssen....ist keine Kohle für Tabak da, gibts halt nix. Und sollen sie letztlich nicht auch lernen, mit dem zurechtzukommen was sie haben, ohne dafür die Omma von nebenan abzumurksen?

Ich denke, Dein Beitrag ist aus dem Bauch heraus geschrieben...man will, daß der Verurteilte leidet, mindestens ebenso wie sein Opfer. Ich fühle da genauso. Aber umsetzen? Wie soll das gehen... Auge um Auge, Zahn um Zahn ist mit dem Alten Testament gottseidank gründlich aus der Mode gekommen...

Gruß

tinker
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Nutzer: Gast_nikita
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geschrieben am: 12.10.2002    um 18:03 Uhr   
*tinker mal heftig zustimmt*
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 12.10.2002    um 18:14 Uhr   
danke tinker

hast mir viel Schreibarbeit abgenommen. ;-)

Jeder Verbecher soll prinzipiell die Chance zur Resozialisierung erhalten. Nur mangels Läuterung bzw. wenn
ein Triebtäter nicht therapiefähig ist, überwiegt der Schutz der Gesellschaft und der Täter darf nicht wieder
freigelassen werden.

Lama
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Nutzer: unterstanding
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geschrieben am: 12.10.2002    um 18:32 Uhr   
Hi Tinker....
Ja so ungefähr hast du recht, es ist aus dem Bauch raus geschrieben,
er soll büßen – Leiden – Bereuen.
Bin im Waisenhaus aufgewachsen und dort durch eben diese Schule durchgeprügelt worden, aber das ist Nebensache, wollte nur verdeutlichen, woher ich diese Argumente und Ansichten her hab.

Sag mir wo es eine Bestrafung sein soll, wenn man ihn, den Mörder noch bedauert, ihm das Gefühl gibt, er selbst ist ja auch ein Opfer und ihn auf den Pfad der tugend heben will mit Resozialisierungen und so.
Ihm wird doch letztendlich mehr Hilfe zugestanden, als den Angehörigen der Opfer selbst, die werden gleich vergessen.

(zitat) Wo ist da die Gegenleistung? Davon hat doch keiner was, weder der Staat, die Angehörigen, noch profitiert der Gefangene im Sinne einer Läuterung davon.... (/zitat)

Keiner will etwas davon haben oder Profitieren, es soll eine Strafe sein, die ebenbürtig ist, gegenüber des Verbrechens eines Mordes, er soll Sühnen.

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Nutzer: Csardas
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geschrieben am: 12.10.2002    um 18:36 Uhr   
Es war zu erwarten, dass auf meinen Beitrag niemand eingeht. abfällig abwinkt
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Nutzer: Gast_BlueLama
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geschrieben am: 12.10.2002    um 18:44 Uhr   
(zitat)Keiner will etwas davon haben oder Profitieren, es soll eine Strafe sein, die ebenbürtig ist, gegenüber des
Verbrechens eines Mordes, er soll Sühnen. (/zitat)

Genau das ist dein Denkfehler, understanding.

Leider wird "Sühne" allzuoft als abstrakte Gerechtigkeit übersetzt: Wer etwas Böses getan hat, soll selbst was Böses erleiden, damit irgendein abstraktes Gleichgewicht wiederhergestellt ist.
Genau das darf aber nicht Ziel der Strafe sein, denn da wird Strafe zum Selbstzweck und damit zur Ideologie im negativen Sinne.

Lama
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"Autor"  
Nutzer: Csardas
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geschrieben am: 12.10.2002    um 19:07 Uhr   
Wenn du das als Selbstmitleid gelesen hast, ist dem ohnehin nichts mehr hinzuzufügen. Die Frage war, ob ihr überhaupt wisst, worüber ihr redet, wenn ihr von "schlaffem Strafvollzug" schreibt!
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Nutzer: understanding
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geschrieben am: 12.10.2002    um 19:37 Uhr   
@Lama,

Denkfehler hin oder Denkfehler her, jeder hat so seine eigenen Ansichten und Meinungen, die er auch Sagt und vertritt, aber dafür bei diesem Thema einen gemeinsamen Konsens zu finden, dafür gibt es ja eben diese Diskussionen hier und ich bin der letzte, der meint ER müsse recht haben, sage ja nur was Ich denk, was man machen sollte.

@Csardas

(zitat)Die Frage war, ob ihr überhaupt wisst, worüber ihr redet, wenn ihr von "schlaffem Strafvollzug" schreibt!
Csardas(/zitat)

Einen schlaffen Strafvollzug gibt es nach meiner Meinung eigentlich nicht, aber bei manchen Delikten einen zu wenig auf die Straftat Bezogenen, weil da vieles über einen Kamm geschert wird.

