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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 24.06.2006    um 23:45 Uhr   
Die warmen Hände auf seiner kühlen Haut fühlten sich ungewöhnlich intensiv an. Erst jetzt bemerkte er, dass er schon lange nicht mehr von einem Menschen so berührt worden war. Egal, wie wenig Liebe ein solches Geschöpf einem Unsterblichen wie ihm entgegen brachte, die Berührungen waren von unglaublicher Zärtlichkeit, obwohl es warscheinlich gar nicht beabsichtigt war. Lucien schloss seine Augen und spürte jede Bewegung der Finger, wie sie über seine Brust, die Schlüsselbeine und den Hals hinauf zu seinem Gesicht strichen. Als er jedoch fühlte, wie Felice neugierig über seine Lippen streichelte, setzte er einen sanfte Kuss auf die Fingerspitzen. Er konnte nicht sagen, warum er das tat, es war ein innerlicher Drang, dem er da nach kam. Vorsichtig hob er eine Arm an und legte seine kühle, schmale Hand in den Rücken des jungen Mailänders um ihn näher an sich zu ziehen. Er musste ihn nun so nah spüren. Das Klopfen des Herzens und der lebendige Geruch machten den Jungen sehr anziehend. Langsam öffnete er wieder seine Augen und sah dem Italiener direkt entgegen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 25.06.2006    um 00:06 Uhr   
Wie ungewöhnlich es doch war, dass der Ältere ihm absolute Narrenfreiheit gewährte. Lucien schien mit allem einverstanden zu sein, was man ihm entgegen brachte und irgendwie empfand er dies im Moment mehr als angenehm.
Die Berührungen, die zärtlich über seine Haut gesetzt wurden waren sehr wohl vollkommene Absicht. Nie würde er den Älteren unsanft anfassen, dazu mochte er ihn doch viel zu sehr, auch wenn er dies selbst noch gar nicht wirklich wusste.
Kurz weitete er die Augen als Lucien ihm unverhofft einen Kuss auf die Daumen hauchte. Dieser angenehme Schock hielt sogar noch an, als er zunehmend den kühlen Leib des anderen an dem seinen spürte. Sein Herz schlug schneller als erwartet, denn diese Situation war eine der wenigen die ein Mensch im Leben erleben durfte. Den Blick den er dabei geschenkt bekam erwiderte er nicht direkt, denn seine Aufmerksamkeit lag da doch mehr auf die Dinge, die er tat. Doch irgendwann entspannte er sich schnell wieder, sodass die Daumen die Lippen verließen und die Hände zärtlich weiter wanderten. Über den Ohren hinweg glitten seine Finger in das ebenso schwarze Haar. Gänzlich fuhr er der Länge nach, bis er kein Gefühl mehr hatte und seine Arme sich kurz auf die Schultern von Lucien absenkten, bevor er sie zurückzog.
Zufrieden lächelte er.

„Danke, das war sehr erfüllend!“
Wisperte er vorsichtig.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 25.06.2006    um 00:17 Uhr   
Er ließ den jungen Mailänder vollkommen gewähren. Felice müsste sich keine Sorgen um falsches oder unangebrachtes Verhalten machen. Erst, als er von sich aus seine Arme zurückzog, lächelte Lucien charmant und wisperte ihm ins Ohr:
"Und, wie fühlt sich ein Unsterblicher an?" Ganz bewusst nahm er dabei seine Hand nicht vom Rücken des Italieners, denn auch für ihn war es ein unglaubliches Erlebnis. Jeder andere seiner Art hätte wahrscheinlich schon lange die Kontrolle über sich verloren und in Felice nicht mehr, als Nahrung gesehen, aber der Schwarzhaarige genoss es wirklich in seiner Nähe zu sein. Er kam noch nicht einmal auf den Gedanken von seinem Gegenüber zu trinken. Langsam ließ er seine Hand über den ebenen Rücken des Jungen streicheln. Die Wärme und die besondere Beschaffenheit der Haut faszinierten ihn ungemein. Wie es wohl sein würde noch einmal selbst ein Mensch zu sein? Zu fühlen wie ein Mensch? Er unterdrückte das Seufzen, das ihm bei diesen Gedanken über die Lippen huschen wollte und drückte Felice stattdessen noch ein Stück näher an sich.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 25.06.2006    um 00:34 Uhr   
Selbst jetzt schien Lucien keine Anstalten zu machen ihn wegzudrücken, nachdem er seinen Wunsch erhalten hatte. Nein, anscheinend genoss der Vampir seine Nähe, obwohl er sich nicht erklären konnte, was an ihm so anders sein sollte als an anderen Menschen. Doch die Worte nah an seinem Ohr und die Tatsache, dass er Lucien durch das andrücken noch intensiver spürte ließ ihn jene Gedanken wieder schnell vergessen.
Felice schluckte schwer und wendete den Blick leicht verlegen ab, immerhin war auch dies nicht ganz normal. Sie standen fast eng umschlungen in diesem See und machten seltsame Dinge. Sein Vater würde ihn dafür nun windelweich prügeln.

„Er fühlt sich nach mehr an.“
Erm, hatte er das gerade etwa wirklich gesagt?

