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Nutzer: Richelieu
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geschrieben am: 18.11.2003    um 11:40 Uhr   
es wird immer wieder von deutschen toruristen erwartet, das sie sich in islamischen ländern den örtlichen gepflogenheiten anpassen, frauen werden gebeten, sich zu bedecken, nicht zuviel haut zu zeigen, wieso kann man dann nicht erwarten, das man sich in unserem land ebenfalls anpasst?

mir ist natürlich klar, das sich viele, besonders unsere malle-besucher nicht gerade so verhalten, wie sie es sollten
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Nutzer: MalcolmX_
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geschrieben am: 18.11.2003    um 13:55 Uhr   
(zitat)ich finde das man die religionsfreiheit nicht zu weit ausdehnen sollte. ich finde es nicht gut, das es kindern, die nicht islamischen glaubens sind, zugemutet wird, von jemanden unterrichtet zu werden, der ein kopftuch trägt
(zitat)
Einige Lehrer/innen tragen Kreuze um den Hals und es stört niemanden.
Natürlich ist es in islamsichen Länder nicht erwüncht sich ganz so freizügig anzuziehen wie es einige hier tun, das liegt aber auch daran das diese Länder weitaus konservativer als die europäichen. Da heißt es nicht "weil ihr Christen seid dürft ihr dies und jenes nicht!"
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Nutzer: Angua
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geschrieben am: 18.11.2003    um 21:07 Uhr   
und geht einmal leichtbekleidet in eine kirche. zumindest im mittelmeerraum bekommt man da so hübsche schürzen angeboten...
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 24.11.2003    um 19:19 Uhr   


Ludin fühlt sich "wie kurz vor dem Holocaust"

Dietzenbach. Die deutsche Muslimin Fereshta Ludin, die wegen ihres Kopftuchs in Baden-Württemberg nicht in den Schuldienst übernommen wurde, hat ihre Situation mit der Lage der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus verglichen.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 23.11.2003

- ohne worte -
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Nutzer: NetSpy
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geschrieben am: 24.11.2003    um 19:40 Uhr   
Billige Polemik einer von Islamisten unterstützten Galionsfigur, die sich im Kampf gegen vermeintliche Intoleranz sieht.

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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 24.11.2003    um 21:19 Uhr   
oder schlicht unverschämt.
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 24.11.2003    um 22:05 Uhr   
genau
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Nutzer: MalcolmX_
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geschrieben am: 25.11.2003    um 15:38 Uhr   
Dass das Verbot eines freies Bekenntnisses zu seiner Religion an Diskrimination grenzt mag hier doch hoffentlich niemand abstreiten.(?)
Dass der Vergleich mit dem Holocaust (oder kruz davor) daneben ist, ist glaube ich auch nicht zu Diskutieren.
Nur was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist wen es stört wenn die gute Frau sagt "ja ich bin Muslime". Sie sagt schließlich nciht "ich bin Muslime und deshalb müsst ihr nun auch welche werden". Es ändert weniger als nichts an ihrem Lehrverhalten ihrer Kompetenz etc.
Die Vorstellung das eine Lehrerin im Rock zur Schule kommt nd desahlb am nächsten Tag alle Schüllerinen im Rock kommen ist doch auch nicht realistich. (oder das sie ihr Meinungsbild zu Röcken ändern)
In unserer Schulbibliothek hängt ein Kreuz und ich gehe trotzdem jeden Mittwoch dort hin. (obwohl ich kein Christ bin)
Auf meine Frage warum dort ein Kreuz hängt antwortete meine Lehrerin dass das "ein Geschenk der Kirche XY" sei. Als ich dann weiter Fragte was geschehen würde wenn die örtliche Moschee uns ein Islamisches Symbol schenke würde dann sagte sie "dann müssten wir ja die Wand mit allen möglichen Religiösen Symbolen vollhängen und hätten kein Platz mehr für andere schöne Dinge".
Ihr glaubt nicht wie lustig die das fand....
Geändert am 25.11.2003 um 15:39 Uhr von MalcolmX_
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 25.11.2003    um 15:50 Uhr   
Ich finde es nach wie vor ausgesprochen blauäugig, ein Kopftuch als bloßes Kleidungsstück gläubiger Muslima zu verkaufen.