@Fratz............
Warst du mit meiner Antwort zufrieden?
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 12.10.2002    um 22:54 Uhr   
@understanding
würdest du deine wünsche durchsetzen können, könntest du damit rechnen, vor den internationalen gerichtshof zu kommen und wegen folter und verbrechen gegen die menschlichkeit zu einer langjährigen strafe verurteilt zu werden - allerdings harmlos im verhältnis zu dem, was du so wünscht.
@csardas
ich fand deinen beitrag notwendig, einfach um auch mal darauf hinzuweisen, dass eben gefängnis wohl doch nicht das schlaraffenland ist, als dass es hier manche darstellen wollen.
@fratzmausi
es ist grad wohl typisch für dich, dass du die intention von csardas so einseitig interpretierst
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Nutzer: Vulcania
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geschrieben am: 13.10.2002    um 08:19 Uhr   
(zitat)Verfassung des Landes Hessen
vom 1. Dezember 1946
..
Art. 21 [Freiheitsstrafe; Todesstrafe]
(1) Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, so können ihm auf Grund der Strafgesetze durch richterliches Urteil die Freiheit und die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen und beschränkt werden. Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.
(2) Die Strafe richtet sich nach der Schwere der Tat.
(3) Alle Gefangenen sind menschlich zu behandeln.
..(/zitat)zum zeitpunkt, als die hessische verfassung mittels volksentscheid beschlossen wurde, existierte die bundesrepublik deutschland und somit das grundgesetz noch nicht. sie stammt aus einer zeit, da der krieg und seine folgen noch frisch im gedächtnis waren. die todesstrafe sollte vor allem als abschreckung dienen, da es immer noch einzelne randgruppen gab, die die ideologie des nationalsozialismus vertraten, deren auslebung somit verhindert werden sollte. die hessische verfassung ist eher aus historischem denn rechtlichem blickwinkel zu betrachten und wird derzeit überarbeitet. soviel dazu ..

ich bin gegen die todesstrafe .. denn mord bleibt mord .. sei es nun aus individuellem niederen trieb oder auf staatliche anordnung ..

es können immer irrtümer entstehen .. und auch nur einer in dieser hinsicht wäre mir persönlich zu viel ..

V.
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
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Nutzer: Robin_Hood
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geschrieben am: 13.10.2002    um 17:00 Uhr   
hm, eigentlich darf es das gar nich geben ...
ich mein, über leben und tot entscheiden darf ja eigentlich nur gott kein idiot der sich bush nennt oder andere richter ...

naja ...
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Nutzer: understanding
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geschrieben am: 13.10.2002    um 18:11 Uhr   
@ tiroxxx

Meine Vorstellungen von Sühne sind krass, ich weiß, aber eben, sind "nur Meine", sagte nie man soll es so tun, sondern "Ich" würde ... bla bla bla ... das ist unser Dissens

Also ist’s nur eine Vorlage zum Diskutieren und abwägen, was man davon verwenden kann oder vielleicht soll!

@ Vulca ... + Mindyane
Müsst ihr euch hier aufführen wie die kleinen Kinder?
Dachte hier ist ein ernstes Thema!
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 13.10.2002    um 18:52 Uhr   
@understanding
selten hab ich eine merkwürdigere argumentation gehört: du weißt, dass deine vorstellungen so daneben sind, dass sie besser keiner nutzt....ja, wenn du so denkst, warum behältst du sie nicht einfach für dich?
allerdings hast du sicher genügend seelenverwandte, die ebenso denken und nach eigenem gusto (z.b. politisch andersdenkende) menschen quälen und morden

@nebenthema
halte ich mich lieber zurück, abgesehen davon, dass es gerade bei diesem thema bestimmt anderes gibt, worüber einem das "kotzen" (widerliches wort) kommen könnte
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Nutzer: Gast_tinkerbell
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geschrieben am: 13.10.2002    um 19:42 Uhr   
mir reicht es langsam ebenfalls....solltet Ihr Eure Sticheleien und Provokationen, die absolut nichts mit dem Thema zu tun haben, nicht sein lassen können, werde ich mir nicht weiter die Mühe machen, jeden OT-Beitrag einzeln zu löschen....dann werde ich einfach die Beiträge unter Nick/Deiner IP löschen....dabei würden dann leider auch sinnvolle Beiträge (bitte an die anderen: spart Euch jeden Kommentar dazu) gelöscht werden.

