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Urteil BVerfG "Kopftuch"

Nutzer: NetSpy
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geschrieben am: 28.09.2003    um 23:54 Uhr   
Mit dem Urteil vom vergangenen Mittwoch, entschieden die Karlsruher Verfassungsrichter, der Zugang zu einem öffentlichen Amt ist der Klageführerin (Fereshta Ludin) in nicht verfassungskonformer Weise verwehrt worden.

Desweiteren sei es Ländersache, das zulässige Maß religiöser Bezüge zu bestimmen.

In diesem Zusammenhang tun sich mal wieder folgende Fragen auf:

Wie groß ist die Gefahr einer muslimischen Parallellgesellschaft in Deutschland, die von Integration nicht viel wissen will?
Welchen Zweck haben die Begriffe "Toleranz" und "Integration" im Zusammenhang mit Islamisten, die laut verschiedener Quellen längst die grösste Gruppe der Muslime in Deutschland bilden?
Darf Islamunterricht an deutschen Schulen gegeben werden, obgleich nicht auszuschliessen ist, dass dieser von Islamisten abgehalten wird? Eine Kontrolle ist bspw. in Berlin nicht möglich, nachdem die islamische Förderation dort vor Gericht erstritten hat, dass jegliche Kontrolle oder Aufsicht während des Unterrichts untersagt ist.

(zitat)Wer sich kritisch über den Schleier äußert, wird gerade in Deutschland gerne der "Intoleranz", ja des "Rassismus" verdächtigt.

Bin ich also eine Rassistin, wenn ich hoffe, dass die Karlsruher RichterInnen die enorme Gefahr erkennen und endlich das schon lange fällige Grundsatzurteil sprechen, dass den Schleier aus deutschen Schulen fernhält - im Namen von Gleichheit, Emanzipation und Selbstbestimmung? Nein, im Gegenteil! Ich fürchte, die wahren Rassisten sind diejenigen, die im Namen einer falsch verstandenen Toleranz für den Schleier in deutschen Schulen plädieren. Denn sie unterstützen damit die sich demonstrativ abgrenzende, eine Gettoisierung von Muslimen in Deutschland fördernde Position einer Minderheit, die die demokratische Mehrheit der MuslimInnen in Deutschland nicht will, die sie aber zunehmend unter Druck setzt, ja terrorisiert.
(/zitat)
Aus der HP von Alice Schwarzer.
Meinungen?

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Nutzer: welpe
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geschrieben am: 29.09.2003    um 06:28 Uhr   
bei alice schwarzer bin ich der meinung sie sollte ein kopftuch verordnet bekommen. lacht
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 29.09.2003    um 08:39 Uhr   
Eine Parallelkultur gibt es längst.

Die Mütter tragen das Kopftuch freiwillig. Die Töchter werden diese Wahl schon nicht mehr haben.

Celestine
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 29.09.2003    um 10:57 Uhr   
religion hat generell in schulen nichts verloren. ich lehre meine tochter, um jede kirche einen bogen zu machen und religion als den größten feind der menschen zu sehen.
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Nutzer: Libido_Grinder
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geschrieben am: 29.09.2003    um 13:18 Uhr   
Ich verstehe einfach nicht, was das Tragen eines Kopftuches pauschal zu einer Missionarstat macht. Es ist doch so, dass nach islamischen Glauben Frauen Kopftücher tragen sollten, zumindest soweit mir das bekannt macht. Insofern bedeutet es doch, das eine Muslimin, die während ihrer Arbeitszeit ihr Kopftuch nicht tragen darf, in ihrer Ausführung ihrer Religion eingeschränkt wird. Das widerspricht allerdings dem Grundgesetz, nach dem jeder Mensch in Deutschland Religionsfreiheit geniesst.

In diesem Sinne
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Nutzer: NetSpy
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geschrieben am: 29.09.2003    um 14:59 Uhr   
Der Unterschied ist, dass das Christentum seit etwa 1200 oder mehr Jahren in Deutschland eine angestammte,verwurzelte Kultur u. Religion ist, der Islam hingegen wohl eher weniger.

Zeitgemäss, bzw. für integrierbar als solches in die westlichen Lebensabläufe, halte ich die islamische Religion indes nicht.