„Ich meine damit, dass ich dich noch immer sehr interessant finde. Ich glaube, ich kriege meine Neugier in dieser Sache wohl nie unter Kontrolle.“
Er lachte leise auf und sah nun sehr entspannt auf Lucien.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 25.06.2006    um 00:42 Uhr   
"Es fühlt sich nach mehr an?"
Wiederholte Lucien und hob dabei seine leicht geschwungene Augenbraue. Es war wirklich interessant zu hören, was der Junge dachte und wie er sich dabei fühlte. Die Tatsache, dass sie eigentlich nackt in einer Thermalquelle standen und sich eng in den Armen hielten, beachtete er dabei lieber nicht. Allegro würde ihn dafür zurechtweisen, dessen war er sich sicher. so beugte er sich aber nur vor und seine Stimme war nah an Felice' Ohr, als er sprach:
"Was heißt denn 'mehr'?"
Er selbst hätte nie gegelaubt, dass er sich zu solchen Worten würde hinreißen lassen, aber nun, wo es so war, kamen sie ganz leicht und selbstbewusst über seine Lippen. Er musste seine eigene Neugier stillen und er war gespannt, was Felice antworten würde, schließlich erlebte man eine solche Situation nicht alle Tage.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 25.06.2006    um 00:56 Uhr   
Lucien hegte also exakt dieselben Gedanken wie Felice. Das war außerordentlich ungewöhnlich!
Trotzdem wendete Felice nun seinen Kopf ab als die weiche Stimme erneut so furchtbar nah gegen sein Ohr schlug. Diesmal konnte er es sogar nicht verhindern, dass sich eine Gänsehaut über seinen Körper zog. Da hatte er sich einfach zu sehr auf das Wispern konzentriert.

„Ich…, ich meinte damit, dass dies ja nur… .“
Ein Anfang war? Was redete er da nur? Er schüttelte den Kopf und drückte sich gegen den Rand des Beckens. Unsicher lächelte er Lucien entgegen.

„Ich weiß nicht, wie ich es am Besten beschreiben kann. Diese kleine Kostprobe macht doch nur Hunger auf mehr. Zum Beispiel… .“
Er hielt die Luft an und wusste nicht genau, ob er es wirklich aussprechen sollte. Langsam gingen seine Gedanken dann doch etwas in den intimen Bereich hinein, aber er konnte es kaum stoppen. Ja, es war wie ein Virus der sich Nahrung suchte und dann wuchs, als er sie gefunden hatte. Unaufhaltsam.

„Zum Beispiel wie du dich beim Küssen anfühlst.“
Er hob seine Hand und rieb sich flüchtig über das Gesicht hinweg.
Lucien dachte sicher nun, er wäre nun völlig durch den Wind. Ja, wahrscheinlich würde er damit sogar verdammt Recht haben.
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geschrieben am: 28.06.2006    um 19:47 Uhr   
Die feinen, geschwungenen Augenbrauen hoben sich für einen Moment und die weichen Lippen verloren den Kontakt zu einander. Das war wirklich ein seltsamer Wunsch. Lucien kannte sich noch gut mit den Menschen aus, aber dass ein junger Mann, wie Felice, sich fragte, wie ein Unsterblicher, wie er, küsste, war ihm wirklich noch nie untergekommen. Es war gewöhnungsbedürftig. Der Mailänder war ein Mann, genau wie er und zu seiner Zeit wäre es undenkbar gewesen, dass sie sich so nahe kamen, aber er hatte sich daran gewöhnt, dass es heutzutage durchaus normal war Menschen gleichen Geschlechts händchenhaltend über die Straße gehen zu sehen. Sich selbst jedoch in einer solchen Situation vorzufinden, war eigenartig. Es war ihm nicht unangenehm. Felice hatte dieses gewisse Etwas, das selbst ein Wesen, wie ihn neugierig werden ließ. Gut, wenn er ehrlich war, dann hatte er nie daran gedacht mit dem Jungen körperlich zu werden, aber jetzt, wo sich ihm die Möglichkeit bot, sah er nicht, warum er dem widerstehen sollte. Was war schon dabei ein bisschen Spaß zu haben? Felice vertraute ihm und er würde ihm sagen, wenn sie es zu weit trieben. Er selbst tendierte in solchen Situationen eher zu Extremen. Er war schon zu lange, was er war und normale Dinge fingen schon schnell an ihn zu langweilen.
Langsam kam er wieder zu Bewusstsein. Seine Zunge huschte über seine Lippen und er lächelte dem Jungen charmant entgegen.