Es ist mehr! Es ist ein Symbol für die Unterdrückung der Frau im fundamentalistischen Islam. Und als solches steht es unserem Grundgesetz mit dem Gebot der Gleichberechtigung entgegen. Damit hat ein Kopftuch in der Schule nichts zu suchen

Celestine
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 25.11.2003    um 18:49 Uhr   
Malcolm, es wird niemand dieser frau verbieten wollen (oder können), sich zu ihrer religion zu bekennen. nur warum muß sie die unbedingt in der schule demonstrieren? wenn sie so sehr darauf besteht, es zu tun,hat es ja wohl auch bedeutung. meiner meinung nach sollte religiöse agitation in der schule ebenso wenig wie politische stattfinden. deshalb fand ich auch das kruzifix-urteil gar nicht mal so schlecht.
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 25.11.2003    um 20:16 Uhr   
die frau ist einfach ein dämlicher wichtigtuer. in ihrer heimat wäre sie die erste, die für ein recht auf unterricht OHNE kopftuch protestieren würde, dessen bin ich mir sicher.
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Nutzer: MalcolmX_
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geschrieben am: 25.11.2003    um 22:45 Uhr   
@Celeste
Nur weil du das Kopftuch zum Zeichen "der Unterdrückung" der Frau gemacht hast, heißt es nciht dass es so ist. Das Kopftuch ist eines von vielen "Ritualen" die gläubige Muslime durchführen. Es hat rein überhaupt nichts mit Unterdrückng zu tun. Wenn leute wie du, oder die Taliban das Kopftuch zur Unterdrückung missbrauchen dann können der Islam und seine (wahren) anhänger herzlich wenig dafür.
Lesetipp: Der Koran! Dort wirst du alles über die stellung der Frau im Islam finden.
@tiroxxx
Wenn es nur um "demonstration" ging dann warum NICHT auf der Arbeit? Wäre die Frau (oder jede andere) mit ihrem Kopftuch durch das McDonalds spaziert dann hättest du genauso gut fragen können warum dort.
Aber da es eh nicht nur darum geht irgendetwas zu demonstrieren sondern (auch) um die genauen Regeln des Islams zu beachten, (siehe oben) finde ich diese Diskusion um den "Austragungsort" der Religion ziemlich dumm.
Wäre ich sehr Religiös (was nicht gleich fundamentalist ist) würde ich sage "eine Religion ist biär. Entweder man ist Muslim oder nicht."
Du kannst schließlich auch nicht ein "bischen einäugig" sein oder so ähnlich. Und genauso ist es eben eine Regel des Islams das Kopftuch zu tragen.













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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 26.11.2003    um 13:45 Uhr   
Deinen Lesetipp würde ich so manchem Moslem auch mal gerne geben....

Warum gibt es ein Kopftuchverbot an Universitäten der Türkei?

Cel

Nachsatz:
Das Kopftuch ist ein Symbol der Unterdrückung im fundamentalistischen Islam.
Geändert am 26.11.2003 um 13:47 Uhr von Celeste_
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 26.11.2003    um 15:12 Uhr   
dein vergleich hinkt so extrem, malcolm, dass du es eigentlich selbst bemerken solltest! meine kinder können zwar bei mcdonalds alles mögliche sehen - aber auch ignorieren! würden sie jedoch ihre lehrerin ignorieren, würde das unangenehme folgen zeitigen, sowohl wissens- wie auch zensurenmäßig.
und die arbeit einer lehrerin ist im übrigen nicht zu vergleichen mit der eines bankbeamten oder einer verkäuferin.
und wie schon celeste anmerkte und auch seitens einer islamischen bundestagsabgeordneten (Lale Akgün) gesagt wurde, gibt es keinerlei verpflichtungen für muslimische frauen, kopftuch zu tragen. aber das weißt du sicher selbst, so, wie du anderen die lektüre des koran empfiehlst. ;-)
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Nutzer: Eduin
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geschrieben am: 26.11.2003    um 16:54 Uhr   
Hallo zusammen, zwar hielt ich es nicht für nötig, hier noch etwas hineinzuschreiben, viel lieber wäre ich tiroxxx' Vorschlag gefolgt, gegenseitig unsere Meinungsverschiedenheiten zu akzeptieren. Hallo tiroxxx, dir gegenüber will ich das auch gerne tun. Auch wenn ich deine generelle Ablehnung von weltanschaulichen Symbolen in der Schule nicht teilen kann, ist sie doch zumindest ein vertretbares Argument gegen das Kopftuch, das Kreuz, das Yin-Yang-Symbol undsoweiter. Auch wenn ich das völlig unangebracht finde, ist es zumindest konsequent. Aber da ist es wieder, jenes mittelalterliche Denken, das von Anfang an der einzige Grund für meinen Widerspruch war, und das auch durch ewige Wiederholung kein Bisschen berechtigter werden kann. Hallo Celestine!