SpY
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Nutzer: Eduin
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geschrieben am: 29.09.2003    um 15:47 Uhr   
Hallo NetSpy, ob das wohl so klug war, eine Diskussion mit der Meinung einer Person zu beginnen, die absolut keine Ahnung hat?

1) Frau Schwarzer wirft systematisch die Begriffe "Kopftuch" und "Schleier" durcheinander. Das eine ist eine Bedeckung des Haupthaares, das andere eine Gesichtsverhüllung. Das ist natürlich Absicht, um einen Abwehrreflex zu provozieren (Schleier --> Taliban --> Terrorismus?), aber derart plump und einfach schwachsinnig, dass man nur lachen kann.

2)Dass man "Emanzipation und Selbstbestimmung" grundsätzlich gegen das Kopftuch verteidigen müsste, ist ebenfalls falsch. Manche Frauen tragen es gerade WEGEN Emanzipation und Selbstbestimmung. Kleiner Lesetipp: Link

3) Frau Schwarzer will Frauen ein Bekenntnis zum Islam (NICHT zum Islamismus!) VERBIETEN! Damit ist die Frage, wer hier eigentlich intolerant ist, beantwortet.

4) Zum Thema Selbstbestimmung im Engeren: Die Gründe, warum eine Frau ein Kopftuch trägt, sind von Frau zu Frau verschieden. Manchmal ist es eine eigene Entscheidung, manchmal ist es Fremdbestimmung. Eines ist aber IN JEDEM FALLE Fremdbestimmung: Eine Frau zum ABLEGEN des Kopftuches zu ZWINGEN, wie Frau Schwarzer es beabsichtigt. Sie fordert also nicht SELBST-, sondern FREMDbestimmung.

5) Wird durch den Anblick eines Kopftuches die Ghettoisierung vorangetrieben? Ist das Bedecken der Haare gleichbedeutend mit einer Proklamation eines Gottes-Staates, wie sie es allen Ernstes bei Berlin Mitte behauptete? Völliger Nonsens.

Frau Schwarzers Argumentation beschränkt sich auf Vorurteile und Pauschalisierungen mit je einer Prise Intoleranz und Panikmache.

Es sollte niemand über etwas reden, von dem er keine Ahnung hat. Und schon gar nicht, wenn er so verbohrt ist wie Frau Schwarzer.

Meine Privatmeinung: Kein Mensch nimmt irgend einen Schaden durch den Anblick eines Kleidungsstückes, das unter anderem als religiöses Symbol verwendet wird. Selbst grmpfs Tochter wird beim Erblicken eines Kreuzes, Kopftuchs oder Yin-Yang-Zeichens nicht schreiend davonlaufen.

Viele Grüße
Eduin
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Nutzer: Marielle
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geschrieben am: 29.09.2003    um 16:16 Uhr   
Ich sehe das genau so wie Eduin.

In meiner Schule wurde jeder akzeptiert, egal ob mit Koptuch, Piercing, oder Lehrer mit weißen Tennissocken.Würde man Kopftuch-Tragen als individuell-religiöse Angelegenheit akzeptieren lernen, würde man sich bald nicht mehr daran stören. Und Kinder und auch ältere Schüler sind bezüglich der Akzeptanz und dem positiven Aufnehmen von Neuem und "Anderartigem" in der Regel sehr viel flexibler und unverkrampfter als Erwachsene, mit ihren tausend Hintergedanken und Abern.

Ich frag ich mich echt, welche Art von Schaden Kinder nehmen sollten, wenn ihre Lehrerin eine Kopftuch trägt? Vielleicht fragen sie daheim die Mami auch mal, was das mit dem Tuch soll. Dann sagt Mami, das ist, weil sie aus nem anderen Land kommt und das da so üblich ist. Dann denkt sich das Kind "Ach so!" und das war's.

m a r i e l l e
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Nutzer: NetSpy
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geschrieben am: 29.09.2003    um 17:05 Uhr   
Aloha.

Die Aussagen von Fr. Schwarzer geben nicht gänzlich meine Meinung wieder. Lediglich zum Diskussionsanstoss habe ich ihre Worte hier kurz zitiert.