"Ich war noch nie ein guter Küsser, musst du wissen, aber wenn du damit leben kannst und deine Neugier stärker ist, will ich deine Wissensgier zu gerne stillen..." , hauchte er Felice erneut in sein Ohr. Sanft legte er seine kühle Hand in den Nacken des anderen und zog ihn so etwas näher an sich. Flüchtig huschten seine Lippen über Felice' Mund, bevor sie sich zärtlich auf die Gleichen drückten. Die Tatsache, dass er gesagt hatte, er könne nicht küssen, war wohl eine Lüge, denn in dreihundert Jahren hatte man viele Möglichkeiten zu üben. Lucien vergrub seine Hände in dem feinen, schwarzen Haar, das so unglaublich glänzte und so weich war, wie er es kaum bei einem Menschen erlebt hatte. Es war ein aufregendes Erlebenis Felice zu küssen, den Puls und die Wärme zu spüren! Er ließ den Kuss eine gute Weile anhalten, doch schließlich löste er seine Lippen von denen des Jungen und öffnete seine Augen wieder. Ein keckes Schmunzeln lag auf seinem Gesicht.
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geschrieben am: 28.06.2006    um 21:16 Uhr   
Er konnte den Blick nicht verlegen senken, obwohl es ihm durchaus peinlich war, was er hier sagte. Aber die Neugier war etwas, was sehr ausgeprägt in ihm war. Sogar als Kind tat er Sachen, die nicht zu seinem Alter gepasst hatten, aber irgendwie zog ihn alles sehr schnell in den Bann, von Behinderungen bis hin zu einem Vampir. Ein Vampir! Dies alleine hatte schon einen großen Grund wissen zu wollen, wie er sich anfühlte. Lippen von einem Menschen durch dem warmes Blut floss hatte er schon des Öfteren auf den seinen spüren können, aber noch nie durfte er einen lebenden Toten näher kommen, das war schon etwas Besonderes und genau deshalb musste er diese Situation nun ausnutzen, vielleicht würde sie nie wieder in seinen Leben treten. Darum sah er gerade auch keine Gründe zum Betrug. Betrug gegenüber der angeblichen Liebe zu Sandro. Nein, er füllte sich im Moment ganz und gar nicht schlecht, denn er wusste, dass er eigentlich nichts unrechtes tat.
Doch nun, nachdem er wieder die süße Honigstimme in seinem Ohr hörte, drückte er sich fester gegen das Steinbecken, was sich sanft in sein weiches Fleisch am Rücken drückte.
Es gab jedoch kein Entkommen von ihm, denn Lucien kam seiner ungewöhnlichen Bitte nach und er musste sich eingestehen, kurz erschrocken gewesen zu sein.
Als sich die kalten Lippen auf den seinen drückten, hielt er still. Er ließ das Gefühl genaustens auf sich wirken, ansonsten hatte diese ganze Sache keinen Sinn. Die Hand in seinem Haar und die Tatsache, dass er nicht nur die Lippen an den seinen, sondern auch die Brust und die Beine des anderen spürte, war durchaus phantastisch. Aber um nicht ganz verhalten zu wirken, legte er seine Hände an Luciens Oberarme. So hatte er selbst wenigstens einen Punkt, der ihm Halt gab.
Der Kuss hatte dann doch länger gewährt als er es sich gedacht hatte, doch er selbst hatte den Kuss ebenso nicht unterbrechen wollen. Nein, so war es gut gewesen, so und nicht anders.
Seufzend hob er die Lider und ließ seine Zunge über die eigenen warmen Lippen streichen, bevor er den Blick des Älteren erwidern konnte. Ein kurzes Zögern hielt sich an seinen Lippen, dann grinsten sie sacht.

„Ich muss sagen, dass ich sehr enttäuscht gewesen wäre, wenn die Sache, dass du schlecht küssen kannst, sich bestätigt hätte. Da dies nun durchaus nicht der Fall war, kann ich wohl froh sein. Immerhin hast du vor ein paar Tagen mir das Angebot gegeben, mir in diesen Dingen Rede und Antwort stehen zu wollen. Am Besten, wie du siehst, finde ich immer noch learning by doing.“
Er pausierte kurz, weil dies nicht so direkt die Wahrheit gewesen war, wieso diese Situation erst zustande gekommen war.

„Aber meine Neugier ist wohl nun durchaus gestillt… .“
Wisperte er noch leise nach.
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geschrieben am: 28.06.2006    um 21:30 Uhr   
Als wäre nichts gewesen, stieß Lucien sich wieder von der Steinwand ab und ließ sich auf dem Rücken treiben. Was hatte er da nur wieder gemacht? Ach, manchmal verstand er sich selbst nicht mehr. Nicht, dass er bereute, was er getan hatte, aber er wunderte sich über sich selbst.
"Das war schon ein außergewöhnlicher Wunsch. Ich hätte jetzt gedacht, dass du dir wünschst mit mir ins Kino zu gehen oder einfach Ruhe vor mir zu haben, aber nicht, dass du... so etwas möchtest. Na ja, es war trotzdem sehr interessant, das muss selbst ich zugeben. Ich hoffe, du fühlst dich jetzt etwas besser?"
Seine Füße berührten wieder den Boden des kleinen Wasserbeckens und er schaute zu Felice hinüber. Ob der Junge damit klar kam, was er gemacht hatte? Es wäre ja nur verständlich, wenn er sich jetzt Vorwürfe machen würde. Nun, er würde schon um ein Gespräch bitten, wenn er über irgendetwas reden wollte.
"Wie wäre es wenn wir beide Essen gehen? Oder nein... wenn wir uns etwas zu Essen bringen lassen. Wir machen uns einen gemütlichen Abend mit gutem Essen und guten Gesprächen. Es sei denn, du hast etwas besseres vor."
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geschrieben am: 28.06.2006    um 22:08 Uhr   
Wenn er genau nachdachte, dann machte er sich gar keine Vorwürfe, nicht im Geringsten. Sollte er sich nicht eher davor schämen? Wenn ja, dann tat er dies auch nicht. Nein, es ging ihm heute ausgesprochen gut! Es war der erste Abend mit dem Gastgeber, der einfach gelassen vor sich her lief. Das musste er einfach genießen.
„Gerne! Etwas Essen würde mir wohl nun ziemlich gut in den Kram passen.“
Mit einem leisen Lachen wendete er sich um und drückte sich aus dem Wasser hinaus. Er blieb jedoch nah am Rand sitzen und sah sich um, denn er brauchte so was wie ein Handtuch um sich wieder anziehen zu können.