Stutenbeißerei jeder Art ist hier unerwünscht

Solltest jemand damit ein Problem haben, bitte im Chat ansprechen...HIER hat ne Antwort darauf nichts zu suchen!

tinker



Geändert am 14.10.2002 um 00:02 Uhr von Tinkerbell
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Nutzer: understanding
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geschrieben am: 13.10.2002    um 20:30 Uhr   
@tiroxxx
Hör mal tiroxxx, BO hatte gefragt, ich geantwortet.
Du sagst du hast eine andere Meinung wie ich, das akzeptier ich und gab ja auch zu, wie krass meine Gedanken sind.
Aber du sagst ich soll still sein und beleidigst mich, indem du mich zu Randgruppen zuteilst die unter der gürtelliene im Menschlichen liegen.
Bravo, bist ein super Diskussionsteilnehmer . . . Respekt, mir Folter vorwerfen, aber selber die Grundrechte mit Füßen treten, super, echt spitze tiroxxx
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 13.10.2002    um 20:52 Uhr   
ich habe dir eine frage gestellt, understanding (zitat)du weißt, dass deine vorstellungen so daneben sind, dass sie besser keiner nutzt....ja, wenn du so denkst, warum behältst du sie nicht einfach für dich?(zitat) und wenn du mit dem verstehen dieser frage überfordert bist, ist eine diskussion tatsächlich sinnlos...und ich werfe dir nicht folter vor (was, so hoffe ich, ja auch nicht den tatsachen entspräche) sondern ich werfe dich vor und verurteile dich dafür, dass du folter forderst!
versuch am besten erst einmal, das gelesene zu verstehen, bevor du antwortest, ok?
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Nutzer: Gast_tinkerbell
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geschrieben am: 13.10.2002    um 22:07 Uhr   
grummel...könntet Ihr Euch aufs Thema beschränken? ansonsten muß ich den Thread leider abschließen...
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"Autor"  
Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 13.10.2002    um 22:18 Uhr   
das kein thema sich absolut streng nur an den titel halten kann, ist jedem denkenden menschen wohl einsichtig. wenn hier also nicht nur über todesstrafe sondern auch über folter und andere unmenschliche strafen diskutiert werden, so ist das gewiß dem thema zugehörig, tinker!
mehr jedenalls als deine eigenen letzen beiträge, die sowohl mangelnde objektivität als auch mangelnden sachbezug aufweisen.
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"Autor"  
Nutzer: BöhseOnkelz
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geschrieben am: 21.10.2002    um 08:44 Uhr   
Gestern Jemand den Bericht über den Schmökel gesehn? Focus TV oder Spiegel TV weiß nicht mehr (scheiß Gedächtnis)
Vergewaltigung, 6 Fluchten aus der Anstalt, Mord erneute Vergewaltigungen...
Und den sein Zimmer ist besser ausgestattet als meins...

was soll sowas? Kann ich einfach nicht verstehn...
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"Autor"  
Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 21.10.2002    um 14:52 Uhr   
Vor 10 Jahren, im Juli 1992, wurde Tim Titsworth verhaftet, nachdem ihm zur Last gelegt wurde, dass er kurz zuvor unter schwerem Drogeneinfluss seine Freundin Christine Marie Sossaman im Affekt getötet hatte.

Tims Werdegang bis zu diesem Zeitpunkt ist die Geschichte eines verzweifelten Kindes. Der Vater beging Selbstmord, nachdem er die Stiefmutter getötet hatte. Tim war damals vier Jahre alt. Der neue Freund der Mutter schlug Frau und Stiefkinder, die Mutter selbst war Alkoholikerin. Den Großteil seiner Kindheit verbrachte Tim in Bars und Autos, denn. die Familie zog von einem Ort zum anderen. Die Mutter hatte sich schließlich von dem gewalttätigen Stiefvater getrennt. Es gab für Tim kaum Möglichkeit, ein Fundament aufzubauen oder psychische Stabilität zu entwickeln.

Durch das Nomadenleben und die ständige Angst, der Stiefvater könnte die Familie finden, bestand keine Chance für ihn, Freundschaften zu knüpfen oder Schulabschlüsse zu erwerben. Bereits mit elf Jahren begann er, sich mit Drogen zu betäuben. Da die Mutter zu sehr mit ihren eigenen Sorgen und Nöten beschäftigt war, konnte sie ihrem Sohn nicht geben, was der Heranwachsende brauchte. Tim rutschte von Tag zu Tag tiefer in die Drogenwelt und Beschaffungskriminalität ab. Dabei suchte er verzweifelt nach dem Sinn des Lebens, den er allerdings nie finden konnte.

Als Tim mit 20 Jahren die Beziehung zu Christina begann, empfand er das erste Mal so etwas wie Geborgenheit in seinem Leben. Diese Beziehung war sehr intensiv. Tim liebte sie wirklich, doch auf Grund der vielen eigenen Defizite war er nicht in der Lage, dieser Beziehung Stabilität und Bestand zu geben. Hinzu kam, dass auch Christina Probleme mit Alkohol hatte. Als die beiden immer öfter stritten und Tim das erste Mal auszog, suchte er wieder Trost in Drogen zu finden. Tim war nun ganz unten angekommen. Er pumpte so ziemlich alle Mittel in sich hinein, die betäuben konnten.