Speziell im Falle Fereshta Ludin:
Ich halte diese Frau für ungeeignet, an deutschen Schulen zu unterrichten. Das ergibt sich für mich schlichtweg aus ihren Äusserungen, wie z.B. "die deutsche Frau ist unrein, nur die islamische Frau ist rein".

Toleranz kann es nur geben, wenn sie von beiden Seiten ausgeht.
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Nutzer: Marielle
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geschrieben am: 29.09.2003    um 17:33 Uhr   
Ah ja, weisst du auch wie diese Äusserung, wenn überhaupt getätigt, zustande gekommen ist?

Kann man das irgendwo nachlesen?
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 29.09.2003    um 17:55 Uhr   
@marielle: toleranz gegenüber tennissocken? womöglich noch in sandalen??? nee.... irgendwo ist echt mal schluß :-)
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Nutzer: Pollichen
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geschrieben am: 30.09.2003    um 09:04 Uhr   
hm....
habe das geschehen um den fall nie so verfolkt, kann daher mal wieder nur meine meinung zum gelesenen und gedachten sagen


wenn man sich mal bissel mit kirche glaubensarten und gesundheitswesen befasst, was ich sicher nicht so sehr tue das ich da sehr schlaue vorträge halten kann ,bin ich doch der meinung wenn mans mal von einem anderen blickwinkel aus tut, weniger als solches also, sieht vieles gleich anders aus.

ich mag keine verallgemeinerungen.

aber ich frage mich bei dem streitpunkt kann ein getragenes kopftuch den schülern schaden , ob wir nicht wichtigere probs zu klären haben .
es gibt auch viele lehrer(innen)die nicht alles richtig machen und unbedingt als vorbild taugen, oder einfach nicht das über das wissen verfügen das sie besitzen müsten , um gewissen kindern helfen zu können.
im falle meines sohnes würde ich mir eine wissende und dem entsprechend handelnde kopftuchträgerin welchen glauben auch immer vorziehen!

soweit ich weiss tragen sie das kopftuch weil sie die schönheit damit verbergen wollen/ sollen . mag sein mancheiner sieht ohne haare besser aus;)
niemand würde sich wohl freuen wenn ein lehrer entkleidet unterichten würde , glaube so fälle in sachen bio untericht hatten wir auch schon.

und wenn ich mir anschaue was die reine deutsche rasse in vorzeiten getan hat, und wies heute im bund gemischten deutschland zugeht , frage ich mich doch wirklich bald was machts noch aus wenn eine frau mehr oder weniger kopftuchträgt , wenn sie's denn aus überzeugung tut, im besten wissen und gewissen mit sich selbst.

möchte nicht wissen was manche nicht kopftuchtregenden lehrkräfte so denken ........

und gruppierungen gabs schon immer,
möchte auch lieber nicht wissen was sich alles hinter den wänden der restlichen glaubensformen abptielt sicher geht da auch nicht alles so sauber von statten.

(allein wenn man "die säulen der macht" und "illuminati" gelesen hat, fallen einem doch so einige phantastareien ein, ich denke nicht das man das an einem kopftuch festmachen muss oder sollte)

Polli;)




Geändert am 30.09.2003 um 18:04 Uhr von Pollichen
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Nutzer: Libido_Grinder
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geschrieben am: 30.09.2003    um 16:08 Uhr   
Ob Frau Fereshta Ludin eine fähige Lehrkraft ist, hat meiner Meinung nach nichts mit dieser Debatte zu tun. Das ist soweit ich weiss Aufgabe der Schulbehörde dieses zu beurteilen. Nur frage ich mich, was das mit dem Tragen eines Kopftuches zu tun hat. Es ist doch so, dass nicht jede Kopftuchtragende, muslimische Lehrerin gleich eine fanatische Gotteskriegerin ist. Diese Verallgemeinerung und Panikmache ist einfach nur lächerlich und in meinen Augen ne ziemlich üble Form von Rassismus, die hier auch noch von obersten Stellen befürwortet wird.

Naja in diesem Sinne
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 30.09.2003    um 17:28 Uhr   
Natürlich kann man ein Kopftuch auch tragen, weil es draußen kalt ist. Ich finde es jedoch ziemlich naiv anzunehmen, dass es hier nur um eine Stück Stoff geht.