„Zu der späten Stunde habe ich nichts geplant, also mach dir keine Gedanken mir meine kostbare Zeit zu rauben.“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 28.06.2006    um 22:36 Uhr   
"Wunderschön. Ich schlage vor, dass ich in der Küche ein paar Früchte und etwas Joghurt ordere. Wir sollten so spät am Abend nicht zu schwer essen und Obst hat durchaus seinen Reiz. Gibt es etwas, was du besonders gerne zu dir nehmen möchtest? Vielleicht irgendetwas Exotisches? Es gibt nichts, was wir nicht im Haus haben, oder nicht besorgen können."
Er klang nicht so, als würde er tatsächlich nur über das Obst essen, was sie zur Auswahl hatten. In seiner Stimme schwang subtil Anzüglichkeit mit und wenn er ehrlich war, war es durchaus Absicht. Er wollte ausprobieren, wie diese Art auf Felice wirkte. Das war für ihn wirklich eine Herausforderung, denn mit seinen vampirischen Fähigkeiten wäre es für ihn kein Problem gewesen die gewünschte Wirkung herbeizuführen. So war es aber durchaus interessanter.
Er schwamm zum anderen Rand des Beckens und stieg dort elegant ans Ufer. Feine Wassertropfen perlten von der hellen Haut und schimmerten sanft im orangen, flackernden Licht der Fackeln. Handtücher gab es hier unten nicht; Lucien badete nur selten in diesem See und so gab es keine Notwendigkeit dafür. Also ging er auf die große Liegefläche zu und nahm von dort ein helles, blaues Seidentuch mit dem er seinen Körper zu trocknen begann. Immer und immer wieder klebte der feine Stoff an seiner nassen Haut fest und umschmeichelte ihn so sehr vorteilhaft. Ja, die ganze Situation hatte etwas sehr mysteriöses.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.06.2006    um 23:14 Uhr   
Am Anfang hatte er diese Zweideutigkeit gar nicht wahrgenommen, darum wollte er ganz feuchtfröhlich darauf Antwort geben. Im letzten Moment, bevor ihm eine Silbe über die Lippen huschen konnte, bemerkte er jedoch diese Anzüglichkeit. Er brauchte einen Augenblick bevor er nachvollziehen konnte, worüber er eigentlich gesprochen hatte, eben nicht nur von Obst.
Felice schluckte und stand dann langsam auf.

„Ich mag gerne Erdbeeren und rote Weintrauben. Für…, für das Exotische sorgst du ja schon genug.“
Er wollte diese Unsicherheit, die sich langsam wieder in seinen Körper breit machte, unbedingt unterdrücken. Darum dachte er kurz an etwas anderes und schaffte somit den Sprung über die Mauer.
Darum entstand ein sicheres Lächeln auf seinen Lippen als er zu seiner Kleidung ging und sich diese einfach wieder anzog. Er wollte die Decken auf jene Kuschelecke nicht unnötig dreckig machen.

„Und es hat durchaus seinen Reiz, besonders mit Joghurt.“
Nun konnte er sich ein sanftes Kichern nicht zurückhalten.
Ah, was für Gedanken! Dabei noch dieser Anblick des Gastgebers… .
Ja, Felice traute sich im Moment ein paar genauere Blicke zu Lucien zu werfen.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 28.06.2006    um 23:36 Uhr   
Er schmiss das Seidentuch wieder auf die anderen Kissen und Decken und streckte sich kurz. Sein Körper war tatsächlich perfekt und jeder Muskel war exakt so stark ausgeprägt, wie es zu seiner Figur passte. Das nasse, schwarze Haar reichte ihm bis kurz über die Schulterblätter. Mit einem kecken Lächeln drehte er sich zu Felice um und zog sich selbst langsam an. Er beeilte sich, dass er in seine Kleider kam und ging auf den Jungen zu.
"So, so...", wisperte er und sah ihm dabei ruhig, aber mit einem Ausdruck in den Augen, der vieles widerspiegeln konnte, vor allem aber heimliches, subtiles Verlangen. "...dann komm und ich werde sehen, was sich machen lässt." Er griff nach der Hand des jungen Mailänders und führte ihn hinaus in die Dunkelheit. Erst im Anwesen ließ er wieder von dem Jungen ab und verschwand einen Moment in der Küche. Einige Augenblicke später führte er Felice allerdings in sein Zimmer. Mit seiner schlanken, hellen Hand deutete er auf das Bett und lächelte:
"Setzten wir uns doch! Und dann rezitierst du ein paar Gedichte, wie du es mir schon lange versprochen hast."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 29.06.2006    um 00:22 Uhr   
„Lucien!“
Entkam es ihm empört, jedoch mit einem zarten Lächeln auf den Lippen.
Diesmal hatte er diese Anspielung aber wirklich verstanden, immerhin war der Blick erklärend genug gewesen. Komisch war, dass es ihm tatsächlich einen Schauer eingejagt hatte, aber vielleicht sollte dies auch einfach so sein. Keine Frage, Lucien leistete in diesen Dingen gute Arbeit.
Bereitwillig folgte der junge Italiener dem Blassen durch den Wald zurück zum Anwesen. Eine andere Wahl blieb ihm leider auch gar nicht übrig, denn die Finsternis der Nacht war noch immer präsent wie vor einer Stunde…, oder wer weiß, wie lange sie nun in der Höhle herumgealbert hatten.
Nun, endlich im Zimmer des Franzosen, wartete er geduldig auf ihn. Er erkundigte sich nach dem Wuchs der selbstgezüchteten Pflanze, sah neugierig nach was für Bücher wieder im Zimmer gelesen wurden und kam dann der Aufforderung nach sich zu setzen, als er jene auch empfangen hatte.
Lächelnd ließ er sich auf den Bettrand nieder und weitete dann überrascht die schönen Augen, als ihm die Sache mit dem Gedichten einfiel.