Hast du dir vielleicht einmal den Artikel durchgelesen, den ich schon im ersten Posting empfohlen hatte? Wenn ja, dann dürfte dir aufgefallen sein, dass das Kopftuch IN VERSCHIEDENEN KONTEXTEN GANZ VERSCHIEDENE DINGE SYMBOLISIERT. Weitere Beispiele: Trägt eine Muslima das Kopftuch im familiären Rahmen, bekundigt sie: Wir folgen alle denselben Regeln, weil wir eine Familie sind. Trägt sie es in einer Moschee oder anderswo in einer Gemeinschaft von Moslems, ist es ein Symbol der Identität durch Gemeinsamkeit. Trägt sie es in einer weitgehend nichtmuslimischen Gesellschaft, schafft es ihr Identität durch Abgrenzung. In einer Universität Ägyptens ist es sogar ein Zeichen der Rebellion gegen aufgezwungene Regeln und der Emanzipation von einer abgelehnten Hierarchie.

Deine mehrfach wiederholte Vorstellung, EIN Symbol habe genau EINE Bedeutung, ist in der Tat mittelalterlich. Daran ändert es nichts, dass sie auch von Alice Schwarzer vertreten wird, auf deren Homepage sich am Rande bemerkt alle oder nahezu alle deine Argumente versammelt finden.

Ich halte es für menschenunwürdig, wenn einem uns Fremden durch ein Vorurteil (das von der EINEN Bedeutung) unsere Vorstellung von Würde aufgezwungen wird, die er als unwürdig empfinden kann oder muss. Hallo Malcolm, was du darüber sagtest, hat wirklich seine gute Berechtigung.

Dafür schließe ich mich eurer Beurteilung des Natiolansozialismus-Vergleichs voll an.

Viele Grüße
Eduin
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Nutzer: MalcolmX_
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geschrieben am: 26.11.2003    um 17:06 Uhr   
Vileicht war der vergleich mit McDonalds nicht das non-plus-ultra jedoch glaube (hoffe) ich trotzdem das ihr verstanden habt was ich andeuten wollte. Wenn nicht sage ich es gerne nochmal: Ob meine Lehrerin nun ein Kreuz um den Hals trägt oder ein Kopftuch, ob sie Arbeiterstiefeloder Leinenschuhe bevorzugt, ist vollkommen wurscht. Es geht um die Person, wenn jemand wegen seines religiösen bekenntnisses (befolgung der Regeln etc.) grundlegende Verhaltensweisen ändert dann ist ein Verbot dessen verständlich.
Celeste du hast Recht, viele Muslime (auch die vermeindlichen) sollten sich nochmal den Koran zu Herzen nehmen bevor sie ihre Meinung in die Welt Posaunen. (bezüglich des Islams)
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Nutzer: Azze
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geschrieben am: 26.11.2003    um 18:24 Uhr   
(zitat)Auch wenn ich deine generelle Ablehnung von weltanschaulichen Symbolen in der Schule nicht teilen kann..(.....)Trägt sie es in einer weitgehend nichtmuslimischen Gesellschaft, schafft es ihr Identität durch Abgrenzung.(/zitat)

Ein Lehrer oder eine Lehrerin hat insofern eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe, als er oder sie maßgeblich an der Erziehung der "Kinder" beteiligt ist. Ein autoritär gefärbtes "Aufdrücken" der eigenen Weltanschauung ist zwangsläufig subjektiv gefärbt und genügt allenfalls eigenen, relativen Ansprüchen. Eine absolute Wahrheit, wer etwas richtig empfindet oder tut, wird es nie geben.
Wenn aber eine moslemische Frau in Deutschland, einem weitestgehend christlichen Land, als Lehrerin arbeiten möchte, sollte sie schlicht und einfach die herrschenden Gegebenheiten akzeptieren. Alles andere spricht sehr deutlich eine Sprache der Nichtakzeptanz, Nichtachtung und Intoleranz bezüglich einer Weltanschauung, die man ja zwangsläufig gar nicht akzeptieren, tolerieren oder achten muss. Wenn Frau Ludin hier leben und unterrichten möchte, sollte sie sich besser arrangieren. Wenn sie sich allerdings abgrenzen möchte, kann ich nicht verstehen, warum sie das auf der Bühne einer deutschen Schule tut.