Erst mit Aufkommen des radikalen Islamismus, hat das Kopftuch jene Wichtigkeit in der Bekleidung muslimischer Frauen bekommen, die es heute hat. Damit ist es zum Symbol geworden.

Was ist, wenn in einem Jahr eine weitere Lehrerin dafür klagt, mit der Burka zu unterrichten, weil es ihrem Glauben entspricht?
Sind wir auch dann tolerant genug, unsere Töchter diesem Frauenbild auszusetzen?

Celestine
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Nutzer: Pollichen
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geschrieben am: 30.09.2003    um 17:48 Uhr   
Was ist, wenn in einem Jahr eine weitere Lehrerin dafür klagt, mit der Burka zu unterrichten, weil es ihrem Glauben entspricht?
Sind wir auch dann tolerant genug, unsere Töchter diesem Frauenbild auszusetzen?

___________________________________________________________

wenn damit der schleier vorm gesicht gemeint ist würde ich dann aber schon prob.s bekommen .......weil dann das gesicht nicht mehr zu sehen ist.

mit dem kopftuch dagegen hätte ich weniger ein prob.

hm es ist besser nicht alles ins forum zu schreiben was man über ausländische und deutsche lehrkräfte denkt

darum ihre gedanken für sich behält Polli
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Nutzer: Sneaky_Pie
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geschrieben am: 30.09.2003    um 19:02 Uhr   
Mit dem Kopftuch ist nicht nur ein schlichtes Stück Stoff gemeint. Die Frage ist weiterführend: man erlaubt Kopftücher an Schulen. Gut. Was hindert nun muslimische Eltern daran, ihren Töchtern den Sport- und Schwimmunterricht zu verbieten, mit Hinweis auf ihre Religion? Nichts. Berufen kann man sich dann immer auf das Kopftuch-Urteil. Die Richter haben es damit umgangen, dass sie es den Ländern überlassen. Die Sache ist, dass es so weitergehen kann. Danach gibt es vielleicht Streit über den Sexualkundeunterricht. Und und und...
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Nutzer: NetteSie36
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geschrieben am: 30.09.2003    um 19:08 Uhr   
Hallo
Ich finde diese ganze Diskussion überflüssig, weil ich sie nicht verstehe.
In öffentlichen Ämtern in der Türkei dürfen die Frauen KEINE!!!!! Kopftücher tragen, aber hier in Deutschland wird dafür Klage eingereicht.Und zu allem überfluss wird auch noch Religionsfreiheit vorgeschoben.
Abgesehen davon hätte ich persöhnlich kein Problem wenn die Lehrerin meiner Kinder ein Kopftuch tragen würde.
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Nutzer: Desinformation
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geschrieben am: 30.09.2003    um 21:39 Uhr   
und ich klage demnächst für mützen-auf im unterricht. drückt es doch dir religion des schülers aus (freiheit!)
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Nutzer: Eduin
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geschrieben am: 30.09.2003    um 22:19 Uhr   
Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, oder besser gesagt Buttermesser mit Samuraischwertern.

Hallo Celeste, das Kopftuch ist in den meisten Fällen ein Bekenntnis zum Islam. Das ist gar nichts Besonderes, wie es auch gar nichts Besonderes ist deutscher Moslem zu sein. Es ist aber nicht automatisch radikaler Islamismus.

Meine Nachbarin studiert BWL, ist Single, spricht Deutsch und zwei weitere Sprachen, ist hilfsbereit und komunikativ, trägt ein Kopftuch, mag Coldplay, wählt die Sozialdemokraten. Gibt es irgend etwas an diesem Satz, was dir nicht passt?

Deine rhetorische Schlussfrage stellt sich gar nicht. Es ist ausgeschlossen, in einer Burka zu unterrichten, weil der nötige Kontakt zu den Schülern durch Blicke und Mimik fehlt. Das trifft auf das Kopftuch nicht zu.

Hallo Sneaky Pie, in allen von dir aufgezählten Fällen wird die Schulbildung der Kinder eingeschränkt. Die Schule hat daher ein Interesse, sie zu vermeiden. Das ist beim Kopftuch aber nicht der Fall. Die Bildung der Kinder bleibt durch ein Kopftuch unangetastet.