„Tatsächlich, das habe ich ganz vergessen!“
Gab er ehrlich zu.

„Aber gut…, gib mir einen Moment… .“
Zwar hatte er seine Werke in einem Heft sauber niedergeschrieben, doch dieses lag leider in seinem Zimmer des Elternhauses, darum musste er nun auf sein Gedächtnis hoffen, dass ihm dabei helfen sollte ein paar, oder zumindest eines, zu rezitieren. Das Wiedergeben von fremden Texten fiel ihm, nebenbei erwähnt, durchaus leichter.

„Ah…, ich hätte da eines:“
Er räusperte sich kurz.

„Wenn ich mein eigener Schatten wär,
Ich würd mich selbst für Gold bestehlen,
wär vor mir Nacht, das dunkle Meer,
Ich würd darin die Geister zählen.

Mein Atemzug würd Lichter mähen,
und verhüllen, was einst gestrahlt.
Am Lebensbaum, da säge ich,
bis jemand kommt, und für euch zahlt.

Wer will mich töten, du vielleicht?
Zwing meinen Wirten doch hernieder,
es ist mir gleich, ich lach dabei,
Im Mondschein komm ich immer wieder.

Kommst du zu mir mit einer Fackel,
um Dunkelheit ganz zu vertreiben,
bin ich schon längst wieder hinter dir,
aus deinem Rücken werd ich bleiben.

Werd dich schlagen, werd dich treiben,
und gegen die Wände lenken,
wird dich auf den Boden werfen,
in dich kriechen, für dich denken,

Für dich fühlen, für dich wandern,
dich durch fremde Länder ziehen,
durch die Felder und die Wälder,
und dein Geist wird vor mir knien.

Bis erneut ein Wandersmann,
kommt da einen unserer Wege,
dann nehm ich ihn, lass dich liegen,
langsam wird dein Geist versiegen!

Würfel rollen über Tische,
Ms Schicksal nur ist hier am Werk,
glaubst du, Freund, du kannst mich strafen?
Ich bin Gott, und du bist Zwerg!“
Er pausierte und sah erst nach ein paar Sekunden zu Lucien.
Irgendwie traute er sich nicht in dessen Gesicht zu sehen. Das Gedicht war einfach nur schlecht und ein Werk seiner melancholischen Phase. Ohne Halt und Ende.
  TopZuletzt geändert am: 29.06.2006 um 00:24 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 29.06.2006    um 23:02 Uhr   
Wundersame Stille hatte den Raum mit ihren langen geschmeidigen Fingern erfasst und hielt ihn fest umschlungen. Der Atem des Menschen war so deutlich und die Nacht schien zu schweigen. Was für eine seltsame Wirkung ein paar Worte haben konnten! Sie waren für Lucien unverständlich, zumindest entzog sich ihm ihr Sinn und trotzdem hatten sie ihn berührt. Vielleicht war es die Art in der Felice sie vorgetragen hatte, vielleicht auch die Stimmung, die sich zwischen ihnen ausgebreitet hatte. Lucien räusperte sich und das Geräusch klang falsch am Platz, wie eine dunkle Rose unter weißen Orchiden. Dann lächelte er jedoch und schaute den Jungen aufmerksam an. Es interessierte ihn wirklich, wie jemand dachte, der soetwas zu Papier brachte.
"Beantworte mir eine Frage, Felice! Was möchtest du mit diesem Gedicht ausdrücken? Ich muss gestehen, dass ich es nicht verstehe, und dass es mich trotzdem bewegt. Das ist ungewöhnlich für mich und ich würde gerne begreifen, warum es so ist. Willst du mir helfen und mir sagen, wie es zur Entstehung diese Poems kam?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 29.06.2006    um 23:29 Uhr   
Er hatte nie erwartet dass man seine Stücke verstehen würde und er wäre sehr erstaunt gewesen, wenn Lucien in der Lage war wirklich jedes Stück zu begreifen, was er vortragen würde.
So lächelte er nur sacht, senkte den Blick gen Boden und ließ seine Handflächen an der Bettkante ruhen.