An jenem verhängnisvollen Abend, stand Tim wieder unter Drogen. Als er seine Sachen aus Tinas Wohnung holen wollte und sie dies nicht zuließ, kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung. Im Zuge dieses Streites erschlug Tim seine Freundin. An den Tathergang erinnert er sich nicht mehr, nur an das Erwachen kurz danach und an das Blut um ihn herum. Völlig verwirrt in seinem Drogenrausch verließ er den Tatort. Er nahme ihre Kreditkarten mit und auch ihr Auto, er brauchte nun neue Drogen, um das Unfassbare zu verdrängen.

Drogen sind keine Entschuldigung für solch eine Tat und sie rechtfertigen nichts. Dennoch sollte der Drogeneinfluss eine Rolle spielen, wenn es um einen 20-Jährigen geht, dessen Lebensumstände alles andere als förderlich waren. , Tim war bis zu diesem Zeitpunkt nie gewalttätig gewesen und stand zur Tatzeitkomplett unter Drogen, so dass er keinesfalls als voll zurechnungsfähig gelten kann. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Todesurteil in seiner Grausamkeit mit der Grausamkeit der Tat zu vergleichen.

Nach seiner Verhaftung und während des ersten Verhörs musste man Tim mehrfach „wecken“, weil er immer wieder einschlief und beinahe vom Stuhl fiel. Bei allen Aussagen, die man aus ihm „herauspresste“, benutzte er das Wort „Wir“, für ihn lebte seine Freundin noch. Tim war nicht einmal in der Lage war, seinen Namen zu nennen, das freilich wurde nie vor Gericht erwähnt. Beinahe wäre Tim ohne anwaltliche Vertretung gewesen, als es im November 1993 zum Prozess kam, denn sein damaliger Anwalt hatte sein Mandat längst niedergelegt, ohne dass Tim davon wusste. Erst ein paar Wochen vor Beginn des Prozesses stellte der Richter fest, dass Tim keinen Verteidiger an seiner Seite hatte. Der neue Verteidiger, der auf die Schnelle bestellt wurde, hatte so kurz vor dem Prozess überhaupt keine Chance, Tims Leben darzustellen und eventuell mildernde Umstände geltend zu machen. Das Verfahren war dann dementsprechend kurz und bündig. Das Todesurteil war nur noch eine logische Folgerung.

Tim hat ohne Zweifel eine Straftat begangen und eine angemessene Strafe verdient. Der Drogenkonsum mag eine Erklärung für sein Handeln sein, ist aber keine Entschuldigung dafür. Seit nunmehr fast 10 Jahren verbüßt Tim seine Strafe in Texas, Polunsky Unit und wartet auf seine Hinrichtung. Immer den Tod vor Augen, hat ihn der Staat nicht nur zum Tode, sondern auch zu lebenslanger Haft unter erschwerten Bedingungen verurteilt. Für Tim bedeutet das, täglich 23 Stunden Isolationshaft




Wer auch immer sich die Mühe macht, dies zu lesen, muß sich fragen, wie klar Opfer und Täter zu benennen sind und ob "Schuld" wirklich so einfach beurteilt werden kann.

Celestine
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"Autor"  
Nutzer: NewModelNo_15
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geschrieben am: 21.10.2002    um 19:39 Uhr   
Ich denke diese Sache war einfach ein ausnahmefall.
Es gibt genung Straftäter mit "heilen" Familien.Ich denke die Todestrafe ist nicht so schlecht. Immerhin muss man sich fragen, ob es besser ist nach 10 Jahren Knast weiter zuleben. Und immehin, inhaftierte Straftäter kosten den Staat Tausende von Euro die von den Steuerzahlern bezahlt werden müssen. die deutschen Knäste sind sowieso ein Witz, mehr Urlaub als etwas anders. Von daher wieso nicht die Todestrafe? Ich denke bei Morden und Vergewaltigungen is das gerechtfertigt wenn es sowas gibt
MFG Johnny
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 21.10.2002    um 20:11 Uhr   
Ich finde es ziemlich zynisch, im Zusammenhang mit dem Tod eines Menschen über Rentabilität zu sprechen.

Abgesehen davon, läßt sich auch dieses Argument mit Fakten entkräften. Aufgrund der vorgeschriebenen Berufungsinstanzen liegen zum Beispiel in Texas die Kosten für eine Hinrichtung wesentlich höher, als die Kosten für lebenslange Haft.
($2,3 Mio. - mehr als dreimal so hoch wie in dem Fall, wo der Angeklagte 40 Jahre in Einzelhaft auf höchster Sicherheitsstufe untergebracht würde.)


Celestine
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