Hallo Nette Sie 36, danke für den Hinweis auf die Türkei. Wie wir wissen, ist die türkische Gesellschaft vom Islam geprägt und obwohl dort in öfentlichen Gebäuden keine Kopftücher getragen werden dürfen in letzter Zeit umso stärker islamisiert worden. Das beweist uns, dass ein Kopftuchverbot den Islam (-ismus) nicht zurückdrängen kann.

Ansonsten schließe ich mich Libido Grinder, Marielle und Pollinchen an. Ein Kopftuch ist ein Bekenntnis zu einer Weltreligion, kein Angriff auf unsere Gesellschaft.

Viele Grüße
Eduin
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Nutzer: Celeste_
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geschrieben am: 30.09.2003    um 23:32 Uhr   
Deine BWL studierende Nachbarin soll ihr Kopftuch tragen, solange sie mag. Wo es aber aufhört tolerabel zu sein ist, wenn sie zum einen Kinder unterrichten würde oder zum andern Beamtin werden wollte. Unser Rechtsstaat trennt Staat und Religion. Im Zeichen des zunehmenden Islamismus (bestreitest du auch dies?)wäre es fatal, das ausgerechnet bei der Erziehung von Kindern aufzuweichen.

Und wenn man der Argumentation der Befürworter folgen würde, ist die natürlich das Unterrichten in einer Burka möglich. Das Recht auf Tragen eines Kopftuches wird mit Religionsfreiheit begründet und nicht mit Kontakt zu den Schülern.

Noch einmal: ein Kopftuch ist kein harmloses Stück Stoff. Es ist noch nicht mal ein Zeichen für den Islam. Es gewährleistet die Unterordnung der Frau.

Celestine
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Nutzer: Eduin
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geschrieben am: 01.10.2003    um 01:58 Uhr   
Hallo Celeste, eine Zunahme des Islamismus ist nicht zu leugnen. Was die Gegner des Kopftuches jedoch nachweisen müssen, ist ein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesem und Kopftuch-Tragen oder gar, aus Schülersicht, Kopftuch-Ansehen!

Es ist richtig, dass unser Staat von der Religion getrennt ist. Aber bitte verwechsele nicht den Lehrer mit dem Staat. Es ist nicht der Staat, der Kreidestaub auf dem Sakko hat, Kaffee trinkt, einen Minirock, ein Kopftuch oder auch Tennissocken trägt. Es ist ein unterrichtendes Individuum. Kannst du bitte, anstatt einen Lehrer mit der abstrakten Staatsmacht zu verwechseln, die Individualität von Lehrpersonen zur Kenntnis nehmen?

Dein Burka-Argument bleibt unbrauchbar. Wenn irgend etwas die Fähigkeit einer Person, zu unterrichten, einschränkt, wird diese Person nicht zum Lehrer ernannt werden. Eine Burka tut dies sicher. Ein Kopftuch sicher nicht.

Zur Unterordnung der Frau: Für viele Frauen ist besagtes Kopftuchtragen ein Zeigen ihrer Individualität als Muslima. Forderst du, dies zu verbieten, dann forderst DU die Unterwerfung der Frau zwecks Unterdrückung ihrer muslimischen Individualität.

Ob das Kopftuch die Unterordnung der Frau gewährleistet oder nicht ist hier gar nicht Thema. Ob und unter was sich eine Einzelperson unterordnet, muss sie selbst wissen. Die Frage ist, wieso wir jemanden vor nicht mehr als dem reinen Anblick des Kopftuches schützen müssten.

Am Rande: Tun wir nicht so, als sei das christlich-abendländische Frauenbild zwingend das allerbeste. In KEINER Branche verdient eine Frau so viel wie ein Mann. Außer als Model. Soviel zum Thema Frauenbild. Soviel zum Thema Unterordnung der Frau.

Viele Grüße
Eduin
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"Autor"  
Nutzer: Pollichen
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geschrieben am: 01.10.2003    um 08:53 Uhr   
Noch einmal: ein Kopftuch ist kein harmloses Stück Stoff. Es ist noch nicht mal ein Zeichen für den Islam. Es gewährleistet die Unterordnung der Frau

___________________________________________________________

das kommt wohl drauf an wen man fragt , habe von türkischen nachbarn gesagt bekommen das es eine glaubenform oder tat ist , damit das haar also die scham auf dem kopf nicht zu sehen ist, eben so sollen auch alle anderen körperstellen die behaart sind verdeckt sein.