„Ich sagte doch dass sie schlecht sind. Sie entstanden in einer melancholischen Phase. Früher war ich dauernd depressiv gewesen. Ich glaube, da war ich ganz besonders auf meinem Vater sauer gewesen. Ja, ich glaube ich habe damit versucht seinen Charakter zu beschreiben.“
Das war wohl kurz bevor er in das Internat musste, aber so genau wusste er das gar nicht mehr. Wahrscheinlich hatte er es sowieso nur verdrängt, aber nun könnten die Worte und der Sinn eventuell etwas klarer werden.
Für Felice schien sein Vater eine Art Übermacht gewesen zu sein, darum hatte er ihn im Gedicht als einen Gott repräsentiert. Er schien dagegen die devote Rolle angenommen zu haben. Wirklich unverständlich wenn man die Vergangenheit nicht kannte, aber es hatte in der Zeit nur seiner eigenen Seele geholfen den Schmerz zu verarbeiten.

„Vielleicht werde ich in der nächsten Zeit neue Gedichte schreiben können, sobald ich endlich ein wenig zur Ruhe kommen darf. Ja, ich bin mir sogar sehr sicher dass sie dann besser werden und nicht mehr so voll von privaten Dingen sind.“
Er nickte selbst zu seinen Worten und ließ die Beine kurz schwingen. Dann traute er sich wieder den Kopf zu heben und zurück zu den Blassen zu blicken. Noch immer währte sein sanftes Lächeln.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 29.06.2006    um 23:37 Uhr   
"Oh, ich finde nicht, dass Gedichte, deren Thema depressiv oder traurig sind gleich schlecht sein müssen, denn das was du mir vorgetragen hast, hat mir gut gefallen und dass obwohl ich es nicht genau verstanden habe. Dass du deinen Vater auf diese Art kritisierst, finde ich gut. Ich glaube, es gibt für jeden Jungen irgendwann die Zeit, in der er gegen seine Umwelt rebelliert, zu Recht oder nicht zu Recht. Aber dass man es auf so poetische Art und Weise macht, finde ich wunderschön. Ich freue mich aber auch schon deine neuen Werke zu hören. Du hast Talent und das sollte man fördern."
Er lächelte zärtlich und legte plötzlich einen Arm um ihn um ihn sanft an sich zu drücken. Er mochte den Kontakt zu ihm und er sollte merken, dass er ihn in seiner Kreativität voll und ganz unterstützte. Vorsichtig legte er seinen Kopf auf die Schulter des Jungen.
"Weißt du, auch ich habe versucht von meinem Vater loszukommen, aber bei uns Unsterblichen ist es noch etwas schwerer, als bei euch Menschen. Wir sind ohne Wurzeln nichts wert in der Gesellschaft. Na ja..."
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geschrieben am: 29.06.2006    um 23:56 Uhr   
Er blinzelte flüchtig als Lucien sich so an ihm hing, doch er drückte ihn nicht weg, nein, er ließ ihn einfach so sitzen wie er es im Moment wollte.
Aufmerksam lauschte er den Worten und fand es durchaus toll dass er gerade in seinem Werk doch ein wenig unterstützt wurde, doch er wusste dass er noch nicht perfekt war. Ein Laster der Künstler.

„Hm…, das glaube ich dir nicht so richtig.“
Wisperte er leise und vorsichtig.

„Ich habe zwar keine Ahnung, aber ich glaube nicht dass sich Allegro nur durch seine Wurzeln einen gewissen Status aufbauen konnte. Sicher spielt die Herkunft eine Rolle, das ist sogar im menschlichen Leben so, aber es ist nicht präventiv.“
Die Neugier packte ihn kurz, nachdem er flüchtig pausiert hatte. Er wendete den Kopf leicht und nahm den Duft des Älteren tief in seine Lungen auf. Ein interessanter Duft um genauer zu sein. Lächelnd legte er auch Lucien einen Arm um die Schultern.