Gruss Azze
Geändert am 26.11.2003 um 18:29 Uhr von Azze
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Nutzer: kikira
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geschrieben am: 26.11.2003    um 18:39 Uhr   

Ich glaube, da gilt es zwei Dinge zu differenzieren: Theorie und Praxis.
Mag ja sein, dass das Kopftuch bloß ein Symbol für eines von vielen Ritualen in der Glaubensausübung der muslimischen Frau ist - ABER DAS IST ES LEIDER NUR IN DER THEORIE - in der Praxis ist es ein Symbol für die Unterdrückung der Frau und steht für eine Kultur, die wir als "mittelalterlich" betrachten.
Die Errungenschaften unserer westlichen Kultur stehen in krasser Diskrepanz dazu und ich spreche da von der realen Sichtweise unserer Gesellschaft und nicht von einer idealen Vorstellung, wie sie vielleicht im Koran steht.
Ich bin froh, in einer Kultur zu leben, in der die Frau (fast) dem Mann gleich gestellt ist.
Toleranz hat ebenfalls seine Grenzen. Es gibt keine absolute Toleranz, denn das würde bedeuten, dass ich auch nationalsozialistische Betätigung akzeptieren müsste, mit der Begründung, dass es jedem Menschen frei steht, dafür einzutreten, woran er glaubt. Die Toleranz, so finde ich, endet da, wo die Lebensweise meiner Kultur beengt wird und dort, wo eine andere, für mich rückständige Kultur, die Errungenschaften meiner Kultur unterwandert. Toleranz bedeutet nicht, dass wir Negatives akzeptieren müssen.

Eduin, du hast eine idealistische, leider nicht der Realität entsprechende Sichtweise dazu. Das ist, als würdest du den Marxismus, der in seiner Theorie mit Sicherheit die idealste Staatsform wäre, propagieren, aber nicht sehen, dass der Marxismus in der Realität nicht praktikabel ist.

Kiki
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Nutzer: infotain
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geschrieben am: 26.11.2003    um 18:43 Uhr   
malcolm, dein vergleich war nicht nur nicht nonplusultra, sondern einfach falsch. und wenn du mir die religion benennst, die sich arbeiterstiefel oder leinenschuhe als symbol leistest, wäre ich dir auch dankbar. - übrigens symbole, die bisher und meines wissens nach auch niemand verboten hat ;-)
und bevor du allen anderen empfiehlst, den koran zu lesen, warum machst du es nicht einfach selbst?
ich allerdings begnüge mich da gern mit den aussagen einer wohl kompetenten muslimin, die eben festgestellt hat, dass es keiner kopftücher bedarf. und wenn das nicht erforderlich ist, dann ist eben gerade in fällen, in denen es um besonders "schutzbedürftige" menschen geht, besser, die gefahr der indoktrination einfach zu vermeiden. und schließlich kann diese frau ja jederzeit ein kopftuch anziehen, sobald sie die schule verläßt. dass sie es gerade dort tragen möchte und dass sie ihre lage mit der von juden im 3. reich vergleicht, lässt für mich den schluß zu, dass es ihr aber gerade um solches, nämlich indoktrination, geht.
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Nutzer: MalcolmX_
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geschrieben am: 26.11.2003    um 19:34 Uhr   
Es ist auch nicht Pflicht das Kopftuch zu tragen, es ist geboten. Gottgefällig. Und wenn eine Muslime darauf wert legt dann seh ich da kein Problem.
Das mit den Arbeiterstiefeln war nicht auf irgendeiner Religion bezogen sondern nur darauf das diese Tatsache nichts am Unterrichtsverhalten ändert. Welche Symbole diese Stiefel für manche Menschen haben ist wieder eine andere Sache (zb. verwechlung mit Springerstiefeln die für viele ein Zeichen für Rechts bzw. Linksextremismuss o.ä)
Ihr sagt das man sich als Lehrerin der hiesigen Kultur anpassen sollte (muss). Redet ihr von der "Multikultikultur" (die Grünen, Liberalen) oder von der in der ernsthaft zur Debatte steht ob Schüler ihre Lehrer dutzen sollten. Von der Kultur in der man "extrem" (bezogen aus Musik, "Lifestyle" etc.) sein muss um cool zu bleiben. Und bringen diese "Extremen" nicht auch den Austritt aus der "normalen Kultur" mit sich. (und nicht nur Jugendliche sind Extrem, unser Geschichtslehrer kommt mit Nietengürtel und Arbeiterstiefeln zur Schule- wohlgemerkt den Gürtel immer unter dem Pullover sodass er nicht direkt auffällt *schmunzelt*)
Ich hab nun viel darum geredet denn meine eigentliche Frage ist welche ist die Kultur an der Frau Ludin (und viele andere Muslime und andere Religöse) sich anpassen sollen?
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 26.11.2003    um 19:53 Uhr   
für mich darf sie ihre kultur, ihre religion und was sonst immer sie behalten möchte, auch für sich bewahren. sie sollte nur nicht mit messianischem eifer daherkommen, gerade dann nicht, wenn es um kinder geht.
und ansonsten habe ich weder dafür plädiert, sie ihrer kultur zu berauben (solange sie partnerschaftlich-demokratisch ist) noch würde ich es für notwendig erachten, dass schüler und lehrer sich duzen.
wer hat denn hier solches gefordert, also wer ist hier "ihr"?
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Nutzer: Eduin
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geschrieben am: 26.11.2003    um 22:33 Uhr   
Lieber tiroxxx, was an dem bloßen Tragen eines Kopftuches messianischer Eifer sein soll, ist mir nach wie vor rätselhaft. Schwamm d'rüber.

