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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 04.08.2005    um 17:47 Uhr   
gewiß wird jeder geprägt von seiner vergangenheit und viel verdrängtes wirkt versteckt und ist damit gar nicht so recht zu fassen. und es trifft sicher auch zu, daß der mensch sich gern eine rosa schutzbrille aufsetzt, weil sich wohl keiner gern eingesteht, bewußt etwas als falsch erkanntes zu tun. dieses eingeständnis wiederum bedeutet auch die verpflichtung, das zu vermeiden oder gar die volle verantwortung zu übernehmen.
und dann hätten wir wohl eine andere gesellschaft. darin, in der annäherung an das humanistische ideal, besteht doch der traum des wetsens.
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 04.08.2005    um 20:47 Uhr   
ohohoho !!! Der Traum des Westens ???? Versteh ich dich richtig trotz vertippsler???
Der Traum des "Westens" sei die Annäherung an das humanistische Ideal ????
In Bayern würd man jetzt sagen "mei liaba" da hängst du dich aber aus nem ziemlich kleinen Fenster gefährlich weit raus !! ggg
Wenn wir denn davon ausgehen, das es einen Traum des Westens gibt,dann ist es doch wohl eher der Traum von der unendlichen,unbegrenzten Maximierung des Gewinns oder allenfalls noch der Traum von der jederzeitigen Verfügbarkeit aller Dingen,aber doch nicht wirklich der Traum vom humanistischen Ideal !!!!
Oder ist George W. aus humanistischen Gründen zum Retter des Irak geworden,oder sein Vater aus edlen dem humanistischen Ideal geschuldeten Gründen,dem korrupten Kuwaitischen Herrscherhaus zur Seite gesprungen???
Diese Reihe -das weisst du sehr genau- liesse sich beliebig lang fortsetzen..Fängt so ungefähr bei den Kreuzzügen an, geht weiter mit der"Missionierung" der Indianer (jedenfalls der paar die wir am Leben liessen), Boxeraufstand in China,Kolonialisierung Afrikas,Sklaverei,3.Reich,Korea Vietnam......unvollständig und nicht unbedingt chronologisch aber schon jetzt klar was ich meine??
Auch in Europa - falls du das mit "dem Westen" meintest,ist das humanistische Ideal im besten Fall-möglichst nicht störendes-Beiwerk und nicht vorrangiges Ziel des Strebens,weder des einzelnen noch der Mächtigen.
Die Annäherung ans Humanistische Ideal bleibt also immer nur der Traum einer Minderheit,die sich aber nicht in Nord-Ost-Süd-West Kategorien spalten lässt.
Beleg dafür sind doch auch die Nennung der Persönlichkeiten hier, die sich nicht an ihrer Herkunft,noch ihrer Religion,Sozialisation,oder gar Hautfarbe festmachen.(siehe ziemlich weit oben ggg).

Nun zum Verdrängen, Rosa Brille etc. ...
Auch wer ein Meister in der Kunst des Verdrängens ist,weiss sehr wohl wo er sich falsch oder richtig verhält, er lässt es nur nicht an die Oberfläche kommen.Doch die Hoffnung sich dadurch aus der Verantwortung stehlen zu können funktioniert nur auf den ersten Blick.
Vorwürfen anderer zu entgehen ist recht leicht, aber seinen eigenen (Selbst-)Vorwürfen zu entfliehen ist schlicht unmöglich.
Das Gewissen ist wie ein Schatten, nur im andauernden und absoluten Dunkel kannst du ihm dauerhaft entkommen.
n'est ce pas?


Zum guten Schluss: vieles was ich hier schreibe liest sich vielleicht überheblich oder so.... aber:
Ich weiss, dass ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen habe und das ich hier nur meine persönliche Sicht der Dinge versuche auszudrücken.Manchmal gelingt mir das besser manchmal schlechter.
Im übrigen hab ich grad mal nen Hauptschulabschluss und komme schon deshalb nicht auf die Idee ich wüsste mehr als andere (oder wäre schlauer oder so nen Quatsch).Vielleicht stelle ich nur ab und an noch 'ne Frage mehr ans Leben als einige.
Im übrigen gelingt es mir selber auch nur sehr bedingt das was ich als (für mich) richtig erkannt habe auch im realen Leben 1:1 umzusetzen.

Noch was @chaser.Kann es vielleicht auch an unserer Gesellschaft (sozio-kulturelles Umfeld) liegen, das wir so schlecht in der Lage sind Fehler und Schwächen (selbst nur vermeintliche,also nicht erkannte,sondern vermutete) einzugestehen. Liegt es an unserem Streben nach perfektem funkfionieren das wir Abweichungen von der Norm bei uns selbst wie auch bei anderen so schnell in Bausch und Bogen verdammen, statt uns damit offen auseinander zu setzen??
Mehr fragend als antwortend grüsst
DerUnhold

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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 04.08.2005    um 21:59 Uhr   

sagen wir so : humanistisches ideal = demokratie und rechtsstaat und damit mündige bürger.

schon eisenhower warnte in seiner abschiedsrede klar und ausdrücklich vor dem militärisch-industriellen komplex und damit vor den gefahren des kapitalismus. und er warnte stets vor dem militär, stellte gar eine stehende truppe in frage, weil diese letzten endes eine gefahr der demokratie sei, da sie sich selbstredend selbst erhält. heute gibt die USA mehr aus für die rüstung als für alle anderen sektoren.
seine schon damals überaus erstaunliche warnung zeigt, welchen weitblick dieser mann hatte.
die DASA hat hier in europa eine ähnliche schlüsselfunktion.

zur drohenden instanz des gewissens kann ich nur ja sagen. und ich denke, daß wir eher bei anderen die abweichungen erkennen wollen als bei uns selbst. stand doch schon in der bibel der spruch mit dem zeuchs in den augen..
das sehen wir doch bei vielen führungspersönlichkeiten von friedensbewegungen und sozialen bewegungen : die meisten sind alles andere als ohne fehl und makel :-)

den quali hab ich auch ;-) und auch die diskussion über werte besagt noch lange nicht, daß die mit den besten argumenten die besten menschen im sinne des umsetzens sind oder die mit den schlechtesten argumenten die schlechtesten menschen. nobody is perfect :-)

ich denke es liegt an egoismen und kurzfristigen materiellen vorteilen, die uns so denken und handeln lassen. und natürlich an einem falschen ehrverständnis. somit sind es sicher gesellschaftlich anerzogene muster.
"primitive" völker ohne eigentum leben schließlich anders und in mancher hinsicht besser als die zivilisierten besseren.
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