„Sobald du in der Lage bist und dein Vater reichlich Vertrauen in dir hat bin ich mir mehr als sicher dass er dir mehr Freiraum geben wird. Dann wirst du durch gewisse Dinge dir einen eigenen Status aufbauen und somit langsam aber sicher aus den Händen deines Vaters gleiten. Wahrscheinlich nie komplett, aber bestimmt ein bisschen.“
So konnte er es sich zumindest vorstellen, aber in vampirischen Vorgehensweisen war er nicht so bewandert wie Lucien selbst. Doch wenn man die Fakten heranzog tat der Blasse doch im Moment Dinge, die sein Vater sicher nie wirklich geduldet hätte. Diese Dinge waren die Menschenkinder.
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geschrieben am: 02.07.2006    um 22:53 Uhr   
Es war nicht böse gemeint, das Lächeln, das Luciens Lippen anhob und seinem Gesicht einen Hauch Adligkeit verlieh. Es war lediglich Amüsement über die naive Denkweise der Menschen. Nicht dass er Felice für dumm hielt - Gott möge ihn strafen, sollte er dies jemals tun! - aber die vampirische Gesellschaft war um ein Vielfaches anders, als die der Lebenden. Er schmiegte seine kühle Wange dichter an die warme Schulter des Jungen und seufzte leise.
"Das wäre wirklich schön, Felice. Aber ich bin nun schon über 200 Jahre tot. Das ist eine Zeitspanne in der wir normalerweise auf eigenen, gesellschaftlichen Füßen stehen und nicht mehr auf unseren Erzeuger angewiesen sind. Allegro sieht das jedoch ein wenig anders. Nun, wer soll es ihm verdenken? Er ist so alt, dass er möglichst viel Erfahrung weitergeben will, bevor ihm irgendetwas zustößt und das ist ziemlich sicher. Aber lass uns von etwas anderem, etwas erfreulicherem reden! Was würdest du in Zukunft gern einmal unternehmen? Gibt es da einen besonderen Wunsch? Vielleicht möchtest du in einen Freizeitpark fahren. Ich könnte nicht mitkommen, aber für dich und Vico und vielleicht auch für Sandro und Rasmus wäre das doch eine tolle Sache. Meinst du nicht auch?"
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geschrieben am: 02.07.2006    um 23:11 Uhr   
Wie ungewöhnlich ruhig er doch heute Abend war. Irgendwas musste passiert sein, dass er es gewagt hatte noch keinen sinnlosen Streit vom Zaun zu brechen. Er nahm nur die Anwesenheit des anderen war und drückte kurz dessen Oberarm auf der anderen Seite. Wahrscheinlich war er so ruhig geworden, weil er endlich die Fragen klären konnte die sich in letzter Zeit angesammelt hatten.
„Keine Sorge, ich habe mir schon überlegt was wir zusammen unternehmen können! Aber ich werde dir noch nichts sagen können, immerhin soll es eine Überraschung sein. Ich möchte gerne sehen, wie du darauf reagierst.“
Er schmunzelte zärtlich, drehte den Kopf leicht und linste zu Lucien hinab.
Der Blasse sah so jung aus! Meine Güte, meist vergaß er wie alt er in Wirklichkeit war.

„Aber denk nicht soviel über deinen Vater nach. Wenn er schon so lange lebt wird er wissen, was er zutun hat. Er hat sicher so was wie ein geheimes Versteck! Wenn er eines Tages also nicht mehr hier sein sollte, ist er wohl dort!“
Er lächelte gutmütig und erwischte sich dabei, wie seine Hand von dem Oberarm zu Luciens Wange gewandert war um beruhigend über sie zu streichen. Es wirkte, als versuchte er gerade seinen jüngeren Bruder zu beruhigen.

„Ich meine natürlich damit, dass er sich sicher zu verteidigen weiß. Er wird wissen, wer Freund und Feind ist. Wenn nicht, dann könnte dies natürlich ein größeres Problem werden. Ach ja, man weiß ja nie mit wem man es eigentlich zutun hat… .“
Felice seufzte schwer auf.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 03.07.2006    um 21:39 Uhr   
Der Sommerwind blähte die Vorhänge und striff die Gesichter der beiden Gestalten auf dem Bett, als wolle er sein stummes Einverständnis für diese Harmonie geben. Mit geschlossenen Lidern erfühlte Lucien die warmen, tröstenden Fingerspitzen. Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen zu sagen, dass er gar nicht aufgemuntert werden musste. Die Situation war außergewöhnlich genug um sie noch ein bisschen andauern zu lassen. Warum war es so verwerflich sich in menschlicher Gesellschaft wohlzufühlen? Sie waren alle einmal Menschen. Ein letztes, abwertendes Seufzen galt diesem Gedanken ehe Lucien seine Arme ganz um Felice schlang.
"Ich mache mir keine Sorgen um meinen Vater. Früher oder später wird er ersetzt werden, entweder durch meinen Bruder oder mich. So ist das Spiel. Er erwartet sogar von uns, dass wir irgendwann einmal stark genug werden um ihn zu töten. Ich weiß, für einen Menschen ist das sicher schwer vorstellbar, aber bei uns ist es ganz normal. Denk nicht über so etwas nach, Felice. Ich möchte, dass du glücklich bist, wann immer ich dich sehe.
Und was die Überraschung betrifft: Ich liebe Überraschungen. Hoffentlich hast du guten Geschmack. Ach was, etwas anderes traue ich dir gar nicht zu."
Und nachdem er dem jungen Mailänder diese vertrauenserweckenden Worte ins Ohr gehaucht hatte, küsste er sanft seine Wange, als würde er es damit besiegeln wollen, das Friedensbündnis, das sie heute Nacht geschlossen hatten.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 04.07.2006    um 12:14 Uhr   
Als sich Lucien regelrecht an ihn drückte, musste er seinen Arm zurückziehen, da alles andere einfach nur unbequem wurde. Somit verloren die Fingerspitzen den Kontakt zu der kühlen, samtenen Haut an der er durchaus Gefallen gefunden hatte. Noch immer hatte Lucien nichts von seiner mysteriösen Aura gegenüber Felice verloren. Irgendwie schien er sogar von Nacht zu Nacht interessanter zu werden.
„Warte mal… .“
Murmelte der junge Dichter da doch etwas verwirrt.