Azze und kikira, das sind Meinungen, die im Laufe des Beitrages schon diskutiert worden sind. Aus diesem Kreiseln wollte ich eigentlich aussteigen. Sei es, wie es sei.

Hallo Azze, die herrschenden Gewohnheiten sollten nicht so sehr zum Herrscher werden, dass wir Kleidung und/oder weltanschauliche Symbolik, die nicht weitestgehend christlich ist, ablehnen müssen.

Was du (zitat)Nichtakzeptanz, Nichtachtung und Intoleranz(/zitat) nennst, weiß ich nicht so genau. Schließt du es denn aus, dass Menschen verschiedener Religionen und verschiedener Kleidungen die Religion und die Kleidung der jeweils anderen akzeptieren, achten und tolerieren können? Identität durch Abgrenzung bedeutet, so, wie ich den Begriff sehe und verwenden möchte, auch, das von dem man sich abgrenzt zu akzeptieren. Es bedeutet, verschiedene Identitäten als gleichberechtigt anzuerkennen, und in relativ freier Selbstbestimmung die Seinige zu wählen und zu leben. Die Schule, den Ort der Erziehung, von diesem Prozess des Sich-gegenseitig-akzeptieren-Lernens auszuklammern, wäre kontraproduktiv.

Hallo kikira, erlaubst du ein Eigenzitat? (zitat) Tun wir nicht so, als sei das christlich-abendländische Frauenbild zwingend das allerbeste. In KEINER Branche verdient eine Frau so viel wie ein Mann. Außer als Model. Soviel zum Thema Frauenbild. Soviel zum Thema Unterordnung der Frau.(/zitat)

Es gibt sehr viel in der östlichen Kultur, das verbesserungswürdig ist, und es gibt sehr viel in der westlichen Kultur, das verbesserungswürdig ist. Gleiches gilt für beide Frauenbilder. Ich fände es falsch, jede kleine Einzelheit der westlichen Kultur für überlegen zu halten und die östliche bzw. islamische Kultur in Gänze zu verwerfen. So, wie deine Meinung dich liest, wirst du dich anschließen. Können wir denn nicht versuchen, IN DER PRAXIS, auf die du ja selbst hinweist, bessere von schlechteren Gewohnheiten zu trennen, anstatt apodiktisch "Kopftuch=BÖSE" zu behaupten?

Den anderen habe ich bereits zu erklären versucht, dass es DIE EINE Praxis nicht gibt. Sondern VIELE VERSCHIEDENE Praxen. Und in verschiedenen Praxen symbolisiert das Kopftuch verschiedene Dinge. Und in der Schul-Praxis sehe ich im bloßen Tragen eines Kopftuches nun wirklich kein Symbol für die Unterdrückung der Frau.