Polli
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"Autor"  
Nutzer: Gast_mickymouse
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geschrieben am: 01.10.2003    um 11:41 Uhr   
(/Zitat)
Dein Burka-Argument bleibt unbrauchbar. Wenn irgend etwas die Fähigkeit einer Person, zu unterrichten, einschränkt, wird diese Person nicht zum Lehrer ernannt werden. Eine Burka tut dies sicher. Ein Kopftuch sicher nicht.
(/zitat)

..ich weiß nicht, denk mal nach:

kein schleier aufgrund der "neutralitätspflicht", aber religionsfreiheit bricht diese pflicht - schleier ist erlaubt auf deutschen schulen

keine burka aufgrund, weil es "fähigkeiten" des lehrers einschränkt, aber...
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"Autor"  
Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 01.10.2003    um 12:12 Uhr   
eduin ich finde deine argumente ja ganz gut - zumindest, solange man wirklich an die freie entscheidung jeder/s einzelnen glaubt. natürlich wird es viele geben, die aus individueller entscheidung heraus ein kopftuch tragen wollen. aber es gibt sicher auch ebenso viele, die es aus zwang und unteordnung heraus tun - und solcher zwang ist nun einmal nicht mit dem grundgesetz vereinbar. von daher bin ich gegen kopftuch.
allerdings kann ja kein "kopftuchgesetz" verabschiedet werden, sondern nur ein gesetz, dass die religion aus den schulen heraushält. und das trifft dann auch die "kreuzkettchenträger", oder auch die bayrischen schulen, die immer noch kreuze in den klassen hängen haben.
und ich hoffe doch, dass unsere lehrer mehr persönlichkeit und individualität besitzen, als sich durch das tragen eines kopftuchs oder eines kettchens mit kreuz demonstrieren lässt.
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"Autor"  
Nutzer: NetSpy
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geschrieben am: 01.10.2003    um 14:28 Uhr   
Ob wir in Deutschland, in der Christen die religiöse Mehrheit bilden, nun ein Kreuz um den Hals tragen, an der Wand hängen haben oder sonstwas, wieso bitte assoizieren viele ein evtl. "Kopftuchverbot" direkt mit dem Symbol der christlichen Bevölkerung?
"Wenn das verboten wird, dann muss auch das verboten werden!"

Auch wenn sich nun wieder die Nackenhaare sträuben, dies ist immer noch das Land, indem ich aufgewachsen bin. Mir wurden religiöse Werte im Sinne der "Staatsreligion" vermittelt, welche ich sicher nicht bereit bin aufzugeben, sollte einer anderen zugewanderten Gruppe das Recht abgesprochen werden, ihren Glauben durch z.B. das Kopftuch zu präsentieren.

Auch wenn der folgende Vergleich reichlich abgelutscht ist, will ich ihn erneut anbringen:
Mit Interesse würde ich verfolgen, wenn ein Christ versuchen würde, in islamischen Staaten einen christlichen Gebetsraum (Kirche) zu errichten.
Dann hat sich was mit friedfertig und Toleranz.

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"Autor"  
Nutzer: tiroxxx
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geschrieben am: 01.10.2003    um 16:33 Uhr   
(zitat)"Wenn das verboten wird, dann muss auch das verboten werden!"(/zitat)
ergibt sich ganz simpel aus dem gleichheitsgrundsatz des grundgesetzes
(zitat)Mir wurden religiöse Werte im Sinne der "Staatsreligion" vermittelt, welche ich sicher nicht bereit bin aufzugeben(zitat)
nun, wir haben halt keine staatsreligion, sonst würdest du ja vielleicht recht haben. aber so - keiner zwingt dich doch, deine religion aufzugeben
(zitat)Dann hat sich was mit friedfertig und Toleranz.(/zitat)
willst du denn deutschland vergleichen mit autoritären undemokratischen regimes?

warum nicht eine ganz einfache lösung: religion ist privatsache und kann zuhause und in der freizeit ausgeübt werden, muß aber niemandem aufgedrängt werden, nicht als jesuskreuzanhänger und nicht als kopftuch!?!
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