„Ich dachte, ihr seid unsterblich, wie könnt ihr dann einen anderen Vampir töten? Schwer vorstellbar ist der Grundgedanke für mich nicht, immerhin gab es so was sicherlich oft in der früheren Zeit und es passt durchaus zu eurem Lebensstil, aber die Ausführung scheint mir da eher komplizierter.“
Er schwieg einen Augenblick, sodass er die Hand heben konnte und sich nachdenklich an der Wange kratzte.
Nein, er konnte es sich wirklich nicht vorstellen wie das funktionieren sollte. Diese Vampire hatten doch starke Kräfte, wie soll so was zu schaffen sein?

„Außerdem hast du mir gar nicht erzählt dass du einen Bruder hast! Wie heißt er denn und ist er älter als du? Hast du noch mehr solcher Geschwister?“
Da waren sie wieder, die süßen kleinen neugierigen Fragen. Aber Felice ohne Fragen konnte man sich eigentlich überhaupt nicht vorstellen. Nein, das ist wirklich ein Unding in dieser Welt.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 10.07.2006    um 22:08 Uhr   
"Oh..." Als hätte er erst durch diese Frage bemerkt, dass er tatsächlich einen Bruder hatte, hob er den Kopf von Felice' Schulter und sah ihn mit großen, blauen Augen an. "...mein Bruder. Ich dachte, ich hätte dir von ihm erzählt. Nun, ich muss mich geirrt haben. Verzeih mir! Nun, David ist... unglaublich. Er ist älter, als ich und größer. Sein Haar ist lang und golden und seine Augen... ach, es ist schwer ihn zu beschreiben. Im Moment ist er in Spanien. Vielleicht kommt er nächsten Monat wieder.
Aber was unsere Unsterblichkeit betrifft: Wir können keines natürlichen Todes sterben. Trachtet uns jedoch jemand nach dem Leben sind wir genauso schnell tot, wie jeder Mensch. Ach, aber bitte lass uns nicht von so etwas reden. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich möchte diese Nacht genießen, denn es ist eine der schönsten, die ich seit langem erlebt habe. Lass uns nur an uns denken und fröhlich sein!"
Er griff nach Felice' Händen und küsste sie zärtlich. Es war schwer zu sagen, ob es nun ein freundschaftliches oder doch verlangendes Küssen war, aber es war auf jedenfall ein Küssen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 10.07.2006    um 22:27 Uhr   
„Also hast du auch einen Bruder…, wie schön!“
Ja, das freute Felice durchaus.
Es war doch toll Verwandtschaft zu haben. Klar, bei Lucien war das keine direkte Verwandtschaft, aber nach all den Jahren bildet sich wohl so was von selber heraus.
Sein Lächeln verblieb solange, bis er plötzlich auf den Händen geküsst wurde. Seine braunen Augen hatten dieses Schauspiel aufmerksam gemustert und er wusste nicht, wie er diese plötzliche Berührung einordnen sollte. So räusperte er sich leise und nickte.

„Klar, reden wir von anderen Dingen! Wie zum Beispiel wo die Früchtchen sind. Hast du es am Ende doch nicht geschafft meine exklusiven Wünsche zu erfüllen? Oh, das würde mich aber sehr enttäuschen! Ja, du müsstest dich sehr stark dafür entschädigen!“
Er lachte sehr melodisch auf und entzog Lucien seine Hände. Dies tat er aber auf eine gewisse interessante Weise, denn es wirkte nicht unfreundlich, nein, sondern eher auffordernd. Was er genau damit heraufbeschwören wollte war unklar, aber in seinen dunklen Augen blitzte es verspielt.
Alles in Allem hatte Felice einen verdammt umgänglichen Charakter. Er schien das Leben zu lieben und begann sich zunehmend zu öffnen. Er wirkte auch gar nicht mehr so angespannt und gereizt wie zuvor, zumindest nicht im Augenblick.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 11.07.2006    um 19:54 Uhr   
Diese durchaus laszive Art der Bewegungen, die Felice anhaftete, wie sein Schatten, zogen Luciens Aufmerksamkeit, wie an einem Bindfaden immer näher heran, bis er schließlich nicht mehr widerstehen konnte und auf das Spiel, das von dem Jungen ausging, einging. Er drückte ihn mit der flachen Hand vor der Brust zurück auf die Matratze und baute sich über ihm auf, wie ein junger Löwe über seiner Beute.
"Ach ja, die Früchte..." , hauchte er und ließ seinen Oberkörper noch ein bisschen tiefer auf die Brust des Mailänders gleiten. "...ein Diener wird sie gleich bringen."
Verspielt setzte er einen Biss in die zarte Haut an Felice' Hals ohne ihn jedoch ernsthaft zu verletzen, auch wenn es ein Leichtes für ihn gewesen wäre. Mit einem schelmischen Lächeln beugte er seinen Kopf so, dass er dem Italiener in die Augen sehen konnte.
"Und wie vertreiben wir beide uns bis dahin die Zeit?"
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