Viele Grüße
Eduin
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Nutzer: kikira
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geschrieben am: 27.11.2003    um 00:42 Uhr   
(zitat)Hallo kikira, erlaubst du ein Eigenzitat? (zitat) Tun wir nicht so, als sei das christlich-abendländische Frauenbild zwingend das allerbeste. In KEINER Branche verdient eine Frau so viel wie ein Mann. Außer als Model. Soviel zum Thema Frauenbild. Soviel zum Thema Unterordnung der Frau.(/zitat)

Hallo Eduin!
Das ist richtig. Daher hab ich ja auch geschrieben, dass wir dem Mann fast gleich gestellt sind. Und ich sage nicht, dass das christlich-abendländische Frauenbild zwingend das allerbeste ist. Denn das ist noch sehr verbesserungswürdig. Aber wir sind auf dem Weg dort hin ein gehöriges Stück weiter als die östliche Kultur und ich für mich und ich glaube auch die Mehrheit der westlichen Frauen, will keine Regression zurück.

Natürlich ist nicht alles verdammenswert, was die östliche Kultur betrifft, genauso wenig wie alles perfekt in der westlichen Kultur ist.

(zitat)Können wir denn nicht versuchen, IN DER PRAXIS, auf die du ja selbst hinweist, bessere von schlechteren Gewohnheiten zu trennen, anstatt apodiktisch "Kopftuch=BÖSE" zu behaupten?(/zitat)

Das liest sich wie: Können wir denn nicht versuchen, in Zukunft in Frieden miteinander zu leben?
Ja..könnten wir...nur wird das an der Gesellschaft scheitern, am Menschen selbst, weil man nun mal nicht die Augen verschließen darf vor der Tatsache, dass der Mensch nicht so geartet ist, diesem frommen Wunsch auch nachzukommen. Das meine ich mit Realitätssinn. Es scheitert an uns selbst. Und da kannst du Millionen von frommen Wünschen in die Welt schreien und hoffen, aber die Geschichte hat uns gezeigt, dass der Mensch insofern nicht lernfähig ist.
So wie der Marxismus daran scheitert, dass Menschen nun mal lieber für sich selbst arbeiten und erst angespornt werden durch selbsterwirtschaftetes Geld, um sich dadurch von anderen unterscheiden zu können (Konkurrenz- und Erfolgsdenken), so scheitert dein Wunsch daran, dass die westliche Kultur sich von einer für sie rückständigen Kultur unterwandert und dadurch bedroht fühlt.
Eine der elementarsten Antriebsfedern der Menschheit ist die Bedrohung ihres Hab und Guts (und Kultur bezeichne ich in dem Fall ebenfalls als Hab und Gut)und die Angst, dies zu verlieren.
Und ich schließe mich von dieser Angst nicht aus.

Kiki

Geändert am 27.11.2003 um 00:43 Uhr von kikira
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 27.11.2003    um 07:41 Uhr   

Zur Symbolik oder NICHT Symbolik:

Ich möchte mal die ketzerische Frage in den Raum stellen, wie es wäre, wenn ein Lehrer mit Springerstiefeln, Glatze und den andern "niedlichen" Accessoirs gewisser weltanschaulicher Ecken im Unterricht tragen würde, mit dem Hinweis, dass es sich um reine Kleidungsstücke handele?

Bevor irgendjemand wegen dieses Vergleiches aufheult: Es geht mir darum, deutlich zu machen, dass Kommunikation eben nicht nur aus verbaler Interaktion besteht, sondern noch vieles andere dazu gehört.
Dieses Kopftuch mag für diese spezielle Lehrerin ein Ausdruck ihrer Religiosität sein (woran ich nach ihren letzten Äusserungen stark zweifle...) Für Millionen anderer Muslima ist es Unterdrückung, so wie es die Burka oder der Tschador sind.

Damit möchte ich mich nun auch endgültig aus diesem Thread verabschieden.

Celestine
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Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 27.11.2003    um 08:32 Uhr   
Lieber Eduin, wenn es denn keinen (religiösen) zwang zum tragen des kopftuches gibt und wenn es auch keine demonstration (der wahren religion) darstellen soll, ja, warum muß die frau trotz des widerstandes seitens des arbeitgebers das kopftuch in der schule tragen?
du siehst also, noch ein kreis in dem man sich so oder so drehen kann. und insbesondere der vergleich, den die frau mit dem 3.reich herstellt, ist für mich schon ein indiz einer (religiösen(?)) verblendung. und die mag ich in der schule nun keinesfalls toleriert sehen.
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